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Matt Damon: Palin is like a "really bad Disney movie" Um beim Thema dieses Blogs zu bleiben. Die Gesundheitspolitik, für die Sarah Palin in Alaska als Governor verantwortlich ist, sollte beim Gedanken an eine Vizepräsidentin Palin - oder gar potentielle Präsidentin - Anlass zur Sorge geben. Palin setzt auf den freien Markt und die Entscheidung des "Verbrauchers". Kein Wort von gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Bei der Qualität und des Zugangs der ärmeren Patienten liegt Alaska unter den US-Staaten am Ende, wie auch bei der Versorgung von Kindern. Bei den Kosten dagegen errreicht Alaska Spitzenplätze. In einem Editorial der "Anchorage Daily News" verteidigt Palin die Entscheidung in Alaska die Planung, wo und welche Krankenhäuser und Einrichtungen zur Gesundheitsversorgung gebraucht werden, dem Markt zu überlassen. -- Sarah Palin hat bekanntlich einen Bachelor-Abschluss in Journalismus. Kaum thematisiert wurde, dass es kein so gradliniges Studium gewesen ist - 5 Jahre und 6 verschiedene Colleges waren nötig. Klassisch der Grund, warum sich Palin für irgendwas mit Medien entschied: Palin explained in a profile in the alumni magazine that her curiosity and love of writing drew her to journalism. In dem Artikel wird kolportiert, dass sie es mit der Politikwissenschaft, dem Nebenfach, nicht so gehabt hätte. [Ausland]
Schleichwerbung kein Thema für die ARD Schleichwerbung für dubiose Gesundheitsprodukte hat in den Redaktionen der ARD keinen guten Stand. Jedenfalls dann nicht, wenn es um kritische Berichterstattung über das Thema geht: Wir hörten davon, dass in KONTRASTE ein kritischer Beitrag zum Fall Bankhofer erscheinen sollte. Der wurde geschoben, noch mal geschoben und irgendwann wurde er "einkassiert" (nicht unsere Wortwahl). Uns kam auch zu Ohren, dass auch das Medienmagazin ZAPP des NDR was machen wird, zum Thema Schleichwerbung und ARD und Bankhofer u.a. und so. Der Beitrag wurde geschoben und geschoben und ... ... auch gestern abend in der Sendung gab es wieder nichts dazu. [...] Was ist also los bei der ARD? Werden die kritischen Stimmen unter dem Deckel gehalten und schwierige Fälle klammheimlich entsorgt? [ARD-Schleichwerbung]
Lancet zieht Skandal-Artikel aus Österreich zurück Nachdem der Lancet hat jetzt offiziell die Publikation jener Phase-III-Studie zur Stammzelltherapie zurückzogen, die in Österreich den Wissenschaftsskandal ausgelöst hat. Im Editorial wird die Art und Weise kritisiert, in der sich die Koautoren der Verantwortung entziehen wollten, und die grundsätzliche Verantwortung aller Autoren, die als Verfasser wissenschaftlicher Veröffentlichungen fungieren, angesprochen. In einer deutschsprachigen Pressemitteilung zitiert das Blatt aus dem Editorial wie Georg Bartsch, Vorstand der Urologie an der Medizinischen Universität Innsbruck, sich und seine Klinik aus der Affäre ziehen wollte: Der Kommentar diskutiert auch, dass Ko-Autor Georg Bartsch, Vorstand der Urologie an der Medizinischen Universität Innsbruck (dort wurde die Studie angefertigt), als Reaktion auf den AGES PharmMed-Prüfbericht behauptete, keinen Anteil an dieser Studie zu haben. Er kontaktierte The Lancet am 31. Juli per E-Mail mit der Bitte, dass sein Name aus "diversen Gründen" aus dem Artikel entfernt werden soll. Dies wiederholte Bartsch am 13. August mit der Bitte, dass auch die Urologie sowie die Ko-Autoren Germar Michael Pinggera und Michael Mitterberger wiederum aus "diversen Gründen" aus dem Artikel entfernt werden sollen. Gemäß allgemeiner Praxis bei The Lancet hatten alle oben genannten Autoren eine Erklärung unterzeichnet, mit der sie bestätigten, alle Untersuchungen und Therapien selbst durchgeführt zu haben und auch, dass sie die endgültige Version des Manuskripts gelesen und freigegeben haben. Wie lautete das Fazit des Nature-Editorials? But something, it seems, is rotten in the state of Austria, and it needs to be faced and dealt with openly.
Bisher kommt die Transparenz nur von aussen.[Oesterreich]
Unbeantwortete Fragen an den MDR-Fernseharzt Hat auch der MDR-Fernseharzt für fragwürdige Produkte Schleichwerbung betrieben? Weder der "Natürlich Gesund"-Moderator noch der MDR haben meine Mail beantwortet. Höchstens indirekt. [ARD-Schleichwerbung]
Gesundheitsreform bringt Mehrausgaben für Selbstständige und Freiberufler Mit dem 1.1.2009 wird die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung in vollem Ausmass wirksam. Über den Gesundheitsfonds wurde in den Medien ausreichend diskutiert. Unbeachtet blieb bisher eine für Freiberufler und Selbstständige relevante Änderung. Diese freiwillig Versicherten werden nicht nur durch den hohen Beitragssatz von wahrscheinlich deutlich über 15% belastet, sondern darüber hinaus muss das Krankengeld nun extra versichert werden. Selbstständige konnten bisher über ihre freiwillige Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse auch eine Krankengeldversicherung abschliessen, was dem normalen Beitragssatz entsprach. Ab 2009 müssen sie sich nach Alternativen umsehen. Notwendig macht dies die Änderung des Paragrafen 44 SGB V: "Keinen Anspruch auf Krankengeld haben hauptberuflich selbstständig Erwerbstätige." Die Krankenkassen müssen Wahltarife gegen eine Zusatzprämie anbieten. Damit nicht genug, denn der Versicherte muss sich dann 3 Jahre an die Krankenkasse binden. Kündigung und Sonderkündigungsrecht, wenn die Krankenkasse Zusatzbeiträge fordert, sind in dieser Zeit ausgeschlossen. Natürlich auch der Wechsel in eine private Krankenversicherung. Wenn man davon ausgeht, dass freiwillig Versicherte zur Zeit eher in einer günstigen gesetzlichen Krankenkasse sind, kommen auf die Versicherten, sofern diese selbstständig sind, Mehrausgaben vermutlich von fast 5%-Punkte für die Sozialversicherung zu. Eine schwere Wahl für Selbstständige und Freiberufler. Private Versicherungsalternativen, ob Vollversicherung oder private Krankengeldversicherung setzen eine Gesundheitsprüfung voraus und die Familie muss extra versichert werden. Am Ende werden sich viele Freiberufler, besonders die ein geringes Einkommen haben, gegen eine Krankengeldversicherung entscheiden. Und damit bei längerer Krankheit in Hartz IV fallen. -- In den Kommentaren wurde darauf hingewiesen, dass es einen speziellen Beitragssatz für Versicherte ohne Krankengeldanspruch geben wird. Bisher sind es für Freiberufler mit niedrigem Einkommen (z.B. bei der Barmer) rund 15 Euro Unterschied. Es ist trotzdem zu befürchten, dass ein Wahltarif für das Krankengeld teurer kommen wird, als die Einsparung durch den ermässigten Beitrag. Genaues wissen wir am 8. Oktober - dann sollen die Beitragssätze verkündet werden. -- Update 7.10.2008 Wie es ab 1.1.2009 laufen wird, am Beispiel Barmer Ersatzkasse. Der ermässigte Beitragssatz beträgt im Gesundheitsfonds 14,9%. Dazu kommt bei der Barmer für die Krankengeld-Wahltarife noch 0,2% bis 2,8% des Arbeitseinkommens hinzu. Neben der Tarifklasse (Beginn des Krankengeldanspruchs 15., 22., 43. oder 92. Tag der Arbeitsunfähigkeit) ist das Alter des Versicherten entscheidend. Die Barmer nennt als Beispiel für einen 45-Jährigen mit Absicherung ab dem 15. Erkrankungstag einen Beitragssatz von 1,6%. [Sozialstaat]
Volle Kanne Bankhofer (Update 6) Auch nach dem unfreiwilligen Abgang Hademar Bankhofers beim ARD-Morgenmagazin wegen "Verdachts auf Schleichwerbung" finden sich zahlreiche Spuren seines einschlägigen Wirkens auf den Internetseiten der ARD. Zu den Produkten, die Bankhofer seit Jahren besonders am Herzen liegen, gehört der "Brottrunk". Seit' an Seit' mit der "Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.", der "Qualimedic.com AG" und dem alten Bankhofer-Getreuen Sven David Müller-Nothmann setzt sich Bankhofer leidenschaftlich für den verstärkten Konsum von "Brottrunk" ein. Sogar gegen die Folgen eines übermäßigen Konsums von Klosterfrau Melissengeist ist "Brottrunk" - offenbar ein eher übelschmeckendes Gebräu - nach den Worten Bankhofers ideal: Die Brotsäure-Bakterien im Brottrunk, sozusagen eine besonders aktive und starke Truppe von Milchsäure-Bakterien, transportieren den Alkohol rasch aus der Leber ab und machen sie damit stark. Mehr noch: ARD-Gesundheitsexperte Professor Hademar Bankhofer bezeichnet die Brotmilchsäurebakterien als Elitetruppe der probiotisch wirksamen Mikroorganismen. Wer Bankhofer kennt, ahnt, wie die Geschichte weitergeht. "Brottrunk" ist eine beim DPMA unter der Registernummer 2910145 eingetragene Marke der Kanne Brottrunk GmbH & Co. Betriebsgesellschaft KG. Die Firma Kanne ist "Partner" von Bankhofers Internetauftritt gesundheitswelten.com (http://www.gesundheitswelten.com/partner/kanne.asp). Und "Brottrunk" war in den vergangenen Jahren überraschend häufig ein Thema in den Bankhofer-Sendungen der ARD, zumindest ergibt sich dieses Bild aus den sendungsbegleitenden Internetseiten. Beispiele: ARD Morgenmagazin - Servicethema vom 03.04.2008 ARD Morgenmagazin - Servicethema vom 07.02.2008 ARD Morgenmagazin - Servicethema vom 04.10.2007 ARD Morgenmagazin - Servicethema vom 24.08.2006 ARD Morgenmagazin - Servicethema vom 12.01.2006 Auf den Internetseiten zu den Bankhofer-Sendungen des Hessischen Rundfunks hat sich Bankhofer noch nicht einmal Mühe gegeben, den Hersteller des Wunderdrinks zu verschleiern. Wiederholt taucht dort der Name "Kanne Brottrunk" ganz ungeniert in voller Länge auf. -- Update, 9.9.: Eine erste Reaktion der ARD-Zuschauerredaktion liegt mittlerweile vor: Ihre Kritik an den Beiträgen von Hademar Bankhofer im Internet-Angebot des Ersten und der ARD habe ich an die zuständigen Koordinatorinnen weiter geleitet. Die zuständigen Redaktionen werden die entsprechenden Seiten prüfen und eventuell aus dem Netz nehmen.
--Update 2: Der "Brottrunk" wurde mittlerweile von den Internetseiten des ARD-Morgenmagazins getilgt. Beim HR arbeitet man noch dran, der MDR ahnt noch nichts. -- Update 3: Das e-comm-Blog weist zu recht darauf hin, dass aus dem breit gefächerten PR-Arsenal von Bankhofer natürlich auch TW1 wieder mit von der Partie ist. Bankhofer wäre jedoch nicht Bankhofer, wenn das Thema "Brottrunk" nicht auch in seiner Sendung "Spektrum Gesundheit" (u.a. RTL Bayern) gründliche Beachtung gefunden hätte. Belegt wird das durch verschiedene Bilder aus der Sendung in den diversen "Brottrunk"-Broschüren zu unterschiedlichen Krankheitsbildern auf seinem Internetportal. Einen erneuten Hinweis auf das Verbot der krankheitsbezogenen Werbung für Lebensmittel gemäß Heilmittelwerbegesetz bzw. LFGB erspare ich mir an dieser Stelle. -- Update 4: Ich habe den "MDR-Fernseharzt" Dr. Thomas Höhn (und die MDR-Zuschauerredaktion) per E-Mail gebeten, u.a. zu einem weiteren möglichen Schleichwerbeproblem in der MDR-Sendung "Natürlich Gesund" Stellung zu nehmen. -- Update 5: Keine Antwort, aber auf der MDR-Website sind -- Update 6: Die ARD meldet klar Schiff: Sehr geehrter Zuschauerin, die Nachforschungen von ARD.de und DasErste.de haben ergeben, dass es im Internetangebot des Ersten keine Inhalte mehr von Hademar Bankhofer gibt. Beim HR sucht man offenbar noch. [ARD-Schleichwerbung]
"ZyprexaKills-Memos" müssen veröffentlicht werden Die als Damit wird ein vorläufiger Schlussstrich unter eine fast zwei Jahre dauernde Jetzt wird sich endlich klären, ob die vor 2 Jahren "geleakten" Dateien wie es Lilly angeführt hat, einseitig ausgewählt wurden, um dem Unternehmen zu schaden oder in den restlichen Dokumenten womöglich weitere Informationen stecken, die Lilly belasten. [Zyprexa]
Personalabrieb auf dem Weg nach Berlin Ende September wird Pfizer Deutschland das seine neue Zentrale am Potsdamer Platz beziehen. Nach Bekanntwerden der Umzugspläne vor einem Jahr ist immer wieder angeführt worden, dass Pfizer den Umzug von Karlsruhe zum Personalabbau nutzt. Nun hat Pfizer-Chef Andreas Penk in einem Interview Zahlen genannt. 60% der 645 Mitarbeiter sollen den Weg nach Berlin antreten. Das wären gut 380 Köpfe. Damit wäre die Umzugsbreitschaft erheblich höher als die 15-20%, die in einem internen Papier von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group prognostiziert worden waren, aus dem die Stuttgarter Zeitung zitiert hatte. Trotzdem kann festgestellt werden: Ziel erreicht. Platz sollte es in Berlin für 300 "permanente" Festangestellte und 100 "flexible" Mitarbeiter Der "Abrieb" beim Umzug nach Berlin ist beliebt, um die Organisation zu verschlanken. Bedarf auch bei den Krankenkassen. Durch den neuen GKV-Spitzenverband (Sitz Berlin) wird sich das Aufgabenspektrum der Krankenkassenverbände ändern. Nach Pfizer findet die folgende Berliner Einweihungsparty daher beim AOK Bundesverband statt. Die Vertretung der Ortskrankenkassen kommt aus Bonn, wo bisher 390 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 60 Beschäftigte von Tochterfirmen gearbeitet haben. Laut der Morgenpost sollen in Berlin 400 Mitarbeiter für den AOK-Bundesverband tätig sein. Davon seien 130 vor dem Umzug in Berlin angeheuert worden. Was auch eine Umzugsquote von 60% bedeuten würde. Weiterer Kandidat: Der Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK), der bisher von Siegburg aus die Mitgliedkassen vertritt und ab April 2009 in Berlin die Lobbyistenszene bereichern will. Nach der 60%-Regel werden 150 der 250 Mitarbeiter in Berlin ankommen. Für den Rest werden wie bei der AOK am Ende die Versicherten den Sozialausgleich bezahlen. [Gesundheitswirtschaft]
Von den Weight Watchers zur Welthungerhilfe Mit viel Fingerspitzengefühl bereitet das ZDF offenbar das Comeback von Andrea Kiewel vor. Die Moderatorin, die wegen Schleichwerbung für das Schlankheitsprogramm "Weight Watchers" gefeuert worden war, wird nach Informationen der "Bild"-Zeitung zunächst im Rahmen der Übertragung einer Gala der Welthungerhilfe zu sehen sein. Noch nicht bestätigt wurden bislang Gerüchte, denen zufolge Prof. Hademar Bankhofer im kommenden Frühjahr sein Comeback im Rahmen einer Gastrolle als wissenschaftlicher Leiter einer Phase-III-Studie in der ARD-Krankenhausserie "In aller Freundschaft" feiern würde. (via) _ Update: Das Comeback der Schlankheitsexpertin wurde mittlerweile bestätigt. [Medien]
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