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Markenrechtsverletzung von Wyeth Österreich? Mit Google-AdWords kann man viel Schindluder treiben. Etwa den Konkurrenten arm klicken oder Nutzer mit falschen Angaben auf fragwürdige Seiten locken. Auch beliebt ist, eingetragene Markenzeichen der Konkurrenz als Keyword zu buchen. Dies ist jedoch eine Markenrechtsverletzung. Sowohl in Österreich als auch hierzulande haben Gerichte entschieden, dass die Verwendung eines markenrechtlich geschützten Begriffs als AdWord eine Verletzungshandlung darstellt. Diese Information ist noch nicht bis zur Österreich-Dependance des Pharmakonzerns Wyeth, Wyeth-Lederle Pharma GmbH, gedrungen. Sonst würde nicht bei der google-Suche nach Medikamenten zur Therapie von Rheumatoide Arthritis, Psoriasis oder Morbus Bechterew als bezahlte Anzeige der Link zur Seite comebackinsleben.at auftauchen. Eine nur nachlässig als Informationsseite getarnte Werbung für Enbrel® von Wyeth. Ein paar Beispiele (zum Vergrössern klicken): MabThera®, eine Marke von Roche. Humira® eine Marke von Abbott. Remicade®, eine Marke von Schering-Plough (in Deutschland und Österreich Essex Pharma). Die Marketing-Agentur (pbk Ideenreich) war gründlich. Klar, dass auch alle relevanten Krankheitsbegriffe und Wirkstoffnamen bei google gebucht worden sind. Ein wenig im Eifer über das Ziel hinaus geschossen? Für Stammleser: comebackinsleben.at ist schon vor einem halben Jahr Der Geschäftsführer von Wyeth Österreich steht dem Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie (FOPI) vor. Das FOPI setzt sich dafür ein, dass ein rechtlicher Rahmen geschaffen wird, welcher den Zugang zu Informationen über Gesundheit und Medikamente für BürgerInnen und PatientInnen verbessert. Die AdWord-Manipulationen und der ungenügende Zugangsschutz zu Fachinformationen geben einen Vorgeschmack darauf, was Patienten bei einer Lockerung der Werbebeschränkungen erwarten würde. -- Update Sehr gewissenhaft, würde man bei Österreichern gar nicht erwarten. Bei Yahoo war die Agentur auch keyword-shopping. ![]() ![]() [Oesterreich]
Update der Verdachtsfälle auf HPV-Impfkomplikationen Die Anzahl der in dem Eine aufmerksame Leserin hat nachgezählt und weist uns darauf hin, dass die Zahl der Verdachtsfälle für Impfkomplikationen nach HPV-Impfung in der VAERS-Datenbank deutlich höher legt, als von uns angegeben. Grund ist, dass nicht in allen Fällen das Stichwort "Gardasil" in der Meldung auftaucht. Auf Basis der mittlerweile bis zum 31.12.2007 verfügbaren Daten stellen sich die Zahlen folgendermaßen dar: - 12 Todesfälle (bei zwei davon wurde HPV/HPV4 als VAX2 und VAX3) eingegeben - 4499 gemeldete "Adverse Events". Bei 4084 davon wird HPV/HPV4 als VAX1 angeben, bei 15 davon wird HPV/HPV4 nicht unter VAX1-8 genannt, bei 2821 davon findet man das Wort "gardasil" in SYMPT_TEXT. [HPV]
Arznei-Telegramm kritisiert Paul-Ehrlich-Institut In einem "blitz-a-t" beschäftigt sich das Arzneitelegramm mit der beschwichtigenden Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Instituts zu den Todesfällen nach HPV-Impfung und greift dabei unter Bezugnahme auf dieses Blog die Für das Jahr 2006 bedeutet das, dass es bei den 15- bis unter 20-jährigen Frauen laut Todesursachenstatistik keinen einzigen unklaren plötzlichen Todesfall (R96**) gab. Die erwähnten 22 Todesfälle stammen aus der Rubrik "Tod ohne Anwesenheit anderer Personen" (R98, 3 Fälle) sowie aus der Rubrik "Sonstige ungenau oder nicht näher bezeichnete Todesursachen" (R99, 19 Fälle), in der beispielsweise Todesfälle erfasst werden, zu deren Ursache im Totenschein nichts angegeben ist oder bei denen der Totenschein unleserlich oder mangelhaft ausgefüllt war (3). Den Nutzen der Impfung schätzt das Arzneitelegramm nach wie vor fraglich ein: Angesichts der unklaren Risiken wiegen die offenen Fragen hinsichtlich des Nutzens der HPV-Impfung (a-t 2007; 38: 57-9) um so schwerer: Die HPV-Vakzine senkt die Gesamtzahl höhergradiger Zervixdysplasien (CIN 2 und höher) bei Frauen zwischen 16 und 26 Jahren, die mehrheitlich bereits sexuelle Kontakte hatten, nur um 17% und damit deutlich weniger als erhofft. Für die als Surrogatparameter für ein Zervixkarzinom geeigneteren hochgradigen Dysplasien (CIN 3) lässt sich statistisch kein Effekt sichern. Die entscheidende Frage, wie sich GARDASIL bei Frauen, die bis zum Abschluss der Grundimmunisierung nicht mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen 16 und 18 infiziert sind, auf die Gesamtzahl höhergradiger Zervixdysplasien auswirkt, ist nach wie vor offen, obwohl die Daten erfasst sein müssten. Die veröffentlichten Daten zum zweiten HPV-Impfstoff CERVARIX sind noch unbefriedigender (a-t 2007; 38: 101-3). Eine Empfehlung der HPV-Impfung lässt sich daher unseres Erachtens derzeit nicht begründen. [HPV]
Verspätungen bei Gesundheitsregion Berlin Das Helios-Klinikum in Berlin-Buch konnte vor wenigen Tagen stolz verkünden, als erstes Krankenhaus in Berlin und den neuen Bundesländern die sogenannte Tomotherapie anzubieten. Ein Erfolg für die Bemühungen Berlins mit dem Thema Gesundheit als Wirtschafts- und Standortfaktor neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür wurde erst am 27. November 2007 der "Masterplan Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg" beschlossen. Nicht genug mit einem der 3,5 Millionen teuren Geräte in Berlin. Deutsche Forschungsgemeinschaft hatte bereits 2005 ihrerseits vier Tomotherapie-Bestrahlungsgeräte bewilligt, die zur Erforschung der neuen Therapie eingesetzt werden sollen. Davon eines an der Charité. Drei davon konnten bis Frühjahr 2007 aufgestellt werden. Das Berliner Grossgerät stand 9 Monate unbenutzt in einem Lager, wie der Tagesspiegel in Erfahrung brachte. Ist noch ein weiter Weg zur Gesundheitsregion. [Gesundheitswirtschaft]
Medien haben Ezetrol® auf dem Gewissen Vor zwei Wochen mussten die Pharmakonzerne Merck & Co. und Schering-Plough eingestehen, dass der Wirkstoff Ezetimb in Zetia® and Vytorin® (in Deutschland Ezetrol® bzw. Inegy® von MSD) ausser dem Risiko für Leberschäden Schuld am Desaster sind die Medien. We really feel that the Enhance data that has been put out into the public sphere has been mischaracterized.
Kenneth Frazier, Vice president of Global Human Health Division bei Merck & Co. auf einem Investorentreffen von Merrill Lynch.Blogs haben dabei in den USA eine bedeutende Rolle gespielt. Kritische Fragen zu den Expertengremien, zu möglichen Insider-Aktiengeschäften oder zu dem massiven, irreführenden Marketing haben ihren Weg aus englischsprachigen Pharmablogs in die "offiziellen" Medien und zu den Aufsichtsbehörden gefunden. Daher trifft dieser Vorwurf auch die Blogs. Wieder einmal muss ein Pharmamanager auf die harte Tour lernen, dass die Zeiten, in denen die Pharmaindustrie die Kontrolle über Veröffentlichungen hatte, vorbei sind. Was Ken Frazier sicher schwer fällt. Als Anwalt hat er im Vioxx-Skandal Merck & Co. verteidigt. Trotz der Milliardenzahlungen an Geschädigte so erfolgreich, dass er im November 2007 zum Vice-Präsident bei Merck ernannt worden ist. Die Vioxx-Story würde heute, in der in den letzten 3-4 Jahren rasant veränderten Medienlandschaft, anders ablaufen. ... the flap over Vytorin and Zetia "is an unfortunate situation that faces the industry as a whole because on the one hand, there is tremendous and intense public pressure to get data out as quickly as it is received and then on the other hand, there seems to be an inability or an unwillingness on the part of the media and certain people in the medical profession to allow that data to go through the scientific channels of deliberation and debate to put the most valid interpretation on the data"
Erinnerungen an frühere Zeiten, in denen das Vertrauen in die von der Pharmaindustrie bezahlten "scientific channles" noch nicht zerstört war und niemand nach Transparenz gefragt hat.Good lawyers are problem solvers," says Melvin C. Breaux, an attorney who was a partner at Drinker Biddle & Reath and mentored Frazier when, and has known him since, he was a summer associate at that law firm. "Given all of Kerfs superb qualities, I know that he will be successful in this new job.
Quelle
Man könnte fast meinen, dass Merck & Co. bei der Beförderung Fraziers das drohende ENHANCE-Problem gekannt hat.[Ezetrol]
Acomplia und Kosmetikstudios Kein politisches TV-Magazin ohne einen Beitrag zum Gesundheitswesen. Frontal21 kritisierte am Fall der Diätpille Acomplia® die Zulassungspraxis der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA. Bei Acomplia® kann es zu Depressionen und psychischen Störungen kommen, was in den USA bisher die Zulassung verhinderte. Es fällt auf, dass gegenüber der FDA in den USA die EMEA bei Zulassungen grosszügiger und mit Warnungen sparsamer ist. Ich bin überzeugt, dass dieses Medikament vom Markt genommen wird. Die Frage ist nur, wann und wie viel Schaden es bis dahin in Europa angerichtet hat.
Sidney Wolfe, Verbraucherschützer "Public Citizen".Der EMEA wird im Fernsehbeitrag Intransparenz und Abhängigkeit von der Pharmaindustrie vorgeworfen. Das Magazin akte08 berichtete über den Tod einer 30-jährigen Frau in einem Kosmetikstudio, nachdem sie eine Spritze zur Betäubung bekommen hatte. Die Frage, wie die Kosmetikerin an das Betäubungsmittel "Lidocain" gekommen ist, war kein Thema, wie mir berichtet wurde - ich habe den Beitrag nicht gesehen. Dazu noch ein Video aus der Mediathek des WDR. -- Update: Nicht zu vergessen der Beitrag in [plusminus über Abrechnungsbetrug im deutschen Gesundheitswesen. [TV-Magazine]
Motivational Deficiency Disorder Neuer Werbespot für das Medikament "Strivor" gegen MDD (Motivational Deficieny Disorder). Die weit verbreitete und unterdiagnostizierte Krankheit wurde in einem am 1. April 2006 im British Medical Journal (BMJ) erschienenen Artikel erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. (Hintergrund) [Pharmamarketing]
Pushing pills Akhil Bansal, ein indischer MBA-Student (Healthcare Management) an der Temple University in Philadelphia, handelte mit illegal eingeführten Medikamenten im Internet. Im grossen Stil, was im im Dezember 2007 eine Verurteilung zu 30 Jahren Haft einbrachte. Der Philadelphia Inquirer hat 2006 den Weg der Medikamentenfälschungen und die Aufdeckung des Falles dokumentiert: Pushing Pills. [Counterfeit drugs]
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