Gesundheits-Know-How für Aschebersch

Zur Abwechslung mal ein Beitrag über die "Ärzte Zeitung". Deren bekannt hochwertige Inhalte erfreuen nun auch ein medizinisches Laienpublikum in gedruckter Form. Jedenfalls dann, wenn diese das zweifelhafte Glück haben, am Bayerischen Untermain zu leben und zu den rund 77.000 Abonnenten der Tageszeitung "Main Echo" zu gehören:
Die “Ärzte Zeitung” aus der Fachverlagsgruppe Springer science+business media kooperiert mit dem Main-Echo Verlag und produziert gemeinsam mit diesem das Gesundheitsmagazin “Gesundheit!”, das die zirka 77.000 Abonnenten der Tageszeitung viermal im Jahr als kostenlose Beilage erhalten sollen.

Chefredakteur Wolfgang van den Bergh, Nachfolger von Thomas Kron, beweist Humor:
Für uns bietet das neue Magazin die Möglichkeit zu einer echten Zweitverwertung unserer Recherchearbeit.

 
[Aerzte Zeitung]
Autor: hockeystick   2009-08-04   Link   (5 KommentareIhr Kommentar  



 

Entwarnung: Ärzte Zeitung doch kein Homöopathenblatt

Die Scienceblogs nehmen die jüngste Bemerkung des Ex-Chefredakteurs der Ärzte Zeitung zum Anlass, sich Verbindungen zwischen dem Homöopathika-Hersteller DHU (Deutsche Homöopathie Union) und der Ärzte Zeitung anzusehen.

Trotz der gerne unterschätzten Finanzkraft des Unternehmens kann man vermuten, dass die DHU nicht die zentrale Finanzierungsquelle der "Ärzte Zeitung" darstellt. Tatsächlich darf man hier sogar vergleichsweise homöopathische Effekte vermuten.

Eine kleine Statistik mag die Kräfteverhältnisse verdeutlichen. Man suche mit Google auf den öffentlich zugänglichen Internetseiten der "Ärzte Zeitung" nach Berichten über Veranstaltungen, die von bestimmten Pharma-Unternehmen finanziert wurden. Das bedeutet in der Praxis, dass "Experten" dafür bezahlt wurden, wohlmeinende Statements zu bestimmten Präparaten des jeweiligen Unternehmens abzugeben und über ausgewählte positive Studienergebnisse zu referieren. Zur Steigerung der Breitenwirkung dürfen Fachjournalisten, i.d.R. auf Kosten des Veranstalters angereist, die Äußerungen des Experten einer breiteren Leserschaft zur Kenntnis bringen.

Die Tatsache, dass solche öffentlich zugänglichen Berichte gerade im Fall von verschreibungspflichtigen Medikamenten als Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz gewertet werden könnten, dürfen wir an dieser Stelle - im Vertrauen auf das in der Vergangenheit offenbar eher geringe Interesse der Ärzte-Zeitung-Redaktion an diesem Gesetz - getrost vernachlässigen.

Die Deutsche Homöopathie Union (DHU) bringt es (Stand heute mittag) auf 18 einschlägige Treffer.

Zum Vergleich:

MSD: 502
AstraZeneca: 470
Pfizer: 402
(Sanofi-)Aventis: 377
Roche: 357
GSK: 330
Novartis: 259
Lilly: 174

und, last but not least

Wyeth: 2470
 
[Aerzte Zeitung]
Autor: hockeystick   2009-08-04   Link   (7 KommentareIhr Kommentar  



 

Der Kronzeuge

Der Branchendienst "Meedia" greift die Geschichte rund um die aufschlussreiche Bemerkung des Ex-Chefredakteurs der "Ärzte Zeitung" auf.

Diskussion um die 'Ärzte Zeitung' - Ex-Chefredakteur wirft Schleichwerbung vor
 
[Aerzte Zeitung]
Autor: hockeystick   2009-08-03   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Pharmaindustrie gesponserte Fortbildung ist Marketing

"Companies readily pay hundreds of millions of dollars annually to support 'continuing medical education' for one very simple reason -- it sells their products. Industry funded CME is not philanthropy, it is marketing."

Dr. Steve Nissen bei einer Anhörung des US-Senats.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2009-08-01   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Links am Samstag

Stada baut – und spart - ab September soll eine externe Unternehmensberatung nach Möglichkeiten zur Kostenreduzierung suchen.

Gewerkschaft kündigt Vereinbarung mit Berliner Pharmafirma.

Health officials to spend £30 million on Twitter and Facebook marketing campaign.

Verblasstes Strahlen gegen Krebs:- Protonen galten als Wunderwaffe der Medizin. Politik, Industrie und Investoren stürzten sich in millionenschwere Projekte. Es gab straffe Businesspläne, Hochglanzbroschüren und aufwendige 3D-Simulationen. Jetzt folgt die Ernüchterung. - Warum erstaunt das nicht?

Steigende Ärzte-Honorare. Doktoren im Glücksrausch.

KBV kritisiert Anwendungsbeobachtungen.

Jackson Memorial patients' records were sold in scheme - Amerika wie im Film: FBI agents accuse two people of stealing private patient records from Hospital and selling them to a lawyer seeking personal-injury clients.

Spine Surgeon Didn't Disclose Medtronic Pay in Testimony - ein schönes Beispiel wie ein Arzt binnen 4 Jahren über 1 Million Dollar von einem Medizintechnik-Hersteller bekommt.

Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Hormontherapie bestätigt.

KV-TV geht in Rheinland-Pfalz an den Start - Kassenärztliche Vereinigung macht Internet-TV: Unser Gesundheitssystem hat also noch viel Geld.

Lilly Faculty Registry - Lilly veröffentlicht Zuwendungen an Ärzte und Einrichtungen, leider nur in den USA. In den ersten drei Monaten 2009 sind 22 Millionen Dollar geflossen.

McDonald's verdient an der Wirtschaftskrise - Ärzte Zeitung empfiehlt Aktien des Fast-Food-Giganten. Zukunftsträchtiges Investment für Diabetologen.
 
[Links]
Autor: strappato   2009-08-01   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



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