Urologe on Tour

Wie der Pharmakonzern L. direkt beim Kunden nicht-produktbezogene Werbung für sein verschreibungspflichtiges Medikament C. macht.

Video bei Spiegel TV.
 
[Pharmamarketing]
Autor: hockeystick   2008-06-07   Link   (5 KommentareIhr Kommentar  



 

Links am Samstag

Royal Care for Some of India’s Patients, Neglect for Others.

Minnesota Doctors: No Free Frozen Yogurt for You!

Firefighters and Prescription Drugs - Dean Baker, vom "Center for Economic and Policy Research" über Patente als Einladung zum Abkassieren.

Cancer Revolution, Or Me-Too Mess?.

Fortschritt braucht Prioritäten - auf rationaler Basis - Anfang der 90er Jahre kostete ein Behandlungszyklus für einen Patienten mit Darmkrebs 300 Euro, heute sind es 30 000 Euro.

Priorisierung: Ethikkommission der BÄK plädiert für ein Vier-Stufen-Konzept.
 
[Links]
Autor: strappato   2008-06-07   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Pfizer sorgt sich um Körper, Geist und Seele



Pfizer: We can ..., könnte der endgültige Beweis dafür sein, dass Pfizer bei der US-Präsidentschaftswahl auf die Demokraten setzt. Yes we can. Ist aber eine Kampagne von Pfizer Kanada - more than medication. Der weltgrösste Pharmakonzern als Anlaufstelle für Informationen zu Gesundheit und Wellness.

Der Pressemitteilung zufolge ist die Website das Ergebnis einer Untersuchung, in der Kunden, Hausärzte und Gesundheitsexperten nach ihren Überzeugungen gefragt wurden, was zu guter Gesundheit führt und wie wichtig die ganzheitliche Betrachtung von Körper, Geist und Seele für das Wohlbefinden ist. Schön, oder?

In addition to offering innovative medicines, Pfizer believes it’s also our responsibility to help encourage healthy lifestyles and share information that goes beyond medication.
Wäre mehr geholfen, wenn Pfizer sich auf die Verantwortung für seine Arzneimittel konzentrieren würde.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2008-06-06   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Reorganisation bei AIFA nach Korruptionsskandal

Der Skandal bei der italienischen Arzneizulassunsgbehörde (AIFA) ist Thema im British Medical Journal. Die Zeitschrift zitiert den Untersuchungsrichter Raffaele Guariniello:
In this case corruption and risks to people’s health were bound up together. And the web and magnitude of events that we’re shedding light on have unthinkable and very grave consequences.

Interessantes Detail:
Initially AIFA issued a brief statement denying that its employees were among those under investigation. When the Italian press named the senior officials arrested, however, the statement was removed from the website, and the spokesman told the BMJ that a new one was being prepared.

In Italien laufen derweil die in solchen Fällen üblichen Massnahmen. Gesundheitsminister Maurizio Sacconi hat eine Reorgansation der AIFA und eine zügigere Bearbeitung der Zulassungsanträge angekündigt. Natürlich sollen durch die Korruption in der Behörde keine Patienten zu Schaden gekommen sein.

Deutsche Medien war, soweit ich es sehe, der Korruptionsfall bei der AIFA bisher keine Meldung wert. Wo bleibt das Ärzteblatt oder die Ärzte Zeitung?
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2008-06-06   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Studie oder Werbung? Jetzt noch schwieriger.

Bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen in medizinischen Fachzeitschriften empfiehlt es sich, vor dem Studium des Abstracts einen Blick auf die finanziellen Verbindungen der Autoren zu werfen. Als Faustregel gilt: Je größer die finanziellen Abhängigkeiten, desto weniger spiegelt das Abstract die klinisch relevanten Resultate der Studie wieder.

Leser des renommierten British Medical Journal stehen nun vor einer zusätzlichen Herausforderung: Bei einzelnen Artikeln fehlt die Offenlegung der Interessenkonflikte vollständig. Bei näherem Hinsehen sind diese Artikel allerdings im "Header" durch einen hellblauen Schriftzug "Advertisement Feature" als Anzeige gekennzeichnet, die als wissenschaftlicher Aufsatz getarnt ist.

Der nächste Schritt wäre es nun, solche "Trojanischen Pferde" als ehrfurchtgebietende Quellenangabe zu nutzen. Wie man eine solche Anzeige korrekt zitiert, zeigen bereits die Autoren eines empörten Leserbriefs:
[1] Strugala V, Avis J, Jolliffe IG, Johnstone LM, Dettmar PW. The role for liquid alginate suspension (Gaviscon Advance®) in the protection of the oesophagus against damage by bile in the refluxate. BMJ 22 March 2008; Volume 336.

[2] Strugala V, Avis J, Jolliffe IG, Johnstone LM, Dettmar PW. The role for liquid alginate suspension (Gaviscon Advance®) in the protection of the oesophagus against damage by pepsin in the refluxate. BMJ 12 April 2008; Volume 336

 
[Pharmamarketing]
Autor: hockeystick   2008-06-05   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

Millionär durch Qui tam

In den USA hat sich der Apothekenkonzern Walgreen zur Zahlung von 35 Millionen Dollar bereit erklärt. Vorher hatten schon zwei andere Apothekenketten ähnliche Vergleiche in Prozessen mit US-Bundesstaaten geschlossen. Die Apotheken hatten Patienten, bei denen die Medikamente über das staatliche Medicaid-Programm finanziert werden, die jeweils teurere Darreichungsform eines Arzneimittels verkauft, z.b. Kapseln statt Tabletten.

Interessant ist, dass der Apotheker, der als Whistleblower die Behörden auf den Betrug aufmerksam gemacht hat, 5 Millionen Dollar von der Summe erhält. Nennt man Qui tam, eine Kurzform von "Qui tam pro domino rege quam pro se ipso in hac parte sequitur", was etwa bedeutet "wer in dieser Sache für den König klagt, wie für sich selbst" und ist ein Prinzip, dass im Mittelalter in England entwickelt worden ist. In den USA darf jemand, der einen vermutlich illegalen Vorgang nicht aus Geldgier oder Rachsucht, sondern in gutem Glauben öffentlich macht, unter Umständen sogar, wenn er von Staats wegen zu einer Aussage unter Eid verpflichtet wird, vom Staat in der anschliessenden Auseinandersetzung mit seinem Arbeitgeber nicht alleine gelassen werden. Whistleblower können durch so genannte Qui-tam-Verfahren im Namen des Staates Schadenersatz einklagen.

Ob diese Regelung in Europa möglicherweise erfolgreich in die Rechtsordnung integriert werden kann und so die Korruptionsbekämpfung erleichtert, ist unter Experten strittig.
 
[Ausland]
Autor: strappato   2008-06-05   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

NDR strahlt Pharma-Schleichwerbung weiter aus (Update)

Seit Monaten ist bekannt, dass Pharmakonzerne für einen fünfstelligen Euro-Betrag bei der Gestaltung der Drehbücher der ARD-Serie "In aller Freundschaft" mitwirken durften. Erst in der vergangenen Woche gab es dafür Rügen des "PR-Rats".

Für den NDR kein Grund, auf die Ausstrahlung der Schleichwerbung zu verzichten. Kostprobe:
In der Sachsenklinik herrscht Hochstimmung. Die Forschungsergebnisse für COX-2-Blocker, die bei Arthrose helfen sollen, sind so vielversprechend, dass das Medikament bald zugelassen werden kann. Doch Simoni bittet die Mitarbeiter noch um Stillschweigen - schließlich geht es auch um viel Geld.

Sendetermin: NDR Fernsehen, heute, Donnerstag, 5. Juni 2008 um 12:15 Uhr (bis 13:00 Uhr)

Kleines Quiz für unsere Leser: Wer hat das Drehbuch dieser Folge wohl bezahlt?

Update 11.6.: Hier geht die Tragikomödie weiter.
 
[ARD-Schleichwerbung]
Autor: hockeystick   2008-06-05   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Monetäre Risikoabwägung

Ich bin überzeugt: Wenn eine Firma einen Blockbuster mit gefährlichen Nebenwirkungen hat, rechnet sie durch, wie teuer es käme, wenn sie mit den Informationen herausrücken würde respektive wie teuer allfällige Prozesse würden. Es geht da um viel Geld.
Peter Gøtzsche, Direktor des Nordic Cochrane Center, in einem Interview im Tagesanzeiger aus Zürich.
 
[Ethik & Monetik]
Autor: strappato   2008-06-05   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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