Viagra-Kartell

In der Schweiz wirft die Wettbewerbskommission den Pharmakonzernen Bayer, Pfizer und Lilly illegale Preisabsprachen bei Potenzmitteln vor. Die Unternehmen sollen bei den Preisempfehlungen für ihre Medikamente gegen erektile Dysfunktion (Levitra®, Viagra®, Cialis®) den Wettbewerb ausgeschaltet haben. Die Behörde hatte seit 2006 ermittelt. Nun haben die Hersteller einen Monat Zeit für eine Stellungnahme. Die drei Unternehmen setzen mit ihren Potenz-Pillen über 3,5 Milliarden Dollar im Jahr um.

Es ist damit zu rechnen, dass bei Erfolg der Klage, die Wettbewerbshüter in der EU und den USA nachziehen werden. Beispielsweise kosten 4 Tabletten Viagra® in der geringsten Dosierung in Deutschland 44,11 Euro (Apothekenverkaufspreis) und der Konkurrent Levitra® 46,16 Euro. Nur Lilly ruft mit 54,99 Euro für Cialis® einen höheren Preis auf. Der Wirkstoff hat jedoch mit 17,5 Stunden eine deutlich grössere Halbwertszeit und soll bis zu 36 Stunden nach der Einnahme wirksam sein. Ein Preiswettwettwerb bei diesen, in der Regel vom Patienten voll zu zahlenden Medikamenten, ist nicht so recht erkennbar.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2009-02-16   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

AstraZeneca will Patienten vor Informationen über Seroquel®-Nebenwirkungen schützen

Die Prozesse rund um die Verschleierung von Nebenwirkungen und die illegale Vermarktung des "atypischen" Neuroleptikums Zyprexa® durch den Pharmakonzern Eli Lilly sind mit den bislang geleisteten Milliarden-Entschädigungs- und Bußgeldzahlungen noch nicht vollständig abgeschlossen, da gerät AstraZeneca, der Hersteller des Konkurrenzpräparats Seroquel®, zunehmend unter Druck. Seroquel® hat zwischenzeitlich von den zurückgehenden Zyprexa®-Verschreibungszahlen profitiert.

Unter anderem in Orlando, Florida klagen einige tausend Patienten gegen AstraZeneca, weil der Konzern von den Nebenwirkungen des Präparats (auch hier besonders Diabetes und extreme Gewichtszunahme) bereits seit dem Jahr 2000 gewusst, diese Informationen aber nicht in angemessener Weise an Ärzte und Patienten weitergeleitet haben soll.

Aktuell kämpft AstraZeneca in Orlando gegen die Veröffentlichung interner Dokumente und bislang unveröffentlichter Studiendaten. Begründung: Patienten könnten durch die Kenntnis dieser Informationen so sehr verunsichert werden, dass sie das Präparat ohne Rücksprache mit ihrem Arzt absetzen würden. In einem vor Gericht eingebrachten Antrag der AstraZeneca-Anwälte heißt es:
This (disclosure) could jeopardize public safety by causing confusion and alarm in patients, who may then discontinue their medication without seeking the guidance of a medical professional.

 
[Seroquel]
Autor: hockeystick   2009-02-15   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Alpha-Tierchen

Wenn der Pulverdampf verflogen ist, wird an Legenden gestrickt.

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Update
Der Text ist auf der TAZ-Seite korregiert worden.
 
[Medien]
Autor: strappato   2009-02-15   Link   (10 KommentareIhr Kommentar  



 

Links am Samstag

pdf-DateiPublic Affairs-Umfrage 2008 - Lobbying kennt keine Krise: Für 60 Prozent der Public Affairs-Verantwortlichen hätte ein wirtschaftlicher Abschwung aber keine Kürzungen der Public Affairs-Etats zur Folge.

Schmidt droht Ärzten mit Rausschmiss.

Warnung mit Gewinn.

Fonds zwingt Kassen zum Umdenken.

What Should Be Done To Tackle Ghostwriting in the Medical Literature?

pdf-DateiRAND Corperation: Guiding Good Research Biomedical Research Ethics and Ethics Review.
 
[Links]
Autor: strappato   2009-02-14   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Glaubensbekenntnis


I do not believe that there was a second gunman on that grassy knoll in Dallas in 1963; I do not believe that UFOs have been hidden by the US government; I do not believe in Father Christmas nor the Easter Bunny.

I do believe, however, that the medical professions are being misled by Big Pharma to the detriment of society.
Des Spence

Der Glasgower Allgemeinmediziner Des Spence ist Sprecher der Initiative NO FREE LUNCH - UK, wo es dieses Bekenntnis als Desktop-Wallpaper runterzuladen gibt.
 
[Ethik & Monetik]
Autor: strappato   2009-02-14   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Deutsches Gesundheitsfernsehen moribund

Das im April 2007 gestartete Deutsche Gesundheitsfernsehen (DGF) ist nur noch im Internet zu empfangen. Der Sender hat seine Verbreitung über Satellit gestoppt. Täglich neu produziert werden nur noch die Gesundheitsnews, die in Kooperation mit der Ärztezeitung entstehen, und in eine Endlosschleife eingebettet werden.

Die Presseerklärung des Betreibers klingt nach den Hoffnungen, die gerne Angehörige von unheilbar erkrankten Patienten hören.
Diese Entscheidung dient der Konsolidierung und Weiterentwicklung der anerkannten Marke, der weiteren Verbreitung der vielfältigen Sendungen rund um das Thema Gesundheit und dem wachsenden Interesse der Zuschauer an ständig abrufbaren Informationen.

 
[Medien]
Autor: strappato   2009-02-14   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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