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Bei medizinischen Informationen gibt es NIX umsonst Der Druck der Pharmaindustrie auf die Fachverlage, bei Veröffentlichungen die Interessen der Anzeigenkunden zu berücksichtigen ist Die Journalistin Rosemarie Stein Die Forschungsfrage war: Beeinflusst die Finanzbasis einer Zeitschrift die inhaltliche Tendenz von Empfehlungen zu Pharmaka im redaktionellen Teil? Sie kann wohl mit "ja" beantwortet werden. Die Autorinnen hatten Artikel und Anzeigen medizinischer Zeitschriften anonymisiert erfassen und von zwei unabhängigen Gutachtern, Zahnmedizinern ohne besondere Meinung zu den Arzneimitteln, bewerten lassen. Die meisten Beiträge und Anzeigen erschienen zu Sartanen und Antidiabetika. In Gratisblättern, wie der Ärzte Zeitung war war die Tendenz zu sehen, dass einseitig beschönigend berichtet wird. In keinem Beitrag wurde von irgendeinem dieser Mittel abgeraten. Vorläufiges Fazit der Autorinnen: „Bei medizinischen Informationen gibt es NIX umsonst. Entweder bezahlt man mit Geld oder Verzerrung der Information.“ [Journalismus]
Öffentliche Diskussion um HPV-Impfung dauert an Nobelpreisträger Harald zur Hausen hat mit einer Replik auf das kürzlich veröffentlichte SZ: In einem Manifest haben 13 Wissenschaftler soeben darauf hingewiesen, dass die Wirksamkeit der Impfung nicht genügend belegt sei.
Die Kollegen von Plazeboalarm versuchen, die Entwicklung der Diskussion zu dokumentieren.zur Hausen: Ich habe mich über einige Punkte in diesem Manifest sehr geärgert. SZ: Haben Sie das Manifest denn inzwischen gelesen? Mit Verlaub: Sie haben ohne Kenntnis dieses Manifests eine fehlerhafte Antwort verfasst. zur Hausen: In einer neueren Antwort habe ich eine fehlerhafte Bewertung herausgenommen. Aber es ist umgekehrt mein Eindruck, dass sich die 13 Experten nicht genügend mit den biologischen Hintergründen der Infektion beschäftigt haben. Ich ärgere mich, dass nun vielleicht bei einer großen Zahl von Frauen Krebs auftritt, weil sie sich nicht impfen lassen. [HPV]
Preisphantasien Das TV-Magazin "Kontraste" hat sich die Preisgestaltung für Medikamente speziell im Bereich Krebstherapie angesehen. Zum Pricing auch ein [TV-Magazine]
Tabaklobbyisten - Kämpfer für den Qualm Zufallsfund, Achtung historisch - trotzdem interessant: Der Stern berichtete 2002 von den guten Beziehungen der Tabak-Lobbyisten und ihrem Kampf gegen gesetzliche Einschränkungen. [heile Welt]
Das Pharmakartell im ZDF Die Pharmaindustrie ist der Frontal21-Redaktion eine eigene Dokumentation wert. Am 9. Dezember zeigt das ZDF von 21:00-21:45 Uhr unter dem reisserischen Titel Das Pharmakartell, "wie wir als Patienten betrogen werden". [TV-Magazine]
Grippeviren zunehmend resistent gegen Tamiflu® (Update) Ausgerechnet die am Sitz des Tamiflu®-Herstellers Roche erscheinende Basler Zeitung meldet heute in ihrer Online-Ausgabe, dass das einst als Wundermittel gefeierte Grippemedikament kaum noch helfen soll. Sie bezieht sich dabei auf namentlich nicht genannte Wissenschaftler: Virologen der Universität Genf warnen, dass Oseltamivir diesen Winter gegen bis zu 80 Prozent der Influenza-A-Viren nichts mehr ausrichten könnte. In der vorletzten Saison lag die Resistenz bei rund 18 Prozent, wie das nationale Influenza-Zentrum feststellte. Völlig überraschend käme diese Entwicklung -- Update 4.12.: Begleitet war der Artikel noch von einem Interview mit einem Mitarbeiter des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit, der mit etwas anderen Zahlen hantiert. Er spricht von "zufälligen Mutationen'", die dazu geführt hätten, dass in der vergangenen Saison in Norwegen bereits 60% der untersuchten Viren resistent gewesen seien, und nennt für die Schweiz die Zahl "knapp 20 Prozent" für die "vergangene Saison". Möglicherweise sind das aber auch die im Artikel genannten "18 Prozent aus der vorletzten Saison". Neben dem Interview noch ein Dementi des Herstellers: Das Grippe-Medikament Tamiflu könnte gegen bis zu 80 Prozent der Viren nicht mehr wirken, warnen Forscher. Hersteller Roche weist diese Schätzung zurück. Richtig angewendet, wirke Tamiflu sehr gut gegen Grippe. [Public Health]
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