Merck & Co: Rückschlag im Rennen um die Wunderpille

Bei der Suche nach den Blockbustern, neue Medikamente mit Potential für Milliardenumsätze, steht das Thema Übergewicht ganz oben auf der Wunschliste. Eine Pille gegen Adipositas würde dem Hersteller auf Jahre Gewinne versprechen. Oder viel Ärger, wie es Sanofi-Aventis mit Acomplia® erlebt. In den USA ist die Zulassung wegen Nebenwirkungen in weite Ferne gerückt und in Europa musste Sanofi-Aventis Warnhinweise und Indikationseinschränkungen hinnehmen. Seit Mitte letzten Jahres darf Patienten mit Major-Depression das Abmagerungsmittel (Wirkstoff: Rimonabant) nicht mehr verschrieben werden. Diese Kontraindikation gilt generell auch für Patienten, die mit Antidepressiva behandelt werden. Bei der Entwicklung einer Depression muss das Medikament sofort abgesetzt werden. In den USA hatten vor allem die erhöhte Gefahr von Suizidgedanken die Zulassung verhindert. In Europa kein Thema.

Diese Erfahrungen halten andere Pharmakonzerne nicht davon ab, ähnliche Präparate zu entwickeln. Zu verlockend ist die Aussicht auf einen Milliardenmarkt. Merck & Co. testet zur Zeit den Wirkstoff Taranabant in klinischen Studien, der ähnlich wie Rimonabant von Sanofi-Aventis Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn blockiert. Nicht überraschend, dass Taranabant nun in einer frühen Studie vergleichbare Nebenwirkungen wie Acomplia® zeigte.

Das Rennen um die Abnehm-Wunderpille geht weiter. Mindestens 30 Unternehmen haben den Markt im Visier.
 
[Arzneimittel]
Autor: strappato   2008-01-09   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  








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