DocMorris nutzt Schweinegrippe zur Umsatzsteigerung

Bei der Qualität der Beratung kommen die Apotheken in Tests immer wieder schlecht weg. Hat eigentlich jemand mal die Qualität der Newsletter von Versandapotheken getestet? DocMorris empfiehlt gegen Schweinegrippe ein Naturheilkunde-Präparat.

Schweine-Grippe: Pflanzliches Produkt blockiert Virenaufnahme!

Sehr geehrter Herr ....

die Medien widmen der sogenannten Schweine-Grippe derzeit große Aufmerksamkeit. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zusammengestellt: Auf unseren Internetseiten erfahren Sie, was Sie über das Virus wissen sollten und woher es so plötzlich kommt.

Auch wenn es derzeit keine akuten Hinweise auf eine Ausbreitung der Krankheit in Deutschland gibt, haben Sie sich sicher schon gefragt, was Sie selbst tun können. Wie steht es zum Beispiel mit Reisen in gefährdete Regionen? Und welche Hygienetipps sollten Sie beachten? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie in unseren praktischen Tipps zur Schweine-Grippe.

Übrigens: Das pflanzliche Präparat Cystus 052 bindet Viren schon beim Eintritt in den Körper und unterstützt so die körpereigene Abwehr. Auch dieses Produkt finden Sie bei DocMorris – natürlich gewohnt preisgünstig. Sie sehen, mit Ihrer neuen Apotheke sind Sie immer bestens informiert.
Über aktuelle Entwicklungen halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

Beste Grüße

Ihr Ralf Däinghaus

Nicht nur DocMorris will mit der Angst vor der Schweinegrippe Kasse machen. Solche Newsletter-Erwähnungen lassen sich die Händler gewöhnlich bezahlen - immerhin legt hier der Chef selbst das Mittel dem Patienten ans Herz. Man könnte daher annehmen, dass "Dr. Pandalis Urheimische Medizin" aktiv den Umsatz seines Produktes durch den Schweinegrippen-Hype erhöhen will.

Bei der Vogelgrippe-Hysterie hatte sich der Hersteller noch von einer Verbindung mit dem Cystus-Marketing distanziert.
Als seriöses und verantwortungsbewusstes Unternehmen lehnt die Naturprodukte Dr. Pandalis GmbH & Co. KG zudem jede Art von umsatzorientierter unethischer Angstmache ab.

 
[Apotheken]
Autor: strappato   2009-05-07   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

"Positioning DETROL (Creating a Disease)"

Im Internet ist eine Präsentation aus dem Jahr 2002 aufgetaucht, in der Neil Wolf, zu dieser Zeit Group Vice President des Pharmakonzerns Pharmacia, auf der Konferenz der Pharmaceutical Marketing Research Group (PMRG) einen Einblick in die Methoden des "Diesease Mongering" gibt. Titel: "Positioning DETROL (Creating a Disease)".

Es geht dabei um Detrol® (in Deutschland Detrusitol®), ein Medikament, das zur Behandlung der "überaktiven Harnblase" (OAB - Overactive Bladder) eingesetzt werden sollte. Nur gab es damals dieses Krankheitsbild "trockene Inkontinenz", noch nicht. Ein Nischenprodukt sollte in den Massenmarkt gedrückt werden.
Increase the diagnosis and treatment of urge incontinence. Expand the appropriate patient population (beyond urge incontinence)

Zur Einordnung: Kurz zuvor war Pharmacia von Pfizer gekauft worden.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2009-05-06   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Zweiklassen-Fernsehen bei Maischberger

Zweiklassen-Medizin in Deutschland. Für den Journalisten Markus Grill etwas, was nicht zu ignorieren ist. Bei dem gestrigen Maischberger-Talk wähnte er sich daher "wie in einer Talkshow-Sendung aus dem vorigen Jahrhundert", als Maischberger die Gäste über die Frage diskutieren liess, ob Kassenpatienten schlechter behandelt werden als Privatpatienten.

Am vehementesten bestritt die ehemalige Vorzeige-TV-Ärztin Marianne Koch die Ungleichbehandlung. Lediglich bei der Verschreibung von Generika sah Marianne Nachteile für Kassenpatienten.
Nun muss man wissen, dass Frau Koch sich nicht nur mit Ärzten, sondern auch mit den Herstellern von Originalpräparaten gut versteht. Sie selbst ist, was in der Sendung verschwiegen wurde, Präsidentin der "Deutschen Schmerzliga". Hersteller der teuren Schmerzmittel Oxygesic und Palladon ist die Firma Mundipharm. Im Vorstand von Kochs Schmerzliga sitzt auch ein ehemaliger leitender Mitarbeiter von Mundipharm, und Mundipharm stiftet auch den "Deutschen Schmerzpreis" in Höhe von 10.000 Euro, den, potzblitz!, im Jahr 2006 ausgerechnet Marianne Koch bekommen hat.

Dem Fazit von Markus Grill kann man nur zustimmen:
In der Gefahr, die Realität nicht mehr wahrzunehmen, befinden sich aber nicht nur die Abgeordneten, sondern auch Frau Maischberger. Während sie noch wie in einer Talkshow-Sendung aus dem vorigen Jahrhundert diskutieren lässt, ob Kassenpatienten schlechter behandelt werden als Privatpatienten, gibt das Gesundheitsministerium seinen Experten vom IQWiG bereits den Auftrag, auszurechnen, wie viel ein zusätzliches Lebensjahr kosten darf oder welcher Preis für Medikamente noch in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen. Zwei-Klassen-Medizin ist ein alter Hut. Jetzt geht es um Rationierungen für 70 Millionen Krankenversicherte – nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Aber ich fürchte es wird nicht die letzte Talkshow oder die letzte Dokumentation über diese Frage gewesen sein, während die Gesundheitsökonomen und Politikexperten unbehelligt von gesellschaftlichen Diskussionen die Pflöcke für die Rationierungsentscheidungen einschlagen.
 
[TV-Magazine]
Autor: strappato   2009-05-06   Link   (5 KommentareIhr Kommentar  



 

Report Mainz berichtet kritisch über FSME-Impfung

Kein TV-Politmagazin ohne ein Beitrag über die Pharmaindustrie. Am Montag berichtete das ARD-Magazin "Report Mainz" unter dem Titel "Panikmache bei Zeckenschutzimpfungen - Die verantwortungslosen Kampagnen der Pharmaindustrie" (Video).

Als Aufhänger für den Beitrag dient ein Kind, das vermutlich einen Impfschaden durch eine FSME-Impfung erlitten hat und nun ein Pflegefall ist. Das wird im Beitrag nicht weiter belegt, erscheint aber nach der aktuellen Einschätzung des Arzneitelegramms auch nicht unplausibel (a-t Juli 2007):
Bleibende neurologische Schäden sind bei Kindern eine "Rarität" (a-t 2002; 33: 27), Impfstoff-Unverträglichkeiten jedoch sehr häufig: 28% der Ein- bis Zweijährigen bzw. 7% der Drei- bis Fünfjährigen reagieren auf FSME-IMMUN JUNIOR mit Fieber von 38-39° Celsius, 3% bzw. 0,6% mit Temperaturen von 39,1-40° Celsius.6 Kopfschmerzen sind sehr häufig. Nervenentzündungen, Enzephalitis u.a. kommen vor.

Hauptthema des ARD-Berichts ist die Diskrepanz zwschen den tatsächlichen Risiken der FSME und den von den Impfstoffherstellern getragenen öffentlichen Kampagnen. Für Leser dieses Blogs nichts fundamental Neues.

Überraschend allerdings, dass sich ausgerechnet das Robert-Koch-Institut (RKI) im Beitrag von den Kampagnen der Industrie distanziert. Hatte doch gerade das RKI mit einer Neudefinition der "FSME-Risikogebiete" die entscheidende Munition für die Impfkampagnen der letzten Jahre geliefert. Dazu noch einmal das Arzneitelegramm 7/2007:
Die Idee könnte aus den Marketingabteilungen der Hersteller von FSME-Impfstoffen stammen: Seit einigen Wochen verzichtet das Robert Koch-Institut (RKI) auf die früher übliche Unterscheidung zwischen Hochrisiko- und Risikogebiet sowie Regionen mit geringer FSME-Endemizität.1 Jetzt gibt es nur noch "Risikogebiete". Das sind nach neuer Definition Land- (LK) und Stadtkreise (SK), in denen die Inzidenz der gemeldeten FSME-Erkrankungen im Zeitraum 2002 bis 2006 höher als 1 pro 100.000 Einwohner war. Tatsächlich wird diese - bereits sehr niedrig angesetzte - Inzidenzgrenze aber lediglich in 80 (62%) der 129 jetzt als Risikogebiet bezeichneten Kreise erreicht.* Außerdem werden Kreise mit geringerer FSME-Inzidenz definitionsgemäß zum Risikogebiet, wenn alle angrenzenden Kreise signifikant erhöhte Erkrankungsraten aufweisen. 33 Stadt- und Landkreise erhalten allein durch diese Neudefinition den Status eines Risikogebietes.1 Dabei wurden in sieben dieser "Risikogebiete" bislang "niemals FSME-Erkrankungen erworben": SK Ansbach, LK Germersheim, LK Hohenlohekreis, SK Mannheim, LK Rhein-Pfalz-Kreis, SK Speyer und SK Worms.1 In Artikeln der Tagespresse und auch der Ärztezeitung2 wird all dies nicht erläutert, sondern die größere Zahl der Risikogebiete mit zunehmender Ausbreitung des FSME-Risikos gleichgesetzt. Der Run auf die Impfung und die damit verbundenen Lieferengpässe sind somit hausgemacht.

 
[TV-Magazine]
Autor: hockeystick   2009-05-06   Link   (10 KommentareIhr Kommentar  



 

Guten Appetit



Das Foto-Blog Hospital Food sammelt kulinarische Höhepunkte des Krankenhausalltags.
(via)
 
[Klinik]
Autor: hockeystick   2009-05-05   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Tarnen und täuschen

Die Abhängigkeit der renommierten Wissenschaftsverlage von der Pharmaindustrie ist ein bekanntes Ärgernis.

Platzhirsch Elsevier (u.a. "Lancet") hat nun sein Geschäftsmodell zuende gedacht und das "Australasian Journal of Bone and Joint Medicine (AJBJM)" gleich vollständig vom Pharmakonzern Merck & Co. konzipieren und finanzieren lassen:
Tatsächlich ist bzw. war das AJBJM (die letzte Ausgabe erschien im Jahr 2003) offenbar eine gut getarnte Werbepostille, die nur einem Zweck diente: nämlich Medikamente aus dem Hause Merck [Anm.: gemeint ist Merck & Co., hierzulande bekannt als MSD] positiv darzustellen. Erreicht wurde das mit einem Mix aus konzernfreundlichen Versatzstücken der Fachliteratur - der Abdruck bereits anderswo publizierter Studien mit entsprechenden Resultaten, "Reviews", also "Übersichtsartikel", die lediglich zwei (passende) Quellen zitieren, und bislang unpubliziertes aber genehmes Forschungsmaterial, das keine Chance hätte, in einem Journal mit Qualitätskontrolle veröffentlicht zu werden.

Lesertäuschung im Dienste der Pharmaindustrie hatte auch der Burda-Verlag mit seiner Wartezimmerpostille "Bunte Gesundheit" für sich als Geschäftsmodell entdeckt, damit allerdings nicht wie Elsevier auf Ärzte und Wissenschaftler gezielt.
 
[Ethik & Monetik]
Autor: hockeystick   2009-05-05   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

50-50

I would say the odds are about 50-50, which is where I thought it was for some time.
Tom Daschle, ehemaliger U.S. Senator und Ex-Kandidat für den Gesundheitsminister-Posten in Obamas Regierung, schätzt in einem Interview die Chancen für die Verabschiedung einer umfassenden Gesundheitsreform in diesem Jahr.
 
[Ausland]
Autor: strappato   2009-05-05   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 



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