Finanzielle Interessen vs. Verantwortung

Zwei Beispiele für Interessenskonflikte.

Die NY Times berichtet über Chirurgen, die begeistert von der künstlichen Bandscheibe Prodisc® sind - ohne anzuzeigen, dass sie wirtschaftlich am Erfolg des Implantats beteiligt sind.
In the study results submitted to the F.D.A., moreover, an unusually large number of patients were not included, and some of those patients have said they fared poorly. As a result, some patients and doctors critical of the research say the study may have cast the Prodisc in an overly flattering light.

Das Ärzteblatt beschäftigt sich mit dem schnellen fachlichen Beistand der American Heart Association und das American College of Cardiology für Ezetimib. Diese Verbände hatten einen Tag nach Verkündigung der vernichtenden Ergebnisse der ENHANCE-Studie in Pressemitteilungen die Patienten vor dem abrupten Absetzen des Medikamentes gewarnt.
So erhält die American Heart Association der New York Times zufolge jedes Jahr von den Vytorin®-Herstellern fast zwei Millionen US-Dollar, davon allein 350.000 US-Dollar zum Sponsoring einer Internet-Seite zum Thema Cholesterin auf der Homepage der American Heart Association, auf der Link zur Vytorin Web-Seite inzwischen verschwunden ist.

 
[Ethik & Monetik]
Autor: strappato   2008-02-01   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Kinderkram

HPV und kein Ende.

Für die deutsche Krebshilfe ist die HPV-Impfung Kinderkram:


Teil der Kampagne Mädchen checken das.

Ähnlichkeiten bei der Kommunikationsästhetik mit einem Spot des DDR-Fernsehens sind rein zufällig.

 
[HPV]
Autor: strappato   2008-02-01   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Interviews zur HPV-Debatte

Das lesenswerte vollständige Interview der österreichischen Zeitung "der Standard" mit dem Impfschadens-Experten Dr. Hartmann kann auf dem Blog des Journalisten nachgelesen werden, der das Interview geführt hat. In der Zeitung selbst sind heute Zitate aus dem Interview erschienen.

Im Interview mit der Frankfurter Rundschau äußert sich unterdessen Prof. Gerd Glaeske, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, kritisch zum Tempo der Einführung der HPV-Impfung.
 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-02-01   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

HPV-Impfung nicht kosteneffektiv

Das österreichische Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment hat eine ökonomische Bewertung der HPV-Impfung durchgeführt und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. Dies war für die Bundesgesundheitskomission Grund genug, die Aufnahme der HPV-Impfung in das Kinderimpfprogramm neuerlich abzulehnen.

Im Extremfall, wenn auch Jungen geimpft werden, wie manche Experten und die Hersteller es sich wünschen, könnte ein gewonnenes Lebensjahr 311.000 Euro kosten. Dieses Kosteneffektivitätsverhältnis ist dramatisch schlecht und zeigt, dass die zusätzlichen Kosten im Vergleich zu den Gesundheitseffekten ungleich höher wären.

Da zahlreiche Unsicherheiten im Ergebnis durch Faktoren entstehen, die erst bei längerer Erfahrung mit einer Impfung evaluiert werden können, empfehlen die Autoren bei Einführung einer Impfung eine Begleitforschung.

Der komplette Bericht.
 
[HPV]
Autor: strappato   2008-02-01   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Der Abwiegler vom Dienst

In der jüngsten Berichterstattung deutscher Medien zu den Todesfällen nach HPV-Impfungen begegnet einem immer wieder ein Gynäkologe namens Michael Wojcinski vom Berufsverband der Frauenärzte, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Impfen. Zum Beispiel in der Bild am Sonntag, in den Yahoo-Nachrichten, in der Rheinischen Post oder auch morgen in der Frankfurter Rundschau.

Er findet dabei stets beruhigende Worte, die in einem wohltuenden Widerspruch zu der Einschätzung anderer Experten stehen, etwa:
Natürlich machen solche Nachrichten über Todesfälle nach Impfungen im ersten Moment Angst. Aber es besteht kein Grund zur Panik. Nach intensiven Untersuchungen gibt es keinen Anlass anzunehmen, dass diese Impfung verantwortlich für den Tod der Mädchen ist. Außerdem ist sie nicht gefährlicher als jede andere Impfung.

Beruhigend auch, dass von etwaigen Verbindungen von Michael Wojcinski zum Anbieter des HPV-Impfstoffs Gardasil®, Sanofi-Pasteur MSD, in keinem der Artikel die Rede ist.

Einiges spricht allerdings dafür, dass er nicht so unabhängig ist, wie es den Anschein hat. Nicht nur, dass er Kurse hält und sich dafür augenscheinlich von Sanofi-Pasteur MSD bezahlen lässt:


Nein, er war schon früh und vermutlich nicht ohne finanzielle Gegenleistung aktiv in die PR-Kampagne von Sanofi-Pasteur MSD für Gardasil® eingebunden:
"Das sind acht Todesfälle pro Tag, wovon bei konsequenter Impfung drei Viertel wohl zu vermeiden wären", berichtete Dr. Michael Wojcinski aus Bielefeld bei einem Pressegespräch von Sanofi Pasteur MSD in München.

 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-02-01   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Impfgutachter hält HPV-Impfung für wahrscheinliche Todesursache

Klaus Hartmann, beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bis 2003 für die Bewertung von Impfstoffnebenwirkungen zuständig, äußert sich gegenüber gegenüber dem Standard zum Todesfall Jasmin S und bestätigt dabei die Einschätzung des Gerichtsmediziners:
Bei der Todesursache handelte es sich vermutlich um eine akute disseminierte Encephalomyelitis (ADEM). Das ist bei Impfschadensfällen in meiner Gutachter-Praxis eine der häufigsten Diagnosen und eines der größten Probleme bei inaktivierten Impfstoffen.

Die bereits rund eine Woche nach der Impfung aufgetretenen Symptome Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen und Darmprobleme sind nach seiner Einschätzung "ganz typische Anzeichen" für eine ADEM.
Das ist ein flüchtiges entzündliches Geschehen. Wenn das im Atemzentrum entsteht, kann Atemstillstand die Folge sein.

Er kritisiert abwiegelnde Äußerungen von Impfexperten, nach denen ein Zusammenhang zwischen der Impfung "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" nicht bestehe, weil eine Impfreaktion nicht drei Wochen nach dem Impftermin auftrete:
Wissenschaftlich ist das vollkommener Unsinn.

 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-01-31   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Business blogs

Pharma ist ein Business. Daher gehören zur Liste der 50 best business blogs, die die Times vorstellt, auch drei blogs, die sich mit Pharmaindustrie und Medizin beschäftigen.

Mit den Anzahl von drei blogs, ist die Branche gleich gut vertreten wie "Media & Marketing", wenn man die Selbstbeweihräucherung von Richard Edelman in der Liste ignoriert.

Sucht man nun die deutschsprachigen Pendants, fallen einem für einige Rubriken deutsche blogs ein, aber die Defizite in der deutschen Bloglandschaft werden überdeutlich.
 
[Blogs]
Autor: strappato   2008-01-31   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

HPV-Impfung in der Diskussion

In die öffentliche Bewertung der HPV-Impfung in Deutschland kommt Bewegung. Die Süddeutsche Zeitung und die Rheinische Post berichteten über die Todesfälle bei denen ein Zusammenhang mit einer vorherigen HPV-Impfung diskutiert wird. Während die Rheinische Post eher beschwichtigend argumentiert, setzt der Artikel von Christina Berndt in der Süddeutschen sich mit der Kritik auseinander.

Die kritischen Töne sind auch von der Politik gehört worden. Die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Annette Widmann-Mauz, hat am Mittwoch eine Begleitstudie gefordert, um möglichen Schaden von gesunden jungen Mädchen und Frauen abzuwenden.

Die Diskussion kommt den beiden Herstellern wahrscheinlich höchst ungelegen, da die HPV-Impfung in Deutschland immer stärker nachgefragt wird. In den ersten 10 Monaten des Jahres 2007 haben die Krankenkassen 80 Millionen Euro für in Apotheken verkaufte HPV-Impfstoffe bezahlt. Alleine von September auf Oktober hatten sich die Verkäufe verdoppelt.
 
[HPV]
Autor: strappato   2008-01-31   Link   (4 KommentareIhr Kommentar  



 

Klinische Studien in Entwicklungsländern

Guter Artikel in der Financial Times über den Trend, klinische Studien in Schwellen- und Entwicklungsländern durchzuführen. Vorteile und ethische Probleme.
 
[Klinische Studien]
Autor: strappato   2008-01-30   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Zukunft des Pharmamanagements

Welche Folgen hat die Restrukurierung in der Pharmaindustrie, mit dem Ende des Blockbuster-Modells, des wachsenden Kostendrucks in den Gesundheitssystemen, dem Wettbewerb mit Indien oder China und anderen Entwicklungen für die berufliche Karriere? Mit dieser Frage hat sich RegentAtlantic Capital, eine Vermögensmanagement-Gesellschaft, beschäftigt und eine Analyse vorgelegt.

Der Report mit dem Titel: pdf-DateiThe Continuing Evolution of the Pharmaceutical Industry: Career Challenges and Opportunities lässt für die heutige Generation im mittleren Management nichts Gutes erahnen.
This trend should continue for the foreseeable future because these companies must find ways to lower their operating costs to offset their coming drop in revenues. No one can precisely predict how many additional people will be displaced. However, two CEOs interviewed believe that “an entire generation” of upper-middle and senior-level executives (as many as 50,000 individuals) will be displaced.

Die Autoren des Berichts meinen, dass eher Spezialisten gefordert sind.
The days of being able to function as a partial expert who can also manage some aspects of the research and development or marketing processes are numbered.

Und was braucht ein Pharmamanager in Zukunft?
Seven Skill Sets with Great Future Value
  1. Ability to Manage Decentralized Intellectual Capital Resources
  2. Ability to Work in Joint Ventures and Across Divisions, Cultures and Countries
  3. Ability to Integrate an Understanding of Intellectual Property Laws, Scientific Expertise and Business Strategy
  4. Ability to Spur Creativity While Managing Commercially
  5. Knowledge and Insight on the Decision-Making Dynamics of Payers
  6. Expertise in the Functioning and Decision-Making of Regulatory Agencies
  7. Human Resource Skills to Help Transform Pharmaceutical Companies

Steht da was von Marketing?
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2008-01-30   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



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