MSD Austria: "Ja, ich bin Arzt"


In Österreich gelten wie in allen EU-Ländern Einschränkungen bei der Werbung für Arzneimittel. Werbung für rezeptpflichtige Medikamente darf nur Personen zugänglich gemacht werden, die zur Verschreibung oder zur Abgabe von Arzneimitteln befugt sind (Fachwerbung).

Bei Merck Sharp & Dohme (MSD) Austria ersetzt ein Mausklick ein langwieriges Medizinstudium. Auf den Internetseiten für das orale Antidiabetikum Januvia® (Wirkstoff Sitagliptin) sind Fachinformationen und Werbematerial für jeden erreichbar, der sich von der von dem Hinweis, dass die Seite nur für Ärzte in Österreich bestimmt, und diese nach geltendem Recht nicht für die Öffentlichkeit zugelassen sei, nicht beeindrucken lässt. Mal ehrlich, wer würde dies? Solange man keine Viren, raubkopierte Videos oder Darstellungen unzüchtiger Handlungen erwartet.


Stattdessen allerlei Marketingaussagen zum dem Präparat, die Fach- und Gebrauchsinformationen, Video, und eine Lerneinheit. In dem Arzt-Patient-Gespräch werden Diät und Bewegung praktisch nicht angesprochen, obwohl Januvia® nur in Fällen indiziert ist, wenn Diät und Bewegung, zusätzlich zur Therapie mit anderen Diabetes-Medikamenten, den Blutzucker nicht ausreichend senken. Zur Vollständigkeit noch die Einschätzung des arznei-telegramms (6/2007): "Ein therapeutischer Stellenwert des wirkschwachen Antidiabetikums ist nicht erkennbar".

Klarer Verstoss gegen das Arzneimittelgesetz. Jedoch in Österreich nicht neu.
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2008-06-23   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  








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