Links am Samstag

Wunsch und Realität - Österreich: Krebs-Jubelstatistik von ECCO differenziert betrachtet.

Generikafirmen stehen vor massivem Preisverfall - die Rabattverträge beginnen langsam zu wirken.

3 Researchers at Harvard Are Named in Subpoena.

Ethical Corporation Institute reveals innovations in training: Novartis employees play video games to learn about code of ethics - Employees interact online with 3D characters and have dialogues based on scenarios found within the company’s corporate policies.

Lilly schizophrenia drug fails clinical trial - das Plazebo war doppelt so wirksam, wie angenommen und Zyprexa auch besser als der neue Wirkstoff.

A Silenced Drug Study Creates An Uproar - die Washington Post erzählt die Geschichte der verheimlichten Seroquel-Studie.
Oops! Seroquel Documents Bounce On and Off FDA Web Site.

Apotheker missachten Verschreibungspflicht - bei den 20 getesteten Apotheken handelt es sich um die Apotheken von Apotheker-Funktionären.

Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine - Ritalin-Selbstversuch.

A Doctor, Not A Nascar Driver - Why the American College of Cardiology conference sacrificed $500,000 to do away with drug ads.

Keine gute Presse für Schönheitschirurgen
Fall 1: Spektakel vor Gericht: Schönheitschirurg wieder schuldig.
Fall 2: Brustvergrößerung als Knie-OP abgerechnet.
Fall 3: Französischer Schönheitschirurg wegen Pfuschs verurteilt.

Drogenproblem an hannoverscher Suchtklinik?


 
[Links]
Autor: strappato   2009-04-04   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Von Wanderungen und Wanderlagern

Die BILD-Zeitung druckte in ihrer Münchner Ausgabe in den vergangenen Tagen folgende Annonce:



Diese Anzeige ist in mehreren Punkten bemerkenswert. (Und damit ist keineswegs nur die Tatsache gemeint, dass ein werblicher Inhalt mit dem Protagonisten Bankhofer als "Anzeige" gekennzeichnet ist.)

1. Die im Kleingedruckten genannte Firma "VKMK GmbH" konnte ich im Handelsregister nicht finden.

2. Der Ort, an dem die Wanderung stattfinden soll, wird nicht genannt.

3. Es wird kein Abfahrtstermin genannt.

4. Als Anschrift des Veranstalters wird eine Postfachadresse angegeben.

5. Die (je Richtung) einstündige Busfahrt ist für die Teilnehmer kostenlos.

Alle diese Merkmale sind typisch für unseriöse Kaffeefahrten. Bei diesen werden den teilnehmendem Senioren zunehmend überteuerte Medikamente und Medizinprodukte anstelle von Heizdecken angedreht, was ja thematisch zum Protagonisten passen würde. Juristisch handelt es sich bei einer Kaffeefahrt um ein "Wanderlager". Den gesetzlichen Anforderungen an die Ankündigung eines solchen Wanderlagers würde die Anzeige bei weitem nicht genügen.

Eine Internetrecherche fördert schnell zu Tage, dass die in der Anzeige genannte Veranstaltung am 17.4. ab 15 Uhr im bayerischen Kneipp-Kurort Bad Wörishofen stattfindet. Eine Nachfrage beim dortigen Ordnungsamt ergibt, dass es sich bei der Wanderung mit Vortrag und Kurkonzert um eine gemeinsame Veranstaltung von Hademar Bankhofer und der dortigen Kurdirektion handelt.

Das Potential für den Veranstalter der Busreise aus München, seine Kosten zu refinanzieren, dürfte deshalb eher vor dem offiziellen Veranstaltungsbeginn liegen. Es ist möglich, dass Hademar Bankhofer selbst von dieser fragwürdigen Anreisemöglichkeit aus München keine Kenntnis hat.

Der Kurdirektor von Bad Wörishofen zeigt indes auch auf Nachfrage wenig Interesse daran, den Vorgang aufzuklären.
Wo auch immer eine von Ihnen geschilderte Veranstaltung stattfindet, bei uns nicht. Nach der Wanderung wird Herr Bankhofer im Kursaal einen Vortrag halten, anschließend gibt es ein Konzert.

 
[Gesundheitswirtschaft]
Autor: hockeystick   2009-04-03   Link   (4 KommentareIhr Kommentar  



 

Patientenfreundlichkeit oder Industriefrendlichkeit?

Deutschland hat eins der patientenfreundlichsten Gesundheitssysteme in Europa. Mal abgesehen davon, dass Ärzte und Patienten hierzulande sicher ihre Zweifel anmelden würden.

Angesichts der Ziele des Auftraggebers der "Studie", würde ich die Aussage als Warnzeichen interpretieren.

--
Aus meinem Blogposting im August 2008:
Am Ende wird ein Befund vorliegen, der sich nicht von denen des Jahres 2006 und 2007 unterscheidet. Patienten in Deutschland brauchen mehr Informationen über Behandlungen und Arzneimittel. Ganz im Sinn der Pharmaindustrie, die an allen Fronten gegen die Werbebeschränkungen für Medikamente kämpft.

Aus dem aktuellen Artikel im Ärzteblatt:
Als Manko des deutschen Systems wertete das Unternehmen, dass Patienten als Informationsquelle für Arzneimittel vornehmlich Ärzte und Apotheker zur Verfügung stünden. Eine Ausweitung des Informationsangebots sei ein erster Schritt hin zu mehr Patientenmacht, so HCP.

 
[PatientView]
Autor: strappato   2009-04-03   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Verheugen geht - Suche nach Informationen bleibt

Kein TV-Magazin ohne Pharmathema. Gestern nahm sich Frontal21 der Lockerung des Werbeverbots für rezeptpflichtige Arzneimittel an. Die EU-Kommission unter Federführung des EU-Industriekommissars Günter Verheugen plant die Informationseinschränkungen aufzuheben. Arzneimittelhersteller dürften dann direkt den Patienten über ihre Produkte informieren. Das Deutschlandradio hatte sich vor einer Woche mit den Plänen beschäftigt.

Erst einmal halte ich beide Beiträge für ein trauriges Stück Journalismus und für Irreführung der Zuschauer bzw. Zuhörer. Verheugens Pläne sind alles andere als neu. Anfang 2008 hatte er ein Konzept vorgelegt und zu Stellungnahmen aufgerufen. Die kamen zahlreich und zum überwiegenden Teil ablehnend. Im Oktober 2008 war er dann mit seinem Pharmapaket innerhalb der EU-Kommission gescheitert. Auch weil er strategisch unklug (oder zum Glück) die Lockerung mit einem faktischen Verbot des Parallelhandels verschnürt hat. Im Juni 2009 wird ein neues EU-Parlament gewählt und eine neue EU-Kommission gebildet. Um es mal deutlich zu sagen: Das Ding ist tot. Dagegen wird den Zuschauern suggeriert, dass es eine aktuelle Diskussion ist und die Entscheidung Spitz auf Knopf stünde. Dabei rechnen Insider und Experten aus Politik und Pharmaindustrie nicht vor 2011 mit einer Wiedervorlage.

Bei der Sache bin ich nicht so entschieden, wie die Autoren der Medienstücke. In beiden Beiträgen wird ein eine Tatsache bewusst ausgeklammert, an der in der Diskussion niemand vorbei kommt. Patienten wollen sich zunehmend informieren und machen dies schon. Nicht nur im Internet sind Medizin und Gesundheit Top-Themen. Auch für die Print-Verlage sind es Highlights im düsteren Überlebenskampf. Nicht zuletzt hat es seinen Grund, warum kein TV-Magazin ohne Medizinbeitrag auskommt.

Die Pharmaunternehmen argumentieren immer wieder mit den Zwei-Klasse-Patienten. Die einen könnten sich die englischsprachigen Infos im Internet zusammen suchen - die anderen wären auf die kargen deutschsprachigen Quellen angewiesen. Oder mit den Zwei-Klasse-Produkten. Hersteller von dubiosen Nahrungsergänzungs- und Naturheilmittel dürften ungeprüfte Informationen über das Internet, in Zeitschriften und über Experten wie Bankhofer verbreiten. Über zugelassene und in klinischen Studien geprüfte Arzneimittel sollte der Patient dagegen nichts erfahren.

Das ist so falsch nicht, wenngleich man die Absichten der Pharmaunternehmen kritisch hinterfragen muss.

An einer Novellierung der Bestimmungen, wie Information über Arzneimittel an den Patienten gebracht werden, führt kein Weg vorbei. Auch eine Folge der Medienrevolution und des Internets. Ob man es mag oder nicht, es geht nur zusammen mit den Pharmaunternehmen. Sonst wird die intransparente Grauzone mit gekauften Journalisten, Disease Awareness-Kampagnen und bezahlten Experten, die es heute schon gibt, weiter wachsen. Verheugens Pläne waren zu pharmafreundlich und haben gerechtfertigte Bedenken nicht berücksichtigt. Mit Verheugen und dem Richtlinienentwurf verschwindet jedoch nicht das Problem.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2009-04-01   Link   (5 KommentareIhr Kommentar  



 

"Destroy them where they live"

Über den Umgang der Pharmaindustrie mit kritischen Medizinern:
Staff at US company Merck &Co emailed each other about the list of doctors - mainly researchers and academics - who had been negative about the drug Vioxx or Merck and a recommended course of action.

The email, which came out in the Federal Court in Melbourne yesterday as part of a class action against the drug company, included the words "neutralise", "neutralised" or "discredit" against some of the doctors' names.

It is also alleged the company used intimidation tactics against critical researchers, including dropping hints it would stop funding to institutions and claims it interfered with academic appointments.

"We may need to seek them out and destroy them where they live," a Merck employee wrote, according to an email excerpt read to the court by Julian Burnside QC, acting for the plaintiff.
(Quelle)


 
[Pharmaindustrie]
Autor: hockeystick   2009-04-01   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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