Es geht mir nur ums Geschäft


Gehe, Umsatzzweiter im deutschen Apothekengrosshandel soll sich intensiv um seine Kunden bemühen.
Gerüchten aus dem Markt zufolge hat Gehe einen externen Dienstleister damit beauftragt, telefonisch Kunden zu akquirieren. Apotheker berichten von konkreten Konditionsangeboten.

Mutterkonzern Celesio hatte 90% von DocMorris übernommen, was die klare Trennung zwischen Grosshandel und Apothekeneinzelhandel aufhob. Mein Apotheker hat darauf hin die Bestellungen bei Gehe zurückgefahren, weil er nicht seine direkte Konkurrenz durch DocMorris füttern wollte. Da war er nicht der einzige: Gehe musste einen Verlust von bis zu 20% der Kunden verkraften. Die Folge sollen 800 Millionen Euro Umsatzverlust sein und die Zurückstufung auf dem dritten Platz nach Marktanteilen in Deutschland.

Der Kampf um die Marktanteile wird hart ausgefochten. Ein paar Splitter aus der Pharmazeutischen Zeitung und anderen Medien: Celesio setzt auf vollständige Marktliberalisierung und versucht durch Lobbying dies noch vor einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu erreichen. Apotheker befürchten, dass ihre Bestelldaten bei Gehe zur Marktanalyse für DocMorris genutzt werden. Gehe-Aussendienstleister sollen Druck auf einzelne Apotheken ausüben und für den Fall einer Kündigung des Geschäftsverhältnisses wird engedroht, in die Nähe dieser Apotheke eine DocMorris-Platzierung zu organisieren. Oder es würde gleich angeraten, selbst zur DocMorris-Apotheke umzufirmieren - sonst werde das der Nachbar tun.

Da bekommen die oben genannten Gerüchte einen ganz anderen Geschmack. Die telefonische Kundenakquisition wird zu einem Angebot, das man nicht ablehnen kann. "Er bittet kein zweites Mal um einen Gefallen, wenn man ihm den ersten verweigert."

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Hier noch ein Bericht des Saarländischen Rundfunks zum Thema Apothekenmarkt.
 
[DocMorris]
Autor: strappato   2007-12-23   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

DocMorris durch die grüne Brille gesehen

DocMorris hat es geschafft, binnen zweier Monate seine vierte (4.!) Franchise Apotheke zu eröffnen. Wenn das Tempo so zügig weiter geht, wird die geplante 500. Apotheke im Jahr 2027 eröffnet werden. Dann könnte Ralf Däinghaus sein Lebenswerk mit 60 vollenden und in Rente gehen.

Immer wieder erstaunt, wie DocMorris die Medien in der Hand hat. Zur jüngsten Eröffnung in Berlin-Pankow ist ein Artikel in der Berliner Morgenpost erschienen, der einen weiteren Tiefpunkt in der Berichterstattung über das Unternehmen markiert.

Weitere sogenannte Partner-Apotheken hat DocMorris in den vergangenen Tagen bereits in kleineren Städten im Saarland, in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein eröffnet.
In jedem Bundesland eine, und das eher in den vergangenen Wochen oder gar Monaten. Dass die Berliner Apotheke erst die Vierte ist, wird vergessen zu erwähnen.

Mit diesem neuen Konzept will das in Heerlen - im niederländisch-deutschen Grenzgebiet - ansässige Unternehmen offenbar langwierige und teure standesrechtliche Auseinandersetzungen vermeiden.
Offenbar... Offenbar haben die beiden Autoren auch mit Unternehmenssprecher Christian Becker gesprochen. Hätte man doch glatt mal fragen können. Neu ist das Konzept auch nicht, ähnliche Franchise-Systeme, wie etwa die Linda-Apotheken, gibt es schon länger. Und seit wann ist das niederländisch-deutsche Grenzgebiet eine autonome Region? Heerlen und damit der Unternehmenssitz von DocMorris liegt in den Niederlanden.

... plant DocMorris, in den nächsten fünf Jahren bundesweit 500 derartige Partner-Apotheken zu eröffnen. Es gebe bereits 300 Bewerbungen, täglich kämen 20 dazu, so Becker.
Am Anfang waren es noch 3 Jahre, man hat bei DocMorris ein wenig Realitätssinn entdeckt. 20 Bewerbungen pro Tag? Dann sind die 300 Bewerbungen in den letzten 3 Wochen eingetroffen? Und wenn es so weiter geht, dann haben sich Ende des Jahres 20% aller deutschen Apotheker beworben. DocMorris eröffnet Partner-Apotheken? Die Partner bleiben selbstständig und weisungsungebunden. Wenn dann eröffnet der jeweilige Apothekeninhaber eine DocMorris-Apotheke.

Für die Nutzung des Grünen Kreuzes, dem Markenzeichen von DocMorris, und der günstigen Einkaufspreise hat die Partner-Apotheke eine monatliche Lizenzgebühr zu zahlen.
Das grüne Kreuz ist ein international verwendetes Apothekennzeichen. Beispielsweise in Spanien, Grossbritannien, Italien, Frankreich.
Ist wohl eher das DocMorris-Logo gemeint.

Über die Höhe der Gebühr, die nicht umsatzgebunden sein soll, wollte Becker keine Angaben machen.
Wozu gibt es denn das Internet? Wäre leicht zu finden gewesen, dass DocMorris für die Nutzung der Marke und des Logos einmalig 5.000 Euro und monatlich 1.500 Euro in Rechnung stellt.

"Auf Dauer können wir uns den europäischen Entwicklungen nicht entziehen", so Stange.
Am Ende kommt die eigentliche Hauptperson, nämlich der immer noch selbstständige Apotheker zu Wort. "Europäische Entwicklungen" hört sich gut an, da wollen die Autoren nicht noch nachfragen. Mit der europäische Entwicklung wäre Apotheker Bernd Stange nur noch Filialleiter in einem Apothekenkonzern, wenn er nicht von der Marktbereinigung und damit vom geringerem Bedarf an Apotheker betroffen wäre.
 
[DocMorris]
Autor: strappato   2007-03-02   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Erfolgskonzepte

Ich habe etwas gefunden, was die überzogenen Erwartungen von DocMorris an das neue Franchise-Konzept zeigt. Der Umsatz soll ja bei 2 Millionen Euro pro Apotheke liegen. Da DocMorris dies als eigene Umsatzerwartung ausgibt, müsste dies auf Basis der Preise sein, zu denen DocMorris die Partner-Apotheken beliefert - quasi Grosshandelspreise.

Der Verbund Avie geht bei seinen Standorten auch von 2 Millionen netto Umsatz aus, aber als Umsatz der Apotheke und nicht des Grosshändlers. Und dies an 1a Standorten in Verbrauchermärkten, Einkaufszentren und erstklassigen City-Lagen. Nicht wie DocMorris in überversorgten Kleinstädten. Während bei DocMorris die Anforderungen an Partnerapotheken nicht spezifiziert werden und der Partnercheck dürftige Angaben enthält, verlangt avie Frequenzbringer als Nachbarn, Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, mind. 6 m Schaufensterfront, ebenerdige Begehbarkeit ohne Stufen und bietet Standortanalysen an (siehe pdf). Bei DocMorris muss der Apotheker auf die Marke vertrauen und bekommt ein "Markenhandbuch" in die Hand gedrückt. Erfolgreiche Businesskonzepte sehen anders aus. Damit würde man von keiner Bank einen Euro bekommen.

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Update: Auch die FAZ sieht die Chancen von DocMorris nüchtern.
 
[DocMorris]
Autor: strappato   2007-01-10   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Apothekertraditionen

Ein Kommentar in der Pharmazeutischen Zeitung beschreibt meines Erachtens gut die Lage bei DocMorris und am Apothekenmarkt.

Wie sehr DocMorris und die beginnende Liberalisierung am Apothekenmarkt die Branche erschüttern, kann man auch an ihren Gepflogenheiten ablesen. So findet die Pharmazeutische Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer traditionell immer noch in Davos statt. Im Rahmenprogramm: Günter Schabowski (Sponsor: Deutsche Apotheker- und Ärztebank), Inga Rumpf (Sponsor: CEDAG GmbH - standeseigenes Rechenzentrum), Konzert mit Preisträgern von "Jugend musiziert" (Sponsor: STADA Arzneimittel). Nicht fehlen darf der Hinweis für angestellte Apotheker, dass in einigen Bundesländern dies als Bildungsurlaubsveranstaltung anerkannt werden kann. Da kann man nur "Ski Heil" wünschen. Im Juni trifft man sich dann traditionell in Meran.

Für diese Funktionäre müssen DocMorris und Ulla Schmidt wie Bedrohungen aus einer anderen Galaxie wirken.
 
[DocMorris]
Autor: strappato   2007-01-10   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

DocMorris expandiert mal wieder

DocMorris ist auf Expansionskurs und hat heute die erste Franchise-Apotheke in St. Wendel eröffnet.

Endlich mal positive Nachrichten, die Flops wie die Niederlage in Saarbrücken, den vor 2 Jahren noch für 2006 erwarteten Börsengang und einen prognostizierten Umsatz von 300 Millionen Euro - aktuell ist es die Hälfte - vergessen machen. An diesem glücklichen Tag fragt auch keiner mehr, wo denn die als Gegenleistung zur Lizenzerteilung in Saarbrücken versprochenen 300 Arbeitsplätze im Saarland sind.

Heute will auch keiner nachrechnen. Jede Woche eine neue Filiale. Bei der Zielmarke von 500 dauert dies 10 Jahre. Am Wochenende war noch von 3 Jahren die Rede, nun werden 3-5 Jahre genannt. Was immer noch eine Schlagzahl von 2-3 Apotheken jede Woche bedeuten würde. Und wenn DocMorris langsam anfängt, dann muss irgendwann jeden Tag eine neue DocMorris-Apotheke eröffnen.

... verzichten auf Marge und holen uns dies über einen höheren Umsatz wieder rein.. BWL für Grundschullehrer. Denn eine Ausweitung des Verbrauchs ist bei Medikamenten nicht so ohne weiteres möglich. Und bei 27.000 Einwohnern in St. Wendel ist der regionale Markt für den stationären Handel sehr übersichtlich.

Mit den 500 Franchise-Apotheken will DocMorris auf einen Umsatz von 1 bis 1,5 Milliarden Euro kommen. Das wären rund 2 Millionen durchschnittlich pro Apotheke in Grosshandelspreisen. Das ist unglaublich hoch. Wobei viele der Apotheken, die sich DocMorris an den Hals werfen werden, eher zu den wirtschaftlich Schwachen gehören. Nur: Sehr wählerisch kann DocMorris auch nicht bei der Auswahl der Partner sein. Sonst ist die Zahl der Neueröffnungen nie zu schaffen.

Die Wirtschaftswoche beleuchtet einen Hintergrund: Der Anteil des Versandhandels an den Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen sei nach einer im Dezember vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Statistik stark rückläufig.. Auch wenn es nur die rezeptpflichtigen Medikamente betrifft. Wenn man bedenkt, dass hinter DocMorris Kapitalinvestoren - "Heuschrecken" - stehen, dann kann sowas schon Beunruhigung auslösen. Die von DocMorris immer wieder genannten 8 Prozent Versandanteil scheinen unerreichbar.

Ähnlich wie die zweistellige Rendite, die die Investoren erwarten. Im Versandhandel bleibt DocMorris die gesamte Marge vom Herstellerabgabepreis bis zum Endverbraucherpreis. Im stationären Handel nur noch die Grosshandelsspanne und die Lizenzgebühren, die Franchise typisch wohl auch umsatzabhängig sind. Der Apotheker will ja auch von etwas leben. Von der smarten Geschäftsidee, durch den Versandhandel kostengünstiger zu sein, bleibt nicht mehr viel übrig.

Am Ende ist da noch die Hoffnung auf "DocMorris" als Gesundheitsmarke. Von Generika bis Kuren liest man so einiges, was sich durch das grüne Kreuz im logo besser verkaufen lassen soll. Alles Märkte, die mit Zähnen und Klauen verteidigt werden und nur auf das Brand und nicht auf ein neues Business-Model aufbauen.
 
[DocMorris]
Autor: strappato   2007-01-08   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

DocMorris auf Franchise-Kurs

DocMorris ist ja bekanntlich letztes Jahr erst einmal mit dem Versuch gescheitert, eine Apothekenkette zu gründen.

In einem halben Jahr wird das Bundesgesundheitsministerium gezwungen sein, das deutsche Apothekenrecht zu ändern.
Dies war sich der saarländische Sozialminister Josef Hecken im August 2006 sicher. 5 Monate später wird über die Gesundheitsreform immer noch diskutiert, aber eine Abkehr von dem Grundprinzip der inhabergeführten Apotheke ist nicht in Sicht.

Das hat auch DocMorris-Chef Ralf Däinghaus eingesehen, der sonst eher mit vollmundigen Ankündungen Aufsehen erregt, wie dem Plan DocMorris zu einer führenden Gesundheitsmarke machen. Die neue Strategie: Apotheker sollen als Lizenz sich das DocMorris-Schild an die Tür heften und exklusiv über DocMorris als Grosshändler die Medikamente beziehen. Eine Art Franchise-System. Am Montag wird der erste Medikamentenshop in der saarländischen Metropole St. Wendel eröffnet. Was aber Ralf Däinghaus nicht davon abhält schon einmal 500 DocMorris-Apotheken in den nächsten 3 Jahren als Planziel vorzugeben.

Dass sich in St. Wendel eine Apotheke gefunden hat, die das Wagnis eingeht, ist nicht verwunderlich. Die 27.000 Einwohner haben die Auswahl unter 11 Apotheken, was eine bemerkenswert hohe Apothekendichte ist. Ob man mit Apotheken in Kleinstädten, denen wirtschaftlich das Wasser bis zum Hals steht, eine schlagkräftige Kooperation aufbauen kann, bleibt offen.

Auch die Idee ist nicht neu. Beispielsweise hat der Medikamentengrosshändler Phoenix, der zur Unternehmensgruppe Merckle (ratiopharm) gehört, über 1300 Apotheken unter dem Markennamen "Linda" vereint - und betreibt im Ausland selber 1300 Apotheken. Auch die anderen Grosshändler sind beim Aufbau von Kooperationsnetzen aktiv und werden sicher DocMorris' "Franchise"-System mit Interesse verfolgen.

DocMorris ist der Aussenseiter, mit 150 Millionen Euro Jahresumsatz im Vergleich alleine zu dem Marktführer Celesio, der selber im Ausland mehr als 2000 eigene Apotheken betreibt, mit 20 Milliarden Euro.

Der Arzneimittelmarkt ist in Bewegung gekommen. Die Zulassung von Versandapotheken, Rabatte der Hersteller gegenüber Krankenkassen und Apotheken, von der Zuzahlung befreite Medikamente, die Hausapotheken-Programme der Krankenkassen und andere Entwicklungen haben das business-Konzept von DocMorris in Bedrängnis gebracht. Im letzten Jahr konnte das Unternehmen nur noch ein Umsatzwachstum von 15% melden. Was meilenweit von den Erwartungen der Investoren entfernt ist. Vor zwei Jahren war noch der Börsengang im Jahr 2006 geplant. Der Umsatz hätte dann 2006 bei 300 Millionen Euro liegen sollen. Auch die einstellige Rendite dürfte die Finanzinvestoren nicht zufriedenstellen. Dinge, die Ralf Däinghaus gerne verschweigt. So ist sein Apotheken-Franchise wieder einmal eine gelungene PR-Aktion, um sein Nischen-Unternehmen in die Medien zu bringen und die Investoren bei Laune zu halten.
 
[DocMorris]
Autor: strappato   2007-01-07   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Versandapotheken-Notdienst

Wenn wir beim Thema Apotheken sind. Aus den Kommentaren im DocMorris-Blog (Kommentar #5).

Die Versandapotheke Sanicare ruft die sich im Notdienst befindliche Apotheke an, weil ein Patient (Diabetiker) der IKK sein Rezept über Ibuprofen (Schmerzmittel) und Metformin (Mittel zur Senkung des Blutzuckers) an die Sanicare-Apotheke geschickt hat. Leider ist die Sendung nicht Rechtzeitig angekommen und dem Patienten ist sein Metformin bereits ausgegangen (hätte im übrigen max. 2h in eine ansässigen Apotheke gedauert, es zu besorgen). Daher braucht der Patient das Metformin dringendst, Sanicare fragte, ob die Notdienstapotheke das gewünschte Präparat liefern kann - welch Wunder, sie konnte! Das Rezept wurde per Fax von Sanicare an die Notdienstapotheke übermittelt, somit lag ein Beweis über die Verordnung vor. Ein paar Tage später kam eine Ersatzschachtel von Sanicare an die Notdienstapotheke. Das Rezept hat Sanicare bei der IKK eingereicht. Notdienst zum Nulltarif - wir haben aber auch ein Scheiß Apothekensystem.

 
[DocMorris]
Autor: strappato   2006-09-18   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Wenn es kommt, dann dicke

Nach der Schlissung der Saarbrücker Filiale muss DocMorris eine weitere Niederlage einstecken: Doc Morris muss die Kampagne 'Geld verdienen auf Rezept' einstellen.
Gesetzlich Versicherte, die beim Versandhändler ein zuzahlungsbefreites Medikament einlösten, wurden dafür mit einem Bonus von 2,50 Euro belohnt. Bei Rezepteinreichungen für verschreibungspflichtige Arzneien ist sowieso nur die halbe Zuzahlung zu leisten. Jetzt stoppte das Landgericht München I die Kampagne zu den Bonuszahlungen, die unter dem Motto "Geld verdienen auf Rezept" lief. Der Bonus von 2,50 Euro wurde auf einem Sonderkonto bis zu einem Betrag von 30 Euro gesammelt und dann auf ein Konto des Versicherten überwiesen.

Ralf Däinghaus hat das bisher auf dem Unternehmens-Blog noch nicht kommentiert.

Die Nische, in der DocMorris seine Geschäfte machen konnte, wird Schritt für Schritt kleiner. Und kein neues vielversprechendes business-Konzept in Sicht.

Im übrigen erinnert das sehr ans Meilensammeln. Eigene Boni zu Lasten Dritter. Nur dass man sich durch einen Gang zum Arzt selber das "Ticket" besorgen kann.
 
[DocMorris]
Autor: strappato   2006-09-18   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Final: DocMorris muss Rollläden schliessen

DocMorris muss eine Niederlage einstecken. Das Verwaltungsgericht des Saarlandes hat entschieden, dass bis zur endgültigen Entscheidung im Hauptsacheverfahren die Apothekenfiliale in Saarbrücken geschlossen werden muss.

Der Gründer, Ralf Däinghaus spricht von einer einsamen Entscheidung eines Verwaltungsgerichts und vergisst dabei, dass der Eröffnung der Filiale eine genauso einsame Entscheidung des Landesgesundheitsministers Hecken voraus ging. In keinem anderen Bundesland hätte DocMorris eine Betriebserlaubnis bekommen, da nach deutschem Recht der Apothekenbesitz nur natürlichen Personen erlaubt ist und nicht Kapitalgesellschaften. Die Auslegung zugunsten des Europarechts, erkaufte sich DocMorris mit der Zusage für den Bau eines Auslieferungslagers und 300 Arbeitsplätzen in dem chronisch klammen Bundesland.

Das deutsche Apothekenrecht mag reformbedürftig sein und nicht den Richtlinien der EU entsprechen. Aber das ist Aufgabe des Gesetzgebers und nicht eines Unternehmens, das sich mit Macht einen Startvorteil gegenüber den Konkurrenten sichern will.

Diese sind zum einen die Pharmagrosshändler Phoenix und Celesio, die im Ausland schon Apotheken betreiben und ihre Erfahrung bei der Öffnung des deutschen Marktes einbringen können, und zum anderen droht die Gesundheitskarte, die durch das elektronischen Rezept den Versandhandel bedroht.

Das Geld zum Aufbau von Apothekenketten ist da: Das Bundeskartellamt hatte erst Anfang des Monats gegen vier Pharmagroßhändler wegen illegaler Absprachen eine Strafe in Höhe von 2,6 Millionen Euro verhängt
 
[DocMorris]
Autor: strappato   2006-09-13   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 



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