Jahresende - Top 10

Am Jahresende meine TOP 10, zur Frage, was unser Gesundheitswesen umtreibt: Lediglich Befindlichkeitsstörungen oder ernste und/oder chronischen Erkrankungen?

Krankheiten Top 10 - Oktober 2006 bei netdoktor.de:
  1. Blasenentzündung/Harnwegsinfektion
  2. Hoher Blutdruck
  3. Pfeiffersches Drüsenfieber
  4. Schilddrüsenunterfunktion
  5. Erektile Dysfunktion
  6. Schilddrüsenüberfunktion
  7. Morbus Crohn
  8. Depression
  9. Borreliose
  10. Geschlechtskrankheiten

 
[Patienten]
Autor: strappato   2006-12-20   Link   (8 KommentareIhr Kommentar  



 

No free lunch


Bestechung, Bestechlichkeit, Korruption. Davon ist auch das Gesundheitswesen immer wieder öffentlichkeitswirksam betroffen. Die Komplexität der Geldflüsse und Abrechnungsmodalitäten lädt geradezu ein, sich mit unlauteren und verbotenen Methoden Marktanteile zu sichern. Zur Zeit gibt es vier Fälle, in denen die Staatsanwaltschaften gegen Unternehmen im Gesundheitssektor ermitteln: Im letzten Fall gibt es Neuigkeiten: Nun ist auch der Pharmaaussendienst von Ratiopharm ins Visier der Ermittler geraten. Schlechte Presse, während Ratiopharm mit einer PR-Offensive versucht, sich als quasi-gemeinnütziges Unternehmen zu präsentieren. Wer was von Ratiopharm kauft, schmiert keine Ärzte, sondern rettet die Welt.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin, Prof. Michael Kochen, der seine eigenen Erfahrungen mit dem Einfluss der Pharmaindustrie gemacht hat, plädiert in einem Artikel in Süddeutschen Zeitung für ein grundsätzliches Umdenken:
Der Fehler liegt im System. Praxen, die keine Pharmareferenten empfangen, sollten belohnt werden.

Interessant ist der letzte Absatz in dem Artikel: Im Januar wird in Frankfurt die Initiative "No free lunch - mein Essen zahle ich selbst" gegründet. Ärzte wollen zeigen, dass sie sich dem Einfluss der Industrie entziehen und Tagungsreisen selbst bezahlen. Die deutsche Version einer amerikanischen Initiative.

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Update
Hier ist die deutsche Initiative zu finden: Mein Essen zahl' ich selbst.
 
[Ethik & Monetik]
Autor: strappato   2006-12-20   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Ethik des Organhandels

Ist es ethisch für Patienten mit Nierenerkrankung, Nieren von den Armen dieser Erde zu kaufen?

Eine interessante Debatte im Journal PLoS Medicine.
Bakdash T, Scheper-Hughes N. Is It Ethical for Patients with Renal Disease to Purchase Kidneys from the World's Poor? PLoS Medicine 2006;3:e349.

Dazu passend: Die Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen hat einen Band über "Anreize zur Organspende" vorgelegt(pdf). Darin wird besonders die Lebendspende ethisch, rechtlich und wirtschaftlich untersucht.
 
[Public Health]
Autor: strappato   2006-12-18   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Nutzen von Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen darf man natürlich nicht ausschliesslich als Aussenstelle für das Marketing der Pharmakonzerne sehen. Das Centre for Reviews and Dissemination (CRD) der Universität York hat systematisch Studien über den Nutzen von Selbsthilfegruppen untersucht und dies in einem Report(pdf) veröffentlicht. Achtung: 311 Seiten.

Die Studien zeigen ein unheitliches Ergebnis, oft ist die Qualität der Studien nicht überzeugend. Sicher ein Thema mit Forschungsbedarf. Denn auch in Deutschland sollen in Zukunft Selbsthilfeverbände und -gruppen stärker durch die Krankenkassen gefördert werden. Wenn sich Therapien Nutzenbewertungen stellen müssen, sollten auch ergänzende Angebote nicht aussen vor bleiben.
 
[Patienten]
Autor: strappato   2006-12-18   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Forschungsförderung

Eine umfassende Übersicht über Stipendien und Forschungsförderung in den Medizinwissenschaften: Directory of Grants and Fellowships in the Global Health Sciences.
 
[Links]
Autor: strappato   2006-12-18   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Patientenverbände und Pharmaindustrie

DIE ZEIT berichtet mal wieder über die Zusammenarbeit von Patientenverbänden und Pharmaindustrie.

Der Bericht zeigt nichts Neues und bleibt an der Oberfläche. Damit entspricht er dem Niveau auf dem auch die Beteiligten auf der Patientenseite diese Förderung durch die Pharmaindustrie bewerten:
Nicht immer, wenn Geld fliesst, ist eine Abhängigkeit gegeben.
Klaus Heß, Referent für Selbsthilfe beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Das hat das Zeug für einen Baron der Woche bei boocompany.com.

Hier die im Artikel angesprochene Internetseite, auf der Roche die Unternehmensleitlinien für die Kooperation mit Patientenorganisationen und die aktuelle Liste mit der jeweiligen finanziellen Unterstützung veröffentlicht.
 
[Ethik & Monetik]
Autor: strappato   2006-12-16   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 



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