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Champix®-Marketing (II) An den Österreichern schätze ich diese Offenheit und Lässigkeit. Ganz unverkrampft läuft in unserem Nachbarland auch das Marketing für die Rauchentwöhnungspille Champix®. Smoking statt Smoking ist das Motto der Kampagne, die das bekannte österreichische Rezept für ein Pharmawerbungstraumteam vereint. Man nehme:
![]() Bild: fotodienst/Nadine Bargad Heraus kommt die Erkenntnis, dass man Raucher über den Geldbeutel motiviert - Rauchstopp bringt Geld, Genuss und Sinnlichkeit. Eine These, die Suchtforscher den Kopf schütteln lässt. Anstatt mit Angstbotschaften zu arbeiten, die bei Rauchern ungehört verhallen, wird direkt der persönliche Nutzen, den der Rauchstopp bringt, dargestellt: Wer mit dem Smoking aufhört, kann sich sehr schnell einen Smoking kaufen. Es geht nicht um Rauchentwöhnung, sondern um Marketing für Champix®. Die Kampagnenseite im Internet dient lediglich als Feigenblatt, das bei sachtem Klick mit der Umleitung zu Pfizer die Blösse nicht ernsthaft verdecken will. Zum Marketing gehört Aufmerksamkeit. So tourt ein weisser Rolls-Royce durch die Einkaufszentren und es ist sichergestellt, dass auch die Regionalmedien über die Aktion berichten. ![]() Die Besucher bekommen ein Faltblatt in die Hände gedrückt (nosmoking (pdf, 686 KB)), in dem sie darüber informiert werden, dass sie nach 40 Jahren als Nichtraucher sich eine kleine Eigentumswohnung in Wien leisten können. 54.000 Euro? Eine Wohnklo in Ottakring? Nicht unerwartet wird Vareniclin (Champix®) besonders positiv hervorgehoben. Der Einsatz von Nikotinersatzpräparaten ist weit verbreitet, ein neuer Ansatz und eine gute Unterstützung bei der Raucherentwöhnungstherapie stellt auch der verschreibungspflichtige Wirkstoff Vareniclin dar. (Kunze) Fast alle Raucher berichten bei ordnungsgemäßer Einnahme zumindest von einer starken Reduktion des Rauchverlangens. Die Verträglichkeit des neuen Medikaments ist ausgezeichnet. (Gromann) Was die Ärztin im Inneren der "Luxuslimousine" empfiehlt, überlassen wir mal der Phantasie und dem Arztgeheimnis. ![]() Zu dem Luxus-Ambiente passen keine Informationen über das Risiko von depressiver Verstimmung, Aggressivität und andere Verhaltensauffälligkeiten bis zu Suizidgedanken in Verbindung mit Champix®, die die europäische Arzneimittelbehörde EMEA zu einer Verschärfung der Warnhinweise Aus den Kommentaren zur Meldung beim ORF: Alle Nichtraucher die ich kenne fahren bereits eine Stretch-Limousine, manche fliegen sogar mit dem eigenen Heli in die Arbeit. Ich persönlich spare am meisten weil ich mir keine Stretch kaufe. ... 100% agree! Hab mir gerade meinen 2. Eurofighter bestellt, der 1. fällt a bissl auseinander :-) mist, wohin mit der kohle, die ich jetzt bunkere.... vielleicht sollt ich wieder rauchen! :-) ... Ich werde wohl auch vom Nikotin lassen und mir stattdessen eine riesige Villa im Wienerwald kaufen. Haben doch alle Nichtraucher schon, oder? Wo sie sich doch sooooo viel erspart haben.... [Champix]
Becel-Schleichwerbung im ORF Becel (Unilever) startete gemeinsam mit dem ehemaligen Skiprofi Stephan Eberharter und dem Sozialmediziner Michael Kunze sowie mit der Diätologin Andrea Hofbauer vom Becel-Institut eine Initiative für die Herzgesundheit. Die Werbekampagne dazu wurde von der Agentur WWP Weirather-Wenzel & Partner gestaltet und umgesetzt – für sämtliche PR-Agenden zeichnet die PR-Agentur alphaaffairs verantwortlich.
(Quelle)[...] „Außerdem wurde eine Kooperation mit ‚ORF‘-Winterzeit abgeschlossen, bei der das Thema Cholesterin über den Zeitraum von drei Wochen immer wieder redaktionell vorkommt und neben Stephan Eberharter auch die Diätologin vom Becel-Institut als Studiogäste über das Thema Herzgesundheit & Cholesterin aufklären werden“, erläutert Martin Grüner. [...] In diesen drei Wochen übernimmt Becel auch die Patronanz für ‚ORF Winterzeit‘ mit Presenting-Trailern vor und nach der Sendung, geht Grüner weiter ins Detail. Auch die ‚ORF Nachlese‘ hat sich dem Thema Cholesterin verschrieben: in Form von Bewegungstipps sowie eines redaktionellen Berichts. Auf diese Weise sollen die Konsumenten aufgerufen werden, „mit Becel pro-activ und dem Know-how von Stephan Eberharter in puncto gesunder und ausgewogener Ernährung sowie einem einfachen Bewegungsprogramm in nur drei Wochen nachweislich den Cholesterinspiegel zu senken“, so Grüner. [Journalismus]
AOK hat 58.000 Euro übrig 58.000 Euro für die mediale Gesundheit des Bundesrates von der AOK. Mit diesem Gesamtbetrag hat die Krankenkasse zweimal den "Tag der offenen Tür" der Länderkammer unterstützt. Stolzer Betrag für die Gegenleistung, einen Stand aufbauen zu dürfen. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob Unternehmen und Verbände als Sponsoren solcher PR-Veranstaltungen der Politik auftreten sollen, da der Korruptionsvorwurf immer im Raum steht . Bei der AOK kommt noch hinzu, dass die klammen Ortskrankenkassen am Finanzausgleich der Krankenkassen ( Hat tip: Holgis Nightline [GKV & PKV]
Landkarte Hochschulmedizin 250 Millionen Euro war der Wirtschaft im Jahr 2005 die deutsche Hochschulmedizin in Form von Drittmitteln für Forschungsprojekte wert. Wobei "Wirtschaft" in der Medizin in der Regel Pharmaunternehmen meint. Das geht aus der Landkarte Hochschulmedizin hervor. Bei den Drittmitteln der Industrie sind interessante Unterschiede auszumachen. Duisburg/Essen scheint besonders industrie-freundliche Professoren zu haben, die 8,69 Millionen Euro reinholten. Hingegen liess die Pharmaindustrie in Aachen nur 3,02 Millionen Euro. Dafür konnte Aachen sich 3,93 Millionen Forschungsmittel vom Bund sichern, Duisburg/Essen lediglich 2,26 Millionen Euro, bei vergleichbarer Anzahl der Professoren und eingeworbene Drittmittel pro Professor. [Wissenschaft]
Big Pharma - Big Losers Drug executives say they must spend as much as $1 billion to promote a drug in its first two years on the market if they want it to become a "mega-brand" that will bring in sales of more than $1 billion a year. This extreme spending on promotion is why the chief executives of today's drug companies are less likely to be scientists than they are to be marketing gurus, salesmen, lawyers or Harvard MBAs
Melody Petersens klare Analyse der fast ausweglosen Situation von Big Pharma in der LA Times: "A bitter pill for Big Pharma".It would be wrong to believe that this is the end of the industry's wealth and power.
Würde ich nicht unterschreiben.[Pharmaindustrie]
Authors of Report Recommending EU-wide HPV Vaccination Hide Conflicts of Interest At least 3 out of 6 authors of the recent The purpose of the report is to "lay down the scientific basis for the potential introduction of human papillomavirus (HPV) vaccines in order to help European Union (EU) Member States to make policy choices". Clearly, independence of the panel is an important issue. The report states: This guidance has been developed by a Scientific Panel of experts set up and coordinated by the Scientific Advice Unit of the European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). One of the main tasks of this unit is to provide independent scientific opinions, expert advice, data, and information. No conflicts of interest were declared by any of the Panel members. 1. Patricia Claeys, Panel Chair Patricia Claeys declared that she indeed had conflicts of interest in a Conflicts of interest: The following external experts and validators declared that they either received research funds from, or conducted consultancy services for, or received grants and/or travel assistance for attending conferences from companies that might gain or lose financially from the results of this HTA: Lieven Annemans, Patricia Claeys, Patrick Goubau, Pierre Van Damme, Maarten Postma. We have not received a reply to our e-mail asking Ms. Claeys for a comment on this inconsistency. 2. Paolo Bonanni Paolo Bonanni is listed as a supporter of the "Coalition Against Cervical Cancer" (CACC). The CACC was launched at the 'First Global Summit on Cervical Cancer', an event held in Paris and heavily funded by Sanofi Pasteur MSD, the company which markets Gardasil in Europe on behalf of Merck, Inc. A newspaper report on the Summit states: Celebrities, doctors and journalists were shipped in from across Europe and the United States by PR agencies working for Sanofi. The summit, which resembled a political rally, called for country-wide vaccination programmes. 3. Adam Finn Adam Finn has served both as a speaker and as a chairperson on industry symposia sponsored by Sanofi Pasteur MSD (which was named Aventis Pasteur MSD until 2004). (2004) (2007) Furthermore, Adam Finn has conducted a number of vaccine trials which were financed by drug companies. Conclusion Medical journals have recently announced that they would ban authors from publishing who deliberately fail to disclose any conflicts of interests. We consider full disclosure even more important in an official EU report that is likely to affect the health of millions of people and to have a significant impact on a multi-billion Euro market. [HPV]
Methylquecksilber im Sushi In den USA in allen Medien: Quecksilber im Sushi. Die NY Times fand hohe Quecksilberwerte in den Produkten von 20 Sushi-Restaurants in Manhattan. Das hätte ausgereicht, um die Fischspezialität behördlich vom Markt nehmen zu lassen. In fünf Restaurants wurde Sushi mit mehr als 1 ppm (1 µg/g) Methylquecksilber angeboten. Methylquecksilber reichert sich insbesondere in der aquatischen Nahrungskette an, es wird leicht in den Körper aufgenommen und hat eine noch höhere neurotoxische Potenz als Quecksilber selbst. Die WHO empfiehlt eine "duldbare tägliche Aufnahme" (ADI) von 0,47 µg/kg Körpergewicht, die US-Umweltschutzbehörde EPA einen Referenzwert von 0,1 µg/kg und Health Canada 0,2 µg/kg. Mit dem Grenzwert von 0,1 µg/kg sollte selbst ein Erwachsener mit 75 kg Körpergewicht nicht mehr als 50 g dieses belasteten Sushis wöchentlich essen. Nach 3-8 Stücke Sushi war in den New Yorker Proben diese Wochenration an Quecksilber erreicht. Eigentlich kein neues Problem. Schon vor Zwei Jahren hatte eine NGO in Los Angeles die hohe Quecksilberbelastung von Sushi Obgleich das Problem nicht auf die USA beschränkt sein dürfte und Sushi auch in Deutschland immer beliebter wird, legte die Stiftung Warentest bei ihrem kürzlichen Test von 11 verschiedenen Sushi-Boxen den Schwerpunkt auf den sensorischen Eindruck. Schadstoffe kamen nur mit 15% Gewichtung in die Wertung. [Public Health]
Links am Samstag Dauerstreit um Arzneimittel-Patente. What Don’t We Know About the Pharmaceutical Industry? A Freakonomics Quorum. Wellness Plus Messe. Wundermittel und Wunderheiler. Wyeth kündigt 10% Stellenabbau an. Auffallend viele Tote bei Studie mit probiotischen Bakterien F.D.A. Requiring Suicide Studies in Drug Trials. Speziell für hockeystick: Spezialisten der Lipid-Liga beraten Kollegen. Natürlich ehrenamtlich und unabhängig, nehme ich an. [Links]
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