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Pharmakugelschreiber-Test (IV) ![]() Heute im Test: Tamiflu®. Jeder kennt es, auch hier im blog war es schon Nachdem die Produktionskapazitäten und das Marketing hochgefahren und der Hersteller Roche seinen Gewinn im zweiten Jahr in Folge um über 30% steigern konnte - nicht nur wegen Tamiflu® - verdüstert sich das Geschäft mit der Grippe-Angst. Roche musste die Kapazitäten zurückfahren, weil die Nachfrage stagniert. Die Schattenseiten eines Geschäfts, dass auf Einlagerung basiert und nicht auf Verbrauch. Obwohl Regierungen und internationale Konzerne 215 Millionen Packungen des Medikaments in Erwartung einer globalen Epidemie gekauft haben, kritisiert Roche, dass die Staaten nicht genügend von dem Medikament vorrätig hätten um eine Grippe-Pandemie zu bekämpfen. Der Kugelschreiber ist einer der besseren. Elegant, mit Metallklip, Grossraummiene und gummierten Griff. Lässt sich fein mit schreiben und macht eine gute Figur sogar in der Kitteltasche. Zwar erreichen die Werbekugelschreiber nicht die Verantwortlichen in den Ministerien. Aber vielleicht gibt es für diese ja noch ein "Executive-Model" - ohne aufdringliche Werbung. [Pharmakugelschreiber]
Pharmaindustrie investiert erfolgreich in Politiker Der US-Senat hat diese Woche ein Gesetz verabschiedet, das Bemühungen, den Import von Medikamenten zu erleichtern, zunichte macht. Wie die Zeitung USA today enthüllt, haben die 49 Senatoren, die dem Gesetz zustimmten, seit 2001 $ 5 Millionen Spenden der Pharmaindustrie erhalten. Das sind fast dreiviertel aller Pharmagelder an derzeitige Senatoren. The pharmaceutical companies spend more money on lobbying than any other single industry — $855 million from 1998 to 2006, according to the non-partisan Center for Public Integrity. The biggest drug trade group, Pharmaceutical Research and Manufacturers of America, praised the bill after it passed. The group's spokesman, Ken Johnson, said its critics "never point out that a great deal of this money is spent trying to defeat bills … that are designed to cripple this industry." Hat sich ja gelohnt. [Pharmaindustrie]
Pharmareps talk Adriane Fugh-Bermans Projekt The real purpose of samples: "first one's free, then you pay, then you're hooked"
[PharmedOut]
HAPPY birthday - Prozac wird 20 Der weltweit meistverkaufte Stimmungsaufheller Prozac (Wirkstoff Ein wenig zu viel Trivia, aber nicht unkritisch. [Arzneimittel]
Krisenjournalismus In der Süddeutschen Zeitung hat "Ärztehasser" Werner Bartens mal wieder zugeschlagen. Die willkürlich zusammengestellten Informationen erwecken den Anschein, dass der Arztberuf - und damit das deutsche Gesundheitswesen - kurz vor dem Abgrund steht. [Journalismus]
Tabakgesundheit Das Tabakunternehmen Philip Morris wird zum Gesundheitskonzern. [Gesundheitswirtschaft]
Ministerielle AIDS-Schleife ![]() Ich liebe Österreich. Aber das brauche ich hier nicht mehr zu betonen. Österreich und speziell Wien liebt Bälle. Ein Highlight der Saison ist der Lifeball, dessen Erlöse Hilfsorganisationen im Kampf gegen HIV/AIDS zu Gute kommt. Heuer geht der Ball zum 15. Mal über die Bühne und wird zum ersten Mal life übertragen. Ein weiterer Ansporn für die Austria-Promis den eh schon aufälligen Roben noch was draufzusetzen. Am besten, man lässt die Öffentlichkeit schon vorher wissen, was man trägt, damit man nicht übersehen wird. So wie die Gesundheitsminsiterin Andrea Kdolsky, die als wandelnde AIDS-Schleife den Abend bestreiten wird. [Oesterreich]
Zyprexa®: FDA hinterfragt Studiendokumente Die Im Fokus steht ein Dokument von Februar 2000 mit den Ergebnissen einer Studie, die für Zyprexa-Patienten eine 3,5-fach höheres Risiko für eine Erhöhung des Blutzucker (Hyperglykämie) ausgewiesen hatte. Bei der FDA wurden diese Studienresultete nicht eingereicht, sondern einige Monate später Daten präsentiert, die fast keinen Unterschied bei der Blutzuckererhöhung zeigten. Lilly begründet dies mit Fehlern bei der Analyse und verweist darauf, dass die später eingereichten Daten richtig waren, obwohl im Dokument die Fehlerkontrolle betont wurde. [Zyprexa]
Freibier Kein Freibier, aber Frei-Medikamente - so ähnlich muss es in der Haftanstalt Berlin-Moabit zugegangen sein. Die taz berichtet über den Schlagabtausch im Rechtsausschuss und zeichnet den Weg des "Pillenhandels ohne jede Kontrolle" auf. Im Artikel wird der Leiter der Untersuchungskommission zitiert: Jeder vom medizinischen Personal habe ungehinderten Zugang zu den Medikamenten, auch zu den Betäubungsmitteln. Es werde keine Dokumentation über die Vorratshaltung geführt. Jeder Pfleger habe Medikamente bestellen können. Selbst auf Bestellungen ohne Unterschrift hat die auswärtige Apotheke geliefert. Ein Vergleich zwischen Bestellung und Lieferung fand nicht statt. Der Vertrag mit der Zulieferer-Apotheke erfolgte ohne öffentliche Ausschreibung. Seit 2003 mahnt der Rechnungshofs, die Ausschreibung nachzuholen - ohne Reaktion. [Politik]
Die Prostata hat ihre Tage In Deutschland steigt zwar keine Gesundheitsministerin in eine Prostata, wie in Österreich, trotzdem gibt es hierzulande eine Aktion "Mann sorgt vor" und einen Prostata-Tag am 22. Mai. Ganz untypisch für solche Aktionstage rufen dazu keine Fachverbände oder Selbsthilfegruppen auf, gesponsert von der Pharmaindustrie. Das Pharmaunternehmen Stada hat selber den "Prostata-Tag" sich ausgedacht. Alles natürlich mit dem Ziel, ein Zeichen für die Notwendigkeit der Vorsorge zu setzen. Dass das Unternehmen ein Produkt mit dem Handelsnamen Prostata Stada hat, trifft sich gut. Ein Zeichen wird auch mit einem Preisausschreiben gesetzt. Zu gewinnen gibt es 100 Vorsorgegutscheine im Wert von 120 Euro. Ärzte können zu dem Tag beim Unternehmen Service-Materialien bestellen. Dazu gehören ein A1-Plakat, das auf die Vorsorge-Untersuchung aufmerksam macht, sowie Aktionsbroschüren mit dem Titel "Mann sorgt vor". Patienten erhalten darin etwa Informationen zu benigne Prostatahyperplasie (BPH) und Prostata-Karzinom. Auch welche Leistungen die Kassen bei der Krebsvorsorge übernehmen, wird in der Aktionsbroschüre ausführlich beschrieben. Das wird die Urologen freuen, die bei der Vermarktung von Selbstzahlerleistungen (IGeL) ganz vorne mit dabei sind. Ein zentraler Bestandteil ist der Die statistische Bilanz: Zwei von 100 PSA-gescreenten Männern profitieren von der Reihenuntersuchung. Es gibt jedoch keine Daten darüber, ob diese zwei auch länger leben, als wenn der Krebs nicht entdeckt worden wäre [...]. Dem stehen auf der „Schadensseite“ zwölf impotente und sechs inkontinente Männer entgegen.
Auf der Internetseite liest sich das so:Doch die Investition in die Gesundheit lohnt sich. Ein aussagekräftiger Bluttest, die sogenannte PSA-Untersuchung, sowie weitere Untersuchungen zur Früherkennung sind kostenpflichtig (sogenannte IGEL-Leistungen) und sollten im Abstand von einem Jahr vom Urologen durchgeführt werden. (Hervorhebung von mir) [IGeL]
Mal wieder Weltmeister Eine Studie des Commonwealth Fund bestätigte wieder einmal, was schon aus früheren Untersuchungen bekannt war: Die US-Amerikaner zahlen für ihr Gesundheitswesen am meisten und bekommen am wenigsten, verglichen mit Deutschland, Grossbritannien, Neuseeland, Australien und Kanada. Den Spitzenplatz hat Deutschland. Unser Gesundheitswesen schneidet lediglich bei der Effizienz und bei der Gerechtigkeit nicht so gut ab. ![]() Quelle: K. Davis, C. Schoen, S. C. Schoenbaum, M. M. Doty, A. L. Holmgren, J. L. Kriss, and K. K. Shea, Mirror, Mirror on the Wall: An International Update on the Comparative Performance of American Health Care, The Commonwealth Fund, May 2007 [Sozialstaat]
Gelsenkirchen, Münster, Paderborn, ... Nun ist auch in der Universität Paderborn die Staatsanwaltschaft auf der Suche nach veruntreuten Fördergeldern. Angesichts der Vorfälle steht die gesamte Vergabepraxis in NRW auf dem Prüfstand. Die taz hat nachgefragt. "Letztlich müssen wir das reinwaschen, was vorher verbockt wurde", sagte ein Mitarbeiter einer für die Vergabe von Fördermittel zuständigen Behörde der taz. Gerade bei Prestigeprojekten wird ihm zufolge häufig nicht so genau hingeschaut. "Für eine korrekte Prüfung erntet man nur Prügel", sagt er. Und auch das Düsseldorfer Forschungsministerium hat keinen wirklichen Überblick über die blühende Landschaft der universitätsnahen Firmen in Nordrhein-Westfalen. Auf die Frage, wie viele privatwirtschaftliche Unternehmen und Ausgründungen im Umfeld von NRW-Hochschulen derzeit vom Land gefördert werden, antwortete gestern ein Behördensprecher: "Die Frage ist nur durch eine aufwändige Recherche über alle Ministerien hinweg zu beantworten und hängt erheblich von der Definition des erwähnten ,Umfelds' ab." [FH Gelsenkirchen]
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