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Kranke Ärzte im Kranken-Haus Die ZEIT thematisiert die Arbeitsbedingungen von Ärztinnen und Ärzten. Im Prinzip ist das schon lange bekannt. Die Situation hat sich in den letzten Jahren durch die Strukturveränderungen im Krankenhausbereich sicherlich verschärft. Was noch zu ergänzen ist: Trotzdem sind die Assistenzärzte wie Schafe dem Marburger Bund (früher auch "Verband der Chefärzte Deutschlands" genannt) gefolgt und haben statt bessere Arbeitsbedingungen, arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeitmodelle oder neue Organisationsstrukturen lieber 30% mehr Gehalt gefordert. Ausser ein paar Euro mehr, die von den Kliniken in Form von höherer Arbeitsbelastung wieder an die Ärzte zurückgegeben werden, wurde wenig erreicht. Die Funktionäre und Chefärzte können den Laden weiter so schmeissen wie bisher, auf Kosten der Mitarbeiter (Ärzte wie Pflegepersonal) und Patienten. [Klinik]
Sichtweisen Zwei Statements, die zeigen, wie weit die Politik von der Realität im Gesundheitswesen entfernt ist. Allein in der Tumorbehandlung sind fast 400 neue Wirkstoffe in der klinischen Prüfung. In den nächsten Jahren werden sicher viele teure Medikamente zugelassen werden. Das Machbare wird noch einmal exponentiell zunehmen. Damit kommt eine Kostenlawine auf uns zu, die auch durch immer neue Gesetze nicht gebremst werden kann. Um eine Rationierung werden wir wahrscheinlich nicht herumkommen. Doch sie ist nur vertretbar, wenn wir gute Kriterien anlegen können. Wir müssen den Patienten wirklich innovative Medikamente zugute kommen lassen. Gleichzeitig müssen wir verhindern, dass man mit Arzneimitteln, deren Nutzen wir gar nicht kennen, das große Geld verdienen kann.
Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft in einem Interview im Tagesspiegel am 4.1.2007.Produktorientierte Innovationen im Bereich der Pharmaindustrie, der Biotechnologie und der Medizin- und Gerontotechnik (umfasst Produkte aus den Bereichen Medizin, Behinderten- und Orthophädietechnik) gehen mit dem medizinisch-technologischen Fortschritt einher und bilden mit Blick auf Umsatz und Beschäftigung das Fundament für eine dynamische Entwicklung.
[Politik]
Kosten-Nutzen der Pharmaindustrie Bei der Eindämmung der Kosten im Gesundheistwesen kommt immer öfter die gesundheitsökonomische Bewertung ins Spiel. Die Gesundheitsreform soll dem IQWiG ermöglichen, nicht nur Nutzenbewertungen durchzuführen, sondern auch anhand von Kosten-Nutzen-Analysen neue Medikamente zu evaluieren. Über den David LB Schwappach und Till A Boluarte haben sich in Deutschland die veröffentlichten Untersuchungen zwischen 1990 und 2004 angesehen. Das Ergebnis ist niederschmetternd, was die Qualität und Transparenz der Studien betrifft. Die Pharmaindustrie ist wie immer mit von der Partie: The fact that three quarters of all studies and nearly all studies evaluating pharmaceuticals that included a funding statement were industry-sponsored is concerning.
Schwappach DLB, Boluarte TA. HEE-GER: a systematic review of German economic evaluations of health care published 1990–2004. BMC Health Services Research 2007;7:7.Viel Arbeit für das IQWiG. [Oesterreich]
Altenpflege als Geschäft Diese Gesellschaft drückt sich um das wichtige Zukunftsthema, der Alterspflege. Ein Interview in der taz mit Claus Fussek, Deutschlands bekanntesten Pflegeexperten und -kritiker. Es ist alles bekannt, aber es ändert sich nichts. Denn am System schlechter Pflege werden Milliarden verdient. Man verdient mit Magensonden, mit Psychopharmaka, mit Windeln. Man muss nur mal auf eine Altenpflegemesse gehen, da gibt es alles. Pflege ist ein Riesengeschäft geworden. Die Träger expandieren und jammern gleichzeitig - so ähnlich wie die Pharmalobby. Wir machen uns um den Klimawandel mehr sorgen, als um die Situation im Alter. Absurd. [Pflegeversicherung]
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