Hype und Hoffnung

In der blogbar wird über die Relevanz von social media, web2.0 und das Glaubensbekenntnis der Gemeinde, das Cluetrain Manifest diskutiert.

Der ganze social media hype hat Charme. Man darf aber die Realität nicht vergessen. Wenn ich bei Kollegen das Wort "blog" erwähne, dann ernte ich nur fragende Blicke. Flickr, youtube, communities oder del.icio.us sind 95% der Internernutzer unbekannt - man kommt auch ohne diese Dienste ganz gut durchs Leben.

Ich habe mich schon lange mit den Chancen der web2.0 in meinem Berufsumfeld und in der Pharmabranche beschäftigt. Ich sehe aber keinen Erfolg versprechenden Ansatz - sonst wäre ich schon längst blog-Berater oder hätte eine web2.0-Klitsche aufgemacht. Daher teile ich die grundsätzliche Einschätzung von Don in dem Artikel in der blogbar.

Die Einschränkungen des Heilmittelwerbegesetz und der selbstauferlegten Verhaltenskodizes mal ausser Acht gelassen: Angenommen ein Pharma-Konzern kommuniziert offen im Internet per blog mit den "Usern". Jeder einzelne Kommentar in der Art: Meine Mutter hat das Medikament x genommen und ist tot umgefallen, wäre der Kommunikations-GAU. Und die Ärzte sind mit "Kommunikation" bis oben abgefüllt. Nur der Pharmaaussendienst schafft es hier und da noch was reinzustopfen.
 
[Internet]
Autor: strappato   2006-09-30   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  


hockeystick   2006-10-02  
Ich beobachte interessiert solche Seiten. Offenbar unabhängig vom Hersteller, aber auch nicht unbedingt durchgehend kritisch, kann man hier in einer blogartigen Aufbereitung auch unangenehme Wahrheiten über ein Medikament lesen. Neuerdings sogar mit Forum. Acomplia ist insofern lustig, als hier eine von Sanofi-Aventis finanzierte und von langer Hand geplante Marketingkampagne mit Lipid-Liga und Co. (im Sommer 2005 wurde von Publicis Vital PR im Auftrag von Sanofi-Aventis eigens die Aktion "Bauchfett ist Herzenssache" ins Leben gerufen) kurz vor dem Höhepunkt, der Markteinführung der "Wunderpille", beendet wurde. Offenbar geht es darum, der FDA nicht noch mehr Munition zu liefern, die sich bislang beharrlich weigert, das Zeug zuzulassen.

Im Forum wird natürlich auch besprochen, wie sich Acomplia mit Prozac verträgt. Schließlich soll ersteres ein wenig depressiv machen, da kann eine Pille mit einem Schuss Lebensfreude nicht schaden. Hübsch auch Statements wie "I am on a phase 3 trial for Merck for a similar endo-cannabinoid. I found that I needed a sleep aid." Ob die Hersteller soviel Transparenz wollen?


strappato   2006-10-02  
Da wären wir ja zufällig bei dem Thema. Acomplia war ja als Anti-Raucher-Pille geplant.








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