Lauterbach beklagt Ungerechtigkeit bei Organvergabe

Die Statisiken der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), die Transplantationen in Deutschland organisiert, haben mit Verspätung auch Karl Lauterbach auf die Idee gebracht, dass Privatpatienten bevorzugt werden.

Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg hatte vor zwei Wochen auf die vermeintliche Bevorzung von Privatversicherten bei der Vergabe von Spenderorganen hingwiesen. Das gipfelte in der Forderung, Kassenpatienten die Möglichkeit zu geben, zu verfügen, dass im Falle einer Transplantation von ihren Organen keine privatversicherten Patienten profitieren.

Soweit geht Lauterbach nicht. Denn der SPD-Gesundheitsexperte ist nicht als Politiker unterwegs. Er hat sich dafür den Talar des Leiters des Institut für Gesundheitsökonomie der Universität Köln angezogen - pdf-DateiStruktur der Transplantationen in Deutschland in den Jahren 2004 und 2005. Wo der umtriebige Bundestagsabgeordnete Lauterbach übrigens zum Bedauern seiner Mitarbeiter und der Universitätsleitung sonst zu selten gesehen wird.

Selbst akademische Weihen machen die Zahlen, die ohne Prüfung von den Kliniken übernommen werden, qualitativ nicht besser. Zwar ist die Organisation der Transplantationen in Deutschland ein typisches Beispiel für Intransparenz und mangelnde Verantwortung. Doch muss sich Lauterbach angesichts der dürftigen Datenlage fragen lassen, ob er das Institut, dessen Renommee gerne betont wird, nicht vor seinen politischen Karren spannt.
 
[Politik]
Autor: strappato   2007-12-15   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  


mager   2007-12-17  
Na, selbst unter Beachtung der schlechten Datenqualität ist eine auffällige Verzerrung vorhanden - das darf nicht sein - ebenso wie es keine Organe für Nicht-Eurotransplant-Teilnehmer geben darf (reiche Ölscheichs...)








Stationäre Aufnahme












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