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Zweite Inegy®/Ezetrol®-Studie verzögert sich ebenfalls Mediziner mit finanziellen Verbindungen zu den Herstellern von Inegy®/Ezetrol® (in den USA: Vytrorin®/Zetia®) haben in den Nachbeben des ENHANCE-Desasters gerne auf eine weitere laufende Studie zum Wirkstoff Ezetimb verwiesen, eine größere Studie mit dem ebenso wohlklingenden Akronym IMPROVE-IT. Bevor man das Konzept der LDL-Senkung mit dem Wirkstoff Ezetimb endgültig als gescheitert betrachten könne, müsse man erst die Ergebnisse dieser zweiten Studie abwarten. Am Freitag gaben die Leiter der Studie bekannt, dass die Teilnehmerzahl von IMPROVE-IT nun erhöht werde und dass mit Ergebnissen nunmehr nicht vor 2012 zu rechnen sei. Die Patente für Ezetrol® und Inegy® laufen im Jahr Peter Rost kommentiert das auf seinem Blog "Question Authority" so: QUESTION AUTHORITY PREDICTS THAT THE 2012 DATE WILL COME AND GO AND THERE WILL BE
_Clearly, the companies are not too worried about the delay. Uh, Perhaps this is what they hoped for? Update: Wann genau welche Patente ablaufen, ist aktuell ein wenig unklar. _ Update 2: Der Patentschutz endet erst 2017. [Ezetrol]
Randalierender Champix®-Anwender zwingt Flugzeug zur Landung Ein 25-jähriger Mann hatte im vergangenen November an Bord eines amerikanischen Inlandsflugs das Cockpit gestürmt und dabei einen unzurechnungsfähigen Eindruck gemacht. Der Pilot hatte deshalb eine außerplanmäßige Landung einlegen müssen. Vor Gericht stellte sich heraus, dass der Angeklagte eine Woche vor dem Vorfall mit der Einnahme von Champix® (in den USA: Chantix®) begonnen hatte. Die Diagnose des psychiatrischen Gutachters lautet "Chantix-induced psychotic disorder, a severe mental disease". Das Gericht folgte nun dem Antrag der Staatsanwaltschaft, das Verfahren gegen den Mann einzustellen. [Champix]
Links am Samstag Zunehmende Privatisierung von Krankenhäusern in Deutschland - In Deutschland werden mehr Krankenhäuser an private Investoren verkauft als in anderen vergleichbaren Industrieländern. Studie: Terminstress begünstigt Fehlentscheidungen der FDA. Barmer will mit Online-Coach punkten - Kernstück des Programms ist ein von T-Systems entwickeltes Internet-Portal, das die mittels eines Brustgurts ermittelten und via Bluetooth über ein Handy weitergeleiteten Daten - etwa beim Joggen, Walken, Radfahren, dem Training auf dem Laufband oder der Gartenarbeit - auswertet. Ob das mit dem Wirtschaftlichkeitsgebot vereinbar ist? Oder reines Marketing? One Drug, Many Tragedies A doctor blows the whistle on a dangerous new drug that wrongfully received FDA approval. Primary Health Care Needs Fixing Before Universal Care Can Work - Auch in den USA fehlen Hausärzte. [Links]
Cochrane Collaboration Video FAQ Ein Video informiert über die [Klinische Studien]
Überzeugende Präsentation Der Tagesspiegel und die Welt berichten anlässlich des 10. Geburtstags der Potenzpille Viagra® über die spektakuläre Pioniertat eines gewissen "Giles Bradley", die den Beginn der medikamentösen Therapie der erektilen Dysfunktion markiert haben soll. Die Welt beschreibt die Szene so: Angefangen hatte alles sowieso in größter Offenheit. 1983, vor einem Vierteljahrhundert, bei einem Urologenkongress in Las Vegas, stand Giles Bradley am Podium. Er hatte den Vorläufer jenes PDE-5-Blockers erfunden, wie er jetzt in Viagra wirkt. In einer Jogginghose referierte er. Plötzlich ließ er sie herunter und jagte sich eine Spritze mit seiner Potenzdroge in den Penis. Eine Minute später schon habe Bradley dem erstaunten Auditorium eine perfekte Erektion vorführen können. Laut Augenzeugenberichten sei er anschließend herumgegangen und habe die Forschergemeinde gebeten, sich eigenhändig vom Erfolg zu überzeugen.
Der Name des Wissenschaftlers wird von beiden Zeitungen gleichermaßen falsch wiedergegeben, tatsächlich hieß er Dr. Giles Brindley. Auch hat er sich die Spritze nicht vor dem Auditorium "in den Penis gejagt", sondern bereits vorher in seinem Hotelzimmer. Der Rest scheint zu stimmen. Ein ausgezeichnet recherchierter und höchst lesenswerter Artikel rekonstruiert akribisch den Ablauf der Ereignisse.[Wissenschaft]
Ein Pharmaberater erzählt Shahram Ahari, ein ehemaliger Pharmaberater für Eli Lilly in den USA, berichtet beim New England Cable Network über die Praktiken im Pharmaaussendienst. Ahari ist aus dem Video zum Zyprexa-Marketing [Pharmamarketing]
Hallo Clara Ulla Schmidt erklärt die Gesundheitskarte. Im Übrigen steht die Bundesgesundheistminsterin vor dem Scherben ihrer Gesundheitsreform. Der "Wissenschaftliche Beirat zur Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs beim Bundesversicherungsamt" hat geschlossen seinen Rücktritt erklärt. Ulla zieht das trotzdem durch. Vertrauen schafft man so jedoch nicht. [heile Welt]
Uniklinik Bayer Köln Eine umfangreiche Zusammenarbeit haben die Universitätsklinik in Köln und die Bayer HealthCare AG vereinbart. Laut Bayer soll dieses "Preferred Partnership-Agreement" für die Zusammenarbeit bei Forschungs- und Entwicklungsthemen deutliche Vorteile bei der Positionierung im internationalen Wettbewerb schaffen. Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung wird der Bayer-Teilkonzern HealthCare hinsichtlich der Entwicklung und klinischen Testung neuer Substanzen jeweils prüfen, ob sich Studien in enger Zusammenarbeit mit der Uniklinik Köln realisieren lassen. Die Uniklinik wird bei neuartigen medizinischen Entwicklungen oder Ideen wiederum abwägen, ob eine Kooperation mit Bayer möglich ist. Unabhängige klinische Forschung wird endgültig zum Sonderfall. Fehlt noch der Namenssponsor: "Uniklinik Bayer Köln"? [Klinische Studien]
Pharmamarkt in Indien: "Gimme Mentalität" Indische Pharmaunternehmen sind auch in Deutschland auf Einkaufstour. Ranbaxy hat Unternehmen in Rumänien, Belgien, Italien und Frankreich übernommen, Dr. Reddy's kaufte 2006 den deutschen Generikahersteller betapharm. Die Deutsche Bank Research sieht die Indien ist auch ein bevorzugtes Ziel des Medizintourismus. Die Berater von McKinsey prognostizieren ein Volumen von 20 Milliarden Dollar, die Ausländer 2012 für die medizinische Behandlung in Indien lassen werden. Einen Eindruck, wie profesionell das abläuft, gibt ein Artikel im Ärzteblatt. Dort berichtet der Autor, dass ein Papierhersteller in North Carolina seinen krankenversicherten Angestellten einen Bonus von 10 000 US-Dollar pro Operation gibt, wenn sie zustimmen, komplexe Eingriffe wie Herz- oder Gelenkoperationen in einer vom Krankenversicherer bestimmten und akkreditierten Klinik in Indien vornehmen zu lassen. Business Week zeigt diese Woche eine andere Seite des indischen Pharmamarktes. Ein Bild, das von Korruption und "Gimme Mentality" beim Marketing geprägt ist. Yet BusinessWeek was able to confirm many such examples, speaking with doctors, pharmacists, and drug company executives in the Mumbai area. One dentist at a Mumbai hospital, who asked not to be identified, was solicited by a drug company to participate in a research project and offered a $500 "incentive" to produce research proving a positive outcome. (He refused). Da macht man sich doch Gedanken über die Unternehmenskultur in den von indischen Unternehmen übernommenen Betrieben. Genau wie über die vom Wohl des Patienten abhängigen Therapieentscheidung bei Behandlungen von Medizintouristen in Indien. [Ausland]
Pandemie-Panikfolgen Die Freiwillige Feuerwehr der österreichischen Ortschaft Merkenbrechts will eine Rechnung in Höhe von über 1000 Euro für Tamiflu®-Tabletten nicht bezahlen, die die Gemeinde Göpfritz/Wild auf dem Höhepunkt der Vogelgrippe-Hysterie im Jahr 2005 für die Feuerwehrmänner bestellt hat: „Wir haben für jeweils einen Angehörigen aller 299 aktiven Feuerwehrmänner in der Gemeinde ein Packerl Tamiflu zum begünstigten Preis von 24,10 € bestellt“, erklärte Gemeindesekretärin Romana Hartner, „darunter 47 Stück für die Feuerwehr Merkenbrechts. [...] „Wäre die Pandemie ausgebrochen und wir hätten für die Feuerwehr Merkenbrechts kein Tamiflu gehabt – was wäre dann gewesen?“, fragt Bürgermeister Erich Mautner.“ [Pharmamarketing]
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