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Sponsor-Bias Auch ein Thema, das regelmässig in diesem blog auftaucht: All of the 7 sponsored studies argued in favour of widespread use, as compared with 3 of the 12 studies without sponsorship. Studies from the United States were more likely than those from other countries to endorse unlimited use. Wenn die Hersteller dieser drug-eluting Stents als Sponoren der Studie in der Publikation genannt worden sind, ist die Bewertung positiver ausgefallen. Die Autoren empfehlen Wachsamkeit gegenüber diesen Faktoren bei der Interpretation. Ligthart S, Vlemmix F, Dendukuri N, Brophy JM. The cost-effectiveness of drug-eluting stents: a systematic review. CMAJ 2007;176:199-205. Soviel zur Evidenz von pharmakoökonomischen Studien. [Klinische Studien]
Im Dreck wühlen Vielleicht sollte doch mit dem bloggen aufhören. Es ist so deprimierend. Wo man hingreift, bleibt Dreck an den Händen kleben. Essner soll als Zeuge in einem Gerichtsverfahren aussagen, in dem es um das Verschweigen von Krebsrisiken bei der Hormonersatztherapie von Frauen in der Menopause mit dem Medikament Prempro® (in Deutschland Climopax®) geht. In den USA sind gegen Wyeth fast 5.000 Prozessen zu Prempro® und Premarin® anhängig. The desire for increased sales has overruled our company's ethical responsibility to promote our products safely.
Aus einem vom 18. Juli 2000 datierten Brief eines ehemaligen Aussendienstmitarbeiters an die Verantwortlichen im "Office of Ethics and Business Conduct" von American Home Products, Wyeths früherer Unternehmensname.[Ethik & Monetik]
Pfizer verschlankt Das Handelsblatt bringt Details zu den Kosteneinsparungen bei Pfizer. So sollen auch in Europa 20% der Vertriebsmitarbeiter ihren Job verlieren. In diesem Zusammenhang ist ein Interview des Wall Street Journals mit dem CEO von Wyeth, Robert Essner interessant. No company has ever been No. 1 in this industry two decades in a row -- or two decades ever. In most industries there's some movement, but not the kind of rise and fall that you see in this industry. One problem is this sense of entitlement -- believing that you've kind of got it figured out. But all it is is that the guy before you was pretty good at discovering a few brilliant drugs. How do you become great and not become complacent, not become comfortable, not become arrogant, not think that you're entitled to success? Eine Spitze gegen Pfizer. Ansonsten habe ich den Eindruck, dass auch der CEO von Weyth wenig Einsicht in die veränderte Lage der Pharmaindustrie zeigt. [Pharmaindustrie]
Kalkulierte Empörung Die erste Stufe des von BILD initiierten Dramas um die Marco Wanderwitz (31), Vorsitzender der „Jungen Gruppe“ in der CDU-Fraktion So bitter das ist: So wie sich der Bevölkerungsaufbau verschoben hat, wird es dazu führen, dass es auch Einschnitte bei den Älteren geben muss. Morgen sind die Sozialverbände dran. [Sozialstaat]
Pharmafreundliches Wetter bei deutschen Medien Pfizer profitiert im vierten Quartal von Spartenverkauf, titelt die FAZ. Auch andere deutsche Medien berichten laut google news ähnlich. Kein Wort von dem angekündigten Personalabbau um 10% und einem neuen Einsparprogramm von $ 2 Milliarden. Und natürlich auch keine Meldung über den Streik von Aussendienstmitarbeitern bei Pfizer in Italien gegen 440 Kündigungen. [Pharmaindustrie]
Blogbilanz Vor einem Jahr habe ich dieses blog begonnen. Nun, 774 Einträge und Kommentare später, ist eine Zwischenbilanz fällig. Wenn ich mir die Zahl der Besucher ansehe, dann frage ich mich, für was man das eigentlich macht. Mal von Ausnahmen, wie die Verlinkung auf wichtigen blogs, abgesehen, kommen nach blogscout rund 30-50 Besucher täglich auf das blog. Dies hat sich in den letzten 10 Monaten kaum verändert. Vielleicht habe ich heute persönlich nur einen schlechten Tag, aber es wird Zeit, über den Aufwand und die Zukunft dieses blogs nachzudenken. Vielleicht sollte man doch mehr Pressemitteilungen abschreiben und jeden zweiten Beitrag mit "US-Wissenschaftler haben entdeckt" beginnen ... [heile Welt]
Generationenbilanz Die BILD ist entsetzt: Wer jünger ist als 45, zahlt drauf. Ein heute 25-Jähriger zahlt 146 080 Euro mehr in das Sozialsystem ein, als er im Lauf seines Lebens an staatlichen Leistungen zurückbekommt. Dagegen kommen die heutigen Rentner deutlich besser weg: Ein 65-Jähriger erhält 251 240 Euro mehr aus dem Sozialsystem ausbezahlt, als er Beiträge einbezahlt hat. Was als "Schock-Tabelle" und neueste Studie verkauft wird, ist ein alter Hut. Schon vor 3,5 Jahren hatte Prof. Raffelhüschen die Generationenkonten basierend auf Daten der letzten verfügbaren Bevölkerungsprognose für das Basisjahr 2000 ermittelt. Seine Ergebnisse: Die damals 26-Jährigen zahlen 129 200 Euro mehr im Laufe ihres Leben an den Staat als sie zurückerhalten. Hingegen erhält ein 64-Jähriger im weiteren Verlauf seines Lebens Transferzahlungen in Höhe von 233 400 Euro. Das entspricht den Zahlen der in der BILD zitierten Studie von Prof. Oberender, wenn man die statistische Ungenauigkeit und die geänderten Sozialgesetze, wie die Erhöhung des Renteneintrittsalter auf 67 Jahre, miteinbezieht. Was die BILD natürlich verschweigt: Im Einzelfall kann es natürlich ganz anders aussehen. Diese Methode der Generationenbilanzierung ist mit grossen methodischen Unsicherheiten belastet. Einerseits müssen steuerliche und leistungsrechtliche Regelungen über Jahrzehnte hinweg fortgeschrieben werden - was wirklichkeitsfremd ist. Andererseits werden nur öffentliche Einnahme und Ausgaben verglichen, innerfamiliäre Transfers bleiben unberücksichtigt, Also kein geeignetes Mass für Generationengerechtigkeit. So wird mit einem ernsten Thema Stimmung erzeugt. Morgen werden dann die JuLis und der Bundesverband Junger Unternehmer Rentenkürzungen fordern und übermorgen schlägt der Sozialverband VdK verbal zurück. [Sozialstaat]
Mehrwert-Nummern zur Krankenhausfinanzierung Telefonieren wird immer preiswerter. Flatrates, call-by-call, VoIP führten dazu, dass man selbst bei der Telekom ohne besonderen Zusatzoption für Inlandsferngespräche deutlich unter 5 Cent/Minute zahlt. Nur ein Bereich hat sich diesem Trend erfolgreich widersetzt: Die Mehrwertnummern mit 0180 als Vorwahl. Seit 1999 kosten Gespräche zu der Vorwahl 01805 12 Cent/Minute (bzw. 0,24 DM) und es konnte bei der Bundesnetzagentur sogar eine Erhöhung auf 14 Cent/Minute durchgesetzt werden. Anrufer aus dem Handynetzen zahlen noch erheblich mehr, da die Vermittlung und Preisfestsetzung von Servicenummern dem Netzbetreiber des Teilnehmers vorbehalten ist. Wo gibt es am Telefonmarkt sonst noch Preiserhöhungen? Die Argumentation der Telekom klingt da wie eine Ohrfeige: Mit der Preisanpassung in der Rufnummerngasse 0180-5 wird der Wert des Telefonservices für den Anrufer hervorgehoben. Die Telekom meint wohl eher den Wert für den Betreiber und Anbieter der Nummern. Diese Mehrwertnummern haben sich zu einer Goldgrube entwickelt. Am Anfang waren sie als "shared cost" gedacht: Anrufer und Angerufener teilen sich die Kosten. Mittlerweile wird vornehmlich das 01805-Modell gewählt, das die Kosten vollständig auf den Anrufer abwälzt. Die Bundesnetzagentur verbietet aufgrund der Vorschriften den Telefonfirmen, Einkünfte aus den Shared-Cost-Diensten an den Anbieter dieser Nummern auszuschütten. Das hindert die Telefonunternehmen aber nicht daran, Unternehmen mit Zahlungen und Geschenken zum Umstieg auf die 01805-Rufnummern zu bewegen. Die Ausschüttungen werden als "Sachleistungen" und "Werbekostenzuschüsse" getarnt. Auch die Krankenhäuser werden In einer Nach dieser Beispielrechnung beträgt dieser Verdienst 5400 Euro im Monat für ein 300-Betten Krankenhaus. Mit einem Routenschutz wird sichergestellt, dass nur noch auf der 01805-Rufnummer angerufen werden kann. Und für ausgehende Gespräche berechnet IN-telegence 3 Cent/Minute, während die Klinik meist mindestens 10 Cent dem Patienten abnimmt und eine zusätzliche tägliche Bereitstellungsgebühr. Das Unternehmen wirbt auch mit einem Voicebox-System. Nach einer definierter Zeitspanne nimmt der Anrufbeantworter Gespräche entgegen, der Patient kann per Telefon Aufsprachen abhören und, wie es die Präsentation hervorhebt: Rückrufe durch Patienten bedeuten Zusatzerlös! Kein Wunder, dass die Krankenhäuser eine Handy-freie Zone sind, obwohl es aus wissenschaftlicher Sicht keinen Grund dafür gibt. (update: auch hier) Ethisch könnte man dies als Missbrauch und Ausnutzung einer Notlage werten. Denn diese Nummern sind als Service-Hotline gedacht, mit denen die Unternehmen einen Mehrwert anbieten, indem sie beispielsweise den Kunden beraten. Die telefonische Erreichbarkeit des Patienten im Krankenhaus für die Angehörigen stellt sicher in der heutigen Zeit kein Mehrwert dar - sondern ist auch für die psychische Verfassung des Patienten notwendig. Eine Art der verdeckten Patientenzuzahlung, zum Wohl der Investoren der privaten Klinikbetreiber und zum Schaden der Patienten. Asklepios, auch Eigner der ehemals kommunalen Hamburger Krankenhäuser, konnte 2006 seinen Umsatz um 55% auf 1,12 Milliarden Euro, den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um 75% auf 104 Millionen Euro, den Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 82% Prozent auf 69 Millionen Euro und den Gewinn vor Steuern um 206% auf 96 Millionen Euro steigern (Quelle: kma 01/2007, S. 36). Ziel: Börsengang. [Klinik]
Abgekupfertes Marketing Wie wäre das? Eine nicht-kommerzielle Organisation lädt Ärzte zu einem informellen Treffen ein, um Dinge zu thematisieren, die den Medizinern auf den Nägeln brennen. Diese Organisation ist aber nur eine Tarnveranstaltung einer PR-Agentur. Die wirbt damit, Ärzte und die Industrie zusammen zu bringen und nennt als Referenz stolz etliche international in der Branche bekannte Ärzte, die sich zu deren Industrie-Treffen einladen haben lassen. Nicht gerade transparent? Würde man das als "Frischfleich" organisieren bezeichnen? Oder als "anfüttern"? Oder billiges einkaufen? Oder virales Marketing? Ausnahmsweise geht es einmal nicht um die Medizin- und Pharmabranche, in der ähnliche Methoden zum Geschäft gehören. Es ist die blogger-Szene, die so umworben wird. [Internet]
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