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Tamiflu®-Welle Nach der Vogelgrippenwelle folgt die Tamiflu®-Welle. Denn 90% des Medikaments werden wieder ausgeschieden und gelangen in die Umwelt. Für die Viren ideal, um die Abwehrkräfte zu stärken und einen resistenten Stamm herauszubilden. Das errechneten Forscher des Centre for Ecology & Hydrology in Oxford in einer Studie. Singer AC, Nunn MA, Gould EA, Johnson AC. Potential Risks Associated with the Proposed Widespread Use of Tamiflu. Environmental Health Perspectives 2007;115:102-106. Der Hersteller Roche hat diese Berechnungen schon mal vorsorglich als falsch zurückgewiesen - aber selber keine eigene ökologische Bewertung durchgeführt. [Public Health]
Erfolgskonzepte Ich habe etwas gefunden, was die überzogenen Erwartungen von DocMorris an das neue Franchise-Konzept zeigt. Der Umsatz soll ja bei 2 Millionen Euro pro Apotheke Der Verbund Avie geht bei seinen Standorten auch von 2 Millionen netto Umsatz aus, aber als Umsatz der Apotheke und nicht des Grosshändlers. Und dies an 1a Standorten in Verbrauchermärkten, Einkaufszentren und erstklassigen City-Lagen. Nicht wie DocMorris in überversorgten Kleinstädten. Während bei DocMorris die Anforderungen an Partnerapotheken nicht spezifiziert werden und der Partnercheck dürftige Angaben enthält, verlangt avie Frequenzbringer als Nachbarn, Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, mind. 6 m Schaufensterfront, ebenerdige Begehbarkeit ohne Stufen und bietet Standortanalysen an (siehe pdf). Bei DocMorris muss der Apotheker auf die Marke vertrauen und bekommt ein "Markenhandbuch" in die Hand gedrückt. Erfolgreiche Businesskonzepte sehen anders aus. Damit würde man von keiner Bank einen Euro bekommen. -- Update: Auch die FAZ sieht die Chancen von DocMorris nüchtern. [DocMorris]
Apothekertraditionen Ein Kommentar in der Pharmazeutischen Zeitung beschreibt meines Erachtens gut die Lage bei DocMorris und am Apothekenmarkt. Wie sehr DocMorris und die beginnende Liberalisierung am Apothekenmarkt die Branche erschüttern, kann man auch an ihren Gepflogenheiten ablesen. So findet die Pharmazeutische Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer traditionell immer noch in Davos statt. Im Rahmenprogramm: Günter Schabowski (Sponsor: Deutsche Apotheker- und Ärztebank), Inga Rumpf (Sponsor: CEDAG GmbH - standeseigenes Rechenzentrum), Konzert mit Preisträgern von "Jugend musiziert" (Sponsor: STADA Arzneimittel). Nicht fehlen darf der Hinweis für angestellte Apotheker, dass in einigen Bundesländern dies als Bildungsurlaubsveranstaltung anerkannt werden kann. Da kann man nur "Ski Heil" wünschen. Im Juni trifft man sich dann traditionell in Meran. Für diese Funktionäre müssen DocMorris und Ulla Schmidt wie Bedrohungen aus einer anderen Galaxie wirken. [DocMorris]
Beziehungs-Management Was schreibt die TAZ heute in ihrer ersten Folge zum Boom 2.0? Lukrativ ist Internettechnologie besonders in seriösen Branchen wie Gesundheitswesen und E-Government.
Michael Stamm von der Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin.Und prompt kommt die Meldung, dass die Holtzbrinck-Tochter eLAB beim Online-Gesundheitsnetzwerk helpster.de einsteigt. Ganz überraschend kommt dies nicht. Joachim Schmaltz, ein Gründer und bis Ende Dezember Geschäftsführer von helpster.de, war bis zum 31.12.2006 Geschäftsführer von economy.one, der "online-unit" der Verlagsgruppe Handelsblatt. Sönke Strahmann, ein weiterer Gründer und geschäftsführender Gesellschafter war bis November 2006 im Controlling der Verlagsgruppe tätig. Und der Dritte im Bunde, Michael Stephan hatte die Position des Leiters Business & Legal Affairs bei Holtzbrinck Networx bis zur Gründung von helpster im Herbst 2005. Man kennt sich also. -- Ein Nachtrag: Was mir dabei aufgefallen ist, zum Vergleich New Economy und Web2.0: Damals haben wir für verschiedene Startups im Gesundheitsbereich fachliche Beratung gemacht. Nur am Rande das Wahnsinns - Gottseidank. Geld war ja da. Heute sollen die user den Fachcontent liefern: Verlassen Sie sich bei helpster.de auf hochwertige Informationen renommierter Quellen (wie z.B. Gesundheits-Brockhaus) UND auf vertrauenswürdige Meinungen und Empfehlungen anderer Mitglieder.
Das kann, wenn es sich um die Gesundheit dreht, schon mal ins Auge gehen. Um es mal auf die makabre Spitze zu treiben: Was ist, wenn die anderen Mitglieder gar keine Bewertung des heissen Tipps mehr abgeben können...[Internet]
DocMorris expandiert mal wieder DocMorris ist auf Expansionskurs und hat heute Endlich mal positive Nachrichten, die Flops wie die Niederlage in Saarbrücken, den vor 2 Jahren noch für 2006 erwarteten Börsengang und einen prognostizierten Umsatz von 300 Millionen Euro - aktuell ist es die Hälfte - vergessen machen. An diesem glücklichen Tag fragt auch keiner mehr, wo denn die als Gegenleistung zur Lizenzerteilung in Saarbrücken versprochenen 300 Arbeitsplätze im Saarland sind. Heute will auch keiner nachrechnen. Jede Woche eine neue Filiale. Bei der Zielmarke von 500 dauert dies 10 Jahre. Am Wochenende war noch von 3 Jahren die Rede, nun werden 3-5 Jahre genannt. Was immer noch eine Schlagzahl von 2-3 Apotheken jede Woche bedeuten würde. Und wenn DocMorris langsam anfängt, dann muss irgendwann jeden Tag eine neue DocMorris-Apotheke eröffnen. ... verzichten auf Marge und holen uns dies über einen höheren Umsatz wieder rein.. BWL für Grundschullehrer. Denn eine Ausweitung des Verbrauchs ist bei Medikamenten nicht so ohne weiteres möglich. Und bei 27.000 Einwohnern in St. Wendel ist der regionale Markt für den stationären Handel sehr übersichtlich. Mit den 500 Franchise-Apotheken will DocMorris auf einen Umsatz von 1 bis 1,5 Milliarden Euro kommen. Das wären rund 2 Millionen durchschnittlich pro Apotheke in Grosshandelspreisen. Das ist unglaublich hoch. Wobei viele der Apotheken, die sich DocMorris an den Hals werfen werden, eher zu den wirtschaftlich Schwachen gehören. Nur: Sehr wählerisch kann DocMorris auch nicht bei der Auswahl der Partner sein. Sonst ist die Zahl der Neueröffnungen nie zu schaffen. Die Wirtschaftswoche beleuchtet einen Hintergrund: Der Anteil des Versandhandels an den Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen sei nach einer im Dezember vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Statistik stark rückläufig.. Auch wenn es nur die rezeptpflichtigen Medikamente betrifft. Wenn man bedenkt, dass hinter DocMorris Kapitalinvestoren - "Heuschrecken" - stehen, dann kann sowas schon Beunruhigung auslösen. Die von DocMorris immer wieder genannten 8 Prozent Versandanteil scheinen unerreichbar. Ähnlich wie die zweistellige Rendite, die die Investoren erwarten. Im Versandhandel bleibt DocMorris die gesamte Marge vom Herstellerabgabepreis bis zum Endverbraucherpreis. Im stationären Handel nur noch die Grosshandelsspanne und die Lizenzgebühren, die Franchise typisch wohl auch umsatzabhängig sind. Der Apotheker will ja auch von etwas leben. Von der smarten Geschäftsidee, durch den Versandhandel kostengünstiger zu sein, bleibt nicht mehr viel übrig. Am Ende ist da noch die Hoffnung auf "DocMorris" als Gesundheitsmarke. Von Generika bis Kuren liest man so einiges, was sich durch das grüne Kreuz im logo besser verkaufen lassen soll. Alles Märkte, die mit Zähnen und Klauen verteidigt werden und nur auf das Brand und nicht auf ein neues Business-Model aufbauen. [DocMorris]
Masse und Massstäbe Eine Reportage in der NY Times aus einem Land, dessen Kinder erstmals in der Geschichte eine geringere Lebenserwartung als ihre Eltern haben werden. There are so many overweight children that perceptions are getting distorted about what’s normal and healthy. [Public Health]
Nutzen des Gesundheitsfonds Wer noch nicht verstanden hat, was der geplante Gesundheitsfonds eigentlich bewirken soll - Prof. Wolfram Richter, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen und einer der geistigen Väter des Gesundheitsfonds, erklärt es in einem Interview in der FAZ. Die Kassen haben im geltenden System kein Interesse an einem eng definierten Pflichtleistungskatalog. Beim Gesundheitsfonds sieht das anders aus: Die Kassen wissen, dass nun ein Spartarif für viele Versicherte interessant wird - und werden dementsprechend anders über den Pflichtleistungskatalog diskutieren. Sie wissen, dass vom Markt ein Druck ausgehen wird, Zusatzleistungen von den Pflichtleistungen zu trennen und nur noch zu risikoadjustierten Prämien über Zusatzverträge anzubieten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mit dem Gesundheitsfonds auch bald die erste Krankenkasse mit Billigtarifen kommt, eine Aldi-Krankenkasse, wenn Sie so wollen. [Reform]
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