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Pharmaaussendienst vor schlechten Zeiten Schlechte Zeiten für Pharmaberater. Die Unternehmensberater von Booz Allen Hamilton haben festgestellt, was auch "Bislang richten Pharmaunternehmen ihren Vertrieb primär auf die Betreuung von Ärzten aus. Doch künftig treten durch den veränderten regulatorischen Rahmen im Gesundheitsmarkt völlig neue Ansprechpartner in den Vordergrund. Sie entscheiden über einen erfolgreichen Vertrieb“, so Rolf Fricker, Pharmaexperte bei Booz Allen Hamilton. Was die Unternehmensberater zu dem Schluss verleitet, angesichts dieser Herausfordeurngen müssten die Vertriebsausgaben bei den Pharmaunternehmen steigen, bleibt schleierhaft. Da regiert mal wieder das Prinzip "viel hilft viel". Typisch in der Pharmabranche. [Pharmaaussendienst]
Michael Moore bei Oprah Winfrey Part I Part II Micheal Moore erzählt, dass eine Pharmaunternehmen eine interne Hotline eingerichtet hatte, falls der Filmemacher irgendwo im Unternehmen auftaucht. [SiCKO]
AstraZeneca: Juristin als Verkaufsleiterin Peter Rost hat die news: Wer Nachfolgerin des gefeuerten regionalen Verkaufsleiter Mike Zubillaga wird, der die Affäre um unethisches und illegales Marketing in der Onkologie-Sparte von AstraZeneca ausgelöst hatte. Rose Ann Scanlon, eine Juristin, die bisher keine Erfahrungen im drug-pushing sammeln konnte. Peter Rost schlussfolgert, dass bei AstraZeneca die internen Probleme grösser sein könnten, als dies zugegeben wird. Dazu der Kommentar aus der "Group of Seven", der AstraZeneca whistleblower: Peter, we're just as confused as you are. It's a very weird move, even for AZ. [AstraZeneca - Bucket of cash]
FH GE: Weitere Festnahme Der Focus meldet, dass im Zuge der Aufklärung des Subventionsbetrugs an der Fachhochschule Gelsenkirchen ein weiterer Professor in Untersuchungshaft genommen wurde. Getroffen hat es Prof. Rainer S., ein Radiologe und früherer Praxiskompagnon von Die Fachhochschule Gelsenkirchen hatte vor Jahren gemeinsam mit dem renommierten Mülheimer Radiologie-Institut der Universität Witten-Herdecke eine Firma gegründet, die mit neuen Operationstechniken Kosten senken und die Patientenbetreuung verbessern sollte. Name des Unternehmens: TecMedic, ein Unternehmen des an die Fachhochschule angedockten so genannten Inkubator-Zentrums zur Gründung neuer Firmen. -- Update: Die NRZ und die taz berichten über den Fall. [FH Gelsenkirchen]
De Grote Donorshow Heute abend soll es losgehen: De Grote Donorshow im niederländischen Fernsehen BNN, produziert von Endemol. In Deutschland stösst die Vergabe von einer Niere durch SMS-Abstimmung auf Ablehnung bei Politik und Ärzten. So einhellig auf die ethische Seite schlägt man sich nicht immer. Bei der Debatte um mehr Organspenden hat man den Eindruck, es ginge nur um Quotenerfüllung und Spenderzahlen. [Public Health]
Implantat-Rush (Update) Zahnimplantate sind für Zahnärzte und Hersteller eine Goldgrube. Die geschätzte Anzahl der Implantationen in Deutschland stieg von 200.000 Implantaten im Jahr 2001 auf rund 450.000 (bei ca. 180.000 Patienten) im Jahr 2005. Deutschland ist Weltmeister bei den Zahnimplantaten. Weltweit werden pro Jahr 1,5 Mio. Zahn-Implantate gesetzt. Weiterhin sollen die Zuwachsraten jährlich bei 15-20% liegen. Obwohl es kaum qualitativ hochwertige Studien ("mit hohem Evidenzgrad") zur Versorgung mit Implantaten gibt. Medien und Marketing haben dazu beigetragen, dass Zahnimplantate als Normalversorgung angesehen wird. Da bekommt schon mal eine Patientin von Werner Hotz, Leiter einer Privatklinik und Ehrenpräsident des Deutschen Zentrums für Orale Implantologie bei Günther Jauch in SternTV innerhalb von einer Stunde während einer Life-Sendung ein Implantat verpasst. Die Pressemitteilung des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde (DAZ) und der Vereinigung Demokratische Zahnmedizin (VDZM) zeigt ein anderes Bild. In der anschliessenden Diskussion waren sich alle Teilnehmer einig, dass die Implantologie sicherlich eine Erweiterung des zahnmedizinischen Behandlungsspektrums darstellt, aber keinesfalls den Raum und die Bedeutung einnimmt, wie er durch die Flut der Publikationen und den Druck interessierter Kreise der Öffentlichkeit suggeriert wird. Nach wie vor besteht ein enormer Bedarf an Forschung unabhängig von der Industrie zu Fragen von Anzahl, Lokalisation, Design und Material von Implantaten. Die tatsächliche Risikobehaftung der Implantologie, der operative Aufwand und die damit verbundenen Kosten sollten wieder vermehrt dazu führen, dass dem Erhalt der bestehenden biologischen Strukturen oberste Priorität in der zahnmedizinischen Betreuung der Patienten eingeräumt wird. Was die Industrie nicht davon abhält weiter Zahnärzte für den "Zukunftsmarkt" zu gewinnen - z.B. morgen beim Implantag des Herstellers Astra Tech. Dort kommen wichtige Fragen wie "Patientenselektion - welche Implantatkandidaten befinden sich bereits in meiner Patientenkartei?" oder "Patientenmarketing - mit Motivation und guten Argumenten" zur Sprache. Selbst der Gender-Aspekt wird genutzt, damit die Industrie ihre Implantate in die Münder bekommt: Seit Mai Anfang bietet Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI) sein Curriculum Implantologie – exklusiv für Zahnärztinnen an. An jedem Kurswochenende gibt es einen einstündigen Intensiv-Workshop unter dem Motto „ Praxis zum Wohlfühlen – für Behandler, Team und Patienten“, die den Spass an der eigenen Praxis erhöhen und die Gesundheit im Arbeitsalltag verbessern sollen.
Und damit der Spass nicht zu kurz kommt, veranstaltet der Verband nächste Woche ein Symposium an der Adriaküste von Serbien-Montenegro - gesponsert von den Dental-Herstellen Sirona, Wieland, Lifecore und Nobel Biocare.-- Update: Ein Portrait der Chefin des Zahnimplantateherstellers Nobel Biocare, Heliane Canepa, und Details zum Zahnimplantate Marketing in der FTD. So scheut sie keinen Aufwand, um Zahnärzte mit der Technik der Implantate vertraut zu machen. Allein im vergangenen Jahr hat Nobel mehr als 300.000 Mediziner geschult und weltweit 18 Universitäten gefördert. Ein bisschen zu viel Marketingtamtam, wie Kritiker meinen. Die Vertriebskosten standen 2006 mit satten 200 Mio. Euro in der Bilanz [bei 600 Millionen Umsatz] - während der Etat für Forschung und Entwicklung bei rund 18 Mio. Euro lag. Sogar die Investmentbank Merrill Lynch, die Nobel Biocare grundsätzlich zum Kauf empfiehlt, warnt: Das Unternehmen lanciere seine Produkte in zu schnellem Rhythmus. Während früher alles fünf Jahre erprobt wurde, würden Innovationen mittlerweile "nach zwei Tierversuchen" auf den Markt geworfen, ätzt auch die Konkurrenz. [Zahnaerzte]
Pharmaindustrie beim Untergrundmarketing Wie in den USA die Pharmakonzerne beim Marketing Beschränkungen durch Kliniken oder Bundesstaaten umgehen, zeigt ein Beitrag von Fox9 news aus Minneapolis/St.Paul. Weil die Klinik Pharmaberater mit ihren Geschenken und free lunch verbannt hat, bauen die Pharmakonzerne ihre Stände quasi im Untergrund, in einem Tunnel zwischen Parkhaus und Klinik auf. Aus Pharmaberater-Besuchen werden dann Weiterbildungs-Runden. Der Bundesstaat Minnesota hat eine Höchstgrenze von $ 50 pro Arzt und Jahr für Aufmerksamkeiten der Pharmakonzerne festgelegt. Was die Unternehmen nicht daran hindert ein Mehrfaches, im Video bis zu $ 60.000, den Ärzten zu geben. Beispielsweise über Beratungsunternehmen, die für telefonische Experteninterviews mehrere hundert Dollar als Honorar überweisen, oder als Referentenhonorare. Dies bestätigt wieder einmal, dass die Pharmaindustrie immer Wege und Mittel findet, um Politiker, Ärzte und Patientenorganisationen zu beeinflussen. Es muss sich nur rechnen. [Pharmamarketing]
Big spender In den Niederlanden können Fernsehzuschauer nächste Woche per SMS entscheiden, wer von drei Bewerbern die Niere einer todkranken Frau erhält. Produziert wird die Sendung von Endemol. Ds Unternehmen gehört zu Mediaset, der Sendergruppe des ehemaligen italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi. Endemol hat auch schon "Traumhochzeit", "Big Brother" oder "Nur die Liebe zählt" ins deutsche Fernsehen gebracht. Demnächst also: "Die grosse Spendershow" bei RTL II? [Ethik & Monetik]
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