BILD-Leserinnen suchen Q-Punkt


Heute sollten die BILD-Leser den Q-Punkt suchen. An prominenter Stelle, in der rechten oberen Ecke des Covers forderte bundesweit eine Anzeige auf, den persönlichen Q-Punkt auf der Internetseite Miss-Q.de zu entdecken. Ohne Angabe eines Firmen- oder Produktnamens, jedoch mit "Anzeige" am oberen Rand. Die Internet-Adresse wird auf die bekannte Seite "pille-mit-q.de" umgeleitet, auf der Bayer Healthcare für die verschreibungspflichtige Antibaby-Pille Qlaira, sprich Klära, wirbt.

Eigentlich geht es um irgendeine Pille mit "Q", aber es wird klar, das ein Kontrazeptivum gemeint ist. Soviele Pillen mit "Q" gibt es nicht. Soweit ich es sehe, ist Qlaira überhaupt das einzige Medikament auf dem deutschen Markt mit diesem markanten Anfangsbuchstaben.

Die Internetseite hat Zuwachs bekommen. Nun gibt es ein Menüpunkt, unter dem über Verhütungsmethoden aufgeklärt wird. Scheinbar sind die Webdesigner mit den sehr aufwändigen Flash-Videos ein wenig in Verzug. Aus Marketingsicht darf der Hinweis nicht fehlen, dass die Pille auch gegen zu starke Blutungen hilft, die Gewichtszunahme in der zweiten Zyklushälfte verringert und Akne vermindert. Alles keine Indikationen für ein hormonelles Kontrazeptivum.
 
[Klaera]
Autor: strappato   2009-05-19   Link   (7 KommentareIhr Kommentar  



 

Ärztekammer kritisiert "Tamiflu-Schleichwerbung"

In den vergangenen Wochen hatten sich Sozialmediziner Michael Kunze und andere "Gesundheits-Experten" in der österreichischen Presse mit der Aussage zu Wort gemeldet, sie hätten das Grippemittel Tamiflu® zu Hause gelagert, um persönlich gegen die Folgen einer "Schweinegrippe"-Pandemie gewappnet zu sein. Das stößt nun auf den Unmut der österreichischen Ärztekammer:
"Mir persönlich ist es lieber, ich habe vorsorglich Tamiflu zu Hause", sagte der Wiener Virologie-Professor Franz Xaver Heinz nach dem Ausbruch der Mexiko-Grippe dem "Kurier". Der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze erklärte dem ORF nach Bekanntwerden der ersten Grippefälle, er habe "selbstverständlich" einen privaten Vorrat der Neuraminidase-Hemmer Tamiflu und Relenza.

Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger sagte, er halte es prinzipiell für bedenklich, "wenn Experten in dieser Breite ein Medikament loben, von dem man weiß, dass es den Krankheitsverlauf nur etwas vermindert und die Krankheitsdauer etwas verkürzen kann, von dem es keine Beweise gibt, dass es Komplikationen wirklich verhindert."

[...]

Die Beziehungen zwischen Experten und Industrie seien aber sehr eng: Forschungsarbeiten, Fortbildung und Kongressreisen würden gemeinsam gemacht. Der Pharmakonzern Roche, der Tamiflu herstellt, sponsert etwa das Influenza-Netzwerk des Virologie-Instituts, das von Franz Xaver Heinz geleitet wird. Und Sozialmediziner Michael Kunze hat in den vergangenen Jahren mit Aussagen in Pressaussendungen der Firma Roche für Aufregung gesorgt und gesteht ein, von Roche wohl Honorare für Auftritte erhalten zu haben.

Unabhängige Experten hatten zuvor Zweifel an der Wirksamkeit von Tamiflu® geäußert und vor einem zu großzügigen Einsatz des Mittels gewarnt.
 
[Pharmamarketing]
Autor: hockeystick   2009-05-18   Link   (0 Kommentare)  Ihr Kommentar  



 

Links am Samstag

Wie beeinflussbar Ärtze sind - Der Lockruf des Notizblocks.

Krankenkassen dürfen Kundendaten nicht klammheimlich weitergeben - Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung hat eine IKK nicht nur Kundendaten, sondern auch Zusatzinformationen wie "krebskrank" oder "keine Zähne" an die Signal Iduna Versicherung weitergegeben.

Bund legt Kassen an die Leine.

Immer mehr Ausländer erfüllen sich Kinderwunsch in Argentinien.

Picking the Right Poison — Options for Funding Health Care Reform - 2 Billionen Dollar für die nächsten 10 Jahre werden gesucht.

Pfizer verschenkt Medikamente an US-Arbeitslose.

Who Is Thomas Frieden? - Der Leiter der Gesundheitsbehörde in NYC soll neuer Chef des CDC werden.

Healthcare cuts loom for EU drugmakers in 2010 - This recession could prove to be a tipping point for our industry," said Bayer HealthCare CEO Arthur Higgins, who also heads the European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations.

Ärzte wollen mit eigenem TV ihr Image korrigieren - Dr. House im Wartezimmer?

New Mexico: Jail's Drug Program Spun Out of Control - The Rio Arriba County Jail spent more than $140,000 over five years to keep inmates sedated with dangerous and addictive psychiatric drugs, according to a Rio Grande SUN investigation. The most commonly prescribed psychiatric drug was Seroquel ...



Zum Hintergrund des Videos:


 
[Links]
Autor: strappato   2009-05-16   Link   (2 KommentareIhr Kommentar  



 

Ausgebankhofert (II)

Was wir nach den jüngsten Enthüllungen der Süddeutschen Zeitung bereits befürchten mussten, scheint sich nun zu konkretisieren. Auch Hademar Bankhofers letzte Fernsehsendung "Spektrum Gesundheit" steht im Zusammenhang mit Schleichwerbe- und Korruptionsvorwürfen ganz offenbar vor dem Aus.
Wie die BLM [Bayerische Landeszentrale für neue Medien, d. Red.] mitteilt, hat der Medienrat den Antrag auf Fortsetzung der Anbietertätigkeit der C.A.M.P. TV Fernsehgesellschaft mbH, die derzeit 80 Prozent der Sendezeitanteile am Bayern Journal hält, abgelehnt.

[...]

Zu einer neuen Lösung unter Beteiligung auch der alten Gesellschafter ohne Neuausschreibung konnte sich der Medienrat nicht entschließen. Maßgeblich dafür war, dass der Geschäftsführer der C.A.M.P. TV Fernsehgesellschaft mbH, Herr Ralph Piller, Darlehensverträge zwischen der TV Finanz GmbH und Frau Adelt, der damaligen Lebensgefährtin des ehemaligen Medienratsvorsitzenden Klaus Kopka, unterzeichnet hatte und andererseits ein konkreter Anfangsverdachts für mehrere Verstöße gegen das Verbot der Schleichwerbung.

 
[Medien]
Autor: hockeystick   2009-05-15   Link   (6 KommentareIhr Kommentar  



 

alli® doch keine Wunderpille

alli®, das erste nicht rezeptpflichtige Medikament zur Gewichtsreduktion ist seit einigen Wochen auf den Markt und wird vom Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) intensiv beworben. Die Claims sind überraschend zurückhaltend. Statt Wunder zu versprechen, wird die Message kommuniziert, dass alli® lediglich als Unterstützung einer Ernährungsumstellung eingesetzt werden solle, und dann helfe, bis zu 50% mehr abzunehmen als mit einer Diät allein. Anders, als vor Monaten noch zu vermuten war und das Medikament ein "Meilenstein im Kampf gegen das Übergewicht" sein sollte.

Ganz ohne Strapazierung des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) geht es dann doch nicht. Auf der Internetseite werden Erfahrungsberichte präsentiert. Nicht ganz dem HWG entsprechend, das verbietet, "mit der Wiedergabe von Krankengeschichten sowie mit Hinweisen darauf" bzw. "mit Äusserungen Dritter, insbesondere mit Dank-, Anerkennungs- oder Empfehlungsschreiben, oder mit Hinweisen auf solche Äusserungen" zu werben.

Selbst Boulevard-Zeitungen mahnen zur Vorsicht.
Auch das niedrig dosierte Orlisat sollte nur in Verbindung mit einer kalorien- und fettarmen Kost eingenommen werden und nur von stark Übergewichtigen mit Body-Mass-Index (BMI) über 28“, warnt Prof. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommssion der Deutschen Apotheker, vor Verharmlosung.

Diese ist auch angebracht. Wenn der Fettgehalt der Ernährung nicht reduziert wird, kommt es zu ernährungsbedingten Begleiterscheinungen, wie die Internetseite die Nebenwirkungen umschreibt. Die Fachinformationen sind da direkter und nennen ölige Flecken, Flatulenz mit Stuhlabgang, Stuhldrang, fettiger öliger Stuhl, Abgang öligen Sekrets, Fatulenz, weicher Stuhl, Unterbauchschmerzen, Stuhlinkontinenz, Flüssige Stühle, Vermehrter Stuhlgang.

In den USA ist dies immer ein Thema für bissige Kommentare, wie die Internetseite yourbuddi.com



Ein Tipp, wäre einfach locker bleiben:


 
[Orlistat]
Autor: strappato   2009-05-15   Link   (5 KommentareIhr Kommentar  



 



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