Folgen der Pharma-PR

Thomas Körner, alias (c)TOM nimmt in seinem heutigen Cartoon "tom touché" in der taz die Folgen der Pharma-PR aufs Korn. Göttlich - wie fast immer.
 
[Internet]
Autor: strappato   2007-01-17   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Geschenke erhalten die Freundschaft

Welche Einstellung haben Gynäkologen zu der möglichen Beeinflussung durch die Pharmaindustrie? Dieser Frage sind Maria A. Morgan und weitere vier Wissenschaftler in einer Befragung in den USA nachgegangen. Das Ergebnis bestätigt die Befürchtungen:
  • 92% meinten, es sei richtig Medikamentenmuster zu bekommen.
  • 77% hatten kein Problem mit einem informativen Mittagessen auf Kosten des Pharmakonzerns.
  • 75% fanden anatomische Modelle als Geschenk akzeptabel.
  • 53% konnten nichts Schlimmes an einem gut bezahlten Beratervertrag für das Pharmaunternehmen sehen.
Lediglich 33% der befragten Ärzte konnten sich es vorstellen, dass ihre eigenen Verschreibungen durch die Annahme von Medikamentenmuster beeinflusst würde. Es sind immer die anderen: Die Befragten waren der Überzeugung, dass der Durchschnittsarzt eher von Geschenken der Pharmaunternehmen beeinflusst wird, als sie persönlich. Als Grund für die Annahme von Pharmamustern rangierten die finanziellen Nöte der Patienten (94%) und die eigene Bequemlichkeit (76%) vor dem eigentlichen Zweck, dem Testen der Wirkung des Produkts (63%). Es überrascht daher nicht, dass nur ein Drittel der Gynäkologen der Ansicht waren, dass die Kontakte zur Pharmaindustrie strenger geregelt werden sollten. Morgan MA, Dana J, Loewenstein G, Zinberg S, Schulkin J. Interactions of doctors with the pharmaceutical industry. J Med Ethics 2006;32:559-563.

Wie sähen die Ergebnisse einer solchen Studie in Deutschland aus? Eine aktuelle Befragung von Vertragsärzten im Auftrag des Virchow-Bundes gibt Hinweise darauf. Danach schätzten 71% der Befragten die Arzneimittelmuster als wichtigen Wert. Nur 29% betracheten Werbegeschenke als negativ. Was ich als besonders erschreckend halte: 57% gaben an, dass Pharmareferenten eine grosse Rolle in der Organisation ihrer Fortbildung spielen. Wenn man weiss, welchen Einfluss die Pharmaindustrie auf die Planung, Durchführung und Veröffentlichung von klinischen Studien und sogar Leitlinienempfehlungen hat, dann sollten sich die Verantwortlichen in den Ärztekammen ernsthaft Sorgen machen. Ob das mit der Pflicht zur fachlichen Fortbildung gemeint ist?

Die Initative "No free lunch - mein Essen zahle ich selbst", die im Januar gegründet werden soll, wird einen schweren Stand haben.

Und noch ein Umstand, der für den Einsatz von Pharma Babes spricht: Die Persönlichkeit (Ausstrahlung) des Pharmareferenten hat auch in der deutschen Untersuchung den entscheidenden Einfluss auf die Bereitschaft der Vertragsärzte ihn (oder sie) zu empfangen.
 
[Pharmaaussendienst]
Autor: strappato   2007-01-17   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Rezept-Betrug

Wegen einer Betrugsserie zulasten der Krankenkassen ist ein Apotheker aus Neukölln zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Welt hat Details.
 
[Ethik & Monetik]
Autor: strappato   2007-01-16   Link   (5 KommentareIhr Kommentar  



 

Gimme a drug and say yeah


Auf solche Frauen stehen US-amerikanische Ärzte. Und Football-Fans, wobei es da Schnittmengen gibt. Denn es sind Brooke (Cincinnati Bengals), Allison (Philadelphia Eagles) und Beth (St. Louis Rams) - Cheerleader im Profi-Football.

Nur einige Beispiele von Cheerleadern im US Profi-Sport, die als Beruf "Pharmaceutical Sales Representative" angeben. Echte Pharma Babes.

Ein Artikel in der NY Times vom 28. November 2005 legt nahe, dass Pharmakonzerne gezielt bei Cheerleadern ihren Nachwuchs für den Pharmaaussendienst suchen. Dabei werden sie von Spirited Sales Leaders unterstützt, einem Unternehmen, dass sich auf die Vermittlung dieser jungen Damen an die Pharmakonzerne spezialisiert hat.

Bei der Auswahl zählen natürlich nur die inneren Werte, wenn man Lamberto Andreotti von Bristol-Myers Squibb glauben darf:
Obviously, people hired for the work have to be extroverts, a good conversationalist, a pleasant person to talk to; but that has nothing to do with looks, it's the personality.

Zu den "have to" gehört keine naturwissenschaftliche Ausbildung - die hat ja schon der Arzt.

[via eDrugSearch & Peter Rost]

Fotos: Internetseiten der Clubs
 
[Ausland]
Autor: strappato   2007-01-15   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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