Autoren von EU-Empfehlung zu HPV-Impfung verschweigen Interessenkonflikte (II)

Der jüngste pdf-DateiBericht des European Centre for Disease Control (ECDC) zur HPV-Impfung wurde bekanntlich von unabhängigen Experten ohne Interessenkonflikte erstellt:
No conflicts of interest were declared by any of the Panel members.

Bedauerlicherweise stimmt diese Angabe der Experten nicht so ganz.

Auf eine entsprechende Anfrage unsererseits hat Frau Claeys bislang nicht reagiert. Nutzen wir die Wartezeit, um uns die Industrieunabhängigkeit eines weiteren Kommissionsmitglieds anzusehen.

Heute: Professor Adam Finn aus Bristol.


(2004)


(2007)

Und zur Abrundung hier noch eine Übersicht über einige industriefinanzierte Studien, die Professor Finn geleitet hat.
 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-01-25   Link   (5 KommentareIhr Kommentar  



 

Cosmeceuticals

Der Kosmetikkonzern Estée Lauder will zusammen mit dem Botox-Hersteller Allergan eine Pflege-Serie herausbringen, die exklusiv bei Hautärzten vertrieben werden soll.

Damit wollen der Pharmakonzern und die Ärzte an dem Milliardenmarkt mit der Schönheit verdienen. Da erscheint die Berufung von Sally Susman zum "Senior Vice President of Worldwide Communications and Chief Communications Officer" bei Pfizer in einem ganz neuen Licht. Susman war war vorher für die globale Kommunikation beim Kosmetikkonzern Estée Lauder zuständig.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2008-01-25   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Grossangriff auf Patienten

Die Einschränkungen bei der Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente sind Pharmaindustrie und Werbewirtschaft ein Dorn im Auge. Ärzte zeigen sich immer resistenter gegen die Pharmawerbung, Kodizes erschweren den Einsatz von Motivationshilfen und Massnahmen zur Kostendämpfung lassen Ärzten weniger Spielraum bei der Auswahl der Medikamente. Ihr Heil sieht die Pharmaindustrie in der direkten Ansprache der Patienten, DTC (direct-to-consumer).

In Österreich sind die Pharmawerber besonders eifrig den Wünschen der Kunden nachzukommen. Die beiden grössten Pharmawerbeagenturen in unserem Nachbarland haben PR-Töchter gegründet, um Patientengruppen mit der frohen Marketingbotschaft zu beglücken.

Welldone bietet mit Peri Consulting Patienten Networking im Gesundheitssystem an, damit die Stimme des Patienten als zusätzliche Entscheidungsgrundlage in relevanten Gremien des österreichischen Gesundheitswesens gehört werden soll.

pbk empfiehlt: Ein neues Molekül in der Marketingpalette – frisch aus den USA und der Schweiz importiert. Die Information vom Patienten bzw. die direkte Zusammenarbeit mit dem Patienten – seien Sie Ihrer Zeit voraus und sichern Sie sich als erster diesen Marktzugang gemeinsam mit unseren Gesundheitsexperten. und hat vor einiger Zeit die "Public Health PR" aus der aus der Taufe gehoben.

Dabei geht es natürlich nur um PR und Kommunikation. Nicht Werbung, sondern es entsteht ein neues Kommunikationsnetzwerk, in dem Informationen über Forscher, Unternehmen und deren Entwicklungen und neue Behandlungsstrategien aus den Medien, dem Internet und der Erfahrungsaustausch mit Freunden und Bekannten von besonderem Belang sind. Oder?
Ich freue mich besonders, dass wir als einzige PR-Agentur einen der begehrten Pharmawerbepreise erhalten haben.

 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2008-01-25   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Therapeutischer Standard

Die Frankfurter Rundschau berichtet über den Konflikt Avastin® vs. Lucentis® und stellt die Positionen der Beteiligten - Ärzte, Hersteller, Krankenkassen - dar.
Der therapeutische Standard wird ja nicht durch den Zulassungsstatus diktiert, sondern durch wissenschaftliche Erkenntnisse.

In einem weiteren Artikel wird die deutsche VIBERA-Studie und der Studienleiter Prof. Mühlbauer vorgestellt. Es ist eine von mehreren Studien, die weltweit derzeit durchgeführt werden, um die Nicht-Unterlegenheit des preiswerteren, jedoch nicht zur AMD-Behandlung zugelassenen Avastin®, gegen das 30-fach teurere Lucentis® zu zeigen.
Es gebe "pharmakologisch belastbare Hinweise", dass das nicht für den Einsatz bei AMD zugelassene Avastin das bessere Medikament sein könnte. Schon deshalb, weil das größere Molekül eine längere Verweilzeit im Auge habe: "Viele Ärzte haben den Eindruck, dass die Patienten mit Bevacizumab seltener gespritzt werden müssen." Das sei ein Zustand, "den ein Medizinforscher nicht unbeantwortet lassen darf", so Mühlbauer.
Wenn sich das bestätigen sollte, wäre es ein weiteres Desaster der Pharmaindustrie.

Am Rand: Eine Novartis-Sprecherin beziffert die Entwicklungskosten für ein neues Medikament mit 900 Millionen Dollar. Eine echte Steigerung gegenüber den üblicherweise von der Pharmaindustrie genannten 800 Millionen Dollar.
 
[Avastin - Lucentis]
Autor: strappato   2008-01-25   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Gerichtsmediziner vermutet ADEM als Todesursache

In einer erneuten Stellungnahme zeigt sich der Vater von Jasmin S., die drei Wochen nach einer HPV-Impfung plötzlich verstorben war, verärgert über den Verlauf der öffentlichen Diskussion in Österreich. Hierbei waren von Impfexperten mögliche Todesursachen ins Spiel gebracht worden, die der Gerichtsmediziner nach seiner Aussage hatte ausschließen können.

Er berichtet von der Einschätzung des Gerichtsmediziners, dass die Impfung eine Nervenentzündung ausgelöst habe:
Im persönlichen Gespräch lag sein Verdacht darin, dass eine Nervenentzündung (ADEM [Akute demyelinisierende/disseminierte Enzephalomyelitis]) fatalerweise sich nicht zuerst auf "unwesentlichere" Funktionen (Gesichtslähmung, Extremitäten, Schwindel, ...) ausgewirkt hat, sondern sofort ein lebenserhaltendes Organ (die Lunge) außer Kraft gesetzt hat.

Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie definieren die ADEM folgendermaßen:
ADEM ist eine seltene akute entzündliche ZNS-Erkrankung, die häufig 1-4 Wochen nach einer Infektion und sehr selten nach Impfungen, aber auch ohne erkennbaren Auslöser auftreten kann. [...] Die Mehrzahl der Patienten erholt sich vollständig oder mit nur geringen Defiziten. Schwere, fulminante Verläufe können jedoch letal oder mit schweren residualen Defiziten verlaufen.

In der Datenbank des Paul-Ehrlich-Instituts wie auch in der VAERS-Datenbank finden sich eine ganze Reihe von Berichten über Lähmungserscheinungen (besonders im Gesicht) nach Gardasil-Impfungen, die mit einer solchen Diagnose erklärbar wären, dazu in der VAERS-Datenbank zahlreiche Berichte über das Guillain-Barré-Syndrom, ebenfalls eine entzündliche Nervenerkrankung, und in der Datenbank des PEI ein Bericht über das damit verwandte Miller-Fisher-Syndrom.

Bei der nach einer HPV-Impfung lebensgefährlich erkrankten Österreicherin Marion N. war ebenfalls eine ADEM diagnostiziert worden.
_

S. Schwarz et. al., Akute disseminierte Enzephalomyelitis (ADEM), Intensivmedizin und Notfallmedizin, Volume 42, Number 6 / September 2005, pp. 496-509
ADEM tritt häufig nach Infekten oder Impfung auf, kann aber auch spontan vorkommen.

 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-01-24   Link   (8 KommentareIhr Kommentar  



 

Nachhilfe in Gentechnik

Über 23andme und Gen-Medizin wird ja allerorten diskutiert. Zeit für ein Info-Update um mitzureden? Ich empfehle das Buch:

Grundzüge der Gentechnik: Theorie und Praxis von Mechthild Regenass-Klotz.

Die erste Auflage von 1998 langt für den Einstieg. In der aktuellen Auflage ist insbesondere das Kapitel "Gentechnik in Medizin und Forschung" erweitert worden.
 
[Buch]
Autor: strappato   2008-01-24   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Gegenwind für die Pharmaindustrie aus der Wissenschaft

Catherine DeAngelis, Chefherausgeberin des JAMA (Journal of the American Medical Association) hat demnächst mehr Artikel über die Rolle der Pharmaindustrie in der klinischen Forschung angekündigt.
I want to show how they manipulate the data and why we have to be so cynical about them.

Quelle: WSJ Health Blog
 
[Ausland]
Autor: strappato   2008-01-24   Link   (6 KommentareIhr Kommentar  



 

Schmiergelder auch bei Siemens-Medizintechnik

Nun soll die Medizintechnik-Sparte von Siemens von den Schmiergeldskandal des Konzerns betroffen sein. Nach bisherigen Hinweisen an den Aufsichtsrat könnten im Unternehmensbereich Medizintechnik gut 140 Millionen Euro in dunkle Kanäle geflossen sein. Das Handelsblatt präsentiert ein Beispiel:
Dabei seien Händlern von Siemens -Hörgeräten zunächst Rabatte gestrichen worden. Dann wurden in Höhe dieser Rabatte Flugtickets beim Reisedienst Med Travel gekauft. Diese Flugtickets wurden aber nicht genutzt, sondern sofort gegen Bargeld getauscht. Die Med Travel habe zehn Prozent als Kommission einbehalten. Den Grossteil händigten SAT-Manager persönlich den Händlern aus. Teils wurde das Geld in Plastiktüten transportiert. Das System sei offenbar seit langem eingespielt gewesen.
Klassische Kick-Back-Zahlungen.

Med Travel war von einem langjährigen Siemens-Mitarbeiter noch während seiner Konzerntätigkeit gegründet worden und und unterhielt nach Angaben des Handelsblatts auch danach "Geschäftsbeziehungen mit verschiedensten Siemens-Abteilungen".

Ich hatte mich schon länger gewundert, warum es denn ausgerechnet in der Siemens Medizintechnik sauber zugegangen sein soll.
 
[Medizinprodukte]
Autor: strappato   2008-01-24   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

KV und AOK in Bayern setzen auf whistleblowing

Im Kampf gegen Fehlverhalten im Gesundheitswesen haben die AOK Bayern und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) eine gemeinsame Kommunikationsplattform eingerichtet, auf der Hinweisgeber ihren Verdacht auf Fehlverhalten im Gesundheitswesen, wie Abrechnungsbetrug, unzulässige Zusammenarbeit von Leistungserbringern, Missbrauch der Krankenversicherungskarte, Urkundenfälschung oder Unterschlagung äussern können. Whistleblower erhalten umfangreiche Informationen zu jedem Prozessschritt und Erklärungen zu den abgefragten Daten in den unterstützenden Formularen. Darüber hinaus gibt es für Hinweisgeber die Möglichkeit, ein anonymes Postfach einzurichten und darin die Folgekommunikation abzuwickeln (Informationen zum Bearbeitungsstand, Rückfragen seitens der AOK oder KVB). Eine technische Rückverfolgung zum Hinweisgeber ist unmöglich, solange er selbst keine Daten eingibt, die Rückschlüsse auf seine Person zulassen.
 
[GKV & PKV]
Autor: strappato   2008-01-23   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Tischthema: Pharmamarketing


Link: sevenload.com

In Tischthema.tv laden Thomas Escher und Lucas von Gwinner Menschen aus Kommunikation und Marketing an ihren Esstisch.

In der 10. Folge erzählt Dr. Angela Liedler von der Agentur Liedler GSW wie Pharmamarketing funktioniert.
Da wird einfach durch diesen Deckmantel Heilmittelwerbegesetz bei uns Produktinformation und Image von Pharmafirmen einfach, wie soll ich sagen, fast sogar manipuliert. Weil über die guten Sachen dürfen wir nicht reden, reden wir über die schlechten. Das regt mich total auf.

In den USA gibt es kein Heilmittelwerbegesetz. Dort ist das Vertrauen der Patienten in die Pharmaindustrie 10 Jahre nach der weitgehenden Freigabe der Pharmawerbung zerstört. Aber wenigstens verdienen die Werbeagenturen und PR-Berater gut.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2008-01-23   Link   (11 KommentareIhr Kommentar  



 

Milliardengeschäft Krebsmedikamente

Auch diese Woche war das Gesundheitswesen wieder Thema eines Politmagazins. Am Montag hat sich die ARD-Sendung "Report Mainz" kritisch mit dem zweifelhaften Nutzen und den hohen Kosten moderner Krebsmedikamente befasst:



O-Ton, Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Vors. Arzneimittelkommission der dt. Ärzteschaft:

»Ich empfinde diese Anzeige zu Avastin als unseriös. Es wird nicht nur suggeriert, es steht hier: Avastin first-line verlängert das Überleben. Und das trifft beim Mammakarzinom nicht zu.«

Aber viele Ärzte scheinen den Anzeigen zu vertrauen. Dabei ist Avastin teuer. Behandlungskosten pro Jahr: ca. 60.000 Euro und damit rund 20mal teuerer als Standardtherapien beim Brustkrebs.

Dazu passt eine Meldung aus dem aktuellen Arzneitelegramm. Hier geht es um die fraglichen Vorteile moderner und teurer Aromatasehemmer wie Anastrozol (Arimidex®) in der adjuvanten hormonellen Brustkrebstherapie gegenüber der Standardtherapie Tamoxifen:
Eine aktuelle Auswertung lässt auch nach 8,3 Jahren keinen Überlebensvorteil für den Aromatasehemmer erkennen. In der Anastrozolgruppe sind zu diesem Zeitpunkt 629 (20,1%) der Frauen verstorben im Vergleich zu 624 (20,0%) in der Tamoxifengruppe (Hazard Ratio [HR] 1,00; 95% Konfidenzintervall [CI] 0,89-1,12). Die Rückfallrate unter Anastrozol ist nach wie vor geringer als unter Tamoxifen (HR 0,81; 95% CI 0,73-0,91), und es sterben in dieser Gruppe weniger Frauen mit Rezidiv (11,2% versus 12,3% unter Tamoxifen). Die Mortalität ohne Rezidiv ist unter dem Aromatasehemmer jedoch höher (8,9% versus 7,8%). [...] Eine Indikation für Aromatasehemmer sehen wir generell nur bei Kontraindikation oder Unverträglichkeit von Tamoxifen.

 
[Arzneimittel]
Autor: hockeystick   2008-01-23   Link   (8 KommentareIhr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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