Pharma Babes

In time.com preist ein Klinikarzt die Pharma Babes. Pharmareferentinnen, deren Reize ein Lichtblick im Klinikalltag darstellen.

Diese persönliche Ebene des Pharmaaussendienstes wird selten thematisiert, obwohl auch hierzulande die persönliche Chemie eine grosse Rolle bei der Frage spielt, welche/r Pharmaberater/in bestimmte Ärzte besucht.

Was bedeutet dies für die Zukunft des Pharmaaussendienstes? Experten erwarten Kosteneinsparungen und einen Stellenabbau, der in Ansätzen schon eingesetzt hat. Während sich viele Betroffene an die Hoffnung klammern, dass Pharmaberater mit guter Ausbildung und hohem Wissen weiterhin gefragt sind und es eher die umgeschulten Arzthelferinnen trifft, könnte dies auch anders aussehen. Wenn die Pharmaberater lediglich zu emotionalen Werbeträgern werden und dementsprechend auch verdienen.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2007-01-07   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

DocMorris auf Franchise-Kurs

DocMorris ist ja bekanntlich letztes Jahr erst einmal mit dem Versuch gescheitert, eine Apothekenkette zu gründen.

In einem halben Jahr wird das Bundesgesundheitsministerium gezwungen sein, das deutsche Apothekenrecht zu ändern.
Dies war sich der saarländische Sozialminister Josef Hecken im August 2006 sicher. 5 Monate später wird über die Gesundheitsreform immer noch diskutiert, aber eine Abkehr von dem Grundprinzip der inhabergeführten Apotheke ist nicht in Sicht.

Das hat auch DocMorris-Chef Ralf Däinghaus eingesehen, der sonst eher mit vollmundigen Ankündungen Aufsehen erregt, wie dem Plan DocMorris zu einer führenden Gesundheitsmarke machen. Die neue Strategie: Apotheker sollen als Lizenz sich das DocMorris-Schild an die Tür heften und exklusiv über DocMorris als Grosshändler die Medikamente beziehen. Eine Art Franchise-System. Am Montag wird der erste Medikamentenshop in der saarländischen Metropole St. Wendel eröffnet. Was aber Ralf Däinghaus nicht davon abhält schon einmal 500 DocMorris-Apotheken in den nächsten 3 Jahren als Planziel vorzugeben.

Dass sich in St. Wendel eine Apotheke gefunden hat, die das Wagnis eingeht, ist nicht verwunderlich. Die 27.000 Einwohner haben die Auswahl unter 11 Apotheken, was eine bemerkenswert hohe Apothekendichte ist. Ob man mit Apotheken in Kleinstädten, denen wirtschaftlich das Wasser bis zum Hals steht, eine schlagkräftige Kooperation aufbauen kann, bleibt offen.

Auch die Idee ist nicht neu. Beispielsweise hat der Medikamentengrosshändler Phoenix, der zur Unternehmensgruppe Merckle (ratiopharm) gehört, über 1300 Apotheken unter dem Markennamen "Linda" vereint - und betreibt im Ausland selber 1300 Apotheken. Auch die anderen Grosshändler sind beim Aufbau von Kooperationsnetzen aktiv und werden sicher DocMorris' "Franchise"-System mit Interesse verfolgen.

DocMorris ist der Aussenseiter, mit 150 Millionen Euro Jahresumsatz im Vergleich alleine zu dem Marktführer Celesio, der selber im Ausland mehr als 2000 eigene Apotheken betreibt, mit 20 Milliarden Euro.

Der Arzneimittelmarkt ist in Bewegung gekommen. Die Zulassung von Versandapotheken, Rabatte der Hersteller gegenüber Krankenkassen und Apotheken, von der Zuzahlung befreite Medikamente, die Hausapotheken-Programme der Krankenkassen und andere Entwicklungen haben das business-Konzept von DocMorris in Bedrängnis gebracht. Im letzten Jahr konnte das Unternehmen nur noch ein Umsatzwachstum von 15% melden. Was meilenweit von den Erwartungen der Investoren entfernt ist. Vor zwei Jahren war noch der Börsengang im Jahr 2006 geplant. Der Umsatz hätte dann 2006 bei 300 Millionen Euro liegen sollen. Auch die einstellige Rendite dürfte die Finanzinvestoren nicht zufriedenstellen. Dinge, die Ralf Däinghaus gerne verschweigt. So ist sein Apotheken-Franchise wieder einmal eine gelungene PR-Aktion, um sein Nischen-Unternehmen in die Medien zu bringen und die Investoren bei Laune zu halten.
 
[DocMorris]
Autor: strappato   2007-01-07   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Ethics reform im US-Kongress

Zum Lobbying in Washington gehören Geld und Annehmlichkeiten. Die Pharmaindustrie hat es mit viel Geld immer besonders gut verstanden, ihre Interessen durchzusetzen.

Zu den ersten Gesetzesinitiativen der neuen demokratischen Mehrheit im Kongress gehört eine "ethics reform". Damit soll der Bestechlichkeit der Abgeordneten begegnet werden. Geschenke von Lobbyisten werden genauso verboten, wie Freikarten für Sportveranstaltungen oder Schlemmen in Restaurants auf Kosten des Lobbyisten. Besonders mit Reisen konnte man anscheinend amerikanische Volksvertreter in der Vergangenheit leicht glücklich machen. Nun sollen Reisen auf fremde Kosten, wie etwas Freiflüge in Firmenjets und Aufenthalte in Luxushotels und Golfresorts, untersagt werden. Für private Reisen benötigt der Abgeordnete die Zustimmung des Ethikkomitees und eine Beschreibung des Zwecks der Reise.

Aber es ist zu befürchten, dass damit nur die Kreativität der Lobbyisten herausgefordert wird und man andere Wege findet, um Wünsche und Angebote zusammen zu bringen.
 
[Ausland]
Autor: strappato   2007-01-05   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

Exitus der Health Community

Don sammelt an der blogbar Blog-Leichen. Ich bin auch über eine gestolpert: Das Burda Health Community Blog.

Auch der ungeübte Pathologe sieht, dass der Tod am 3. Juli 2006 eingetreten ist.
  • Todesort
    Wahrscheinlich München
  • Sichere Zeichen des Todes
    Fäulnis.
  • Todesart
    Ungeklärt.
  • Anhaltspunkte auf einen nicht natürlichen Tod
    Noch Am 27. März 2006 wurde im blog eine Veranstaltung für April angekündigt: "Methusalems Märkte - Demographischer Wandel als Chance" - aber nicht im blog aufbereitet. Danach gab es nur noch Einträge zu einem Dienst, der anhand unscharfer Handy-Fotos das eigene Essen analysiert und zu einem Lunch-Event.
  • Klinischer Befund (spekulativ)
    Unmittelbar zum Tode führende Krankheit: Ende des Etats. Vorausgegangene Ursachen: Als Folge von mangelndem Medieninteresse. Grundleiden: Überschätzung.
  • Obduktion angestrebt?
    Nein, das kann man nicht einmal Prof. Boerne aus dem Tatort, der in Münster spielt, zumuten.
  • Epikrise
    Womöglich wurde auf dem "8. Health Community Lunch" der Handy-Cam Ernährungsberatungs-Service getestet. Danach haben sich die Beteiligten ihrer eigenen Gesundheit zugewandt.

 
[Internet]
Autor: strappato   2007-01-05   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Schweizer Medizin-Marketing

Auch in der Schweiz stösst die Einflussnahme der Pharmaindustrie auf Patientenselbsthilfegruppen auf Kritik. Von 29 Organisationen, die der SonntagsZeitung einen Fragebogen beantworteten, bezogen immerhin fünf zu mehr als die Hälfte ihrer Jahreseinnahmen von der Pharmaindustrie.
Marketingbüros vermitteln nicht nur zwischen Industrie und Patienten. Eine Basler Agentur verspricht ihren Kunden etwa: "Von unseren Kontakten können Sie profitieren." Auf der Kontaktliste stehen neben staatlichen Institutionen und Forschungseinrichtungen auch "Interessengruppierungen und Betroffenenorganisationen". Eine Zürcher Medizinmarketing-Agentur preist bei den Dienstleistungen massgeschneiderte Kampagnen an, zu denen Massnahmen wie "Gründungen von Vereinen und Stiftungen" gehören.

 
[Ausland]
Autor: strappato   2007-01-04   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Versagerprämie

Nachdem Hank McKinnell schon als CEO beim weltgrössten Pharmakonzern Pfizer abgelöst worden ist, muss er auch noch seinen Stuhl als chairman an seinen Nachfolger Jeffrey Kindler abgeben. Ob es ihm schwer gefallen ist, angesichts der $ 198 Millionen Versagerprämie?

Ein Schlag ins Gesicht für die Mitarbeiter weltweit, die aufgrund des Kostensenkungsprogramms mit dem 2006 Kosteneinsparungen von bis zu $ 2,5 Milliarden und bis 2008 dann insgesamt $ 4 Milliarden erzielt werden sollen, ihren Arbeitsplatz verloren haben oder noch verlieren werden.

Während das Wissenschaftsjournal Nature meint: When the party’s over, fängt für die Börsenanalysten die Party erst an: Pfizer-Aktie günstige Einstiegsgelegenheit. Pfizer wird zum Spekulationsobjekt für halbgare Empfehlungen.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2007-01-04   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Sparziele verfehlt

Das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) soll 2007 die Arzneimittelausgaben der GKV um 500 Millionen Euro reduzieren. Wichtige Elemente sind ein Abschlag für patentfreie Arzneimittel von 10% auf den Herstellerabgabepreis für die Krankenkassen und die Möglichkeit der Zuzahlungsbefreiung für günstige Arzneimittel deren Apothekeneinkaufspreis mindestens 30% unter dem Festbetrag liegt.

Nach diesem Gesetz fällt für die Hersteller bei einer Senkung der Preise ab dem 1. Januar 2007 um 10% der Herstellerrabatt in gleicher Höhe weg. Ein Gesetzeslücke, die von den Unternehmen natürlich ausgenutzt wurde, indem sie noch vor Jahresschluss die Preise erhöht haben, um sie dann im Januar zu senken. Das könnte den Kassen mindestens 150 Millionen Euro kosten.

Auch bei der Zuzahlungsbefreiung könnten die Sparziele verfehlt werden. Grund ist Praxis von chronisch Kranken, ihren maximalen Zuzahlungsbetrag von einem Prozent des Bruttoeinkommens schon am Jahresanfang den Krankenkassen zu überweisen, damit sie keine Belege mehr sammeln und bei den Krankenkassen einreichen müssen. Die Gesundheitspolitik setzt bei der Zuzahlungsbefreiung auch auf die Mitarbeit der Patienten und deren Interesse, dass der Arzt ihnen Medikamente von der Liste zulassungsbefreiter Wirkstoffe verschreibt. Patienten, die sich "frei gekauft" haben, fehlt diese Motivation - es ist zu befürchten, dass ein Moral Hazard-Verhalten die Ausgaben noch erhöht. Das sieht auch der Generika-Hersteller betapharm und versucht mit einer PR-Kampagne gegenzusteuern.
 
[Reform]
Autor: strappato   2007-01-04   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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