Gefährliche Künste

Bildende Künstler sind vergleichbaren Gesundheitsrisiken bei ihrer Tätigkeit ausgesetzt wie Industriearbeiter, das zeigt Eugenija Žuskin von der School of Public Health der Universität Zagreb in einem Artikel in der Zeitschrift Acta dermatovenerologica Croatica. Die Autoren geben einen umfassenden Überblick über mögliche Gefährdungen.

Die Liste der Expositionen liest sich wie das Lehrbuch der Arbeitsmedizin: Angefangen von Farben, die Blei, Cadmium, Quecksilber, Kobalt, Lösungsmittel (Benzol, Xylol, Azeton, Methanol, Trichlorethylen), Formaldehyde, Chromate enthalten können, über Stäube, Polyester, Lärm, Silikate, Kleber, Ethylalkehol, Toluol bei Bildhauern, bis zu Metalldämpfen, Kohlenmonoxyd und Ozon bei der Glasherstellung. Neue Materialien und Techniken haben auch das Gesundheitsrisiko der Kunstschaffenden erhöht.

In der Industrie wird auf den Arbeitsschutz ein besonderes Augenmerk gerichtet. In den Kunsthochschulen kommen die Gefahren beim Umgang mit Werkstoffen zu kurz. Ich denke nur wenigen Künstlern ist bewusst, dass sie bei den privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen in der höchsten Risikogruppe eingeordnet werden, zusammen mit Maurern, Gastwirten, Altenpflegern, Schornsteinfegern oder Betonbauern.

pdf-DateiŽuskin E, Schachter EN, Mustajbegović J, Pucarin- Cvetković J, Lipozenčić J. Occupational Health Hazards of Artists. Acta Dermatovenerol Croat 2007;15:167-177.
 
[Public Health]
Autor: strappato   2007-09-23   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Letzte Vorlesung - Update



In den USA gibt es die "Last Lecture". Professoren sollen in einer hypothetischen letzten Vorlesung über die ihnen wichtigen Fragen die sie bewegen sprechen. Sozusagen als eine Art Vermächtnis an die Studenten. Dienstag gab Randy Pausch, ein Pofessor für Informatik an der Carnegie Mellon University seine last lecture. Im Gegensatz zu seinen Kollegen war es keine hypothetische. Der 46-jährige Vater von drei Kindern leidet an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Seine Überlebenszeit wird von den Ärzten auf wenige Monate geschätzt.

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Update: Hier die ganze Vorlesung für den Windows Mediaplayer. Danke hockeystick.

Auch bei google video zu sehen.
 
[heile Welt]
Autor: strappato   2007-09-21   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

Killer Drug


Pharmaunternehmen haben gemeinsam mit dem CIA an Medikamenten gearbeitet, die gegnerische Kräfte ausschalten sollten - das würde man als Forschung an biologischen Waffen bezeichnen. Ein entsprechendes Dokument ist Teil eines Reports ("CIA's Family Jewels"), der am 26. Juni 2007 veröffentlicht worden ist. Darin werden auch Tests mit "freiwilligen" Armeeangehörigen eingeräumt. Dieses Dokument ist der Einstieg in den Thriller "Killer Drug", der Debütroman von Peter Rost, einem ehemaligen Pfizer-Vizepräsident und Whistleblower.

Held der Story ist der junge Pharmanager Alex McGraw, der trotz - oder wegen - seiner Whistleblower-Vergangenheit einen Job als Vize-Präsident beim Pharmakonzern Xenal bekommt. Dort ist er sofort mit den Interessen um Macht und Einfluss konfrontriert und erkennt schnell, dass Xenal nicht nur an Waffen für die CIA forscht, sondern das Unternehmen auch sonst mafiöse Züge hat. Vor Mord wird nicht zurück geschreckt. Sechs Tote und die Auslöschung eines halben mexikanisches Dorfes pflastern die Seiten. Das Buch beginnt mit einem herbeigeführten tödlichen Autounfall und endet mit "closed her eyes".

Mit den gesetzwidrigen Geheimaktionen aus den Family Jewels, Peter Rosts Vita und seiner Dokumentation The Whistleblower im Kopf, wird aus dem fiktionalen Thriller sofort eine sehr verstörende Mischung, in der nie ganz klar wird, wo die Fiktion ins Abenteuerliche abgleitet. Pharmakonzerne entwickeln biologische Waffen aus Medikamenten, die wegen zu grossen Nebenwirkungen aufgefallen sind? Hätte selbst ich bis vor ein paar Monaten nicht geglaubt. Der Sicherheitsdienst eines Pharmakonzerns kann sich in Sachen Technik und Methoden mit Geheimdiensten messen? Peter Rost hat es im "Whistleblower" und im blog gezeigt. Pharmamanager, die wissentlich die Öffentlichkeit und Behörden betrügen? Gibt es genug Fälle, die Ermittlungen und Verurteilungen sind nicht mehr zu zählen.

Ein sehr spannendes Buch in der Tradition der Insider im Medizinwesen, die ihre Erlebnisse zu Thrillern verarbeitet haben, wie Samuel Shem in "House of God" oder in den Kriminalromanen von Peter Clement. Statt jedoch den Klinikalltag zum Schauplatz der dunklen Geschäfte zu machen, entführt Peter Rost die Leser hinter die Hochglanzfassade der Pharmaindustrie. In eine Welt, in der Ethik und Patientennutzen nur hohle Phrasen bleiben, wenn Gewinne winken. Die Frage, die im Raum steht: Wie weit würden Pharmamanager für den Geschäftserfolg gehen? Das Buch des Ex-Pfizer, Ex-Pharmacia, Ex-Wyeth Managers Peter Rost gibt eine beklemmende Antwort darauf.

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Das blog zum Buch und die ersten 5 Kapitel als pdf-DateiLeseprobe.
 
[Buch]
Autor: strappato   2007-09-20   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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