Willkommen im Club


Just for the records: Im November hatte ich über die "Initiative Trockene Nacht - Guter Tag" berichtet. Astroturfing durch Ferring Arzneimittel.

In Österreich nennt sich das Austroturfing Club Mondkind. Auch hier gehört die domain Ferring und ausser einem Therapie Comic, in dem das Präparat von Ferring erwähnt wird, gibt es keine Hinweise auf den Sponsor oder die PR-Agentur. Betreut wird die Inititiative von der Agentur Fischill Public Relations. Die Inhaberin fungierte bis März als "Obfrau" des Clubs. Neue Obfrau ist eine Pharma-PR-Mitarbeiterin der Agentur ipk.

Als Obfrau hat sie Erfahrung. Für ihren Arbeitgeber steht sie auch der Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung vor.
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2007-05-04   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Pfizer-Chef übt Selbstkritik

Wer hat das gesagt?
Our industry needs to acknowledge some big mistakes.
We need to move from an industry that has sometimes seemed at war with its environment and with some of its customers–including the governments who often pay the bills–to an industry that anticipates, understands and responds to all of our customers.
These errors included early resistance to funding FDA via user fees, opposition to making affordable AIDS drugs available in Africa and sales and marketing practices that still bother some of our customers.

Harte Selbstkritik. Und das vom Chef des weltgrössten Pharmakonzerns, Pfizer CEO Jeff Kindler.
Dass die neue Mehrheit im US-Kongess nicht mehr so pharmafreundlich ist, scheint langsam angekommen zu sein. Mal sehen, ob dass auch auch ein Umdenken in Märkten in anderen Ländern zur Folge hat.

Aber ganz so schnell schiessen die Preussen Manager nicht: Gegen die geplante Lockerung des Importverbots von Medikamenten formiert sich in den USA Widerstand, der mit mangelnder Arzneimittelsicherheit und Gefahr von gefälschten Medikamenten begründet wird. In den entsprechenden Lobbygruppen ist Pfizer führender Sponsor.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2007-05-04   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

FH GE: Landesbeamter hat mitkassiert

Vor zwei Wochen haben sich rot/grün und schwarz/gelb noch gegenseitig Versäumnisse vorgeworfen, nun hat der Skandal um die veruntreuten Fördergelder an der FH Gelsenkirchen die Landesregierung direkt erreicht - sowohl die ehemalige rot-grüne als auch die jetzige schwarz-gelbe: Ein Beamter im Arbeitsministerium, Ministerialrat Rainer D., der vorher im Finanzministerium unter Finanzminister Jochen Dieckmann für die Vergabe von Strukturfördermitteln verantwortlich war, ist verhaftet worden. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft Bochum Bestechlichkeit und Beteiligung am Subventionsbetrug vorgeworfen.

Einerseits sollte er die Förderpolitik des Landes koordinieren, andererseits unterhielt er als Beiratsmitglied der Biotechnologiefirma ICB enge Kontakte zu den FH-Professoren, die mit Hilfe eines Geflechts von Scheinfirmen 35 Millionen Euro Landes- und EU-Förderung zweckentfremdet haben sollen. Die Kölnische Rundschau meldet, dass nach unbestätigten Hinweisen zwei Söhne des Beamten eigene Firmen im Umfeld der Hochschule betrieben haben sollen.

An einen Untersuchungsaussschuss im NRW-Landtag kommt damit keiner mehr vorbei. Der Ruf der FH Gelsenkirchen ist nachhaltig ruiniert. Deutschlands einsamste Studentin wird noch eine Weile alleine in ihrem Studiengang "Public Relation" bleiben.
 
[FH Gelsenkirchen]
Autor: strappato   2007-05-04   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Asthma-Marketing im Standard

Der Standard macht Werbung für das Asthmamedikament Symbicort® smart von AstraZeneca. Zwar wird der Handelsname nicht genannt, aber der Artikel ist ein lupenreines PR-Stück. Inklusive Hinweis auf eine Aktion, bei der in den Apotheken Schlüsseltaschen verteilt werden, in die der Inhalator passt.

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Nachtrag:
PR-Stück war richtig.
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2007-05-03   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Muttertags-Marketing

AstraZeneca ist in den letzten Wochen in den USA durch unerlaubtes Marketing in Onkologie-Bereich aufgefallen. Zeit für eine Charmeoffensive. Was bietet sich da besser an, als der Muttertag.

Peter Rost hat aufgedeckt. AstraZeneca will direkt in den Kliniken Patientinnen mit Promotionsmaterial über die Brustkrebs Medikamente des Unternehmens beglücken.
Provide the small pink Arimidex bags for patients to fill with information. They will also be highly visible throughout the entire office.

Übrigens ist das eine Aktion des Mid-Atlantic Business Center von AstraZeneca, für das auch der Ex-Verkaufsmanager Michael Zubillaga den verhängnisvollen Newsletter geschrieben hat.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2007-05-03   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

"Bucket of money" interessiert US-Kongress

Nun interessiert sich auch ein Abgeordneter des US-Kongresses für AstraZenecas off-label Marketing von Faslodex in den USA, wie BrandweekNRX berichtet.

Ein Fall der fast ausschliesslich durch blogs aufgedeckt worden ist und den die traditionellen Medien unterschätzt haben.
 
[AstraZeneca - Bucket of cash]
Autor: strappato   2007-05-03   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Empathie als Marketingargument

Der Markt bei den biotechnologisch hergestellten Medikamenten zur Therapie von Multiple Sklerose (MS) ist hart. Da muss sich das Marketing schon was einfallen lassen. Nicht überraschend, das diese Produkte hier im blog schon mehrmals aufgefallen sind:

hier
hier
hier

Diese Fälle aus Österreich sind ziemlich old-fashioned gegenüber das, was in sich Biogen Idec in den USA ausgedacht hat - bzw. die beauftragte Agentur RJO Group. Eine MS-Simulation. Mit Handschuhen, Video, Kopfhörer und wackeligen Laufbändern sollen die neurologischen Einschränkungen, die Patienten mit MS haben, gesunden Personen nahe gebracht werden. Zielgruppe sind Ärzte. Die Idee dabei: Empathie wecken. Statt ein Medikament zu bewerben, soll dem Arzt die Bedeutung der Erkrankung für den Patienten gezeigt werden. Damit er dann seine Patienten entschlossener mit neuen, teuren Biologicals therapiert und bei der persönlichen Nutzen-Risiko-Bewertung die Chancen höher einschätzt.

Der bloggende Pharmamarketing-Experte John Mack äussert sich in dem Artikel skeptisch. Bei einer Befragung von Ärzten zu einem kardiologischen Thema habe ich als Ergebnis bekommen, dass Ärzte bei sich und ihren Familienmitgliedern eher eine Therapie mit höherem Risiko wählen würden, auch wenn der Nutzen nur wenig grösser ist. Daher könnte dieses Simulations-Marketing nicht ohne Wirkung sein.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2007-05-03   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Schattenseiten des Blockbuster-Booms

Seit 1977 mit Tagamet® der erste Medikament auf den Markt kam, das einen Jahresumsatz von mehr als $ 1 Milliarde dem Hersteller SmithKline Beecham brachte, ist die Abhängigkeit der Pharmakonzerne von diesen "Blockbustern" immer stärker geworden. Im Jahr 2000 waren es 17 Medikamente, die diese Umsatzschwelle überschritten, im Jahr 2005 schon 94 Präparate. Der Anteil am Gesamtumsatz ist in dieser Zeit von 28% auf über 36% gestiegen. Es gibt Pharmakonzerne, die auf diese Blockbuster extrem angewiesen sind. Pfizer generierte 51% des Umsatzes mit Blockbuster. Hinzu kommt noch der Druck der me-too Nachahmer. Während in den siebziger Jahren ein Medikament aus einer neuen Wirkstoffklasse über 10 Jahre exklusiv vermarktet werden konnte, sind die Konkurrenten heute schon nach 1-2 Jahren mit wirkungsgleichen Produkten am Markt.

Ob dieses Geschäftsmodell Zukunft hat, wird sich in wenigen Jahren zeigen. Bis 2016 büssen nach einer Studie die Pharmakonzerne $ 140 Milliarden Jahresumsatz durch auslaufende Patente von heutigen Blockbuster ein. Ein Höhepunkt wird in 4 Jahren erreicht sein, wenn viele Pharmakonzerne ihre jeweils grössten oder zweitgrössten Umsatzbringer verlieren.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2007-05-03   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



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