Werbung wirkt (nicht immer)

Das Beratungsunternehmen "Manhattan Research" hat die Top 10 der Pharmaprodukt-Webseiten veröffentlicht, die US-Ärzte 2008 besuchten.
  1. Januvia
  2. Actos
  3. Chantix
  4. Gardasil
  5. Actonel
  6. Vytorin
  7. Amitiza
  8. Byetta
  9. Avandia
  10. Aciphex
Im laufenden Jahr stehen auf der Liste Medikamente ganz oben, die durch Risiken für Nebenwirkungen und Warnungen der Arzneimittelbehörde FDA Schlagzeilen gemacht haben. Einfach einmal den Produktnamen mit dem Schlagwort "warning" in google verbinden.

Ein herber Schlag für die PR- und Marketingabteilungen und Pharma-Werber. Werbung wirkt, aber negative Schlagzeilen wirken stärker.

Ich würde eine solche Liste gerne einmal für Deutschland veröffentlicht sehen. Durch die Beschränkung der Information auf Fachkreise und die weite Verbreitung von DocCheck als Zugangsschutz für die Pharma-Fachinternetseiten, sollte dies die DocCheck AG, zu der auch die Pharmawerber von antwerpes gehören, mühelos können.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2008-08-26   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Gesunde Pommes mit Prof. Hademar Bankhofer

Ein Monat ist vergangen, seit der ORF angekündigt hat, die Causa Bankhofer "sehr genau" zu prüfen.

Der österreichische Medienrechtler und Blogger Hans Peter Lehofer hat sich unterdessen weitere Ausgaben von Bankhofers Sendung "Die gesunde halbe Stunde" auf dem ORF-Tochtersender TW1 angesehen. Außer um gesunde Pommes (Tefal) geht es dabei natürlich auch um Pfizer.
Wenn man sich einzelne Filmchen anschaut, fällt nicht nur auf, dass Pfizer recht häufig vorkommt - zB Aricept hier, die Pfizer-Broschüre "rauchfrei durchstarten" hier, die "blaue Pille" ("ein Meilenstein ... sicher in der Anwendbarkeit, eine hohe Ansprechrate") hier, etc. -, sondern auch, dass wirklich ganz kritische Fragen gestellt werden, zB so: "Sie werden sicher begrüßen, dass es jetzt ein erstes Pfizer-Programm gibt, das ...". Einfach großer Journalismus.

 
[heile Welt]
Autor: hockeystick   2008-08-26   Link   (7 KommentareIhr Kommentar  



 

Herpes? Herpex!



Side effects may include teleportation...

Hat tip: PharmaGossip
 
[heile Welt]
Autor: strappato   2008-08-26   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Avastin® nominiert für das "innovativste Produkt"

Am 9. September trifft sich die Pharma-Buntbrillenszene zur Verleihung der Goldenen Tablette und dem Preis "Das innovativste Produkt". Ausrichter ist das Pharmawerber-Branchenblatt "PharmaBarometer".

Für das innovativste Produkt bei Ophthalmologen (Augenärzte) ist neben Lucentis® auch das preiswertere, als off-lable-use verwendete, Avastin® pdf-Dateinominiert. Was nicht im Sinne der Hersteller Novartis und Roche sein wird. Die Nominierungen kommen von den Ärzten.
Die Ergebnisse des Pharma Trend sind ein wichtiger Stimmungsmesser für die Pharmahersteller und geben Aufschluss über die Resonanz der Ärzte auf ihre Produkte, Service und Werbung.

Wenn Avastin® den Preis gewinnt, wird die Stimmung bei Novartis kaum zu messen sein.
 
[Avastin - Lucentis]
Autor: strappato   2008-08-25   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Uni Greifswald macht verdeckte PR für Sanofi Pasteur MSD

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald vermeldet heute in einer Pressemitteilung eine gute Akzeptanz der HPV-Impfung im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern:
Die Mehrzahl junger Frauen in Mecklenburg-Vorpommern lässt sich gegen Viren impfen, die Gebärmutterhalskrebs verursachen. Das ergab eine Untersuchung des Instituts für Politik- und Kommunikationswissenschaft der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

Eigentlich kennt man solche Meldungen nur aus der untersten Schublade der Produkt-PR: Immer mehr Menschen vertrauen der Heilkraft der Vitamine. Die Pressemeldung nennt jedoch keinen Auftraggeber der Studie.

Eine kurze Recherche bestätigt natürlich den ersten Eindruck: Finanziert wird die von Prof. Detlef Jahn geleitete Studie vom Gardasil® -Hersteller Sanofi Pasteur MSD.
 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-08-25   Link   (10 KommentareIhr Kommentar  



 

NovartisPlex in Basel

Den Googleplex, das Hauptquartier von Google, kennen viele, obwohl nur wenige bisher drinnen waren. Mit der guten Stimmung, dem freien Essen, der kommunikativen Atmosphäre und kreativen Spannung, die dort zu finden sein sollen, gehört es zu den Internetlegenden.

Das ist aber nicht Internet-Unternehmen vorbehalten. Auch Big Pharma ist dabei, seinen Mitarbeitern mit einem Hauch von Luxus zu kreativen Effizienzsprüngen zu verhelfen. Novartis verwandelt sein Areal in Basel mit Forschungs- und Produktionsstätten, Bürogebäuden und dem internationalen Hauptsitz in ein hochmodernes Forschungs-, Entwicklungs- und Managementzentrum - dem Novartis Campus.

Am Baseler Rheinufer entsteht so ein Campus des Wissens, der Innovation und der Begegnung, der laut Novartis durch die eine "funktionale und ästhetische Arbeitsumgebung mit idealen Voraussetzungen für Kommunikation, Wissensaustausch und Zusammenarbeit" bietet. Der Pharmakonzern lässt sich das rund 2 Milliarden Schweizer Franken, umgerechnet etwa 1,2 Milliarden Euro, kosten.

Das schweizer Fernsehen konnte einen Blick reinwerfen.



Nicht so bunt wie bei Google, aber nicht minder irreal gegenüber den Arbeitsbedingungen derjenigen, die nicht zu der kleinen Zahl der internationalen Spitzenkräfte und "High Potentials" gehören , um die Konzerne wie Google oder Novartis sich bemühen.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2008-08-24   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Richtlinien im Umgang mit Pharmaunternehmen

Die Zeitschrift Psychosoziale Umschau hat die Regeln pdf-Dateidokumentiert, die an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Mainz beim Umgang mit Pharmaunternehmen gelten und auf die sich die Ärzteschaft geeinigt hatte. Überraschend kommt das nicht, da der Direktor der Klinik, Prof. Klaus Lieb, ein Gründungsmitglied von MEZIS ist. MEZIS, die Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte, wendet sich gegen jeglichen Einfluss der Pharmaunternehmen auf das Verordnungsverhalten.

In einem offenen Brief an die Pharmaunternehmen hat Prof. Lieb diese Regeln erläutert:
... die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Mainz hat sich nach intensiver Diskussion der Ärzteschaft für die Aufstellung von Richtlinien (siehe Anlage) für einen transparenten und unabhängigen Umgang mit pharmazeutischen Herstellern entschieden.

Diese Richtlinien integrieren Vorschläge anderer akademischer universitärer Einrichtungen (z. B. in den USA) und gehen dabei über das hinaus, was der Verein der forschenden Arzneimittelhersteller (VfA) in seinem Kodex formuliert hat (FS Arzneimittelindustrie e. V., 2004). Unser Ziel ist, positiv die Rahmenbedingungen zu definieren, innerhalb derer wir als öffentlicher Träger von medizinischer Forschung und Krankenversorgung mit Herstellern kommunizieren und kooperieren wollen.

Uns geht es dabei explizit nicht darum, die Kontakte mit Ihnen abzubrechen, sondern diese vielmehr auf eine rein sachliche und wissenschaftlich orientierte Basis zu stellen und damit die Zusammenarbeit in den Bereichen zu festigen und zu stärken, in denen Ärzte und Hersteller am meisten voneinander profitieren, nämlich in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung von neuen Medikamenten für eine bessere Patientenversorgung. Dies erfordert, so ist unsere Überzeugung, klare Regeln für den Diskurs der beteiligten Partner.

Wir sind davon überzeugt, dass auch Sie von der dadurch gegebenen Rechtssicherheit in der beiderseitigen Zusammenarbeit und von der höheren Effizienz unserer Kommunikation profitieren.

Zusammengefasst die relevanten Punkte in den Richtlinien der Klinik:
  • Keine Direktkontakte der Ärzte auf den Stationen vom Pharmaaussendienst.
  • Kontakt nur wenn über neue klinische Studien, Neueinführungen, Indikationserweiterungen oder andere relevante Neuigkeiten berichtet werden soll.
  • Vorstellung auf der Ärztekonferenz, um alle Ärzte auf einmal zu erreichen.
  • Die Ärzte haben sich darauf geeinigt, keine Geschenke (selbst z.B. Kugelschreiber oder Notizblöcke), Arzneimittelmuster oder Reisekostenerstattungen zur Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen oder Kongressen ohne eigenen Beitrag mehr anzunehmen.
    Hausinterne Fortbildungsveranstaltungen werden grundsätzlich ohne Unterstützung der Pharmaunternehmen durchgeführt.
  • An Veranstaltungen außerhalb nehmen die Ärzten nure teil, wenn deren Inhalte nicht von den Pharmaunternehmen vorgegeben sind.
  • Beraterverträge sind die Ausnahme und Leistung und Gegenleistung müssen angemessen und transparent sein.
  • Die Klinik nimmt nur an Studien teil, in denen Substanzen geprüft werden, die einen erkennbaren Fortschritt
    gegenüber bereits auf dem Markt befindlichen Substanzen erwarten lassen.
In Deutschland bewegt sich beim bewussten Umgang von Ärzten mit der Pharmaindustrie etwas. In unserem Nachbarland Österreich ist das Problem nicht minder schwer. Für ein Umdenken wirbt Klaus Lieb in seinem pdf-DateiArtikel in der Österreichischen Zeitschrift "ÖKZ" .
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2008-08-24   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Patientengruppen sollen Pharma-Cheerleader werden

In den USA sind die fetten Jahre für die Pharmaindustrie vorbei. Die von den Präsidentschaftsbewerbern angekündigten Reformen im Gesundheitsystem werden massive Einschnitte bei den Kosten bringen, um mehr Bürger an der Gesundheitsversorgung teilhaben zu lassen und die Effizienz zu verbessern.

Für Europa gehört der Verteilungskampf um die Mittel für Gesundheit zum Alltag. Genau wie das Interesse der Pharmaindustrie an der Kooperation mit Selbsthilfeverbänden. Pharmaunternehmen versprechen sich durch die Unterstützung von Selbsthilfegruppen handfeste Wettbewerbsvorteile im engen Markt.

In den USA ist dies ein recht neues Thema, das durch die zu erwartenden Einschnitte bei den Gesundheitsausgaben und die von den Konsumenten zunehmend negativ empfundene Medikamentenwerbung an Bedeutung gewinnt. Ein Beitrag auf der Internetseite des PR-Unternehmens Hyde Park Communications, das Pfizer, Johnson & Johnson und Novartis zu seinen Kunden zählt, gestattet einen Einblick in die Denkweise der Marketingstrategen beim Umgang mit Selbsthilfegruppen.

Pharma Companies and Patients: Advancing Health Care Reform Together? - ist eher eine rhetorische Frage, die von der Autorin Shanna Duncan nicht bezweifelt wird.
Strong relationships with patient groups can help validate scientific credibility, legitimize products, build brand and disease awareness and build defense for potential crises. Patients can be transformed from critics to cheerleaders by finding common ground on which to work with them.
Patientengruppen können zu Pharma-Cheerleadern werden. Pom-Poms in den Unternehmensfarben stellt der Vertrieb bereit. Die Röckchen müssen von der Selbsthilfeförderung der Krankenkassen bezahlt werden.
 
[Selbsthilfe]
Autor: strappato   2008-08-24   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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