Laut, lauter, Lauterbach (Update)

Donnerstag wird das Buch von Karl Lauterbach vorgestellt: Der Zweiklassenstaat. Wie die Privilegierten Deutschland ruinieren. Wie nicht anders zu erwarten hat das linke Gesundheistgewissen der SPD schon im Vorfeld besonders die Ärzte gegen sich aufgebracht. Dabei musste er erstmal eine Niederlage einstecken Das Hamburger Landgericht hat eine einstweilige Verfügung erlassen, weil Lauterbach in einem Gastbeitrag des Spiegels einen "Abgrund der Abneigung gegen Patienten" entdeckt und als Beleg dafür einen Leserbeitrag aus dem Forum der Online-Community www.facharzt.de zitiert hat. Allerdings hat er dabei verschwiegen, dass der Autor diesen klar als Satire gekennzeichnet hatte. Zu allem Überfluss hat das ZDF-Magazin Frontal 21 dies in einem Beitrag aufgenommen. Das gipfelte in der Forderung nach Entzug der Kassenzulassung für die Ärzte, die sich besonders abwertend in dem Forum über Patienten äussern. Lauterbachs Medienmaschine läuft und bei facharzt.de kochen die Emotionen dementsprechend hoch. Vielleicht sollte man erstmal Lauterbachs Account bei dem Portal sperren.

Wir werden Karl Lauterbach in den nächsten Wochen nicht entkommen können. Kerner, Beckmann, Christiansen, Illner.

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Update:
Karl Lauterbach war schon am Abend vor der Buchvorstellung bei "Hart aber Fair". Beim WDR gibt es einen stream der Sendung.
 
[TV-Magazine]
Autor: strappato   2007-06-14   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Big Pharma soll nachhaltig wirtschaften

Wieder einmal hat eine Studie ergeben, dass das Geschäftsmodell von Big Pharma zum Scheitern verurteilt ist. Laut den Beratern von PricewaterhouseCoopers (PwC) verhindert die Strategie, auf wenige Blockbuster zu setzen und diese mit hohem Marketingaufwand an den Patienten zu bringen, die Entwicklung von innovativen Medikamenten. Lösung: Mehr Forschung, weniger Marketing und Vertrieb. Zwar werden die Ausgaben für Gesundheit durch die Alterung der Bevölkerung im nächsten Jahrzehnt steigen, aber der Kostendruck wird ebenso zunehmen. Geld wird es nur für Medikamente geben, deren Nutzen gross genug ist und die Heilung für bisher nicht gelöste medizinische Probleme bringen.

Das fatale an der Situation: Die Studie bestätigt, dass diese Änderung des business-models schnell erfolgen muss. Angesichts der langen Entwicklungszeiten vom Wirkstoff bis zum klinisch geprüften Produkt verständlich. Nur fällt das in eine Phase, in der die Pharmakonzerne Umsätze durch das Auslaufen von Patenten wichtiger Blockbuster verlieren. Wegbrechende Umsätze und Investitionsdruck - schwere Zeiten. Ein Vorschlag aus der Studie von PwC ist, die Laufzeiten der Patente zu verlängern, und so mehr Forschungsanstrengungen für innovative Produkte zu stimulieren. In der Hoffnung, dass es zu einem angemesseneren Preis führt. Nötig wäre das, wenn man absurd hohen Preise für neue Medikamente, etwa Biologicals wie monoklonale Antikörper, kennt. Ich habe aber meine Zweifel, ob die Pharmakonzerne beim pricing und Marketing sich wirklich zurückhalten würden. Die "Blockbuster-Mentalität" sitzt seit 30 Jahren tief in der Industrie drin. Nachhaltigkeit ist dort ein Fremdwort.

Was Big Pharma nicht schafft, versuchen Biotechnologieunternehmen. SAP-Gründer Dietmar Hopp hat sich der Branche in Deutschland angenommen und will aus den vielen kleinen Bio-tech-Buden starke Firmen entwickeln, so ein Spiegel-Bericht. Die Exit-Strategie ist immer noch der Verkauf oder Lizensierung der neuen Medikamente an die Pharmakonzerne, die es ja nötig haben.
 
[Pharmaindustrie]
Autor: strappato   2007-06-14   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Unerwünschte Nebenwirkungen

Die Diät-Pille Acomplia® vom Hersteller Sanofi-Aventis kämpft immer noch um die Zulassung in den USA. Die Zulassungsbehörde FDA sieht ein erhöhtes Suizid-Risiko als Nebenwirkung. Für die Zulassung in Europa war das kein Hinderungsgrund. In Deutschland ist Acomplia® als "Lifestyle-Medikament" von der Erstattung durch die Krankenkassen ausgenommen. Suizid und Lifestyle?
 
[Arzneimittel]
Autor: strappato   2007-06-13   Link   (6 KommentareIhr Kommentar  



 

Erwünschte Nebenwirkungen

Ölige und dünne Stühle - ergo Durchfall - sind üblicherweise Anzeichen einer Erkrankung. Wenn dies Folge einer Medikamenteneinnahme ist, würde man es als unerwünschte Nebenwirkung bezeichnen.

Das Video erklärt den Nutzern der in den USA freiverkäuflichen Diätpille Alli®, dass ölige und dünne Stühle zu den erwünschten Effekten der Behandlung gehören

Oops, I did it again...

John Mack nennt dies im Pharma Marketing Blog zurecht Orwellsche Neusprech.
 
[Orlistat]
Autor: strappato   2007-06-13   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Diagnose Astroturfing

Hockeystick hat sich bei boocompany das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) genauer angesehen. Und statt der verkündeten Neutralität ein PR-Instrument des Verbands der Diagnostica-Industrie gefunden.
 
[Pharmamarketing]
Autor: strappato   2007-06-10   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Ignoranz vor der Realität

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschschrift Public Health Forum geht es um die Selbsthilfe. Das Thema "Einfluss der Pharmaindustrie auf Selbsthilfegruppen" wird nur kurz im Editorial angesprochen.
Inwieweit darüber hinaus [Ministerien, Deutsche Rentenversicherung, Krankenkassen] bestehende finanzielle Engpässe auf der Gruppen- oder Verbandsebene auch ein Einfallstor für Lobbyisten sein könnten, muss kritisch beobachtet werden.
Desweiteren wird noch auf die pdf-DateiErklärung zur Wahrung der Neutralität und Unabhängigkeit hingewiesen, die fester Bestandteil der Antragsunterlagen für die Selbsthilfeförderung auf Bundesebene ist.

"Lobbyisten", "könnten", beobachtet". Klingt alles sehr vage. Einfach die Augen vor der Realität verschliessen, in der beispielsweise der weltgrösste Pharmakonzern Pfizer zweimal im Jahr Vertreter von Selbsthilfeverbänden für 2 Tage zum "Patienten-Dialog" einlädt. Übrigens nächste Woche ist es wieder soweit.
 
[Selbsthilfe]
Autor: strappato   2007-06-09   Link   (7 KommentareIhr Kommentar  



 

Generation CD

An Don Alphonsos blogbar ging diese Woche um die Überschätzung des web2.0-lifestyles . Mich hat dieser Tage ein schönes Beispiel erreicht. Thema: Planung eines Abi-Treffens. Es wird diskutiert, wer welche CDs mitbringt. CDs? Immerhin keine Langspielplatten. Ich hätte fast gemailt: Lasst eure CDs stecken, ich bringe meinen iPod mit. Aber das hätten sie wahrscheinlich nur mit Hilfe ihrer Kinder verstanden.

Und um wieder zu der Diskussion bei Don zu kommen. Dies sind alles Spitzenverdiener: Anwälte, Heuschrecken und Unternehmensberater. Wie formuliert es Don:
Was wir mit diesem vollkommenen Gegensatz der Mediennutzung erleben, ist meines Erachtens ein klassischer Ausgangspunkt für eine Katastrophe einer Ideologie, die mit den Worten begraben wird, sie sei ihrer Zeit voraus gewesen. Ja, ich weiss, das ist böse formuliert.Wenn ich mit den “practical visionaries” im Sinne der Reboot rede, gelte ich als reaktionärer Old Economist, der alles schlecht macht. Und wenn ich mit denen rede, die mit dem Internet jenseits von Mail und Pornodownload nichts anfangen können, gelte ich als der Web2.0Freak mit total seltsamen Ansichten. Die Synthese daraus lautet für mich: Solange es die anderen in derartiger Marktnichtdurchdringung gibt, solange bei 3 Millionen Anwesenden nur 300 Photos im Web2.0 landen, ist jede Theorie zur Marktentwicklung im Web2.0 Makulatur. Denn das Geld geht dahin, wo die Leute sind. Auf die Mille Miglia, und nicht zur Reboot, und all den anderen schicken werbefinanzierten Internetideen.

 
[heile Welt]
Autor: strappato   2007-06-09   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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