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![]() Zulassungsrekordjagden Alle Jahre wieder: Deutschland soll zur "Apotheke der Welt" werden - was es schon einmal war. Das bedeutet auch, dass Deutschland zum Dopingschrank der Sportwelt werden würde - nur so am Rande. Nach der ![]() Beliebtes Argument: Die Zulassung dauert zu lange. Das wollte schon die rot-grüne Bundesregierung durch die Umwandlung des BfArM in die "Deutschen Arzneimittel- und Medizinprodukteagentur" ändern. So schnell reagiert die Politik: War vor einigen Jahren im Vergleich zur amerikanischen Zulassungsbehörde FDA in Europa die Zulassung noch langsam, ist nun Europa zum Zulassungsparadies geworden. Nach den Medikamentenskandalen wie Lipobay oder Vioxx geht es heute nicht mehr um die Geschwindigkeit der Zulassung, sondern um die Sicherheit für die Patienten. Hier ist Forschungsbedarf. Mittlerweile bedeutet in Deutschland und Europa die Zulassung auch nicht mehr automatisch den Markteintritt, da sich die Erstattungsbedingungen und die Preisverhandlungen verschärft haben. Und was die FDA zur Zeit von der schnellen Zulassung in Europa hält, hat sie erst kürzlich mit der Weigerung für die - in Europa entwickelte - Diätpille Acomplia gezeigt. [Arzneimittel]
Unerwünschte Nebenwirkungen Die Diät-Pille Acomplia® vom Hersteller Sanofi-Aventis kämpft immer noch um die Zulassung in den USA. Die Zulassungsbehörde FDA sieht ein erhöhtes Suizid-Risiko als Nebenwirkung. Für die Zulassung in Europa war das kein Hinderungsgrund. In Deutschland ist Acomplia® als "Lifestyle-Medikament" von der Erstattung durch die Krankenkassen ausgenommen. Suizid und Lifestyle? [Arzneimittel]
HAPPY birthday - Prozac wird 20 Der weltweit meistverkaufte Stimmungsaufheller Prozac (Wirkstoff ![]() Ein wenig zu viel Trivia, aber nicht unkritisch. [Arzneimittel]
Abbot bekommt Post 4.000 Unterschriften gegen die Firmenpolitik des Arzneimittelherstellers Abbott haben Mediziner zusammen mit der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Susanne Kastner (SPD) gestern dem Pharmaunternehmen in Wiesbaden überreicht. Hintergrund: Kaletra® ist ein innovatives HIV-Medikament, dass im Gegensatz zu früheren Zubereitungen nicht gekühlt werden muss. Es eignet sich daher besonders für Patienten in Ländern der so genannten Dritten Welt, die nicht über die Möglichkeit verfügen, Arzneimittel zu kühlen. Nach Angaben der Hilfsorganisationen ist die neue Kaletra®-Zubereitung für viele Patienten die einzige Möglichkeit, ihre HIV-Erkrankung adäquat zu therapieren. Nach Angaben der Hilfsorganisationen hat die Firma Abbott ausser in Südafrika in keinem der anderen Länder die Zulassung beantragt, wo Patienten dieses Medikament dringend benötigen. Dazu auch eine Pressemitteilung der Organisation "Ärzte ohne Grenzen". Für mich der wahre Hintergrund: In Thailand hat Ende Januar der Gesundheitsminister den Notstand ausgerufen, um das eigentlich patentgeschützte Kaletra® als Generikum aus Indien zu verkaufen. Abbot befürchtet, dass dies in anderen Ländern Schule macht. Mit Thailand wird verhandelt. Solange da keine Klarheit herrscht, wird Abbot nichts bezüglich der neuen Galenik des Medikaments unternehmen - eine Art Faustpfand bei den Verhandlungen mit den Schwellen- und Entwicklungsländern. [Arzneimittel]
OTC-Marketing und Placebo-Behandlung Wie man aus einem 50 Jahre alten Medikament, das im Arzneimittelreport unter der Rubrik "umstrittene oder unwirtschaftliche Arzneimittel" geführt wird, einen Umsatzrenner mit mehr als 80 Millionen Euro Umsatz in Deutschland macht, ist Thema eines Artikels in der FTD. Wenn Sie in einen großen Markt wollen, müssen Sie 5 bis 10 Mio. Euro in die Hand nehmen", sagt Winter. Bei kleineren Projekten bekomme man zwar auch schon für 3 bis 5 Mio. Euro eine gute Kampagne. Allzu viel zu sparen nütze jedoch nichts, meint der ehemalige Merz-Mann. "Wenn man nicht laut genug ist, kann man es auch gleich bleiben lassen - sonst verplempert man nur eine Menge Geld." Passend dazu geht die Süddeutsche Zeitung der Frage nach, wie der Placebo-Effekt bei der Behandlung genutzt werden kann. Den Einfluss des Marketings bei der Unterstützung des "Glaubenssystem" eines Patienten hat der Autor dabei glatt vergessen. [Arzneimittel]
Pharmaberater-Zukunft Dem Pharmaaussendienst soll es an den Kragen gehen, wenn sich Ulla Schmidt durchsetzt. Mehr bei der boocompany. [Arzneimittel]
Big bucks - big pharma Wer sich unter Pharmamarketing in den USA nichts vorstellen kann, dem lege ich den Trailer für ein Video ans Herz. [Arzneimittel]
Nobelpreiskosten Die US-Amerikaner Andrew Fire und Craig Mello sind mit dem diesjährigen ![]() ![]() Welche Therapiemöglichkeiten diese Entdeckung erschliesst, beschreibt ein Artikel in der FTD. Für die Finanzierung des Gesundheitswesens interessant: Alle diese Ansätze gehen allerdings davon aus, dass der Patient ständig RNA-Mittel erhält. Soviel zum Thema medizinischer Fortschritt und Gesundheitskosten. [Arzneimittel]
Pille und Schluss Raucher haben es schwer. Die schlechten Nachrichten nehmen kein Ende für sie. Seit gestern sind beispielsweise die Speisewagen der ÖBB und der Bahn AG rauchfrei. Was kaum zu glauben ist, wenn man die rollenden Räucherkaten kannte. Fast die Hälfte der Raucher würde gerne aufhören. Ein Riesenmarkt für Produkte und Dienstleistungen zur Raucherentwöhnung. Pfizer mischt auch mit: Unternehmen hat von der Europäischen Kommission die EU-Zulassung für ein neues Mittel zur Raucherentwöhnung erhalten. Übrigens konnte Pfizer in den USA die FDA überzeugen, das Zulassungsverfahren auf 6 Monate zu verkürzen, da es bessere Behandlungsmethoden verspricht. In Studien zeigte sich, dass nach einem Jahr rund 20% der Teilnehmer noch Nichtraucher waren. Das waren zwar doppelt so viele wie in der Placebo-Gruppe, aber diese Erfolgsquoten sind vergleichbar mit oder sogar schlechter als andere Methoden zur Raucherentwöhnung. Und diese sind erprobt und ohne Risiko für Nebenwirkungen. Folgerichtig beurteilen die Autoren des Editorial im JAMA den neuen Wirkstoff als viel versprechend aber nicht als Allheilmittel. Pfizer wird dafür sorgen, dass es als Allheilmittel vermarktet wird. Denn Pfizer hat es nötig. Die Patente von Hauptumsatzbringern wie Zoloft® ($ 3,3 Miliarden) und Norvasc® ($ 4,7 Milliarden) laufen aus. Bextra® musste 2005 vom Markt genommen werden und hat Umsatzerwartungen von $ 1,3 Milliarden zerstört. Und der Nutzen des neu zugelassenen inhalativen Insulins wird nicht nur vom IQWiG kritisch gesehen. Mit der Zulassung steht nun die Frage der Erstattung durch die Krankenkassen an. Bisher sind in Deutschland Medikamente zur Rauchentwöhnung nur im Rahmen von Präventionsmodellen von einzelnen Krankenkassen bezahlt worden. Als wir vor 3 Jahren für einen anderen Auftraggeber die Erstattungssituation analysiert haben, sah es nicht so gut aus. Aber die Tabak-Politik und Problemsicht haben sich sehr verändert. [Arzneimittel]
Sträflingshemd ![]() Sie haben mich erwischt. Per Post im Büro. Schon vor einiger Zeit: Ein T-Shirt vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller mit der aktuellen Kampagne. Das mit der besten Medizin hat für uns, die wir an den Bemühungen der Pharmaindustrie ihre neuen Produkte erfolgreich auf den Markt zu bringen besonders profitieren, einen ganz eigenen Klang. Konsequenterweise ist auf der Rückseite ein grosser Teil unserer Kunden vertreten. ![]() Sollte man zur Dienstkleidung machen. Damit man nicht vergisst, wem man dient. Ich stelle mir gerade vor, wenn alle Lobbyisten und andere, die auf der payroll der Pharmaindustrie stehen, ein solches T-Shirt tragen müssten. Dann sähen manche Veranstaltungen und Diskussionsrunden zur Gesundheitspolitik ziemlich rot aus. Aber jetzt werde ich albern... [Arzneimittel]
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