Krisen-PR auf Österreichisch

Ich zitiere an dieser Stelle Herrn Dr. Dr. Wolfgang Maurer, der sehr gerne sagt: Jeder stirbt nach einer Impfung.
Dr. Astrid Dworan-Timler, Medical Director, Sanofi Pasteur MSD, nimmt im Telefoninterview der Sendung "Hinter den Kulissen" von Salzburg TV Stellung zum Todesfall Jasmin S.

Link (-> On Demand Clips -> Hinter den Kulissen)
 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-01-17   Link   (4 KommentareIhr Kommentar  



 

Champix®-Marketing (I)

Pfizer vermarktet die Raucherentwöhnungspille Champix® mit Methoden, die dem Status als Lifestyle-Medikament entsprechen. Unpassend wären Hinweise auf das Risiko depressiver Verstimmung, Aggressivität und anderen Verhaltensauffälligkeiten bis zu Suizidgedanken in Verbindung mit Champix®, die die europäische Arzneimittelbehörde EMEA zu einer Verschärfung der Warnhinweise veranlasst hatten.

In Belgien (und bei alle anderen französisch sprechenden Internetnutzern) versucht Pfizer mit einer viralen Kampagne zu punkten. Zwar sind virale Internet-Kampagnen out, aber das scheint bei Pharmakonzernen noch nicht angekommen zu sein, und so sollen auf der Seite http://www.lederniermegot.be/ (übersetzt "die letzte Kippe") lustige Geschichten der Sucht erzählt und per blogs und mails viral verbreitet werden.










Als interaktives Element ist ein Test gedacht, bei der Mundgeruch bewertet wird. Das Flash-Script aktiviert das Mikrophon im PC des Benutzers, nach dem Motto "hauchen Sie mich mal an". Nein, das ist nicht die belgische Version des Bundestrojaners, sondern eine kranke Werberidee. Die verantwortliche Agentur Vanksen Group aus Luxemburg ist schon früher mit seltsamen Verhalten aufgefallen.

Pfizer als Auftraggeber tritt nur dezent im Impressum auf. In der Rubrik FAQ werden die verschiedenen Rauchstopp-Methoden erklärt. Vareniclin, der Wirkstoff von Champix® wird besonders positiv bewertet: Erster Wirkstoff speziell zur Raucherentwöhnung, zweifache Wirkung durch Unterdrückung der Symptome und des Verlangens.

Das Virus springt nicht über. Technorati zählt 19 Links in blogs, davon einige Werberfachblogs.
 
[Champix]
Autor: strappato   2008-01-16   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

EU-Wettbewerbshüter besuchen Pharmakonzerne

Die Untersuchungen der EU-Kommission zu Wettbewerb-feindlichem Verhalten der Pharmaindustrie hat mit einem Paukenschlag begonnen. Ermittler haben in dem Zusammenhang heute in mehreren Firmen Razzien durchgeführt.

EU-Wettbewerbshüter besuchten unter anderem Geschäftsräume von AstraZeneca, Sanofi-Aventis, Pfizer und GlaxoSmithKline (GSK). In Deutschland ist der Generikahersteller Ratiopharm betroffen. Der Verdacht: Die Pharmakonzerne wollen mit alten Medikamenten Kasse machen und verzögern die Entwicklung neuer Wirkstoffe bzw. die Einführung von Generika.

Die EU-Kommission will herausfinden, ob einige Unternehmen Patente und andere Rechte missbrauchen, um Konkurrenten vom Markt fern zu halten. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte, es gehe um das Sammeln von Informationen, mit dem Ziel den Wettbewerb auf dem Pharmamarkt zu verstärken. Sollte die Ermittlung jedoch Verstösse gegen das EU-Wettbewerbsrecht an den Tag bringen, werde sie nicht zögern, konkrete Kartellverfahren einzuleiten, fügte die EU-Kommissarin an.

Nach Angaben von Reuters waren Pfizer, GlaxoSmithKline (GSK), AstraZeneca, Johnson & Johnson (J&J), Merck & Co und Sanofi-Aventis betroffen. Laut Marketwatch haben Pfizer, GSK, Sandoz und AstraZeneca bestätigt, dass die EU-Kommission sie kontaktiert hat.

Die Untersuchung soll über ein Jahr gehen und ein Bericht im Frühjahr 2009 vorliegen.
 
[EU]
Autor: strappato   2008-01-16   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

No drug is a substitute for doing the right things


Dr. Steven Nissen von der Cleveland Clinic erklärt die Ergebnisse der ENHANCE-Studie.
We see no evidence of any benefit of this very heavily advertised, very widely used cholesterol medication.

 
[Ezetrol]
Autor: strappato   2008-01-16   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Insider Medicine

MRSA Prevalent in Gay Community, Calcium Fortified Carrots, Price Equals Pleasure in Wine
Insider Medicine, ein Angebot, das täglich die relevanten News aus der Medizin kurz und klar an den Patienten und Arzt bringen will.
 
[Medien]
Autor: strappato   2008-01-16   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Dürre Dementis

Der Wiener Gynäkologe Prof. Ernst Kubista hält einen Zusammenhang zwischen dem Tod von Jasmin S. und der drei Wochen zuvor durchgeführten HPV-Impfung für unwahrscheinlich:
Es komme auch bei Jugendlichen immer wieder zu Todesfällen ohne erklärbare Ursache, und jede Infektion mit einem Virus könne eine Hirnentzündung auslösen.
Kubista suggeriert zunächst einen Zusammenhang mit einer Hirnentzündung [Edit: Vermutlich bezieht er sich mit dem Nebensatz auf den zweiten Fall, will also im Fall Jasmin keinen solchen Zusammenhang suggerieren. Damit ist die Argumentation im Rest dieses Absatzes für den Fall Jasmin obsolet.]. Nach Aussage ihrer Eltern hat Jasmin keinerlei Symptome einer solchen Entzündung gezeigt:
Zuerst bei der sanitätspolizeilichen Obduktion und danach bei der gerichtlichen Obduktion konnte kein Grund für ihren Tod gefunden werden. Wie erwartet war sie organisch völlig gesund und auch toxikologisch waren alle Analysen auf jedwede Vergiftungen negativ. Sie hatte keinen Herzinfarkt, keine Embolie, keine Entzündungen, keine viralen Infekte.
Die Enzephalitis (in ICD-10 Gruppe G04 enthalten) ist zudem als Todesursache selten. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist es unter rund 2,4 Millionen Mädchen in der Altersgruppe zwischen 15 und 20 im Jahr 2006 in Deutschland zu 2 Todesfällen gekommen, die dieser Indikation zugerechnet wurden. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mädchen in dieser Altersgruppe rein zufällig in einem 3-Wochen-Zeitraum nach einer Impfung an einer solchen Erkrankung stirbt, rund 1: 20 Millionen beträgt.

Bleibt die Variante "ohne erklärbare Ursache", die bei Jugendlichen "immer wieder" vorkomme. Laut ICD-10-Katalog kämen hier die Gruppen R96 "sonstiger plötzlicher Tod unbekannter Ursache" und R98 "Tod ohne Anwesenheit anderer Personen" in Frage. Das Statistische Bundesamt weist in der Altersgruppe von Jasmin keinen Todesfall in der Gruppe R96 und drei Todesfälle der Gruppe R98 aus. Die Wahrscheinlichkeit für einen zufälligen Tod ohne erklärbare Ursache innerhalb eines 3-Wochen-Zeitraumes beträgt in dieser Altersgruppe also rund 1:14 Millionen.

Laut dem Kurier-Artikel wurden bislang 50.000 Österreicherinnen geimpft.
 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-01-16   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Patient Krankenhaus

Heute abend in der ARD: Patient Krankenhaus – wie gefährlich sind Deutschlands Kliniken? - der reisserische Titel von Frank Plasbergs Diskussionsrunde "hart aber fair".
 
[Medien]
Autor: strappato   2008-01-16   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Transparenz bei Impfkomplikationen (Update)

Seit dem vergangenen Jahr stellt das Paul-Ehrlich-Institut eine öffentlich zugängliche Datenbank mit gemeldeten Impfkomplikationen zur Verfügung. Eine sinnvolle Maßnahme, um dem häufig von Impfgegnern geäußerten Vorwurf der Intransparenz zu begegnen. Leider sind aktuell nur die Daten bis Ende August 2007 eingepflegt.

Für den in Österreich in die Diskussion geratenen HPV-Impfstoff Gardasil beinhaltet die Datenbank 85 Berichte von Komplikationen in zeitlichem aber nicht notwendigerweise kausalem Zusammenhang mit einer HPV-Impfung, darunter ein Todesfall. Bei dem Todesfall aus dem Juni 2007 handelt es sich um ein 17-jähriges Mädchen ("plötzlicher Tod").

Eine ähnliche Datenbasis stellt auch die FDA auf ihrer Website zur Verfügung. Die Daten werden zum Download angeboten und sind aktueller als die des Paul-Ehrlich-Instituts; zur Zeit reichen sie bis zum 30.11.2007. Hier finden sich rund 2600 [Update: 4499] gemeldete Komplikationen im Zusammenhang mit einer HPV-Impfung, darunter etwa 10 Todesfälle [Update: 12]; die genaue Zahl ist nicht ganz einfach aus der enormen Datenfülle zu ermitteln.

Anders als das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht die FDA auch genauere Informationen über die gemeldeten Ereignisse. Ein Fall zeigt dabei auch im zeitlichen Ablauf deutliche Parallelen zum "Fall Jasmin":
Information has been received from a physician's assistant concerning a 12 year old female with no reported medical history who on approximately 15-SEP-2007 was vaccinated with Gardasil. It was noted that this was not where the vaccine was administered, rather they were the patient's family physician. On 06-OCT-2007 the patient died in her sleep.

Update, 7.2.2007:

Eine aufmerksame Leserin hat nachgezählt und weist uns darauf hin, dass die Zahl der Verdachtsfälle für Impfkomplikationen nach HPV-Impfung in der VAERS-Datenbank deutlich höher legt, als von uns angegeben. Grund ist, dass nicht in allen Fällen das Stichwort "Gardasil" in der Meldung auftaucht.

Auf Basis der mittlerweile bis zum 31.12.2007 verfügbaren Daten stellen sich die Zahlen folgendermaßen dar:
- 12 Todesfälle (bei zwei davon wurde HPV/HPV4 als VAX2 und VAX3) eingegeben
- 4499 gemeldete "Adverse Events". Bei 4084 davon wird HPV/HPV4 als VAX1 angeben, bei 15 davon wird HPV/HPV4 nicht unter VAX1-8 genannt, bei 2821 davon findet man das Wort "gardasil" in SYMPT_TEXT.
 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-01-16   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Neue Vertragswelt

Rabattverträge, Risk-Sharing, pay-per-performance, Mehrwertverträge und andere Dinge, die Krankenkassen zur Zeit mit Pharmaunternehmen diskutieren und aushandeln stellt die FTD in einem Artikel vor. Ärzte und Patienten kommen darin meist nicht vor, und wenn, dann nur als Verschiebemasse auf Versorgungspfaden.

--
Was noch erwähnenswert ist: Der Entwurf der Bundesregierung zum neuen Krankenhausfinanzierungsgesetz sieht natürlich auch Einzelverträge von Krankenkassen mit Kliniken oder Klinikketten vor.
 
[Gesundheitswirtschaft]
Autor: strappato   2008-01-15   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Tamiflu® - Kein Wundermittel

Die verfügbaren Hinweise über die klinische Wirksamkeit von Oseltamivir (Tamiflu) gegen Vogelgrippe bestehen (...) aus Fallberichten, die sich auf kleine Patientengruppen beziehen. Bis dato konnte die Wirkung (...) nur in eingeschränktem Umfang untersucht werden.

Wer sagt dies? Ein Tamiflu-Kritiker? Das ist die Stellungnahme des Herstellers Roche auf eine Anfrage des ARD-Magazins [plusminus und ein Eingeständnis, das ganz im Gegensatz zu dem grossen Marketingaufwand steht.

Kein Politmagazin im Fernsehen, ohne ein Beitrag zum Thema Medizin oder Gesundheit. Diesmal hat es Tamiflu® getroffen. plusminus ist der Frage nachgegangen, ob der Neuraminidase-Hemmer das einhält, was der Pharmakonzern Roche verspricht.



Fazit: Der Umsatz des Herstellers entspricht den Erwartungen, für die Bevölkerung jedoch nur eine trügerische Sicherheit.
 
[TV-Magazine]
Autor: strappato   2008-01-15   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Geld verdienen oder es wirklich verdienen

Die Art und Weise, wie pharmazeutische Konzerne gesehen und behandelt werden, ist meist negativ. Das Image ist leider schwer zu ändern. Das Interessante ist, dass die meisten Menschen kein Problem mit einer erfolgreichen Branche wie den Computerfirmen haben. Auch diese Unternehmen verdienen sehr viel Geld, doch sie werden nicht kritisiert, wie das bei der Pharmaindustrie der Fall ist.
Theresa Firestone, Geschäftsführerin von Pfizer Österreich im Interview
 
[Quotes]
Autor: strappato   2008-01-15   Link   (6 KommentareIhr Kommentar  



 

Deutsche Bank schätzt Ärzte

Ärzte sollten vorsichtig sein, wenn sie in die Nähe von Filialen der Deutschen Bank kommen: Deutsche Bank nimmt Ärzte ins Visier. Kittel ausziehen und Stethoskop in der Praxis lassen könnte hilfreich sein.

Hintergrund: Die Deutsche Bank hat Ärzte als Zielgruppe für Finanzdienstleistungen entdeckt. Jahrelang waren niedergelassene Ärzte für Banken nicht sehr lukrativ. Die Gesundheitsreformen hatten dem Einkommen zugesetzt. Sieht aus, als ginge es wieder aufwärts.

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Update: Die Deutsche Bank veröffentlicht auch ihre Markteinschätzung: pdf-DateiMediziner: Chancen durch neue Einnahmefelder.
 
[Aerzte]
Autor: strappato   2008-01-15   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

HPV-Impfung: Zweites Mädchen auf Intensivstation

Die Zeitung ÖSTERREICH, die gestern über die nach einer HPV-Impfung verstorbene 19-jährige Jasmin S. berichtet hatte, legt heute nach:
Indes erfuhr ÖSTERREICH von einem zweiten HPV-Impfschicksal aus dem Raum Linz. Dort ließ sich im Vorjahr eine 15-jährige Schülerin – und wie Jasmin ebenfalls topfitte Sportlerin – mit dem neuen Vorsorgemittel impfen: Das Mädchen landete – ebenfalls drei Wochen nach der Impfung – auf der Intensivstation mit einer Entzündung im Stammhirn und im Rückenmark. Es folgten sechs Tage Intensivstation und sieben Wochen Rehab. Laut Ärztediagnose handelte es sich um eine akute disseminierte Encephalomyelitis (ADEM), möglicherweise ausgelöst durch die HPV-Impfung.
Außerdem berichtet die Zeitung von einem "Geheimpapier", in dem die österreichische Gesundheitsministerin Kdolsky Bedenken gegen die HPV-Massenimpfung zum Ausdruck bringen soll.
 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-01-15   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Russisch Blog-Inkasso

Image-Probleme Ihres Unternehmens durch Foren und Blogs im Internet?

Sehr geehrte Damen und Herren,

genervt durch böswillige, geschäftsschädigende Foreneinträge, die bei Google oben landen wenn man nach Ihrer Firma/Ihrem Namen oder Ihrer Domain (www.xxxxxx.de) sucht?

Der Gesetzgeber kann nicht helfen! Ihr Anwalt ist machtlos!

Webseiten mit verleumderischen Inhalten liegen unantastbar auf ausländischen Servern.
Google etc. lehnen eine Sperre der Foren und Blogs ab.

Wir haben die Lösung! Wir helfen Ihnen!

Schicken Sie uns eine E-Mail und wir rufen Sie zurück und beraten Sie KOSTENLOS und UNVERBINDLICH.

Bitte klicken Sie bei Interesse hier.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. xxxx xxxxx

Eine russischer E-Mail-Absender.

Russisch-Inkasso? Hört sich wild an. Beim "klicken Sie hier" jedoch nur eine deutsche googlemail-Adresse, irgendwas mit "SEO". Vielleicht hätte die Pharmaindustrie Interesse an der Dienstleistung.
 
[Blogs]
Autor: strappato   2008-01-14   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Grippepanik

Und täglich grüsst das Murmeltier - nur dass Österreich nicht Punxsutawney ist. Vor einem Jahr hatte Prof. Michael Kunze Österreich vor der Virusgrippe (Influenza) gewarnt.

Nun ist wieder Grippesaison und Epidemiologe Michael Kunze, sowas wie der Infektions-Kachelmann in unserem Nachbarland, rechnet österreichweit mit Hunderttausenden Kranken und auch Todesfälle seien nicht auszuschließen. Heuer nur einige tausend Menschen. Letztes Jahr war seine Prognose zwischen 3000 und 6000 Todesfälle.

Nicht alles ist wie im letzten Jahr. Dieses Jahr empfiehlt Kunze nicht den Neuraminidase-Hemmer Tamiflu®. Ist sein Vertrag mit Roche ausgelaufen?
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2008-01-14   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Einmal kalter Schauer: EBM-Seminar

Wer will mal einen Blick in die hausärztliche Abrechnung mit dem neuen EBM 2008 werfen? Der Hausärzteverband Niedersachsen hat die Folien zum EBM-Seminar pdf-Dateionline gestellt.
Versichertenpauschale 03130 bei unvorhergesehenem Kontakt
- Neu! Notfall bei eigenen Pat. Nicht org. Notdienst
- Ziffer: 03130 - 480 Punkte
Höchstens zweimal im Behandlungsfall
Persönlicher A-P-K (nicht telefonisch)
- Nur, wenn außer unvorhergesehener Inanspruchnahme, Sa, So, Feiertags, keine weitere Behandlung erfolgt
- Bedeutet: nur neben 01100, 01101, 01411, 01412, 01415
- Kein Chronikerzuschlag möglich

 
[Ambulante Versorgung]
Autor: strappato   2008-01-14   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

ENHANCE-Desaster für MSD und Schering-Plough

Die Pharmakonzerne Merck & Co. und Schering-Plough mussten heute eingestehen, dass der Wirkstoff Ezetimb in Zetia® and Vytorin® (in Deutschland Ezetrol® bzw. Inegy® von MSD) ausser dem Risiko für Leberschäden keine Wirkung hat.

Die Studie sollte eigentlich zeigen, dass Ezetimb das Wachstum der Gefässablagerungen (Plaque) reduzieren kann. Stattdessen wuchsen die Ablagerungen sogar stärker bei Patienten, die Ezetimb zusammen mit dem Simvastatin als Cholesterinsenker erhalten hatten, gegenüber Studienteilnehmern mit Simvastatin alleine (Intima-Media Thickness - IMT: 0,0111 mm bei Ezetimibe/Simvastatin vs. 0,0058 mm bei Simvastatin). Der Unterschied war jedoch nicht signifikant. Die Patienten hatten die fixe Kombination der beiden Wirkstoffe bekommen, die in Deutschland als Inegy® im Handel ist.

Die Reduktion des Anteil der Minderung des LDL war unter Ingey® nicht überzeugend (58% vs. 41%), wenn man bedenkt, dass die Studienteilnehmer eine erblich bedingte Cholesterinerhöhung (Heterozygote familiäre Hypercholesterinämie - HeFH) hatten. Dafür ist Ezetimibe in Europa zugelassen und könnte wegen begrenzter therapeutischer Alternativen begründet sein. Eine Zulassung für die sekundäre Hypercholesterinämie scheint damit fraglich.

Nun wird klar, warum die Ergebnisse über zwei Jahre zurückgehalten und der primäre klinische Endpunkt der ENHANCE-Studie nach Abschluss der Studie geändert worden sind. ... und die Manager und Mitarbeiter der beiden Pharmakonzerne haben davon über 2 Jahre gewusst. Stärkt enorm das Vertrauen in die Pharmaindustrie. Merck & Co hat nichts aus der VIOXX-Affäre gelernt.
 
[Ezetrol]
Autor: strappato   2008-01-14   Link   (6 KommentareIhr Kommentar  



 

Rauchen im Film

Rauchverbote, Werbeeinschränkungen und Verkaufsbeschränkungen machen den Tabakkonzernen in Deutschland das Leben schwer. Überall? Nicht im Film und Fernsehen. Im deutschen Kinofilm wie auch im deutschen Fernsehen wird häufiger geraucht als in US-amerikanischen und anderen europäischen Produktionen, hat das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel im Auftrag des Gesundheitsministeriums herausgefunden.

Kostenlose Werbung für die Tabakindustrie.

Mit keinem Wort wird in der Ärzte Zeitung erwähnt, dass diese dpa-Meldung schon über 6 Monate alt ist.
 
[Public Health]
Autor: strappato   2008-01-14   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

HPV-Kampagne erhält Gegenwind

Die Zeitung ÖSTERREICH berichtet in ihrer heutigen Ausgabe über den Tod der 19-jährigen österreichischen Studentin Jasmin S., die nach Ansicht ihrer Eltern und nach den Untersuchungen der Gerichtsmedizin an den Nebenwirkungen einer im September vergangenen Jahres durchgeführten HPV-Impfung gestorben sein könnte. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt in dem Fall. Nach Angaben des Blattes fordert der zuständige Gesundheitslandesrat des Burgenlands ein Ende aller Förderungen für die Impfung, bis der "Fall Jasmin" geklärt sei.
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Mit "zuständiger Gesundheitslandesrat des Burgenlands" ist vermutlich der Verwaltungsjurist Peter Rezar gemeint. Dieser steht nicht im Verdacht, Impfgegner zu sein. Im Juli vergangenen Jahres hat er noch gefordert, die HPV-Impfung in das kostenlose Kinderimpfprogramm aufzunehmen.
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Vergleichbare Symptome und Todesfälle sind in den USA bereits zahlreich dokumentiert.
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Die Eltern von Jasmin pdf-Dateischildern den Tod ihrer Tochter aus ihrer Sicht, sie berichten auch von drei bekannten Todesfällen in Deutschland. (via)
 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-01-14   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Schweinsbraten und Wartelisten

Österreich ist zwar klein, aber es hat trotzdem einen Bundeskanzler, eine rot-schwarze Bundesregierung, eine Bundesliga und ein nationale Dependance der Organisation Transparency International. Ende des Jahres hat "Transparency International Austrian Chapter" (TI-AC) das lange angekündigte Grundsatzpapier zu Transparenzmängel im Gesundheitswesen in unserem Nachbarland vorgestellt.

Wie in Deutschland beschränkt sich der Bericht darauf, mögliche Transparenzmängel als Einfallstore für korruptes bzw. missbräuchliches Verhalten aufzuzeigen - ohne Bewertung der Relevanz. Bei Beispielen hätte sich TI-AC gerne hier im blog bedienen können.

Wenn man den Bericht von einer extremen Warte aus liest, dann kann das österreichische Gesundheitswesen jeden Vergleich mit den maroden Systemen in Osteuropa aufnehmen. Informelle unter-der-Hand Zahlungen, Ungerechtigkeit bei Wartelisten, Abrechnungsbetrug, Rabatte und Kickback Zahlungen, Nebeneinkünfte von Ärzten durch Privatordination, usw. Dies relativiert sich, da auffallend oft Deutschland als Ersatz für konkrete Anhaltspunkte in Österreich herhalten muss - Österreich misst sich halt gerne am grossen Nachbarn, statt sich im eigenen Land umzusehen.

Besonders viel öffentliches Aufsehen hatten Vorwürfe erregt, dass OP-Termine gegen Zusatzzahlungen vorverlegt würden. Gesundheitsministerin Kdolsky wies dies prompt zurück und präsentierte lieber ihr neues Schweine-Kochbuch in den Medien statt sich der Meldungen von wachsenden Wartezeiten auf Operationen zu widmen. Beim Schweinsbraten gibt es keine 2-Klassen und keine Wartelisten.

Passend dazu: Ein krasser Fall von Bestechung hat im Dezember seinen endgültigen Abschluss genommen. 2005 waren gegen Hausapotheken führende Landärzte und Pharmafirmen Vorwürfe aufgetaucht, dass es jahrelang gängige Praxis der Pharmaindustrie gewesen sein sollte, Ärzten Gratis-Medikamente zu liefern, die diese dann den Krankenkassen in Rechnung stellten. Dies war insbesondere bei Generika üblich. Ähnlichkeiten mit den Fall Ratiopharm in Deutschland sind nicht zufällig. Die Politik hatte dann zügig diese Naturalrabatte verboten. Was die Ärzte nicht so recht einsehen wollten. Ein Arzt ging bis zum Verfassungsgerichsthof, da die gesetzliche Beschränkung der Gewährung von Naturalrabatten beim Einkauf von Medikamenten einen Eingriff in die Privatautonomie und daher eine Eigentumsbeschränkung darstelle. Dieser Auffassung konnten sich die Wiener Verfassungsrichter in ihrer Entscheidung vom 4. Dezember 2007 (naturalrabatte_g_113-06 (pdf, 66 KB)) nicht anschliessen.
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2008-01-14   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

„Vermutlich aus GQ oder Men's Health“

Wissenschaftsjournalistin Cornelia Stolze, schon in der Vergangenheit angenehm aufgefallen durch gut recherchierte Artikel über zweifelhafte Methoden der Pharmaindustrie, sieht sich für Spiegel Online Bayers merkwürdige Männer-Pillen genauer an:
In einer Pressemitteilung lässt Bayer auf der eigenen Homepage den "Fitness- und Lifestyle-Experten" Michael Despeghel verkünden, dass sich Sexualität dann am intensivsten ausleben lässt, "wenn das Körpergefühl stimmt und die vitalen Körperfunktionen problemlos funktionieren". Doch daran fehle es "bei acht von zehn Männern". Woher die überraschenden Zahlen stammen, ist unklar. Auf Nachfrage bei Despeghel stellt sich heraus, dass er es selbst nicht recht weiß. "Vermutlich aus GQ oder Men's Health", gesteht der "Gesundheitsexperte", der weder Medizin noch Pharmazie studiert hat.

Lesenswert.
 
[Pharmamarketing]
Autor: hockeystick   2008-01-14   Link   (5 KommentareIhr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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