|
Fortbildung & Marketing - passt scho ![]() Ärztefortbildung und Pharmaindustrie ist ein In Österreich ist das nicht anders, mit dem Unterschied, dass sich die Pharmaunternehmen noch mehr anstrengen müssen, die Ärzte und Ärztinnen zu erreichen. Anders als in Deutschland ist dort die regelmässigen Fortbildung keine Verpflichtung. In unserem Nachbarland versucht die "Akademie der Ärzte", eine Einrichtung der Ärztekammer, ein ähnliches System wie in Deutschland mit der Vergabe und dem Sammeln von Fortbildungspunkten (in D: cme-Punkte, in A: DFP-Punkte) auf freiwilliger Basis zu etablieren. Gleich auf der homepage präsentiert sich Partner Pfizer. Nicht überraschend, dass der Pfizer-Austria Marketing Director Robin Rumler Referent bei der Veranstaltung "ärztliche Fort- und Weiterbildung im Medizin-Marketing" war, auf der Pharmaunternehmen die Möglichkeiten der Produktpräsentation im Rahmen von ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen und e-learning Modulen schmackhaft gemacht werden sollte. Eingeladen hatte der Verlag "Medizin Medien Austria". Ein Bericht gibt es auf pharmainside.tv. Für Robin Rumler muss Fortildung kurzweilig sein..., weg von dem viel zu wissenschaftlichen..., Infotainment. Sein Thema: "Ärztliche Fortbildung und Pharma-Marketing – passt das?". Für ihn sicher eher eine rhetorische Frage. [Oesterreich]
Alli für Europa GlaxoSmithKline (GSK) hat in Europa die Zulassung der rezeptfreien Diätpille Alli® beantragt. Mehr zu Alli beim Klick unten auf das Stichwort "Orlistat". [Orlistat]
Ärztestreik in Polen und die deutschen Medien "Polnische Medien kritisieren Ärzte-Streiks an Kliniken", schreibt die Ärzte Zeitung. Sie beruft sich auf einen Bericht der Tageszeitung "Dziennik", nach dem ein Mann an einem Spital nicht behandelt worden sei, weil die Ärzte sich dort im Streik befanden. Kurze Zeit danach sei der Mann gestorben. Zum Verständnis sollte man wissen, dass in Polen seit Monaten Ärzte und Krankenschwestern durch Streik auf ihre desolate Lage aufmerksam machen. Ein grosser Teil der Ärzte hatte demonstrativ zum 1. Oktober gekündigt, worauf der Gesundheitsminister jegliche Lohnerhöhung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen für dieses und das kommende Jahr ausschloss. Alles in der Hoffnung, dass die Ärzte ihre Kündigung nicht vollziehen würden. Vize-Gesundheitsminister Boleslaw Piecha hat das ganze Wochenende über den Medien versichert, dass keinem Patienten durch den Streik Leid geschehen würde, obwohl er von dem Fall am Samstag wusste und Dziennik konnte es gestern als erste Auswirkungen der Kündigungen präsentieren. Die Zeitung Dziennik wird von Springer herausgeben, gibt sich intellektuell, aber ist ebenso wie Springers polnisches Boulevard-Blatt "Fakt" fest auf Kurs der rechtskonservativen Regierung. Wenn man die Meldungen der polnischen Presse verfolgt, scheint die Lage in einigen Regionen dramatisch zu sein. Krankenhäuser und Stationen wurden mangels Ärzten, die nicht zum Dienst erschienen sind, evakuiert. Die deutschen Medien, nicht nur die Ärzte Zeitung sollten sich mit der Situation in unserem Nachbarland beschäftigen und nicht nur Meldungen von regierungsfreundlichen Gazetten abschreiben. -- Update Ein Bericht des ORF. [Ausland]
In eigener Sache Die Meldung von der "Last Lecture" des Informatik-Professors Randy Pausch ist heute Thema bei SPON. Für die Leser dieses blogs schon seit 10 Tagen [heile Welt]
Neoliberaler Gesundheitsvergleich: D auf Platz 5 - Update Das Deutsche Ärzteblatt meldet: Gesundheitssystemvergleich: Deutschland auf Platz fünf. Als Initiator des Rankings wird das in "Brüssel ansässige Beratungsunternehmen Health Consumer Powerhouse (HCP)" genannt - ohne nähere Erklärungen. Zur Einordnung: Das HCP ist Teil eines Was das HCP als Verbesserung der Patienteninformation vorstellt, zielt auf Aufhebung der Werbebeschränkungen für Arzneimittel ab: If information is limited there is no way for the consumer to make good choices. Therefore it is unacceptable that certain countries have put up bans on the right of care providers to communicate with the consumer via third parties. Nor should the citizens be banned from seeking and digesting certain types of information. Here the legislation on EU level should improve according to the principles of freedom of information, care consumer empowerment and partnership in care. -- Update Ich habe mir mal das externe Expertenpanel zu dem Bericht angesehen. Darunter: Juan Acosta und Frank Ahedo, zwei Manager des Unternehmens "Best Docters", das privat finanzierte Ärzte für Zweitmeinungen vermittelt. Einige private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten. Dann Tom Kass, Chef des Bereichs Gesundheitswesen einer schweizer Privatbank, der früher bei den Consulting-Unternehmen PricewaterhouseCoopers und KPMG gearbeitet hat - und ehemaliger Vize-Präsident für "International Business Development and Strategic Marketing" bei Svenska Tobaks, des grössten schwedischen Tabakunternehmens (seit 1992 Teil von "Swedish Match"). Desweiteren Meni Malliori, Professorin für Psychiatrie an der Universität Athen und stellvertretender Vorstandsvorsitzende des Europäischen Zentrum zur Prävention und Bekämpfung von Seuchen (ECDC), vorher Mitglied des Europäischen Parlaments. In ihrer Zeit als Europaabgeordnete war sie Mitglied des Ausschuss für Technikfolgenabschätzung des Europäischen Parlaments STOA (Scientific and Technical Options Assessment), das zur Zeit eine wichtige Rolle bei der Einigung über eine Patent-Strategie der EU spielt. Leonardo la Pietra, medizinischer Leiter des European Institute of Oncology, das eng mit der Pharmaindustrie zusammenarbeitet. Denitsa Sacheva, seit 2001 Direktorin für Internationale Angelegenheiten und Öffentlichkeitsarbeit am Internationalen Institut für Gesundheitsversorgung und -versicherung in Sofia, Bulgarien vorher zwei Jahre Büroleiterin des bulgarischen Gesundheitsministers. Sie war Mitglied des Beratergermiums der bulgarischen Europaministerin, die seit diesem Jahr das Amt des Verbraucherschutzkommisars der europäischen Kommission inne hat. Ausserdem lehrt Denitsa Sacheva Gesundheits-Kommunikation an der London PR School und sitzt für Bulgarien in dem internationalen PR-Verband IPRA im Vorstand und ist Mitglied des European Association of Communication Directors, einem Verband der PR-Leiter der grossen europäischen Konzerne - darunter die Pharmaindustrie. Alles EU-Lobbyisten auf hohem Niveau. Da irritiert ein wenig das deutsche Mitglied in dem Expertenpanel: Katrin Grüber, früheres Mitglied des NRW-Landtags für die Grünen und Leiterin des Institutes Mensch, Ethik und Wissenschaft, das von der Behindertenselbsthilfe und den freigemeinützigen Trägern finanziert wird. Ich bin da noch unschlüssig, würde aber eine Portion Naivität nicht ausschliessen. -- Noch ein Update Die Journalistin hat das Thema noch bei der FTD untergebracht, und zitiert den Studienleiter: Der Index stelle vielmehr einen Versuch dar, die Qualität der medizinischen Dienstleistungen und die Transparenz der Gesundheitssysteme aus Patientensicht zu bewerten.
Wer diesen Versuch bezahlt hat, bleibt auch hier offen.[PatientView]
Michael Moore - It can happen to you Michael Moore war bei Oprah zu Gast. Die komplette Sendung beschäftigte sich mit dem desolaten US-Gesundheitssystem: 'Sick in America: It Can Happen to You. Man kann sagen, dass Michael Moore mit seinem Film SiCKO etwas ins Rollen gebracht hat. Die US-Bürger befassen sich mit ihrer Gesundheitsversorgung und es ist ein wichtiges Thema im Präsidentschaftsvorwahlkampf. If you're an American, you need to see this movie.
Oprah WinfreyAus dem Message Board zur Show: This is the most important Oprah show ever. More people our dying from our health care system than the war and 911. Die Sendung gibt es in 6 Teilen bei youtube: Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5 Teil 6 Übrigens läuft SiCKO, für alle die den Film noch nicht sich aus dem Internet besorgt haben, am 11.10. in Deutschland an. [SiCKO]
Wirksamkeit der Grippe-Impfung Deutschland führt bei den Impfraten gegen die Virus-Grippe. 27% der Bevölkerung hatten in der Saison 2004/2005 einen Impfschutz. Die ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Grippe-Impfung für alle über 60-Jährigen sowie alle chronisch Kranken. 64% der über 65-Jährigen war 2004/2005 dieser Empfehlung gefolgt und hat sich impfen lassen. Grippe-Impfungen werden als wirksamer Schutz aufgrund der in der hohen Sterblichkeit durch die Influenza bei älteren Menschen angesehen. Aber wie effektiv sind sie? Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass die Wirksamkeit der Grippeimpfung bei älteren Menschen in der Vergangenheit offenbar drastisch überschätzt worden ist. Trotz besserer Durchimpfungsraten ist die Sterblichkeit in den USA gestiegen. Die Autoren des Artikels, der in der Zeitschrift Lancet erschienen ist, vermuten als Grund, dass die Senioren, die den grössten Nutzen hätten, nicht zur Impfung gehen, möglicherweise weil sie zu krank oder zu gebrechlich sind. Könnte auch in Deutschland Anlass sein, genauer hinzusehen, wer sich impfen lässt und nicht nur Impfraten zu feiern. Nach Ansicht der Wissenschaftler sollte sogar die Strategie überdacht werden, generell allen älteren Menschen die Impfung zu empfehlen. In der Pressemitteilung des "National Institute of Allergy and Infectious Diseases" wird angeregt, stärker Angehörige und Betreuer zu berücksichtigen, um auf diese Weise die Senioren indirekt vor einer Ansteckung zu schützen. Hier wäre sicher noch Nachholbedarf: Nach dem Ländervergleich waren in Deutschland nur 24% der Angehörigen medizinischer Berufe gegen Grippe geimpft. [Public Health]
|
br> |
|
Letzte Beiträge und Kommentare / Frohe Weihnachten
(strappato) / OH!!!
(kelef) / Frohe Weihnachten
(strappato) / Subjektive Wahrnehmung
(casadelmar) / Sehr interessante Sichtweise,...
(akademischer ghostwriter)
Zum Kommentieren bitte einloggen. |