Pharmalobbying in der Schweiz

In der Schweiz spielt die Pharmaindustrie eine überragende Rolle. Wenn man an die schweizer Wirtschaft mit internationaler Bedeutung denkt, dann fallen einem sofort Banken und Pharma ein.

Der Züricher Tagesanzeiger beschreibt, wie Pharmalobby Politik umgarnt.
Das Lobbying der Pharmaindustrie sei sehr aggressiv, monieren selbst Vertreter der bürgerlichen Parteien. Sie wollen ihren Namen aus Angst vor Rügen nicht in der Zeitung lesen. Wer eine national bekannte Figur sei oder in einer Kommission eine wichtige Funktion innehabe und nicht spure, werde gezielt in die Mangel genommen.

 
[Schweiz]
Autor: strappato   2007-07-22   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Beamtenforschung

Der Fall des Franzosen, der ein normales Leben führt, obwohl sein Schädel statt mit Hirnmasse größtenteils mit Flüssigkeit gefüllt ist, ging durch alle Medien. Statt dies mit Erstaunen zur Kenntnis zu nehmen, zieht das Ärzteblatt den einzigen wissenschaftlich richtigen Schluss daraus: Beamter mit Minihirn funktionstüchtig.

Und bestätigt eine weit verbreitete Hypothese,
 
[Journalismus]
Autor: strappato   2007-07-22   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Pfizers schrankenloses Marketing

In den Kommentaren zu der Ständer-Werbung von Pfizer in Österreich ist eine Parkhaus-Kampagne erwähnt worden. Heute habe ich dazu ein paar Fotos bekommen. Im Büroturm (Floridotower), in dem Pfizer Österreich auf mehreren Etagen residiert, wird der Autofahrer so empfangen:


Auf dem Ticket steht: Wollen Sie wissen, was Pfizer für Ihr Liebesleben tun kann? Bitte Ticket einschieben.

Und dann geht es aufwärts...


Fast so penetrant wie Viagra Spam-E-Mails
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2007-07-21   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Doping und die Pharmaindustrie (Update)

Die Doping-Diskussion droht immer wieder in den Medien in Relativierungen abzudriften. Wie etwa: morgens der Kaffee zum Wachmachen sei doch auch Doping, erlaubtes Doping erhöhe die Chancengleichheit oder Doping sei eh ein Gesellschaftsproblem. Das Fehlen einer einfachen Definition und die für Aussenstehende willkürlich anmutende pdf-DateiWADA Liste der verbotenen Substanzen sind für das Finden des eigenen Standpunkts nicht gerade hilfreich.

Ich meine statt "Doping" sollte man es als das benennen, was es ist: Arzneimittelmissbrauch. Nämlich der

zweckentfremdete Gebrauch von Arzneimitteln in überhöhten Dosen ohne medizinische Notwendigkeit,
Kovar KA. Medikamente mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotential: Einteilungen und Wirkungen. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren (Hrsg.) Medikamentenabhängigkeit, Hamm 1992.

die übermäßige regelmäßige oder sporadische Verwendung eines Arzneimittels, das vom medizinischen Standpunkt nicht erforderlich ist,
Sellerberg U. Stoff aus der Apotheke – Arzneimittelmissbrauch, Arzneimittelsucht. Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.), ABDA, Eschborn 2001.

die beabsichtigte, ständige oder sporadische übermäßige Verwendung von Arzneimitteln mit körperlichen oder psychologischen Schäden als Folge
Europäischen Union Richtlinie 2001/83/EG

durch Athleten.

Dann würde die Öffentlichkeit nämlich auch die Pharmaindustrie als Hersteller und Vertreiber dieser Arzneimittel zur Verantwortung ziehen. Beispielsweise das Unternehmen Amgen, Erfinder des Epo, das alleine $ 6,6 Milliarden Umsatz mit den beiden Epo-Produkten Epogen® und Aranesp® macht. Insgesamt ein Markt mit einem Volumen von weltweit $ 11,8 Millarden, jedoch wird nur ein kleiner Teil des Epo-Umsatzes auch von den Ärzten indikationsgerecht verordnet. Und selbst diese Menge entspricht nicht dem eigentlichen Bedarf, sondern wird unethisch vermarktet - zum Schaden von Patienten.

Welches Image hätte ein Automobilhersteller, dessen Produkte zum Grossteil oder bevorzugt als Autobomben enden? Selbst wenn man den Vergleich unangebracht findet - der Aufwand den systematischen Arzneimittelmissbrauch durch Sportler zu verhindern und die mediale Anteilnahme daran sind vergleichbar.

Es mutet schizophren an, wenn durch Doping das Ende des populären Radsports droht, aber Amgen das Radrennen
Tour of California als Hauptsponsor ohne negative Folgen für das Unternehmen in der Öffentlichkeit unterstützen kann.

Solange der Druck auf die Pharmakonzerne nicht erhöht wird, ist der Kampf gegen Doping nicht zu gewinnen.

--
Update:
Rainer Hank setzt in der FAZ das Doping im Sport in den gesellschaftlichen Kontext und scheitert dadurch wie so viele Kommentatoren an einer nachvollziehbaren Problembeschreibung. Doping scheint zur gesellschaftlichen Reflektion einzuladen, was jedoch die Relevanz des Profisports im Leben masslos überzeichnet.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2007-07-20   Link   (7 KommentareIhr Kommentar  



 



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