Pharmalobby Ahoi

Die Astroturfer von Weber Shandwick wollen die Berliner Gesundheitspolitik sich mal von der Spreeseite aus betrachten. Am 29. September geht es ab 18:30 Uhr auf die MS Berolina, wo "Experten aus Politik, Medien und Unternehmen" über "zeitgemässe Interessenvertretung, kommunikative Innovationen und erfolgversprechende Interaktionsformen für die Kommunikation in der Gesundheitspolitik" diskutieren.

Das Podium ist mit dem internationalen Chef von Weber Shandwick, Jack Leslie, Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Björn H.G. Moeller, "Director Health Care Relations" bei Johnson & Johnson und früherer Mitarbeiter des FDP-Gesundheitspolitikers Daniel Bahr, und der Kommunikationschefin von Sanofi Aventis Deutschland, Judith Kramer, auch stellvertretende Vorsitzende des Ausschuss Kommunikation beim vfa, hochkarätig besetzt.

Beim Pharmalobbying-Get Togehter kann die Branche auch schon ein wenig auf den Erfolg bei den Gesundheitreform anstossen. Wie heisst es so schön in der Einladung: "Für das leibliche Wohl während der Veranstaltung ist gesorgt." Na dann...
 
[Politik]
Autor: strappato   2010-09-21   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Links am Samstag

Goliath hat Muffensausen - wie Bertelsmann Werbetochter Nayoki ein unliebsames Blogposting loswerden will, in dem über die Schleichwerbungsofferte für Mang Medical One - Werbung getarnt als als "Gastartikel" im Blog - berichtet wird.

Operationen nur noch in Spezialkliniken - AOK will Selektivverträge im Krankenhaus.

USA: Spitzenverdiener verschwiegen Interessenkonflikte.

medpharmaconnect.com - to encourage "good relationship practice" between pharmaceutical and medical professionals oder auch Social Network für Mietmäuler.

Privatisiert und geschlossen - Beim Kauf vor vier Jahren erhielt Asklepios Steuergeld dazu – jetzt macht der private Klinik-Konzern das Homberger Krankenhaus dicht.

Zusatzbeiträge allein reichen nicht - 23 Krankenkassen sind finanziell gefährdet.

Adipositas kostet die USA Milliarden - 200 Milliarden Dollar jährlich.
Zu dicke Besucher - Harry-Potter-Park baut Achterbahn um.
Doctors’ Group Attacks McDonald’s in TV Ad.


Interview mit Dr. med. Philipp Rösler.

Study: Medical Residents’ Attitudes Towards Gifts Easily Swayed - "Because I’m worth it"!

Allergan Directors Are Sued Over Marketing of Botox.

Avandia: a PR mess for Glaxo, but not a financial one.

The Secret Lives of Big Pharma's 'Thought Leaders'.

The Deadly Corruption of Clinical Trials.

Should bloggers have control over ads that appear next to their content? - Bei Medizin/Gesundheits-Content, auf jeden Fall.
 
[Links]
Autor: strappato   2010-09-18   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Eine Zahl macht Karriere: 10%

10% - das soll der Anteil der Arzneimittelfälschungen sein. Ob vfa, ABDA, Spiegel, usw. Eine Zahl, die sich gut verkauft und für die Durchsetzung von eigenen Interessen benutzen lässt. Den Pharmakonzernen geht es darum, der Konkurrenz von Generika und Parallelhandel das Leben schwer zu machen, die die Preise drücken, die Apotheker wollen den Versandhandel diskreditieren, und Journalisten sind eh immer auf der Suche nach der Sensation.

Dabei kennt niemand den Anteil von gefälschten Medikamenten. Für die 10% wird gerne die WHO als Quelle genannt. Obwohl die FDA und die WHO schon seit langem zurückrudern. Beide Organisationen bestreiten mittelrweile diesen hohen Prozentsatz und schätzen, dass Fälschungen 1% oder weniger an den verkauften Medikamenten in den entwickelten Ländern ausmachen, in denen auch der weitaus grösste Anteil der Arzneimittel verkauft wird.

Der Journalist Carl Bialik ist im Wallstreet Journal der Zahl nachgegangen.

Die 10% tauchten zum ersten Mal 2002 in einem Editorial des BMJ auf. Sie beziehen sich auf eine auf eine Studie, die 1999 iun Vietnam und Myanmar durchgefüht worden war. Für die Untersuchung wurden von Wissenschaftlern der WHO 500 Stichproben von Medikamenten untersucht, die im Verdacht standen, ein besonderes Ziel von Medikamentenfälschern zu sein.

Obwohl die WHO diese Zahl als Schätzung für den weltweiten Anteil schon 2006 bezweifelte, hatte der runde schöne Prozentsatz schon Karriere in den Medien und bei den Interessensgruppen gemacht.

Arzneimittelfäschungen sind ein ernstes Thema. Zu wichtig, um mit fragwürdigen Statistiken PR zu machen.
 
[Counterfeit drugs]
Autor: strappato   2010-09-14   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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