Links am Samstag

Rabattverträge der Krankenkassen: Ein bürokratischer Wahnsinn.

Interview mit Juli Zeh: Plädoyer gegen die Fitness-Diktatur.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen online melden.

Die grosse Medikamenten-Flut - "wenn ein älterer Patient nicht zufällig jemanden habe, der sich die Zeit nehmen könne, genauer zu beobachten, was mit ihm passiere, und mit Ärzten redet, sei ein alter Mensch schneller als Demenzpatient in einem Pflegeheim, als man schauen könne".

Joel Stein Contemplates Circumcision (For His Son) - "all I knew was that circumcision is something the U.S. does and Europe doesn't and is therefore awesome".

Berliner Erklärung zur HPV-Impfung - zehn Organisationen und Institutionen des Gesundheitswesens wollen eine Versachlichung der teilweise hitzig geführten Diskussion um die "Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs" erreichen.

With Son in Remission, Family Looks for Coverage - Blick ins US-Gesundheitssystem: Familie kann die Krankenversicherung für den an Hodenkrebs erkrankten Sohn nicht mehr bezahlen.

Stimulating the Adoption of Health Information Technology - Der designierte US-Koordinator für "Health Information Technology" erläutert seine Ideen im NEJM.

Abhörskandal beim Asklepios-Konzern.

Garbage in - Garbage out? Validität von Abrechnungsdiagnosen in hausärztlichen Praxen - Schlussfolgerung: Die insgesamt geringe Validität von nach ICD-10 codierten hausärztlichen Abrechnungsdiagnosen lässt ihre Eignung als Morbiditätsindikatoren fraglich erscheinen. Aber Hauptsache die elektronische Gesundheitsakte kommt.

Hamburger Apotheke als Zentrale für Abrechnungsbetrug ermittelt.

Die globale Rezession erreicht den Pharma-Markt - nur noch 2,5-3,5% Wachstum...

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Und noch ein Extra: Das Sonderheft 1 der Deutschen Medizinischen Wochenschrift aus dem Jahr 2007 bietet einen Einstieg in die Biostatistik und erklärt die wichtigsten Masse und Methoden. Ist für Ärzte gedacht, also nicht so schwer.
 
[Links]
Autor: strappato   2009-04-25   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Leyenschauspiel

Wie sich die als zukünftige Gesundheitsministerin gehandelte Ursula von der Leyen für die geschäftlichen Belange ihres Bruders einsetzt.
 
[Politik]
Autor: hockeystick   2009-04-23   Link   (13 KommentareIhr Kommentar  



 

Kerners meinungsfreies Burda-Stiftung Engagement

Nach dem Spiegel-Titel beschäftigte sich gestern Johannes B. Kerner in seiner ZDF-Sendung mit dem Nutzen von Früherkennungsuntersuchungen

In der Sendung bezeichnete sich Kerner als "weitgehend meinungsfrei" als ein Experte in der Runde den Nutzen der Darmkrebsfrüherkennung erklärte und Kerners Zustimmung einforderte. Meinungsfrei genug, um für die Felix Burda Stiftung als Prominenter seinen Kopf hinzuhalten und für die Früherkennungs-Koloskopie zu werben.


Klicken für grosse Version.

Kerner Meinungsfreiheit bestätigt eindrucksvoll eine Aussage von Prof. Ingrid Mühlhauser, die die Früherkennungs-Kritikerin und Gast bei Kerners Talk am Nachmittag vor der Sendung in einem Interview mit SPON gemacht hat:
SPIEGEL ONLINE: Wie bewerten Sie dann die Werbekampagne der Felix-Burda-Stiftung mit den ganzen Prominenten, die nun zur Darmkrebs-Vorsorge aufgerufen haben?

Mühlhauser: Diese Art von Kampagnen ist einer aufgeklärten Gesellschaft unwürdig. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Promis nicht über den Nutzen und auch nicht über den Schaden der Untersuchung Bescheid wissen. Die wissen nicht, was hinter dieser ganzen Vorsorge-Propaganda steht und lassen sich einfach missbrauchen. Wenn diese Leute besser informiert wären über die wissenschaftliche Basis und die Informationen wirklich verstehen könnten, würden sie sich wohl nicht für solche Kampagnen hergeben.

In der von dem doch nicht so meinungsfreien Kerner geleiteten Sendung kam Ingrid Mühlhauser nicht so oft zu Wort und verglichen mit dem Spiegel-Interview fehlte die pointierte Kritik. Der Hintergrund: In der 5 Stunden zuvor aufgezeichneten Sendung wurde der Vorsorgeteil nach meinen Informationen um 10 Minuten gekürzt. Unter anderem sehr detaillierte Ausführungen der Professorin zu den möglichen Risiken der grossen Darmspiegelung und die Bedeutung von falsch positiven Befunden der Mammographie für die Betroffenen wurden rausgeschnitten. Stattdessen durfte der Inhaber eines Hitech-Früherkennungs-Centers für Privatpatienten - und Anti-Aging-Papst - anhand eines Patienten mit rechtzeitig erkannten Nierenkarzinom, der voll des Lobes war, für seine 2750 Euro teure Dienstleistung werben.

Soviel wieder einmal zum Journalismus in Deutschland beim Umgang mit Medizin-Themen.
 
[Journalismus]
Autor: strappato   2009-04-22   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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