Die STIKO macht es spannend (II) (Update)

Drei Wochen sind vorbei. Immer noch nichts.

_

Update:

Hier sind sie. Erster Eindruck: Es bleiben viele Fragen offen.
 
[Ethik & Monetik]
Autor: hockeystick   2008-03-06   Link   (7 KommentareIhr Kommentar  



 

Experten reinterpretieren ENHANCE-Ergebnis für MSD

Auf einer von MSD "unterstützten" Veranstaltung durften nicht ganz unerwartet die Lipidsenkungsspezialisten Professor Jürgen Schäfer von der Uni Marburg, Privatdozent Dr. Ulrich Laufs aus Homburg und der Lipid-Liga-Vorsitzende Professor Achim Weizel den Ärzte-Zeitungs-Redakteuren ihre Interpretation der gescheiterten Enhance-Studie in die Feder diktieren.

Nach den bisher bekannten Ergebnissen der lange von den Herstellern vertuschten Studie hat die zusätzliche LDL-Senkung durch den Wirkstoff Ezetimb (Ezetrol® bzw. Inegy®) tendenziell sogar zu einer verstärkten Bildung von Ablagerungen in den Gefäßen geführt. Ganz offensichtlich war also die LDL-Senkung mit dem teuren Medikament in dieser Studie ohne jeden Nutzen für die Patienten, was in Teilen der Fachwelt für Erstaunen gesorgt hat.

Keine Zeitung versteht es so gut wie die Ärzte Zeitung, ihren Lesern solche Zusammenhänge schon in der Überschrift zu vermitteln.

Und so titelt sie: "Auf die LDL-Senkung kommt es an".
_

Üblicherweise werden für solche Anlässe nur zwei Experten benötigt. Dass hier noch ein dritter Experte zur Hilfe gerufen wurde, darf als Krisensignal gewertet werden.
 
[Ezetrol]
Autor: hockeystick   2008-03-05   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Krankenversicherung als Hauptgewinn

Der US-Staat Oregon verlost Krankenversicherungen für Bürger, die zwar arm sind und sich keine Krankenversicherung leisten können, aber nicht arm genug, um in das staatliche Medicaid-Programm aufgenommen zu werden.
This is such a wonderful opportunity," said Ellen Pinney, director of the Oregon Health Action Campaign. "We've heard absolutely no complaints, just a lot of hope that they are the ones who will be selected."
ap
 
[Ausland]
Autor: strappato   2008-03-05   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Broschürenschlacht um HPV-Impfstoff

Gleich zwei Ankündigungen für neue Broschüren zum HPV-Impfstoff gab es in den letzten Stunden.

Die Stadt Leverkusen teilt mit, dass sie in Schulen und Arztpraxen die Broschüre "Entscheidungshilfe für Eltern und Mädchen/junge Frauen" verteilt. Vermutlich entspricht diese etwa dem pdf-DateiFaltblatt der Stadt Bielefeld mit dem gleichen Titel, das den Wissensstand über diese Impfung nicht unkritisch wiedergibt.

Ein "Aktionsbüro" mit dem Namen "tell someone" hält mit einer eigenen Broschüre, einer Pressemitteilung und einer Website (www.tellsomeone.de) dagegen, die einen wesentlich positiveren Eindruck der Impfung vermitteln. Was man beim Lesen der Pressemitteilung nur ahnt, findet sich erst in der Fußzeile der Website: Natürlich verbirgt sich hinter dem ominösen "Aktionsbüro" der Gardasil®-Hersteller Sanofi-Pasteur MSD.

_

Noch besser getarnt ist der Auftritt des "Aktionsbüros" unter www.ichsagsweiter.de. Hier klärt erst ein Blick in das Impressum die Hintergründe auf.
_

Nicht zu verwechseln ist das "Aktionsbüro" mit seinen Namensvettern vom äußersten rechten Rand des politischen Spektrums.
 
[HPV]
Autor: hockeystick   2008-03-05   Link   (1 KommentarIhr Kommentar  



 

Alles Essig mit Ratiopharm?

Das fragt der Tagesspiegel in seiner morgigen Ausgabe. Und er bezieht sich dabei auf eine noch nicht veröffentlichte Studie des Verhaltensökonomen Dan Ariely:
US-Forscher fanden nämlich heraus, dass – bitte hinsetzen – teure Medikamente besser wirken als billige, wenn der Patient nur weiß, dass seine Pillen, Drops, Dragees die teureren sind. Und das – bitte hinlegen – selbst dann, wenn weder in dem teuren, noch in dem billigen Präparat ein Wirkstoff enthalten ist. Kurz: Je Preis desto Wirkung kraft Einbildung.

Bei Cornelia Yzer dürften bereits die Champagnerkorken knallen. Zu früh gefreut. Der Tagesspiegel sieht noch eine Alternative zu Originalpräparaten:
Medikamente mit Tarnpreisen auszeichnen, die den eigentlichen bei weitem übersteigen, und die ergaunerte Marge irgendwohin überweisen. An die Kassen, die Hersteller, das Ministerium, weg damit nach Liechtenstein.
_

Update 5.3.:

Heute ist die Studie erschienen: JAMA Vol. 299 No. 9, March 5, 2008.
 
[Wissenschaft]
Autor: hockeystick   2008-03-04   Link   (7 KommentareIhr Kommentar  



 

Tamiflu®: Roche warnt vor neuropsychiatrischen Nebenwirkungen

Roche hat auf Druck der FDA vor psychiatrischen Nebenwirkungen bei der Therapie mit Tamiflu® (Wirkstoff Oseltamivir) gewarnt. In einem pdf-DateiDear Healthcare Professional Letter klärt Roche über die geänderten Fachinformationen auf. Besonders bei Kindern und Jugendlichen wurden in Japan neuropsychiatrische Vorfälle und Verhaltensauffälligkeiten beobachtet. Diese äusserten sich in Halluzinationen, Delirium und in einigen Fällen - was Roche mit "fatal outcomes" umschreibt - Selbsttötungen.

Erste Indizien gab es schon vor 2,5 Jahren. Zuletzt hatte die Aufsichtsbehörde in Japan die Verschreibung an unter 19-Jährige untersagt. Roche hat einen Zusammenhang mit der Tamiflu-Einnahme immer bestritten und vor einem Jahr in Europa die Zulassung von Kapseln mit geringerer Dosierung, die speziell für die Behandlung von Kindern gedacht sind, beantragt.
 
[Arzneimittel]
Autor: strappato   2008-03-04   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Kennzeichnungspflicht bei Kassenärzten

Die Ärzte Zeitung weist auf die Änderung des Bundesmantelvertrags (BMV) hin (nur für Facgkreise online). Der BMV regelt die Rechte und Pflichten der Vertragsärzte. Nach der Änderung ist ab dem 1. Juli 2008 die Kennzeichnung der abgerechneten Leistung nach Arztnummer sowie aufgeschlüsselt nach Betriebsstätten und Nebenbetriebsstätten anzugeben. Hört sich harmlos an, kann aber für Ärzte Konsequenzen haben, die als Vertragsarzt in einer Gemeinschaftspraxis arbeiten oder ausgelagerte Behandlungsräume haben.

Bisher hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) bei fachgleichen Praxen nicht gemerkt, wenn ein Partner weniger als die vorgeschriebenen 20 Stunden/Woche tätig war, etwa wenn sich der Seniorpartner sich dem Golf zuwandte. Durch die Angabe der Artznummer wird das nun transparent.

Praxen, die ausgelagerte Untersuchungs- und Behandlungsräumen dürfen dort kein Erstkontakt abrechnen. Beispielsweise müssen Radiologen, bei denen bestimmte Geräte nicht in den Praxisräumen stehen, nun den Patienten erst einmal in die Praxis bitten, um den Konsiliarkomplex abrechnen zu können.

Ob das deutsche Gesundheitswesen damit einen grossen Sprung zu mehr Effizienz gelungen ist, bleibt fraglich. In jedem Fall ein weiterer Bürokratie-Stein, der den Kassenarzt langsam begräbt.
 
[Ambulante Versorgung]
Autor: strappato   2008-03-04   Link   (3 KommentareIhr Kommentar  



 

Rx geht weiter (Update)


Eine weitere Folge von Rx, dem TV-Drama über das Pharmaberaterleben von Camille, Landon, Zach, Rob und Jennifer.

Update:

Das eingebundene Video war Teil 6. Ist jetzt von den Produzenten berichtigt worden.
--
Part 1
Part 2
Part 3
Part 4
Part 5
Part 6
 
[Rx]
Autor: strappato   2008-03-04   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 



Stationäre Aufnahme












Letzte Beiträge und Kommentare /  Frohe Weihnachten  (strappato)  /  OH!!!  (kelef)  /  Frohe Weihnachten  (strappato)  /  Subjektive Wahrnehmung  (casadelmar)  /  Sehr interessante Sichtweise,...  (akademischer ghostwriter)  
Zum Kommentieren bitte einloggen

Metainfos über das blog. Kontakt: strappato.

search noeszett Add to Technorati Favorites rss