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Weitere Pharma-Schleichwerbung in der ARD Nachbeben des Marienhof-Schleichwerbeskandals in der ARD. Wie Stern-Journalist Markus Grill in seinem Blog berichtet, sind nach einem internen Dokument einer Münchner PR-Agentur neben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und dem Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH), die in der ARD-Serie Marienhof Schleichwerbung geschaltet hatten, auch eine Reihe von Pharmafirmen direkt in den Skandal verwickelt. Nach Grills Informationen sollen die Firmen Aventis (seit 2004: Sanofi-Aventis), Merz, Novartis, AstraZeneca, Orion und UCB-Chemie im Jahr 2002 in der ARD-Ärzteserie Der Deutsche Rat für Public Relations hat angekündigt, sich aufgrund der neuen Informationen erneut mit dem Fall zu befassen. [ARD-Schleichwerbung]
Lilly verzögerte Aufklärung über Zyprexa®-Risiken Lilly put “profit over concern of the consumer”.
So die klare Feststellung eines Experten bei einem Prozess gegen den Pharmakonzern Eli Lilly. Der Bundesstaat Alaska verklagt das Unternehmen auf Schadenersatz für die Behandlung von Patienten, die nach Therapie mit Zyprexa® Diabetes entwickelt haben. Eli Lilly hatte jahrelang das Risiko der Hyperglykämie und Diabetes als Nebenwirkung der Einnahme des Medikaments gegen Schizophrenie und Bipolare Störungen [Zyprexa]
Checkliste für seriöse IGeL-Beratung Das Image der individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) hat gelitten. Diese Diagnose- und Behandlungsmethoden gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung und müssen vom Patienten als "Wunschleistungen" privat bezahlt werden. IGeL sind in Verruf geraten, weil sie von einigen Ärzten gezielt zum Abkassieren der Patienten und Aufbessern des Budgets genutzt werden. Beispielsweise wird das Praxispersonal oft am Erfolg der IGeL-Einnahmen finanziell beteiligt. Grund für die Bundesärztekammer (BÄK) in einer Patientenbroschüre für die Wahlleistungen zu werben und dem Kunden Entscheidungshilfen an die Hand zu geben. Die BÄK betont dabei die unaufdringliche, sachliche Beratung der Patienten über Individuelle Gesundheitsleistungen. In keinem Fall darf die Individuelle Gesundheitsleistung zur Bedingung gemacht werden für andere Leistungen, die von Ihrer Krankenkasse getragen werden. Das geht meilenweit an der Realität in den Praxen vorbei. Gerade heute ist bekannt geworden, dass zwei niedergelassene Orthopäden aus Osnabrück ihren Patienten eine "Service-Plus-Sprechstunde" zu Selbstzahlerbedingungen anbieten. Zehn Minuten kosten 20,11 Euro und 20 Minuten 40,22 Euro. Das betrifft auch Vor- und Nachgespräche bei Operationen. Oder auch eine heutige Meldung: Ärzte, die den Patienten für die Bestätigung für eine Teilnahme am "Bonusprogramm" ihrer Krankenkasse 5 Euro abnehmen. Ein weitere beliebte Methode: Gynäkologen, die Vorsorgeuntersuchungen nur durchführen, wenn bestimmte diagnostische Tests als IGeL von der Patientin bezahlt werden. Nebenbei: Ohne die Praxisgbühr läuft sowieso wenig in Sachen Vorsorge. Obwohl nach dem Sozialgesetzbuch bei Vorsorgeuntersuchungen grundsätzlich keine Praxisgebühr anfallen sollte. Auch eine Art "IGeL"-Zahlung, die der Patient aus eigener Tasche begleicht, damit der Arzt bei der KV eine höhere Vergütung ansetzen kann. Da möchte man den Patienten viel Erfolg und genug Zeit bei der Suche nach einer seriösen Beratung in seinem Interesse wünschen, wie es die Checkliste der BÄK vorschlägt. [IGeL]
Grüne Politikerin heuert bei der Zigarettenindustrie an Eigentlich sollte man meinen, dass die Tabakindustrie bei der Politik mittlerweile einen schweren Stand hat. Trotzdem schafft es der neu gegründete Verband der Zigarettenindustrie, Die Lobby-Vereinigung ist die Nachfolge-Organisation des Gesundheitsinitiativen kann man daher von dem neuen Verband nicht erwarten. Die Lobbyarbeit des einflussreichen VdC war legendär schmutzig. Laut SPON sagte ein Sprecher Kuhns gegenüber der taz: "Vielleicht nimmt die Lobbyarbeit der Zigarettenindustrie jetzt ja stärker die Belange des Nichtraucherschutzes in den Blick." Vielleicht kommt der Weihnachtsmann demnächst auch an Ostern? [Public Health]
Der gläserne Medizinprofessor Was verdient ein Medizinprofessor in Deutschland durch Nebentätigkeiten? Was bekommt man für einen Vortrag oder für eine Teilnahme an einem Advisory-Board-Treffen? Und welche Pharmafirma zahlt am besten? Der Rostocker Krebsspezialist Prof. Mathias Freund spielt als Vorsitzender der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern und Sekretär und Schatzmeister der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) nicht unbedingt in der ersten Liga der Meinungsbildner. Auch in der Ärzte Zeitung kommt er weitaus weniger zu Wort als viele seiner umtriebigeren Kollegen. Anders als diese schwört Freund jedoch auf Transparenz und dokumentiert seine Einkünfte und Nebeneinkünfte detailliert im Internet. Auszüge (2004): Honorar Satellitensymposium Krebskongress 2003, Amgen 29.02.04 [...] Amgen GmbH 1.300,00 € Honorar EPO-Veranstaltung Roche Potsdam 26.6.2004 [...] Hoffmann-La Roche AG 1.500,00 € Honorar Myeloma Advisory Board 6.7.2004 Turin Novartis 2.500 USD Scheck [...] Novartis Pharma GmbH [...] 2.047,00 € Auf jährlich gut 15.000 € an Nebeneinkünften kam Prof. Freund so in den letzten Jahren. Im Jahr 2002 waren es noch fast 25.000 €. Nicht alle Kollegen werden über so viel Offenheit begeistert sein. [Ethik & Monetik]
Kulturrevolution zur Förderung von Spin-offs Eine inhaltliche Definition von Zielen und Leistungspaketen kann für die prinzipiell ergebnisoffen operierende Wissenschaft daher nicht einfach analog zu anderen Politikfeldern bernommen werden. Man kann dieses Konstruktionselement der Wissenschaftspolitik als eine Art „Delegationsprinzip“ beschreiben: Die staatliche Politik delegiert die Erbringung ihrer Ergebnisse auf die Wissenschaften, die diese in akademischer Selbstverwaltung praktisch im eigenen Namen vermarkten. Solange dieses Delegationsprinzip Bestand hat, kann es keine direkten inhaltlichen Zielvorgaben an die Wissenschaft geben. Der staatlichen Politik bleibt letztlich nur die Hoffnung, dass sich der finanzielle Aufwand am Ende rentiert.
Zwei Wissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin, Andreas Knie und Martin Lengwiler, beschreiben in einem in einem Die beiden Autoren benenen auch Vorrausetzungen, um einen Wissenstransfer aus dem akademischen Bereich in die Wirtschaft, wie beispielsweise Pfizer es versucht, zu erreichen. Neben einer neuen Akzeptanzkultur des wechselseitigen Respekts benötigt man hierzu einen neuen Ordnungsrahmen, um die verschiedenen Handlungstypen einer „öffnenden“, analysierenden Forschung mit den synthetisierenden, „schließenden“ Methoden eines Unternehmens in Einklang zu bringen. Wer die deutsche Wissenschaftslandschaft kennt, wird wissen, dass dies einer Kulturrevolution gleichkommt. [Wissenschaft]
Verfehlte Informationspolitik Ein klarer Fall von verfehlter Informationspolitik. Dass die Pharmaindustrie versucht, Impfrisiken zu verschleiern, verwundert nicht. Wohl aber, dass die Behörden dabei zusehen.
Die aktuelle Ausgabe der Radiosendung "Funkstreifzug" des Bayerischen Rundfunks befasst sich heute mit der mangelnden Transparenz im Umgang mit Impfrisiken. Zu Wort kommen unter anderem Gutachter Dr. Klaus Hartmann sowie ein Mitglied der STIKO. Die Sendung kann als Podcast heruntergeladen werden.[Public Health]
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