Studie zu Plazebo-Effekt erhält Ig® Nobelpreis

Teure Plazebos wirken besser als billige. Diese Untersuchung zum Verständnis des Plazebo-Effekts hat Dan Ariely, Rebecca L. Waber, Baba Shiv und Ziv Carmon den Anti-Nobelpreis in Medizin eingebracht (Ig® Nobel Prize). Eine satirische Auszeichnung, die von der Harvard-Universität in Cambridge (USA) für skurrile wissenschaftliche Arbeiten verliehen wird. Es werden Erkenntnisse ausgezeichnet, that first make people laugh, and then make them think.

Eine durchaus ehrenwerte und in der scientific community geschätzte Auszeichnung.
 
[Wissenschaft]
Autor: strappato   2008-10-06   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Österreichische Klinik zahlte für illegale Studien

In Österreich braucht es immer etwas länger. So hat die Tiroler Landeskrankenanstalten (TILAK) jetzt erst bemerkt, dass sie für die illegalen Stammzell-Behandlungen an der Uniklinik Innsbruck 1,2 Millionen Euro gezahlt hat. Zwei Professoren versprachen Patienten, die an Harninkontinenz leiden, Heilung, und machten die Patienten zu Probanden in nicht angemeldeten und von der Ethikkommission geprüften Studien. Die TILAK, ein Unternehmen der öffentlichen Hand und Träger der Uniklinik Innsbruck, hatte über Jahre die Behandlung bezahlt, obwohl laut Gesetz öffentliche Gelder nur für etablierte Therapie-Methoden verwenden werden dürfen.

Der Skandal hatte auch international für Aufmerksamkeit gesorgt.

Eine Schadensersatzklage eines Ex-Patienten gegen die TILAK hatte den Fall ins Rollen gebracht. Schon beim Prozess im April 2008 wurde deutlich, dass die Studien nicht mit der entsprechenden Sorgfalt durchgeführt worden sind und es zu Unregelmässigkeiten gekommen war. Die TILAK hatte daher schon 2006 die Finanzierung der Zellherstellung für die Therapie eingestellt. Nun fühlt sich das Unternehmen selber getäuscht, dabei hatten sich die Verantwortlichen auf die Versprechungen der ehrenwerten Herren Professoren verlassen:
Auf die Frage, warum nicht bereits früher kontrolliert wurde, sagt [TILAK Vorstandsdirektor] Steiner: "Es gibt bei jeder Universitätsklinik einen leitenden Professor. Wenn ein leitender Professor sagt, dass alles in Ordnung ist, muss man im ersten Ansatz auch davon ausgehen."

Bereits in dem Anfang August 2008 vorgelegten Expertengutachten wurde klar, dass bei der TILAK nicht genau hingesehen hat, wie ihre Ärzte klinische Studien betrieben.
Die zuletzt vorgelegte Versicherungsbestätigung ist laut Aussage von Zürich Kosmos [der Versicherungsgesellschaft, Hubert Rehm] gefälscht. Die vorgelegte Versicherungsbestätigung der TILAK ist laut TILAK unplausibel und kann gemäß den Prozessen der TILAK in dieser Form nicht ausgestellt worden sein. Das Einreichformular bei der Ethikkommission weist eine Nummer auf, die gemäß den damals etablierten Prozessen nicht aufscheinen konnte ...

Übrigens wäre ein ähnlicher Fall in Deutschland so nicht denkbar und auch Krankenkassen hätten wohl nicht für die unerprobte Stammzelltherapie gezahlt. Nach dem Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG § 8 Abs. 1 Satz 2) können bei Patienten, die im Rahmen einer klinischen Studie behandelt werden, nur die Entgelte für allgemeine Krankenhausleistungen berechnet werden. Versicherte haben in klinischen Studien nur dann einen Leistungsanspruch
und die Krankenkassen eine Leistungspflicht, wenn eine medizinische Behandlung indiziert ist und eine Behandlung auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnissen erfolgt. Die reinen Forschungskosten bzw. ein forschungsbedingter Mehraufwand in der Krankenversorgung können und dürfen nicht von der GKV entgolten werden.
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2008-10-05   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Interessenkonflikte Titelthema im Ärzteblatt

Der Regensburger Professor David Klemperer erläutert der staunenden deutschen Ärzteschaft in der aktuellen Ärzteblatt-Titelgeschichte, was Interessenkonflikte sind und warum sie problematisch sind.

Seine Forderungen am Ende des Artikels:
Der größte Teil der Interessenkonflikte in der Medizin ist mit wenigen Maßnahmen vermeidbar. Dazu wäre es erforderlich, dass Ärzte in Zukunft keinerlei Geschenke der Industrie mehr annehmen und auf jegliche Finanzierung ihrer Fortbildung durch die Industrie verzichten. Auch die Forschung sollte so gestaltet werden, dass das Streben nach Wahrheit nicht durch kommerzielle Interessen gefährdet wird – dies erfordert grundlegende, politisch zu beschließende Veränderungen der Forschungsfinanzierung.

Da Betroffene selbst in der Regel am wenigsten dazu in der Lage sind, das Vorliegen und die Auswirkungen von Interessenkonflikten und Beeinflussung zu beurteilen, sollte anderen eine Beurteilung ermöglicht werden. Dazu können öffentlich zugängliche Register dienen, in denen Personen und Organisationen alle Sachverhalte öffentlich machen, die einen Interessenkonflikt darstellen oder eine Beeinflussung bewirken könnten – bei Wissenschaftlern zum Beispiel die Tätigkeiten, materieller Gewinn, Auslage von Kosten, zeitlicher Aufwand, gefühlter Imagegewinn und gefühlte Beeinflussung (das so gestaltete Interessenregister des Autors ist im Internet abrufbar unter: pdf-Dateiwww.davidklemperer.de/interessenregister.pdf). Zu betonen ist, dass mit der Offenlegung das Problem von Interessenkonflikten keineswegs gelöst ist, weil sie weiterhin wirksam sein können.

In seinem Schlussplädoyer versucht er, die an solchen Fragen bislang erfahrungsgemäß wenig interessierten Mediziner bei ihrer Berufsehre zu packen:
Der ärztliche Beruf wird aus berufssoziologischer Sicht als Profession, als ein gehobener Beruf bezeichnet. Grundlage dafür ist das Erfordernis einer besonderen Vertrauenswürdigkeit der Berufsausübung. Patienten erwarten, dass Ärzte, denen sie ihre Gesundheit und ihr Leben anvertrauen, das Gesundheitsproblem bestmöglich im Sinne des primären Interesses lösen und jegliche sekundären Interessen, wie zum Beispiel Eigeninteressen finanzieller Art, hintanstellen. Dies macht die „Seele“ von Professionalität aus. Die Gewährleistung einer in diesem Sinne sicheren Berufsausübung ist den Angehörigen der Berufsgruppe selbst übertragen und sollte in Deutschland durch die Selbstverwaltungsstrukturen (Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen) gewährleistet sein. Ein öffentlich nachvollziehbarer und Vertrauen schaffender Umgang mit Interessenkonflikten ist daher eine berufspolitisch unabdingbare Anforderung für den Erhalt des Ansehens und des gesellschaftlichen Status des Arztberufs.

 
[Ethik & Monetik]
Autor: hockeystick   2008-10-05   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

OMG! You're such a good debater!

To hell with the Vice Presidency, she didn’t even understand the responsibilities and limitations of her job as mayor. Her attitude, at any given moment, is that she’s in charge and she’ll do whatever she damn well pleases until someone forces her to stop.
Ja, richtig geraten, es geht um Sarah Palin, die wenn es schlecht läuft nur einen Herzschlag von der Macht als US-Präsidentin entfernt ist. Das Zitat stammt von Aden Nak, der die Debatte der beiden Vize-Präsidentschaftskandidaten in seinem blog kommentiert.

Er packt die Rhetorik von Sarah Palin in eine geniale Flow Chart.

 
[heile Welt]
Autor: strappato   2008-10-04   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 


 



Stationäre Aufnahme












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