Garota de Ipanema

Weil das Wetter hier immer noch nicht sommerlich ist:


João Gilberto & Tom Jobim.
 
[heile Welt]
Autor: strappato   2007-07-27   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Zulassungsrekordjagden

Alle Jahre wieder: Deutschland soll zur "Apotheke der Welt" werden - was es schon einmal war. Das bedeutet auch, dass Deutschland zum Dopingschrank der Sportwelt werden würde - nur so am Rande.

Nach der Exzellenz-Initiative der Gesundheitsregionen will Forschungsministerin Schavan die Pharmaforschung und -zulassung mit 800 Millionen Euro auf Trab bringen.

Beliebtes Argument: Die Zulassung dauert zu lange. Das wollte schon die rot-grüne Bundesregierung durch die Umwandlung des BfArM in die "Deutschen Arzneimittel- und Medizinprodukteagentur" ändern.

So schnell reagiert die Politik: War vor einigen Jahren im Vergleich zur amerikanischen Zulassungsbehörde FDA in Europa die Zulassung noch langsam, ist nun Europa zum Zulassungsparadies geworden. Nach den Medikamentenskandalen wie Lipobay oder Vioxx geht es heute nicht mehr um die Geschwindigkeit der Zulassung, sondern um die Sicherheit für die Patienten. Hier ist Forschungsbedarf.

Mittlerweile bedeutet in Deutschland und Europa die Zulassung auch nicht mehr automatisch den Markteintritt, da sich die Erstattungsbedingungen und die Preisverhandlungen verschärft haben. Und was die FDA zur Zeit von der schnellen Zulassung in Europa hält, hat sie erst kürzlich mit der Weigerung für die - in Europa entwickelte - Diätpille Acomplia gezeigt.
 
[Arzneimittel]
Autor: strappato   2007-07-27   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Auftrags-Lobbyisten

Dass "Leiharbeiter" aus Verbänden und der Industrie in Bundesministerien tätig sind, ist schon länger bekannt. Nun hat Lobby Control eine neue Liste veröffentlicht. Ergebnis: Nichts Neues im Gesundheitsminsiterium (BMG). Die Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK), die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK), die Techniker Krankenkasse (TKK), die Werbe- und Vertriebsgesellschaft Deutsche Apotheker, alles bekannt. Für Irritationen sorgte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), aus dem mehrere Mitarbeiter mindestens bis Mai 2007 abgeordnet waren. Aus der Beschreibung bei Lobby Control wird der Leser auch nicht schlau. Will Bundesministerin Schmidt die Pharmaindustrie auf den Mond schiessen?

Wollen wir mal ein wenig helfen: Das DLR ist Projekträger für die Forschungsförderung des Bundesministerium für Gesundheit. Das heisst, diese DLR-Mitarbeiter sind im Auftrag des Ministeriums tätig. Warum sollen dann nicht ein paar davon ihren Schreibtisch nicht im Ministerium haben? Das erleichtert die Zusammenarbeit mit den zuständigen Abteilungen ungemein. Jeder, der schon einmal ein Projekt für das BMG mit der DLR als Projektträger durchgeführt hat, weiss, wie schnell man zwischen die bürokratischen Mühlsteine von Ministerium und Projektträger geraten kann. Würde mich wundern, wenn im Bundesforschungsministerium keine DLR-Mitarbeiter zu finden wären.

Das BMG beschäftigt also selbst beauftragte Lobbyisten in seinen Räumen. Hoffentlich ist der Rest der Lobby Control-Liste besser recherchiert.
 
[Politik]
Autor: strappato   2007-07-27   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

Aguas de Março


Ich finde mit Gewalt keinen Anknüpfungspunkt zum Thema Pharma. Mir war einfach so. Vielleicht entspricht es meiner Stimmung. Wenn die Projekte nicht so laufen wie geplant, hilft Elis Regina sehr.

Update:
Auch schön:

 
[heile Welt]
Autor: strappato   2007-07-26   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

Mittel zur Selbstoptimierung

Schön, schlank, potent. Die Berliner Zeitung über Lifestyle-Medikamente.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2007-07-25   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Potenzpillen retten die Liebe

Während Pfizer männliche Fahrradfahrer und alternde Musiker anspricht, setzt Bayer bei der Vermarktung von Levitra® auf das weibliche Geschlecht. Frauen kaufen für ihre Männer Oberhemden, Socken, Unterwäsche, Krawatten, warum nicht Potenzpillen.

Mit Sprüchen wie: "Diesen Ständer schenkt Ihnen..." oder "Viva Viagra" kommt man bei Frauen nicht weiter - das weiss jeder Mann. Eher mit Gefühl und was hat wohl mehr Feeling als eine Novela? Bayers Online-Novela Rettet die Liebe ist nicht neu, die Geschichten aus dem Leben der Kummerkastentante Diane und ihres potenzschwachen Schwagers begannen im Oktober 2005. Die FAZ, Ärzte Zeitung und andere Medien haben damals berichtet.

Der Erfolg überrascht. Nutzerzahlen ist zwar nie zu trauen - doch immerhin wurden weitere Staffeln produziert. Dafür gab es die Branchenpreise Comprix in der Kategorie "Online Medien B2C" und den PR Report Award in der Kategorie "Business Wire Award - Innovative PR-Strategie".

Seit Juni ist eine Fortsetzung online, jedoch wird es Neueinsteigerinnen schwer gemacht. Der link "Was bisher geschah" führt ins Leere. Es ist anzunehmen, dass hier bald ein Buch stehen wird, denn die Stories sind im Juli bei Rowohlt erschienen. Überhaupt ist die Internetseite nicht nur Bayer-Werbung sondern auch Vermarktungsplattform und Community für andere frauen-affine Produkte. Diverse links weisen zu Anbietern wie amazon.de oder mydays.de.

Ehrlich gesagt, ich weiss nicht was ich davon halten soll. Mich schreckt der Gedanke, dass dies die Zukunft der Internet-Pharmawerbung ist. Aber im Grunde ist dies wegweisend. Fehlt nur noch die Nennung des Produktes, was das Heilmittelwerbegesetz zur Zeit verbietet.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2007-07-25   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Viva Viagra

Noch mehr Viagra®-Werbung. Mit diesem TV-Spot bringt Pfizer in den USA zur Zeit die AIDS-Aktivisten gegen sich auf.

Viagra® als Partydroge. Könnte auch ein Spot für eine Biermarke sein.

Passt zu einer Viagra Spam-E-Mail, die ich heute bekommen habe: Sie leben nur einmal - warum dann nicht was neues ausprobieren?

Dabei hatte sich Pfizer vor 2 Jahren verpflichtet, bei der Werbung zukünftig Gesundheitsaufklärung, Risiken und Patientenunterstützung stärker zu berücksichtigen.
Our advertising is meant to do two things. We want people to be aware of serious medical conditions and our medicines that treat those conditions, and we want to motivate them to talk to their doctors.
Pfizer U.S. Pharmaceuticals President Pat Kelly in der damaligen Pressemitteilung.

Wenn der Laden nicht mehr rund läuft, werden auch gute Vorsätze über Bord geworfen. - genau wie überflüssige Mitarbeiter.

--
Könnte natürlich auch sein, dass dies die Kapelle einer Impotenz-Selbsthilfegruppe ist.

Noch ein Nachtrag: Zum Party-Marketing passt, dass Pfizer in den USA Rabattkarten anbietet. Get every 4th Viagra prescription free.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2007-07-25   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Apothekenschaufenster (I)


Die Wiener haben einen sehr eigenen Humor. Schmäh erscheint da noch ein harmloser Ausdruck. Für mich als Norddeutscher ist diese Wiener Apothekenauslage ein treffliches Bild des Gemütszustandes.

Der "Claim" dazu, oberhalb der Kloschüssel: Wenn es dein Magen nicht mehr schafft, hilft Dir Montana Pflanzenkraft

Das Zeug hat 48 Vol.% Alkohol. Jeder Kräuterbitter aus dem billa hat sicher eine vergleichbare Wirkung und wäre preiswerter. Na dann Prost.

Auf der Internetseite verkündet der Hersteller stolz:
Im Zuge einer Studie der Zeitschrift "Der Neue Apotheker" wurden unsere Montana Haustropfen schon zum zweiten Male zur Nr. 1 in der Gruppe „Verdauungshilfen“ erklärt und mit dem AESCULAP 2005 ausgezeichnet.

Der Neue Apotheker "ist das österreichische Fachmagazin für die Apothekerin und den Apotheker sowie deren Fachpersonal".
Die Puppe im Schaufenster in einer nicht sehr würdevollen Haltung wirbt für ein Produkt, bei dem mein Apothekerfreund auf meine Standardfrage "Wem hilfts?", antworten würde: "Dem Apotheker!" - und das sogar ausgezeichnet.
 
[Apothekenschaufenster]
Autor: strappato   2007-07-23   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Interessenskonflikte & Klinische Studien

Interessenskonflikte in der klinischen Forschung - ein Artikel in der pdf-DateiSchweizerischen Ärztezeitung von 2002, der mir jetzt erst in die Hände gefallen ist.
Einerseits kann die Industrieunterstützung die Glaubwürdigkeit der Forschung in Frage stellen, und andererseits schränkt das Sponsoring ihren
Themenkreis ein. Grundsätzliche Fragen der Medizin, wie ihre Ziele und ihre Aufgaben, aber auch ihr Verhältnis zum geglückten Leben und zur Sterblichkeit des Menschen, werden ausgeblendet, obwohl wir Ärzte im Umgang mit kranken und leidenden Patientinnen und Patienten oft gerade mit diesen Aspekten des Lebens am schmerzlichsten konfrontiert sind und für zusätzliches Wissen dankbar wären.

 
[Klinische Studien]
Autor: strappato   2007-07-23   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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