Insel der Anständigen

Österreich hat offiziell bekannt gegeben, dass es keinen Missbrauch im Gesundheitswesen gibt.

Martin Kreutner, Leiter der Antikorruptionsstelle im Bundesministerium für Inneres in Österreich, auf dem Fachkongress "Tatort Gesundheit" in Hamburg.
 
[Oesterreich]
Autor: hockeystick   2008-03-02   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Familiäres Pharmamarketing

Der informierte Beobachter konnte Ende Januar ein glänzendes Beispiel für Pharmamarketing "Made in Austria" erleben. Die Zeitschrift News Leben portraitierte auf einer Doppelseite dem Pharma-Marketing von Pfizer Austria, Robert Rumler. EIN TAG MIT Pharma-Marketing-Profi Dr. Robin Rumler, der für LEBEN vor den Vorhang tritt und Einblicke in Privat- und Berufsleben gewährt.

Auf Seite 80, hinter pdf-DateiThemen wie: Straff & sexy - So werden Hals und Dekolleté zur Augenweide, Wie Sie Ihren Po in Topform bringen. Die besten Übungen der Profis, oder Fettsucht. Macht uns ein Virus dick? Interview mit dem Virus-Entdecker.


Mit im Heft: Ein Special zum Thema Rauchstopp, und natürlich ein gesonderter Artikel über "die neue Raucherpille" Champix® von Pfizer.

Rumler ist auch Präsident des Pharmamarketing Clubs Austria, der alljährlich den Branchenpreis Das goldene Skalpell verleiht. Die beste Anzeige in Publikumsmedien erhält das Blaue Skalpell, das zusammen mit News Leben vergeben wird.

Moderatorin der grossen Werber-Gala war 2007 Regina Preloznik, eine ehemalige "ORF-Frontfrau", die nun Geschäftsführerin einer Agentur ist, die Medientraining und -beratung anbietet. Unter den Kunden, die auf der Internetseite genannt werden, sind viele Pharmaunternehmen und medizinischen Einrichtungen, darunter auch Pfizer. Der aufmerksame Leser von News Leben wird sie kennen, Preloznik kommt in der News Leben Homestory vor - als Gattin des Pfizer-Marketing-Chefs.

Alles schön übersichtlich in unserem Nachbarland.
 
[Oesterreich]
Autor: strappato   2008-03-02   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Provinz vs. Spitzenmedizin


Der Nobelpreisträger und ehemalige polnische Präsident Lech Wałęsa hat am Freitag einen Herzschrittmacher und Defibrillator implantiert bekommen. Am Vortag war Wałęsa ein Stent zur Erweiterung seiner verengten Herzkranzgefässe eingesetzt worden.

Bemerkenswert ist, dass die Behandlung im Methodist DeBakey Heart & Vascular Center in Houston stattfindet. Die Klinik liegt auf dem Gelände des Texas Medical Center (Foto oben), der weltweit grössten Dichte an Kliniken und Einrichtungen der Spitzenmedizin. Ich hatte vor ein paar Jahren die Gelegenheit, mir diesen beeindruckenden medizinisch-industriellen Komplex anzusehen.

Dagegen ist der Anspruch des gerade gegründeten Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen, im Ausland auf die Leistungsfähigkeit der deutschen Gesundheitswirtschaft aufmerksam zu machen, bestenfalls provinziell.


Foto: billjacobus1
 
[Gesundheitswirtschaft]
Autor: strappato   2008-03-02   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

Biotech-Unternehmen bloggt

Die Pharmaindustrie bloggt - in den USA. Neuester Zugang in der Blogosphere ist das blog CNTO411 des Biotech-Unternehmens Centocor. Bekanntestes Produkt der Tochterfirma von Johnson & Johnson (J&J) ist der vom Unternehmen entwickelte monokloale Antikörper Infliximab (Remicade®). J&J war letztes Jahr Vorreiter bei den Unternehmensblogs von Pharmakonzernen. Scheinbar wurden die Erwartungen erfüllt, so dass nun die Tochter Centocor versucht durch ein blog die Unternehmenskommunikation zu verbessern.

Blogs und Pharma bleibt ein Drahtseilakt. Sowohl Gesetze zum Patientenschutz als auch Bestimmungen für Publikation aktienkursrelevanter Informationen setzen Grenzen für einen offenen Austausch der Unternehmen. Centocor hat eine klare Comment-Policy:
By submitting comments, you are agreeing to all terms governing this blog, including that you have attained majority of age (18 to 22 years old, depending on which state you live in) and that you have the right to post the submitted content (e.g., the content is not subject to someone else’s copyrights). All comments received will be reviewed in advance and only some will be posted. This blog does not allow anonymous comments so please include a name to be posted along with your comment and an email address when submitting comments. ... If you need to report an adverse event for Centocor products, please call the Centocor Medical Affairs Information Line at (800) 457-6399.

Since this blog is about Centocor, comments that don’t directly relate to the Company or to topics covered on this blog won’t be posted; please stay on topic of the blog entries. We reserve the right to reject comments that contain profanity, are inflammatory, defamatory, slanderous, or are otherwise inappropriate.

We generally won’t post comments about products that are sold by Centocor. A list of the products sold by Centocor is available on the Centocor website. For product-related questions, you may call our Medical Affairs Information Line at (800) 457-6399.

Was da noch an Kommentaren übrig bleibt? One-Way Kommunikation mit fragwürdigen Dokumentarfilmen ist einfacher.
 
[Blogs]
Autor: strappato   2008-03-02   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Champix® kaum effektiver als Nikotinpflaster

Ein vor drei Wochen pdf-Dateiveröffentlichter Pfizer-finanzierter "head-to-head" Vergleich zur Raucherentwöhnung mit Champix® (in den USA Chantix®) vs. Nikotinpflaster hat bislang nicht den Weg in die Medien gefunden. Pfizer dürfte auch wenig Interesse daran haben.

Vier der acht Autoren sind Angestellte von Pfizer, die anderen räumen sämtlich umfangreiche finanzielle Verbindungen zu Pfizer und z.T. auch zu anderen Herstellern von Raucherentwöhnungsprodukten ein.

Die Studie wurde unverblindet durchgeführt. Technische Probleme verhinderten angeblich die Herstellung eines überzeugenden Plazebo-"Nikotinpflasters". Die Autoren räumen ein, dass sich dies auf die Motivation der Probanden ausgewirkt hat, die der Nikotinpflastergruppe zugeordnet wurden. Alleine 9 dieser Probanden sprangen bereits vor Behandlungsbeginn ab (in der Champix®-Gruppe nur 2). Vor gut drei Jahren, als die Studie begann, galt Champix® noch als potentielles Wundermittel.

Die Studie wurde unter hochgradig artifiziellen Bedingungen durchgeführt und auf maximalen Entwöhnungs- und Medienerfolg hin ausgelegt. 21 Prozent der Bewerber wurden ausgeschlossen, weil sie körperlich oder psychisch die Auswahlkriterien nicht erfüllten. Insgesamt wurden mit den verbleibenden Probanden über den Zeitraum von einem Jahr rund 25 Beratungsgespräche durchgeführt, bei den zahlreichen Klinikbesuchen und in den Zeiträumen dazwischen auch über das Telefon.

Bei einer angenommenen Dauer eines Beratungsgesprächs von 5-10 Minuten wäre das eine Beratungsdauer von insgesamt rund 125 bis 250 Minuten pro Teilnehmer. Nach einer in der pdf-DateiU.S. Clinical Practice Guideline zur Tabakentwöhnung zitierten Metaanalyse (Tabelle 13) ist alleine aufgrund einer solchen Beratungsdauer bereits eine langfristige Abstinenzrate von gut 28 Prozent zu erwarten.

Das Ergebnis der Studie lässt sich am besten so zusammenfassen:
These historically intense counseling and support experiences resulted in proof that at one year, 26.1% of varenicline users and 20.3% of nicotine patch users had most probably not smoked nicotine within 4-5 hours of blowing into a carbon monoxide detector.

Unter realen Bedingungen, d.h. ohne intensive psychologische Betreuung, schrumpfen die unter artifiziellen Idealbedingungen erzielten 20,3 % Erfolgsrate der Nikotinersatztherapie (NRT) bekanntermaßen schnell auf nahezu Null:
NRT appears no longer effective in increasing long-term successful cessation in California smokers.

Es gibt wenig Anlass anzunehmen, dass dies bei Champix® anders sein wird.

Weitaus überzeugender als die dürftigen Nutzenbelege erscheinen die Hinweise darauf, dass es sich bei Champix® um ein potentiell lebensgefährliches Medikament handelt.
 
[Champix]
Autor: hockeystick   2008-03-02   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Pharmaberater als Disease Manager

There may come a day, when reps’ pay is based in part on the health of patients in their sales territories. Reps pitching diabetes drugs, for example, might be measured in part on improvements in patients’ blood sugar, as measured by HbA1c.
Eli Lilly CEO Sidney Taurel in einer Rede auf der Wharton School health conference in Philladelphia.
 
[Pharmaaussendienst]
Autor: strappato   2008-03-01   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 


 

Pharmakritik lässt sich nicht vermarkten

Investigativer Pharmajournalismus und Insiderenthüllungen ziehen keine Werbekunden an. Der ehemalige Pfizer-Manager und Whistleblower Peter Rost, der jetzt als Berater und Autor tätig ist, schliesst sein blog bei Brandweek.
It is that time of the year again. BrandweekNRX will go into hiatus. Great readership, amazing revelations, several congressional inquiries based on our stories in the last two months . . . but money is tight.
Da wird in den Führungsetagen der Pharmaindustrie Freude aufkommen. Zumindest solange, bis er auf seinem blog Question Authority die nächsten Pharmakonzerne an die Wand nagelt.
 
[Blogs]
Autor: strappato   2008-02-29   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Horrorbilder auf Zigarettenpackungen


So sieht seit gestern in Neuseeland die Rückseite von Zigarettenpackungen aus. Die Regierung hat die Tabakkonzerne zu 14 durch ein Foto hervorgehobene Warnungen auf den Packungen verpflichtet. Diese müssen 30% der Vorderseite und 90% der Rückseite einnehmen.

Einige der verwendeten Abbildungen - wie das obige - entsprechen den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Fotos, die in Rumänien ab 1. Juli verpflichtend sind.
 
[Public Health]
Autor: strappato   2008-02-29   Link   (4 KommentareIhr Kommentar  



 

Die STIKO macht es spannend

Weitere zwei Wochen sind vorbei. Noch tut sich nichts.
 
[Ethik & Monetik]
Autor: hockeystick   2008-02-29   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












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