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Zecken-Kartenkunde "Hier haben wir eine, wo die Risikogebiete rot eingezeichnet sind, das sind die Definitionen des Robert-Koch-Instituts, wie Sie sie hier lesen können. Die gelben sind Risikogebiete, die nicht definiert sind. Es sind also keine Risikogebiete, sondern es sind nur Einzelfälle aufgetreten. Das heißt, für diese Gebiete gibt es keine Impfempfehlung."
Aus einem Hörfunkbeitrag des Deutschlandfunks zum Thema Vorsicht Zecke!.Und deshalb, so sagt eine Pressesprecherin des Robert-Koch-Instituts auf Anfrage, sollte das Deutsche Grüne Kreuz die Karte mit den gelben Einsprengseln nicht verwenden, sie könne nämlich suggerieren, man solle sich auch beim Aufenthalt in einzelnen nord- und ostdeutschen Landkreisen besser impfen lassen. Mit der rot-gelb-gesprenkelten Karte arbeitet übrigens auch die Seite zecken.de des Impfstoffherstellers Baxter. Der gehört zu den Geldgebern beim Deutschen Grünen Kreuz. Welche Beträge fließen, behält das DGK jedoch für sich. Die Inhalte der Zecken-Kampagne würden durch diese Finanzierung jedenfalls nicht beeinflusst. Zur Impfung rät Dagmar Arnold den Frankfurter Interessenten am Infomobil tatsächlich nur für die Risikogebiete weiter südlich. [Pharmamarketing]
Links am Samstag afterpharma.com - es gibt ein berufliches Leben ausserhalb der Pharmaindustrie. Cracker fordern 10 Millionen US-Dollar für Patientendatenbank. Rabattverträge - Neue Pillen von der AOK. Eine Kultur der Sprachlosigkeit - Spiegel-Interview mit Philipp Daniel Merckle, 42, über den Suizid seines Vaters und Lehren aus dem Niedergang des Firmenimperiums. Suchtmittel Snus - Kampf um den Lutschtabak. Consumers more likely to identify healthy food using traffic light nutrition labels. What Is ‘Socialized Medicine’?: A Taxonomy of Health Care Systems. Kosten-Nutzen-Bewertung: Feigenblatt für die Rationierung. Academic Medical Centers Often Guilty of Research Hype. The danger of drugs … and data - The Guardian zum Fall der Fake-Journals in Australien. [Links]
"Programmlicher Befund nicht eindeutig" Zu den verwirrendsten Formaten im deutschen Fernsehen gehört seit vielen Jahren die Sendung "Spektrum Gesundheit" mit Hademar Bankhofer. Nach dem Ende verschiedener Projekte im Zusammenhang mit Schleichwerbungsvorwürfen ist "Spektrum Gesundheit" Bankhofers letztes TV-Biotop. Verwirrend ist die Sendung deshalb, weil man bei ihrer Betrachtung stets den Eindruck hat, versehentlich eine Dauerwerbesendung für verschreibungspflichtige Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Medizinprodukte eingeschaltet zu haben. Selbst bei genauem Hinsehen findet sich aber nie der Hinweis "Dauerwerbesendung". Noch irritierender das Gefühl, dass das Heilmittelwerbegesetz für die Dauer der Sendung regelmäßig außer Kraft gesetzt zu sein scheint. Ausgestrahlt wird die erstaunliche Sendung nicht etwa von einem unter einem Tarnnetz betriebenen Piratensender auf der Inselgruppe Saint Kitts und Nevis (oder gar von einem in den Bergen versteckten ORF-Tochtersender), sondern seit vielen Jahren ganz offiziell u.a. auf den Frequenzen von RTL und SAT1 im Rahmen des "Bayern Journals". Produzent der Sendung ist die Firma Camp TV, die zuständige Aufsichtsbehörde ist die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM). Und aktuell gibt es wohl berechtigten Grund, sich Sorgen um Bankhofers letzte verbliebene TV-Sendung machen. Es gibt nämlich hässliche Vorwürfe der Süddeutschen Zeitung, die BLM habe ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt und - man höre und staune - Schleichwerbung (!) im "Bayern Journal" toleriert. Es geht dabei u.a. um sechsstellige Privatdarlehen des kürzlich ums Leben gekommenen Camp-TV-Eigentümers Ralph Burkei an den Vorsitzenden des bayerischen Medienrates, Klaus Kopka, der eigentlich den Sender kontrollieren sollte, um Parteienfilz, merkwürdige Treffen und zeitliche Koinzidenzen: Besonders krass aus Sicht der BLM waren zahlreiche Fälle im Jahr 1997. In einer Vorlage für den Medienrat berichtete die BLM damals, dass von Januar bis März 1997 im "Bayern Journal" in insgesamt 31 Beiträgen über Arzneimittel, Kliniken oder Immobilien "gegen das Schleichwerbeverbot verstoßen" worden sei. [...] In diese Zeit fällt auch das zweite Darlehen, das Kopka und seine damalige Freundin erhalten hatten. Es datiert vom 1. Mai 1997 und belief sich auf 120.000 Mark. Tags zuvor hatte die BLM 31 Beiträge im "Bayern Journal" beanstandet. Kopka sagte am Dienstag, hier gebe es "überhaupt keinen Zusammenhang". Das sieht auch die BLM so. Kopka sagte weiter, Burkei habe niemals versucht, "mich für seine Ziele einzuspannen". Anlass für uns, zunächst einige Höhepunkte der Sendung aus den vergangenen Jahren revue passieren zu lassen: "Spektrum Gesundheit" preist Airnergy an (2002): ![]() "Spektrum Gesundheit" preist "Airnergy" an (2007): ![]() "Spektrum Gesundheit" preist ![]() "Spektrum Gesundheit" preist "Kanne Brottrunk" gegen Epilepsie an: ![]() "Spektrum Gesundheit" preist "Duovital-Tonicum" (Duopharm) gegen Gelenkschmerzen an: ![]() "Spektrum Gesundheit" preist das verschreibungspflichtige Medikament ![]() Die BLM bestreitet unterdessen in einer Pressemitteilung, dass sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkomme: Im Spätsommer und Herbst 2005 sind im Rahmen der Sendereihe „Spektrum Gesundheit“ Krankheitsfälle vorgestellt worden, für deren Behandlung bestimmte Präparate genannt wurden. Dadurch konnte der Eindruck entstehen, dass die Themenauswahl und Darstellung möglicherweise von der Pharmaindustrie beeinflusst wurde. Der programmliche Befund war jedoch nicht eindeutig und es gab keine verwertbaren Hinweise auf mögliche Geldflüsse. [Medien]
Evidenzbasierte Mediziner entdecken die Transparenz Jüngst war In der deutschen Presse meldeten sich daraufhin eine ganze Reihe von Schmerzexperten zu Wort, die einen Einfluss der gefälschten Studien auf die deutsche Therapiepraxis zum Schaden von Patienten trotz des Eingangs in die Leitlinien unisono als eher unwahrscheinlich bezeichneten. Uns Pikanter Aspekt am Rande: Bei Prof. Edmund Neugebauer, der u.a. in der Süddeutschen Zeitung zitiert worden war und dessen finanzielle Verbindungen zu Pfizer wir erst nach vergleichsweise intensiver Recherche zu Tage förderten - die entsprechende Seite war nicht im Google-Suchindex enthalten - handelt es sich um den 1. Stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM), eines Vereins, der sich der streng wissenschaftlichen Bewertung von medizinischen Behandlungen verschrieben hat und deshalb von der Pharmaindustrie eher als Gegner denn als Freund betrachtet wird. Offenbar wachgerüttelt durch unseren Artikel, ist das DNEbM nun in die Offensive gegangen. In einer Pressemitteilung des DNEbM heißt es: Eine Besonderheit an Interessenkonflikten ist, dass ihre Bewertung dem Urteil der anderen unterliegt. Auf der einen Seite verschweigen Betroffene ernsthafte potenzielle Interessenkonflikte, weil sie sich selbst für unbeeinflusst halten. Auf der anderen Seite werden Hinweise auf potenzielle Interessenkonflikte auch immer wieder zur öffentlichen Diskreditierung von seriösen Experten benutzt. Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V. (DNEbM) will zur Auflösung dieses Dilemmas beitragen. Es hält dazu eine unvoreingenommene und sachliche Auseinandersetzung mit den Fragen und Problemen für nötig, welche Interessenkonflikte aufwerfen. Ein transparenter Umgang mit potenziellen Interessenkonflikten ist schließlich auch nötig, um das Vertrauen in Wissenschaft und Forschung zu erhalten. Aus dieser Überzeugung heraus, veröffentlichen die Mitglieder des Vorstands und die Beisitzer des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V. am 6. Mai 2009 Erklärungen zu ihren potenziellen Interessenkonflikten auf der Netzwerk-Internetseite: http://www.ebm-netzwerk.de/wir_ueber_uns/interressenkonflikte. Eine kurze Durchsicht der angegebenen Interessenkonflikte zeigt, dass im Kreis der DNEbM-Funktionäre nur Neugebauer recht intensive finanzielle Verbindungen zur Pharmaindustrie zu pflegen scheint. Eine Beratungstätigkeit für Pfizer im Zusammenhang mit der offenbar im Hintergrund von Pfizer initiierten und/oder getragenen [Ethik & Monetik]
Methode von der Leyen Das NDR-Medienmagazin ZAPP stellte am Mittwoch die "Methode von der Leyen" vor. Sind das die Indrigenzien, die sie ins Gesundheitsministerin führen könnte? Ich fürchte schon. [Politik]
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