Markenplattformen

Vorab: Ja ich lese die Wirtschaftswoche, weil die Mutter meines Kindes in irgendsoeinem Verband ist, bei dem der Bezug der WiWo inkludiert ist.

Was mir auffällt: Die WiWo wird immer mehr zur Werbeplattform. Nicht besser als die Frauenzeitschriften mit langen Fotostrecken und Hinweis auf die Bezugsmöglichkeiten.

Ganz extrem: Die Lifestyle-Beilage fivetonine.

Regelmässig: Mittelteile von 32 Seiten Umfang, die als "Magazine" daherkommen, aber fast ausschliesslich aus Werbung bestehen oder den Werbepartnern ein angemessenes Unfeld bieten sollen.

Ein weiteres Highlight der letzten Wochen: Ein dreiteiliger! Vorabdruck aus der Ackermann Biographie mit Bestellmöglichkeit über den wiwo-shop.

Und die Titel?

Titelstory der Ausgabe 24/2006: Der Zweikampf adidas vs. Nike. Keine neuen Informationen, reine Hochglanz Image-Werbung, in der adidas positiv wegkommt.

Titelstory der Ausgabe 25/2006: Was Deutschlands Chefs begeistert. Eine Befragung von Führungskräften welche Marken sie faszinieren. Ein Markennamen overkill-Ranking ohne Sinn und Zweck - aber schönen Fotos von Produkten der Top-Brands. Jetzt wissen wir endlich, dass der typische deutsche Manager eine Rolex am Handgelenk hat, sein Konto bei der ING-Diba, Allianz versichert ist, einen Porsche fährt - oder zumindest einen BMW, zum workout nach dem Job adidas trägt, im Haus Bang & Olufsen und Miele ihren Platz haben, er mit der Visa-Card seinen Lufthansa Flug im Airbus bezahlt. Am meisten beeindrucken kann man ihm mit Leistung, Erfolg im Beruf, attraktive Frauen und Sex. Kochkunst, Eleganz und selbst künstlerisch tätig sein, zieht die Führungskäfte hierzulande nicht so in den Bann.

Titelstory der aktuellen Ausgabe 26/2006: design - die schönsten Produkte des Jahres. Wieder Schöne Produktfotos, viel Brand-Dropping. Auch von der Red-Dot-Jury ausgezeichnet: Der Fendt 936 vario. Urteil der Jury: Der Traktor verkörpert perfektes Design. Der Nutzer fühlt sich wie in einem Sportwagen. Auch von aussen dominieren die für einen Traktor untypische Leichtigkeit und eine emotionale Formensprache, mit grosszügigen und ausgewogenen Proportionen. Dem Bauer wird es freuen, sofern er die WiWo liest.
 
[heile Welt]
Autor: strappato   2006-06-24   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Schweizer Leiden

"auch-einer" hat auf ein NZZ-Folio Heft zum schweizer Gesundheitswesen hingewiesen. Die Schweiz ist ja ein Land mit ähnlich hohen Ausgaben für die Gesundheit wie Deutschland und hat vergleichbare Probleme.

Den Satz könnte man fast 1:1 übernehmen:
Alle dürfen herzhaft zulangen: Versicherte, Kassen, Ärzte, Spitäler, Politiker. Die Kosten kreisen im Ringelreihenspiel von Steuern, Prämien, Ergänzungsleistungen, Spitalbauten, Defizitgarantien, Risikoausgleich, Prämiensubventionen. Im Kern der Saga unseres Gesundheitswesens steht der Mensch als Interessensvertreter, als Maximierer. Ganz gleich, ob er nun Kranker, Gesunder, Arzt, Kassenverwalter, Spitalverwalter oder Politiker ist. Alle rechnen und maximieren. Wäre das System anders, würden sie rechnen und sparen. Beat Kappeler - Warum alles so teuer ist.

Ein Unterschied liegt darin, dass Deutschland auch der weltweit drittgrösste Markt für Medikamente und Medizinprodukte ist. Daher bildet die Pharma- und Medizintechnologeindustrie bei uns einen gewichtigen Mitspieler im Ringelreihen.

Sehr gut hat mir dieser Test gefallen. Er gibt einen Vorgeschmack auf das, was uns mit dem Wettbewerb à la grosse Koalition erwartet.

8 bis 10 Richtige: Gratulation! Rufen Sie 031 322 80 01 an. Gesundheitsminister Pascal Couchepin gibt Ihnen gern einen Beratervertrag.

4 bis 7 Richtige: Nicht schlecht! Mancher Krankenkassenmitarbeiter wäre froh, so viel zu wissen.

0 bis 3 Richtige: Macht nichts! Sie sind der Traum aller Krankenkassen: unwissend, gutgläubig, genügsam und pünktlich zahlend.

 
[Ausland]
Autor: strappato   2006-06-23   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Bitte Mund aufmachen


Extensive drilling.
 
Autor: strappato   2006-06-22   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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