Privatisierung kein Selbstläufer

Ein Kommentar in der taz beschäftigt sich mit den Strukturveränderungen im Krankenhaussektor. Tenor: Kommunale und freigemeinützige Kliniken können gegen die private Konkurrenz nicht bestehen und die Patienten sind die Leidtragenden in den auf Profit getrimmten privaten Kliniken.

Man kann es sich leicht machen, wenn man ideologisch gefestigt ist. Ob die privaten Betreiber wirklich die grossen Gewinner bei der Reform sind, ist nicht ausgemacht. Drei Artikel in der FTD zeigen da ein anderes Bild:
  • Probleme mit Public-Private-Partnership-Modellen.
  • Kommunale und gemeinnützige Träger, die bei der wichtigen Anbindung der niedergelassenen Ärzte als Einweiser erfolgreich sind.
  • Private Krankenhausbetreiber, deren Expansiondrang ins Stocken gerät, weil die "Schnäppchen" weg sind.
Zudem hat eine höchstrichterliche Entscheidung die Rolle des Bundeskartellamts bei der Überwachung regionaler marktbeherrschender Stellungen gestärkt. Auch auf der Qualitätsseite bewegt sich was.
 
[Klinik]
Autor: strappato   2007-06-23   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Fundraising durch Drugpushing

Eine kurze Kuriosität am Rande, die aber zeigt, wie die US-Pharmamarketing-Manager ticken:

Johnson & Johnson (J&J) plant im nächsten Monat seine OTC-Produkte über karitative Organisationen zu vertreiben. Die sollen die Medikamente an Freunde, Nachbarn und Bekannte verkaufen. Bestellt werden kann dann im Internet auf der Seite http://www.ucareorg.com/ (Drug Store) und mit einem entsprechenden Code werden die bestellten Artikel den werbenden Organisationen zugeordnet. Wem solches innovatives Fundraising Kopfschmerzen verursacht, kann ja eine Schmerztablette ordern.
"We're always looking for new, creative, breakthrough ways of getting to our consumer base," said Eric Bruno, vp-marketing at McNeil Consumer Healthcare, Fort Washington, Pa., the unit that handles J&J's nonprescription drug brands. "This program does specifically highlight an increasing trend of wanting to more proactively engage consumers to participate with our brands, versus our brands just speaking to consumers"

 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2007-06-19   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

Österreichs Selbsthilfegruppen

Im Standard diskutieren Monika Maier, Sprecherin der Arge Selbsthilfe Österreich, und Robert Riedl, Geschäftsführer bei der Agentur Welldone, über den Einfluss von Pharmaunternehmen auf Selbsthilfegruppen.

Was niemanden überrascht:
Gescheitert sind wir bisher an der Frage der Offenlegung der Finanzierung, das wollen viele Gruppen nicht. Daran wird aber kein Weg vorbeiführen. Die Kultur der Transparenz ist noch nicht weit gediehen in Österreich.

Das möchte wohl auch Robert Riedl nicht. Auf seine Initiative "Der Österreichische Patient" angespochen, erklärt er, dass es ein Projekt der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin gemeinsam mit dem Verein Altern mit Zukunft sei und seriös über Krankheiten informiere. Grund: "Die beiden Gesellschaften tun dies, weil Informationen aus dem Internet fehlerhaft sind", so Riedl. Der Verein "Altern mit Zukunft" gibt sich jedoch verschlossen, was hier im blog bereits aufgefallen ist. Sponsoren sind Pharmakonzerne, die sich auch auf der Kundenliste von Welldone wiederfinden.

Die Frage: "Gründen Pharmafirmen Selbsthilfegruppen?" beantwortet der Welldone-Chef mit: In Österreich wissen wir davon nichts. War auch zu unpräzise formuliert. In Österreich werden Selbsthilfegrupen von PR-Agenturen gegründet - im Auftrag der Pharmaunternehmen. Ein Beispiel, das hier im blog behandelt worden ist: Club Mondkind.
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2007-06-18   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Michael Moore goes web2.0

Michael Moore nutzt das Internet sehr geschickt für seinen Film "SiCKO" über die Zustände im US-amerikanischen Gesundheitswesen. Auf youtube ruft er Patienten auf, ihre Erfahrungen mit der Gesundheitsversorgung zu schildern. Sein Video wurde innnerhalb von 10 Tagen fast 600.000 mal aufgerufen und hat 1430 Textkommentare und 58 Video-Kommentare bekommen.


Auch die schon vor dem offiziellen Start im Netz kursierenden Raubkopien des Films scheinen Michael Moore nicht zu stören. Was der Produzent sicher etwas anders sehen wird.

Und da ja Lobbyisten sich keine Raubkopien ansehen oder mit web2.0 wenig anzufangen wissen, hat Moore die Washingtoner Vertreter der Versicherungs- und Gesundheitskonzerne und Verbände zu einer kostenlosen Vorführung eingeladen. Die sind für einen "free lunch" immer zu haben:
Paul Miller, past president of the American League for Lobbyists, predicted that some of the listed lobbyists will take him up on the offer.

 
[SiCKO]
Autor: strappato   2007-06-18   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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