Pharmamarketing: 1. vs. 3. Welt

Zum Thema "unethisches Marketing":

In England führen die Richtlinien der Association of the British Pharmaceutical Industry zu langen Gesichtern bei den Luxus-Herbergen.

In Bangladesh dagegen dürfen sich die Pharmakonzerne noch austoben.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2007-03-19   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Links (I)

Der Boston Globe thematisiert die Interessenskonflikte bei Patientengruppen, die in Beratungsgremien der Zulassungsbehörde FDA sitzen.
In 221 advisory committee meetings scrutinized, 32 of 44 speakers representing patients said they had received funding from a company that would be affected by the FDA's decision, ...

Das würde in Deutschland nicht besser aussehen, beispielsweise bei den Anhörungen des IQWiG.

Die deutsche Zulassungsbehörde BfArM ist relativ unabhängig, noch muss man sagen, da sie zur "Deutschen Arzneimittel- und Medizinprodukteagentur" (Dama) umgebaut werden und sich aus den Gebühren der Pharmakonzerne finanzieren soll. Die Frankfurter Rundschau hat einen Artikel dazu.

Die Ironie an der Sache ist, dass in den USA gerade die Diskussion über Interessenskonflikte, zu voreilige Zulassungen und den Einfluss der Pharmaindustrie auf die FDA tobt. Vielleicht sollte man die Argumente aufheben und in 4-5 Jahren wieder rausholen, wenn die Dama in die Kritik gerät.

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Peter Mansfield von "Healthy Scepticism" dokumentiert die Geschichte einer Studie (Paxil Study 329) des Pharmaunternehmens GlaxoSmithKline (GSK), in der GSK den Nutzen von Paroxat® (Paroxetin), ein SSRI gegen Depressionen, zeigen wollte, die aber negativ für das Medikament ausfiel. Ein paar Highlights:
  • The study was ghostwritten.
  • Misleadingly positive interpretations of the study were promoted to drug reps and other GSK staff.
  • An illusion of efficacy was achieved by re-inventing primary and secondary end points.
  • Eventually GSK had to acknowledge the failure of all three of their child and adolescent paroxetine depression studies.
Zyprexa® ist kein Einzelfall.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2007-03-19   Link   (7 KommentareIhr Kommentar  



 

Aasgeier-Jagd und Medikamenten Bingo


Das ist "Drug Advertisment Scavenger Hunt" und soll zum Training von Ärzten gegenüber den Versprechungen der Pharmakonzerne in Werbeanzeigen von Fachmedien dienen. Ein anderes Trainingsspiel ist "Drug Bingo". Beides pdf-Dateihier beschrieben.

Ausgedacht hat sich das PharmedOut, eine Gruppe unabhängiger Ärzte, die sich zum Ziel gesetzt haben, die unethische und irreführende Werbepraxis der Pharmaindustrie aufzudecken und darüber zu informieren.

In diesem Video erläutert die Leiterin Adriane Fugh-Berman das Projekt.

 
[PharmedOut]
Autor: strappato   2007-03-17   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

J&J Splenda persecution mania

Splenda® (Sucralose) ist in den USA einer der meistverkauften Süssstoffe. Der Hersteller McNeil Nutritionals, eine Tochterfirma des US-Pharma- und Medienkonzerns Johnson & Johnson (J&J) hat das Produkt bisher trotz Zulassung noch nicht auf den europäischen Markt gebracht. Zum Hintergrund ein Artikel im NZZ Folio.

Die deutsche Internetseite ist von einem domaingrabber belegt. Das verwundert, da J&J und McNeil in den USA selbst an den Worst-Case gedacht haben. Mehr als 200 domain-Namen wurden von J&J registriert, darunter plendasucks, splendakills, splendapoison, thedangersofsplenda, splendasideeffects, sucralosepoison, sucralosekills, sucralosesucks usw. Dass sich Unternehmen und Markeninhaber absichern, ist üblich, aber J&J stossen wohl damit in eine neue Dimension vor.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2007-03-16   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Klosterfrau schleicht sich ran

Redaktionelle Erwähnung gegen Bezahlung ist Schleichwerbung. Nach § 4 (3) des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ist Schleichwerbung unzulässig, weil jede Werbemaßnahme so beschaffen sein muss, dass ihr werbender Charakter von den Angesprochenen erkannt werden kann. Die deutsche Presse hat sich im Pressekodex in Ziffer 7 zur Trennung von Werbung und Redaktion verpflichtet. Verleger und Redakteure ... achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken.

"hockeystick" führt bei boocompany die Klosterfrau-Gruppe und den Bauer-Verlag vor, der dafür gleich zwei Rügen vom Presserat kassiert hat.

Der im gerügten Bericht genannte Prof. Dr. Alexander Schenk (Prof. Ovidius Universityof Constanta in Rumänien) ist auch mit Lichtwer Pharma im Schleichwerbungsgeschäft unterwegs: Königsartischocke: Wohltat für die Fettverdauung.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2007-03-16   Link   (9 KommentareIhr Kommentar  



 



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