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Vom langen Arm der Krankheitsindustrie In den vergangenen Wochen erschien im "Deutschen Ärzteblatt" eine zweiteilige Untersuchung (Teil 1, Teil 2) zu der Frage, welchen Einfluss die Gelder der Pharmaindustrie auf die Ergebnisse von Medikamentenstudien und auf die Veröffentlichung und Darstellung dieser Ergebnisse in wissenschaftlichen Fachzeitschriften haben. Die Untersuchung liefert keine fundamental neuen Erkenntnisse, aber einen guten Überblick über das vielfältige Inventar von Manipulationsmöglichkeiten, das in diesem Bereich zum Einsatz kommt. Wer bislang noch an die Gültigkeit von objektiv-wissenschaftliche Maßstäben bei der Bewertung des Nutzens und des Risikos von Medikamenten geglaubt haben sollte, dem sei die Lektüre der Originalarbeit dringend nahegelegt. Die Untersuchung hat schon zum Zeitpunkt der Vorabveröffentlichung des ersten Teils ein breites Echo in den Tageszeitungen gefunden, allerdings meist in Form von eher belanglosen Artikeln ohne großen Neuigkeitswert. Heute ist in der FAZ erstmals eine gute Zusammenfassung des Aufsatzes erschienen: Medizin am langen Arm der Krankheitsindustrie [Pharmamarketing]
Lilly erreicht die Wünsche der Werber Horizont.net das "Portal für Marketing, Werbung und Medien" zeigt, wie die Branche tickt und wer den Takt angibt: Männlich, jünger fühlend als es das Alter und die Wehwechen einem weismachen wollen. Beim Leserpreis "Kreation des Monats" konnte sich Lilly mit dem TV-Spot "Helden der Liebe" klar gegen grosse Marken wie Reebok, Dove und Nike durchsetzen. Der Spot ist eine Disease Awareness Kampagne zum Thema Erektionsprobleme und soll indirekt die Lilly-Potenzpille Cialis® pushen. [Pharmamarketing]
Abbott macht Flashmob-Astroturfing Aktionsformen der Internetgesellschaft sind im Pharmamarketing angekommen. Am Sonntag erlebte Wien den ersten Pharma-Flashmob. Betroffene mit Morbus Crohn wollten auf die chronisch-entzündliche Darmerkrankung aufmerksam machen. Doch war neben mit Klopapapier eingewickelten Menschen das Logo der Abbott Crohnhilfe omnipräsent. Foto: © Fotodienst / Julia Fuchs Klassisches Astroturfing. Auf der Seite der Crohnhilfe ist der Flashmob offen angekündigt worden. ![]() Eine Facebook-Seite mit professioellem Logo war 14 Tage zuvor online gegangen. Der ist zu entnehmen, dass die Location "gebucht" und mit den Verantwortlichen abgesprochen war. Was zu einem Umzug führte. Statt medienwirksam an der Skulptur Arschbar im Museumsquartier musste der Astroturfing-Event am Wiener Stephansplatz vor dem Dom stattfinden. Die Museumsdirektion hatte die Zusage kurzfristig zurückgezogen. Am Steffl gab der Dompfarrer seinen Segen dazu. In Facebook vom Abbott Austria PR-Chef enthusiastisch kommentiert: Hoch lebe Toni Faber!!! Facebook wird zum Marketingtool auch für Pharma und Medizin. Nach Die PR kam von der für die "Abbott Crohnhilfe" zuständigen Agentur Cloos + Partner, die auch eine Fotografin beauftragt hatte. Abbot organisierte einen Flashmob und 30 Betroffene machen bei dem Astroturfing-Event mit. Ob die Flashmobber wissen, dass Abbott ihre Verschreibungsdaten -- Update Die Facebook-Fanseite wurde gelöscht, obwohl beim Flashmob mit Flugblättern darauf noch hingewiesen worden ist. Gibt auch in Video, von einer professionellen PR-Videoproduktionsagentur: [Pharmamarketing]
Pfizer-Chef will eine Art von Umsatzgarantie Robin Rumler, Pfizers Austria Statthalter und frisch gewählter Präsident des österreichischen Verbandes der Pharmaindustrie, Pharmig, hat die Lösung für die Probleme der Pharmakonzerne gefunden. Eine Art Umsatzgarantie. In einem Interview mit der Zeitung "Der Standard" hat er vorgeschlagen, Einsparungen an die Pharmakonzerne auszuschütten: Generika haben ohne weiteres Berechtigung, nur sollte das Geld, das durch Generika eingespart wird, für moderne Medikamente eingesetzt werden und nicht für das Stopfen von Budgetlöchern. Wenn Pfizer durch das Auslaufen der Patente für das weltweit umsatzstärkste Medikament Lipitor® (in Deutschland und Österreich Sortis®) nach 2011 einen Grossteil des Jahresumsatzes von über 11 Milliarden Dollar verliert, dann soll das eingesparte Geld auf andere Medikamente von Pfizer aufgeschlagen werden. Oder wie darf man das verstehen? Der Begriff "Nutzen" oder gar "Kosten-Nutzen" kommt in dem Interview übrigens nicht vor. Felix austria. [Oesterreich]
Links am Feiertag Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen – Teil 2: Qualitative systematische Literaturübersicht zum Einfluss auf Autorschaft, Zugang zu Studiendaten sowie auf Studienregistrierung und Publikation. Whistleblower Helped US To Probe AstraZeneca,Eli Lilly - Gleich zwei Unternehmen, Beruf Whistlerblower. Tendering could save billions - Australien entdeckt die Rabattverhandlungen. Millionen-Betrug mit Krebs-Medikamenten: Braunschweiger Apotheker angeklagt. BSG: Gewaltopferentschädigung nach misslungener Schönheitsoperation. Privatisierung von Krankenhäusern: Die nächste Welle kommt bestimmt. Cosmetic Surgeries Get a Little Nip and Tuck - US-Amerikaner sparen bei der Schönheitschirurgie. A BRAVE NEW WORLD -Big Brother/Pharma Hires data miners and PR firms to track individuals and blogs as part of their huge spin campaign - mit Einblick in eine Datenank von AstraZeneca mit Blogposts und Bewertung zu Seroquel. Jay Byrne - V-Fluence and the AstraZeneca Seroquel connection. For $520 Million, AstraZeneca Settles Case Over Marketing of a Drug. [Links]
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