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![]() Homöopathie nicht billiger als hardcore Medizin Die Diskussion um den Nutzen von homöopathischen Mitteln wird eher weltanschaulisch als wissenschaftlich geführt. Einige Krankenkassen erstatten für bestimmte Erkrankungen auch eine homöopathische Therapie - was regelmässig Kritiker auf den Plan ruft. Von der Seite der Beitragszahler ist interessant, dass die homöopathisch Behandlung von Patienten mit chronischen Kopf- oder Rückenschmerzen oder auch mit Allergien nicht mehr oder weniger kostet, als eine schulmedizinische Therapie. Dies fand eine Studie des Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité. Jedoch eine schlechte Nachricht für viele überzeugte Anhänger der Homöopathie, denn dass Homöopathie preiswerter als eine schulmedizinische Therapie sei, wird gerne als Argument für die Erstattung durch die Gesetzliche Krankenversicherung angeführt. [Arzneimittel]
Gewaltige Nebenwirkungen Antidepressiva aus der Klasse der ![]() Ob SSRIs die richtigen Mittel am richtigen Platz sind, um ![]() [Arzneimittel]
Die dunkle Seite der Macht ![]() Bild: Jana Walzog muckidesign Rubio spuckt's aus. A Story from a Pharma-Insider Unter dem Pseudonym John Rengen hat ein Pharma-Insider einen Enthüllungsroman geschrieben, der jede Menge Sprengstoff enthält. Der Autor war mehr als 35 Jahre in der Branche tätig, vor allem als Manager bei den Pharmakonzernen Eli Lilly und Novo Nordisk. Überraschunsgmomente hatte ich beim Lesen des Buches nicht. Ich musste ich oft an einen Kollegen aus den USA denken. Von Typ vergleichbar mit dem Rubio in dem Buch. Früher im Marketing bei Pharmakonzernen, heute als Consultant tätig. Ein wenig hemdsärmlig, ein Verkäufertyp, der abends nach der Tagung gerne von seinem Haus, Auto, Ferienhaus in den Rockies usw. erzählt, Fotos zeigt und seine neuesten Gadgets am Tisch präsentiert. Er sagte mal halb ernst, halb flapsig: "Ich arbeite für die dunkle Seite der Macht". Ich auch? Ist die dunkle Seite nicht überall dabei, wenn mit dem Schicksal von Menschen Geschäfte gemacht werden? [Arzneimittel]
Medikamentenlager Mal wieder ein Beispiel aus der Praxis, das zeigt, wie die Interviews und Vorlagen der Gesundheitspolitiker von den Realität entfernt sind. (4) Pharmazeutische Unternehmer dürfen Muster eines Fertigarzneimittels an Personen nach Absatz 3 Satz 1 nur auf jeweilige schriftliche Anforderung, in der kleinsten Packungsgröße und in einem Jahr von einem Fertigarzneimittel nicht mehr als zwei Muster abgeben oder abgeben lassen. Mit den Mustern ist die Fachinformation, soweit diese nach § 11a vorgeschrieben ist, zu übersenden. Das Muster dient insbesondere der Information des Arztes über den Gegenstand des Arzneimittels. Über die Empfänger von Mustern sowie über Art, Umfang und Zeitpunkt der Abgabe von Mustern sind gesondert für jeden Empfänger Nachweise zu führen und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen.
§47 ArzneimittelgesetzIst eigentlich eindeutig oder? Wie sieht es in der Realität aus? Ich bin im Vergleich mit anderen Kollegen von generischen Firmen noch recht gut dran. Die bekommen Ihre Lieferungen auf Euro-Paletten...
Blog: Notizen eines Pharmaberaters.Die Kontaktware, die ein einziger Pharmareferent übers Jahr verschenkt, ist so gigantisch, dass sich damit locker drei Apotheken füllen ließen. Im Juni vergangenen Jahres hat Ratiopharm seinen Außendienstlern die "Musterplanung 2005" geschickt, die dem stern vorliegt: eine genaue Auflistung, wie viele Gratis-Medikamente (so genannte Ärztemuster) ein Außendienstler im Jahr erhält. Darunter sind 2100 Packungen des Blutdrucksenkers Amlodipin, 500 Packungen Schmerztabletten Diclofenac, 3800 Packungen des Herz-Kreislauf-Mittels Metoprolol und so weiter. Insgesamt bekommt ein Ratiopharm-Referent mehr als 40.000 Arzneimittelpackungen zum Verschenken.
Ratiopharm - Der Pharma-Skandal Stern 46/2005Die Diskrepanz zwischen Gesetz und Praxis ist evident. Eigentlich müssten von ![]() Das kann zu unerwarteten Problemen führen. Aus dem Stern-Artikel: Weil die ganze Ware in keinen Kofferraum der Welt passt, stapeln sich die Medikamente meist im Keller der Außendienstler oder in deren Garage. Pharmareferenten erkennt man auch daran, dass sie ihr Auto zu Hause im Freien parken. Ob da eine genügend sichere und ordnungsgemässe Lagerung garantiert werden kann? [Arzneimittel]
Pillenverkauf Das blog eines Pharmaberaters. Hier zeigt sich um was es geht: Umsätze und Marktanteile verbessern. Das Arzneimittelgesetz sieht eigentlich als Aufgabe der Pharmaberater vor, die Ärzte fachlich zu informieren (§75 AMG). Dank IMS können die Umsätze auf den einzelnen Arzt heruntergebrochen werden. Die bis auf den Zehntelprozentpunkt exakten Marktdaten erlauben differenzierte Prämienmodelle. Nun will die Bundesregierung damit Schluss machen. Das Eckpunktepapier zur Gesundheitsreform sieht vor, dass arztbezogene Daten nur noch der Selbstverwaltung, wie KV oder Krankenkassen zugänglich gemacht werden dürfen. Ich bin skeptisch, ob dies die Arbeit des Pharmaaussendienstes wirklich verändert. [Arzneimittel]
Biotech Biotech revolutioniert die Medizin. Für zwei Drittel aller Krankheiten gibt es heute noch keine ursächliche Therapie. Hier setzt die Biotechnologie an. Der Geschäftsführer von Amgen in einem Interview mit der Ärzte Zeitung. Biotech wird auch eine ernsthafte Belastung für die Finanzierung unseres Gesundheitssystems werden. [Arzneimittel]
Schnelligkeit vs. Sicherheit Die Reformen machen auch an der Arzneimittelzulassung nicht halt. Die grosse Koalition hat vor, das Zulassungsverfahren zu beschleunigen. CDU und SPD wollen laut Koalitionsvertrag das BfArM in eine "konkurrenzfähige Zulassungsagentur" verwandeln, da das Hauptinteresse des Herstellers ist, möglichst ohne Verzögerungen das Verfahren zu durchlaufen. Damit wird an einen Gesetzentwurf der rot-grünen Bundesregierung von April 2005 angeknüpft, mit dem die Arzneimittelzulassung in Deutschland auf eine private Grundlage gestellt werden sollte. Auf dem Deutschen Ärztetag 2005 wurde dies aus guten Gründen abgelehnt: Die Umwandlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in eine marktpolitisch ausgerichtete Institution, deren primäres Ziel Dienstleistung für die pharmazeutische Industrie sei, diene nicht dem Interesse der Patienten und Ärzte, kritisierten die Delegierten. Diese Entwicklung ist jedoch in allen europäischen Ländern zu sehen. Die durch die EU-Gesetze erzwungene Zusammenarbeit zwischen nationalen Behörden und EMEA erhöht den Reformdruck in diesem Bereich. Die Steigerung der Schnelligkeit und der Effizienz der Zulassungsverfahren soll der europäischen Arzneimittelindustrie im Wettbewerb gegen ihre nordamerikanische Konkurrenz helfen. Darüber hinaus enscheidet die Wahl des Landes oft auch über Standort der Forschungsabteilungen und die Vergabe von Forschungsmitteln für die notwendigen klinischen Studien. Welche Folgen dies haben kann, zeigt ein aktuelle Meldung aus den USA: Drug companies not meeting commitments to test safety. Die FDA hat Herstellern eine beschleunigte Zulassung unter der Bedingung gegeben, dass weitere klinische Studien zum Sicherheit des Arzneimittels durchgeführt werden. Those studies haven't begun in two-thirds of cases, the U.S. government reported Friday. Hauptproblem ist, dass die FDA kaum rechtliche Mittel hat, diese Auflagen durchzusetzen. Da scheint man aus dem Fall Vioxx® nichts gelernt zu haben. Dazu passt eine Meldung von heute: Merck tried to hide Vioxx risk. Merck continued to deny the ill-health effects of Vioxx while at the same time reaping profits obtained through its non-disclosure and concealment. [Arzneimittel]
Original und Fälschung Gefälschte Medikamente sind in vielen Ländern der Welt zum Problem geworden. Es wird geschätzt, dass 10% der weltweit verkauften Arzneimittel Fälschungen sind. Die Folgen für die Patienten sind unüberschaubar. Wer jetzt denkt, dass dies ein Problem der Entwicklungs- oder Schwellenländer ist, wo es kein kontrolliertes Distributionssystem gibt und Strassenhändler Tabletten einzeln verkaufen, der irrt. The counterfeiters are getting more sophisticated and fake drugs are now even entering the official distribution systems, so ein WHO-Sprecher. Die WHO drängt nun auf die Einsetzung einer Taskforce, die sich mit dieser schleichenden Epidemie beschäftigt. Das Geschäft mit den falschen Pillen ist höchst lukrativ und daher auch für die organisierte Kriminalität interessant, die ihre Logistik und Finanzwege nutzen kann. Alles in Deutschland kein Thema, weil die Patienten aufgeklärt und vorsichtig sind, wenn es um ihre Gesundheit geht? Vor einiger Zeit habe ich auf einem Trödelmarkt einen Stand gesehen, auf dem Aspirin in 10er Blisterpackungen (augenscheinlich aus den USA) für 1 Euro pro Packung angeboten wurden - natürlich ohne Beipackzettel und Kartonumpackung. Und die Besucher kauften. [Arzneimittel]
Do it yourself ![]() Die Proteste gegen das Arzneimittelspargesetz gehen weiter. Besonders ärgert Ulla Schmidt eine Information, die auf auf den Bildschirmen in der Berliner U-Bahn gezeigt wird. Dort wird ein bisher selten diskutierter wunder Punkt der Reform angesprochen: Die Tagestherapiekosten sind abhängig von der Dosierung und Packungsgrösse. Schuld hat die Gesundheitspolitik: Budgets, Richtgrössen, gestaffelte Zuzahlungen und Festbeträge haben zu diesen Differenzen geführt. So liegt beispielsweise der Festbetrag für 20 Tabletten mit 400 mg des Analgetikums Ibuprofen bei 11,74 Euro - 20 Tabletten mit der doppelten Wirkstoffmenge haben einen Festbetrag von 12,98 Euro. Die tägliche Dosis nach ATC/DDD sind 1200 mg. Die empfohlene Einnahme 3-4x täglich. Da kostet eine Tagesdosis, wenn der Patient drei Tabletten mit jeweils 400 mg Wirkstoff nimmt 1,76 Euro. Wenn der Patient die 800 mg-Tablette teilt ist die Tagesdosis schon für 0,97 Euro zu haben. Zu welchen Ungereimtheiten die Gesetzgebung bei den Arzneimittelpreisen geführt hat, kann man auch bei Ibuprofen sehen: In niedrigen Dosierungen ist der Wirkstoff nicht rezeptpflichtig, sondern frei in Apotheken verkäuflich. Da gehen dann 20 Tabletten mit 400 mg für 3,85 Euro über die Theke, was einen Tagesdosispreis von 58 cent entspricht. [Arzneimittel]
Rationierung ![]() Dies sind nicht nur Gedankenspiele: Die Krankenkassen wollen im Vertragsgeschäft mit Ärzten und anderen Leistungserbringern mehr Einfluss auf die Versorgung nehmen - was auch auf eine Beschränkung bei der Erstattung von Therapien und Medikamenten hinausläuft. Und nebenbei empfiehlt der Geschäftsführer die bei Direktverträgen von Kassen mit Leistungserbringern eigentlich überflüssig werdende KV für eine neue Aufgabe: Die Vertragsärzte auf Linie zu bringen und die Mengensteuerung noch rigoroser zu kontrollieren. Eine Dienstleistung, die die Krankenkassen sicher goutieren. Eigentlich ein Armutszeugnis für die zögerliche Politik. Wenn es die Politik nicht schafft, Ziele für die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung und der Gesundheitsversorgung zu entwickeln, werden Krankenkassen und Ärzteverbände diesen Leerraum mit Ideen füllen. Ob das immer Interesse der Patienten ist? [Arzneimittel]
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