Reminder ad

Zu hohe Geschwindigkeit ist die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle auf Österreichs Strassen. Darauf weist der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in einer aktuellen Aussendung hin.
netdoktor.at. Sehr guter Zeitpunkt für sowas wie ein "reminder ad".

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Interessant ist, dass in unserem Nachbarland das Delikt "überhöhte Geschwindigkeit" keine Auswirkungen im "Vormerksystem", vergleichbar mit unserem Flensburg-Punkten, hat.
 
[Public Health]
Autor: strappato   2008-10-15   Link   (4 KommentareIhr Kommentar  



 

EU-Kommissar stärkt Vertrauen in chinesische Milchprodukte

Auf einer Pressekonferenz in China hat EU-Handelskommissar Peter Mandelson demonstrativ ein Glas Milch getrunken, um sein ungebrochenes Vertrauen in die Qualität chinesischer Milchprodukte zu beweisen (Video).

The Europeans will continue to expect the highest standards, just as Chinese consumers are demanding the same…. But in the meantime I shall continue drinking my own favorite, er, milk, er, product, er, er, which I enjoy and which does not make me nervous.
In China waren zuvor rund 50.000 Kinder nach dem Konsum von mit der Chemikalie Melamin verseuchten Milchprodukten erkrankt. Melamin verursacht Nierenschädigungen und Nierenstein-Bildung. Vier Kinder sind bislang in Folge der Vergiftung an Nierensteinen gestorben.

Neun Tage nach seinem Auftritt wurde bei Peter Mandelson ein Nierenstein diagnostiziert:
"Over the past few days, Peter Mandelson has been experiencing some kidney pain," a spokesman said.

"Hospital tests yesterday confirmed that there is a small stone. This will be dealt with by the normal procedures later today."

(via)
 
[Politik]
Autor: hockeystick   2008-10-14   Link   (8 KommentareIhr Kommentar  



 

Österreichs Medien bemerken Pharmawerbung

Österreich ist ein Eldorado für "Disease-Awareness-Kampagnen", mit denen das Werbeverbot für Medikamente trickreich umgangen wird. Den Pharmaunternehmen stehen für diese Aktionen Patientenverbände, Fachgesellschaften, professorale Mietmäuler, Sozialversicherung, Lokalprominenz und sogar das Gesundheitsministerium zur Seite. Einen gehörigen Anteil an dem Boom haben PR-Agenturen im Hintergrund. Wenn ich aus einem Blogeintrag vom Februar 2007 zitieren darf:
Unseren Nachbarn in Österreich ist gelungen, diese industrienähe durch die enge Verbindung mit der grössten medizinischen Kommunikations-Agentur auf ein neues Niveau zu heben. Win-Win. Die Agentur wird damit zum echten "Full-Service"-Anbieter, die von PR über wissenschaftliche Studien bis zur Publikation alles liefern kann und die beteiligten Wissenschaftler bekommen nicht nur Drittmittelaufträge, sondern können sich auch als Experten in Medienkampagnen präsentieren.

Besonders das Wirken von Robert Riedl, dem Inhaber der auf Gesundheitsthemen spezialisierten PR-Agentur Welldone und des Lobbyingbüros Peri Consulting, ist durch einen Artikel im Wirtschaftsmagazin "Trend" aufgefallen.

Der Standard beschäftigt sich aktuell mit einer Kampagne für rheumatoide Arthritis und stösst dabei auf das Pharmaunternehmen Wyeth und Riedls Netzwerk.
Wyeths PR-Partner Riedl hat indes die Flucht nach vorn angetreten: Am 21. Oktober lädt er zur Podiumsdiskussion ins Museumsquartier: "Awarenesskampagnen - Fluch oder Segen". Vier, die seiner Kampagne nahestehen, hat Riedl schon. Ein Kritiker wird noch gesucht.
Hätte grosse Lust am 21. einen Trip nach Wien zu machen und mir das Schauspiel anzusehen.

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Nachtrag:
"Disease-Awareness" gibt es natürlich auch in Deutschland. So hat die Kampagne tell someone den Deutschen PR-Preis 2008 in der Kategorie "Gesundheit" gewonnen. Bei der "Informationsseite über Gebährmutterhalskrebs und das humane Papillomvirus" geht es um die HPV-Impfung. Kunde ist der HPV-Impfstoffhersteller Sanofi-Aventis MSD. Der Auftraggeber taucht lediglich im Impressum und im Fusstext der Internetseite auf und kurz mit Logo in den Videos.



 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2008-10-13   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Champix® als Zwangsbehandlung?

Pfizers Anstrengungen, die Nikotinentwöhnpille Champix® (in den USA Chantix®) an den Raucher zu bringen, haben eine neue Qualität erreicht. Unter dem Title "Kicking the Habit: How Pharmacists Can Contribute to Successful Smoking Cessation" findet am 24.-26. Oktober ein von Pfizer gesponserter Workshop am Rahmen der Fortbildungstagung "44th Annual Pharmacy Refresher" der Dalhousie University in Kanada
pdf-Dateistatt.
Der Referent, Gerry Brosky, hat ein eigenes Verständnis von Verhaltensänderung:
The people I’m looking for very specifically don’t want to quit," he said. "So I have to turn away a lot of people who tell me they are ready to quit right now."
So beschreibt in einer kanadischen Zeitung die Teilnehmer einer Studie, die er gerade durchführt. Champix® für Raucher, die gar nicht aufhören wollen. Zwangsbeglückung mit einem Medikament, das wegen seiner schweren Nebenwirkungen bei gleichzeitig bescheidener Wirkung öffentlich in die Kritik geraten ist.

Das geht in die gleiche Richtung, wie die Bemühungen, Raucher mit chronisch Erkrankten gleichzusetzen. Nicht nur, dass dann die Krankenkasse für die Therapie mit Champix® zahlen müsste, auch wäre der Druck, trotz mangelnder Einsicht eine Entwöhnungstherapie zu beginnen ungleich grösser. Und da gibt es nur Champix®, denn ein Suchttherapeut würde keine Raucher beraten, bei denen der Wille zum Aufhören fehlt.
 
[Champix]
Autor: strappato   2008-10-11   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Links am Samstag

Geadeltes Medikament - Der Nobelpreis an einen deutschen Krebsforscher ist eine gute Nachricht für die Pharmaindustrie. Eine bessere PR für die umsatzstärkste Arznei gibt es kaum.

Betriebsrat in Sorge um Jobs bei AstraZeneca.

Gute Gene – schlechte Gene. Wer will sein Schicksal kennen? - Reportage vom 8.10.2008 im Ersten.

Experts Conclude Pfizer Manipulated Studies.

Ärzte können nicht messen, was ein Leben wert ist - Streitgespräch zwischen dem Ökonomen Wolfgang Greiner und dem IQWiG-Leiter Peter Sawicki.

Medizinforschung: Vom Teufel bezahlt? - Geld von der Tabakindustrie: Streit um ein von der Morris-Stiftung gefördertes Projekt des Deutschen Herzzentrums Berlin.

Haut statt Brust - Mediziner haben mehr als 30 Jahre lang an vermeintlichen Brustkrebszellen geforscht. Viele wichtige Ergebnisse sind nun vermutlich wertlos.

Schmerz, lass nach - In einem Vergleich zahlt Merck & Co. Vioxx-Patienten in den USA fast 5 Mrd. $. Hierzulande Betroffene sind bislang leer ausgegangen - schuld ist das deutsche Arzneimittelgesetz.

Das Risiko trägt der Steuerzahler - Professor Jürgen Wasem über Gefahren, die dem Gesundheitsfonds aus der Finanzkrise erwachsen.

The future of pharma - GSK's research leaders answer Nature's questions about where their company — and their industry — is headed.

Modern Health Care for All Americans by Barack Obama.

‘Thanks, But No Thanks’; Pfizer Sues over Free Viagra Advertising - Das geht raketenmässig ab.

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Nachtrag:
Medica 2008: Medizin im Zeichen des Mitmach-Webs - Für ihn ist es ein gewaltiger Fortschritt, wenn sich etwa das US-amerikanische Center for Disease Control auf der Internetplattform Second Life engagiert und dort Fragen zur Übertragung von Sexualkrankheiten beantwortet.
 
[Links]
Autor: strappato   2008-10-11   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



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