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Indischer Bieterkampf um Merck-Generika Das Pharmaunternehmen Merck KGaA will seine Generikasparte verkaufen, um die Übernahme von Serono zu finanzieren. Die Generika werden an einen indischen Pharmakonzern gehen. Neben den Unternehmen Ranbaxy und Cipla ist heute auch Dr. Reddy's in den Bieterkampf eingestiegen. Dass indische Pharmaunternehmen sich in Deutschland nach Übernahmegelegenheiten umsehen, ist nicht neu: Dr. Reddy's hatte erst vor einem Jahr das Generika-Unternehmen betapharm gekauft. [Pharmaindustrie]
Protokoll zur Abstimmung über die Gesundheitsreform Während die Beschlussvorlage zum Gesundheitsreformgesetz (GKV-WSG), über die der Bundestag am letzten Freitag abgestimmt hat (Drucksache 16/4222), noch nicht im Internet zu finden ist, ist das Plenarprotokoll heute veröffentlicht worden. [Reform]
Befragung von Patientenverbänden Über die Beziehungen der Pharmaindustrie zu Patientenverbänden habe ich schon berichtet. Die Pharmakonzerne gehen dabei ganz systematisch und strategisch vor. Der amerikanische Pharmaindustrieverband Unter anderem beauftragte PhRMA die Consultants von PatientView und Burson-Marsteller mit einer Befragung von Patientenverbänden in Deutschland, Italien und auf EU-Ebene. Die Ergebnisse sind "Louis, I think this is the beginning of a beautiful friendship". The majority are happy to be attributed. The majority are happy to be contacted again on the same subjectmatter. [PatientView]
EU Lobbyisten-Datenbank ab 2008 Der Vizepräsident der EU-Kommission, Siim Kallas, hat von Lobbyisten die Offenlegung ihrer Geldquellen gefordert. Die EU- Kommission strebt eine Lobbyisten-Datenbank an, aus der der jeweilige Zweck und die finanziellen Quellen einer im Rahmen der EU tätigen Lobbygruppe hervorgeht. Da werden die Lobbyisten und Interessensgruppen sich wohl sehr anstrengen, dies zu verhindern. Mal sehen, ob diese Daten dann wirklich frei zugänglich für die Öffentichkeit werden. [Politik]
Pharmaindustrie verantwortlich für Luxus-Hotel Pleiten Die FAZ sorgt sich im Reiseteil um Luxus-Hotels. Eine aussterbende Spezies. Begründet wird dies mit dem Verzicht der Pharmaindustrie, Veranstaltungen in 5-Sterne Hotels durchzuführen. Oder ist eine Journalistin besorgt, in Zukunft mit 4-Sterne-Herbergen an der Autobahnausfahrt vorlieb nehmen zu müssen, wenn Unternehmen zu Präsentationen und Hintergrundgesprächen einladen? [heile Welt]
HPV-Impfung: Durch Lobbying zum Erfolg Über die Anstrengungen von Merck & Co. beim Lobbying für den HPV-Impfstoff Gardasil® habe ich schon Zusätzlich kommt dieses Jahr Cervarix®, das Konkurrenzprodukt von GlaxoSmithKline (GSK) auf den Markt. GSK hat schon eine direkte Vergleichsstudie Ein Erfolg für Merck ist jedoch zu vermelden: Texas wird als erster Bundestaat alle 11- bis 12-jährigen Schülerinnen zu einer Impfung gegen HPV verpflichten. Meldungen, dass dabei Mike Toomey, ein hochbezahlter Merck-Lobbyist und früherer Stabschef sowohl des texanischen Govenors Rick Perry als auch dessen Vorgängers, durch seine Überzeugungskraft die Entscheidung beeinflusst hat, wurden natürlich sofort zurückgewiesen. Mike Toomy war in dieser Sache für die NY Times nicht zu sprechen. Merck lehnte es auch ab, darüber Auskunft zu geben. --- Update Kein Wunder, dass Merck dazu nichts sagen will, denn es ist alles noch eine Runde heftiger. Die AP berichtet, dass Perry von Merck eine Wahlkampf-Spende von $ 5,000 erhalten hatte - direkt nach einem "HPV Vaccine for Children Briefing" seines Stabes mit Merck am 16. Oktober 2006. Die Schwiegermutter seines jetzigen Stabschefs ist die texanische Vorsitzende von "Women in Government" und Abgeordnete im texanischen Parlament. Diese Organisation wird schon einige Jahre von Merck und GSK unterstützt und setzt sich für eine Impflicht von jungen Mädchen gegen HPV ein. In der Liste der Geldgeber von "Women in Government" sind alle grossen Pharmakonzerne vertreten. Scheint eine einflussreiche Organisation zu sein. [HPV]
Mein Essen zahl' ich selbst - verhungert? Der Süddeutschen Zeitung war zu entnehmen, dass im Januar 2007 eine Initiative von unbestechlichen Ärzten gegründet werden sollte: Mein Essen zahl' ich selbst (MEZIS), die deutsche Adaption der No free lunch-Kampagne. Auch vor der Gründung stiess dies schon auf Resonanz in der Presse. Die Artikel bis zum 19. Dezember sind auf der Internetseite zu sehen. In der letzten Information, die ich gelesen habe, wurde der 31.1.2007 als Gründungsdatum angegeben. Heute haben wir den 3. Februar und die Internetseite ist seit 19. Dezember unverändert. Google-News kann nichts über eine Gründung finden. Meine e-mail mit der Bitte um Aufnahme in den Presseverteiler und mit Hinweis auf mein blog blieb unbeantwortet. Ärzte klagen ja gerne über ihr karges Einkommen. Mein Essen zahl' ich selbst kann da leicht zum Hungertod führen. Trotzdem hoffe ich, dass MEZIS noch aus den Startlöchern kommt. [Aerzte]
Vollkommen uneigennütziger Superbowl-Spot Morgen ist Superbowl-Sunday in den USA. Halb Amerika sitzt vor der Glotze. Thomas Knüwer vom Handelsblatt sogar im Stadion. Traditionell sind die Werbespots in den Pausen von besonderem Interesse, da die Werbezeiten beim Superbowl Rekordpreise haben. Ein guter Platz, um mit Kampagnenstarts, aufwändigen Videos oder auch extravagenten Spots diese Ausgaben zu rechtfertigen. Das Pharmaunternehmen King Pharmaceuticals ist mit von der Partie. Dabei wird aber nicht für ein Produkt von King geworben, sondern King kooperiert mit der American Heart Association (AHA) und propagiert die Erkennung Risikofaktoren, die einen Herzinfarkt begünstigen. Dazu gibt es eine Internetseite mit einem Test, mit dem man anhand von einigen Fragen sein eigenes Riskiko bewerten kann. Natürlich hat King auch einen Blutdrucksenker im Programm, mit 8% Marktanteil in den USA, aber das Unternehmen zeigt sich im Spot nur durch ein kleines Logo am Ende. Es ist der Beginn einer über 3 Jahre laufenden Kooperation, mit der auf nationaler und lokaler Ebene auf Bluthochdruck und andere Risikofaktoren aufmerksam gemacht werden soll. Die Idee dahinter ist, dass ein Unternehmen, das einen relativ hohen Marktanteil hat, mehr von einer Marktausweitung als vom Kampf um Marktanteile profitiert. Dazu kommt: Pharmawerbespots sind in den USA in die Kritik geraten, da sie den Griff zur Pille als Lösung empfehlen, ohne die Risiken und Nebenwirkungen ausreichend zu thematisieren. Daher wird diese Kampagne auch als Beginn eines Trends gesehen, der ethisch sauberes Marketing ermöglichen soll. Es wäre aber auch der Beginn einer weiteren Stufe bei der Vereinnahmung von Patientenorganisationen und Fachverbänden durch die Pharmaindustrie. [Pharmamarketing]
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