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OpenAccess Naivität Beim Bloggott wird der Mythos von der freien Wissenschaft gepflegt. Warum OpenAccess ein Rohrkrepierer ist. Pioniergeist fehlt, Beharrungskräfte sind gross, technische Unzulänglichkeiten verhindern es. Da seufzt die Web2.0-Gemeinde. Meine Erfahrung aus der Biomedizin: Das ist eine Frage des Geschäfts. Es schon ein Unterschied, ob mit Studien argumentiert wird, die in bekannten internationalen Fachzeitschriften erschienen sind, oder in einem OpenAccess-Journal. Die Pharmakonzerne finanzieren die Verlage mit Anzeigen, Supplements und Sonderdrucken. Bei der Auswahl der Zeitschrift hat die Pharmaindustrie als Geldgeber der klinischen Studien ein gewichtiges Wort mitzureden. Das ist eingebettet in eine Publikations- und Kommunikationsstrategie. Freie Wahl des Mediums? Gab es das irgendwann mal in der Wissenschaft? [Wissenschaft]
Besucherstatistik ![]() Vielleicht fragen sich manche Leser hier, ob sie die einzigen sind, die an diesen oft unerfreulichen Meldungen aus Pharma und Medizin interessiert sind. Daher mal eine Wochenstatistik, nur Montag bis Freitag, da die "Stationäre Aufnahme" primär werktags frequentiert wird. Statcounter hat im Schnitt 352 unique visitors und 684 page loads gezählt. [heile Welt]
Novartis schmeisst Geld unter die Ärzte Neue Story von Markus Grill im Stern. Novartis kurbelt den Umsatz mit Methoden an, die eigentlich durch Kodex und Gesetze längst geächtet sind. Der stern konfrontierte Novartis schriftlich mit den Recherchen. Das Unternehmen antwortete allerdings lediglich allgemein, sich an Recht und Gesetz zu halten und den Verhaltenskodex der Pharmaindustrie zu unterstützen. [Pharmamarketing]
Welt-AIDS-Tag ![]() Jede Minute wird ein Kind mit HIV geboren.
Baseler Zeitung... Das Risiko einer Aids-Übertragung von der Mutter auf das Kind lässt sich durch Medikamente um 50 Prozent reduzieren. Jedoch haben in armen Ländern nur gerade 11 Prozent der schwangeren Frauen Zugang zu diesen Medikamenten. ... Derzeit erhalten laut UNICEF lediglich 10 Prozent der betroffenen Kinder eine Behandlung mit Medikamenten, die das Virus zu hemmen vermögen. [Public Health]
Schering-Plough beschäftigt Wissenschaftsbetrüger Ein Wissenschaftler, der in 15 nachgewiesenen Fällen in veröffentlichten Artikeln, unveröffentlichten Journals oder Forschungsförderungs-Anträgen mit erfundenen Daten und gefälschten Fotos die Scientific Community betrogen hat, sollte in der Forschung eigentlich keinen Platz mehr haben. Zum Glück gibt es jedoch die Pharmaindustrie. Schering-Plough (Tochterunternehmen in Deutschland Essex Pharma) hat diesen Wissenschaftler eingestellt. Ein Unternehmenssprecher gab an, dass das Unternehmen erst kürzlich von der Vorgeschichte erfahren hätte, er nannte es die "investigation" an der University of Washington. Einer der drei Wissenschaftler, der den Fall untersucht hat, sparte nicht mit klaren Worten: It was a very traumatic investigation to be involved with. We got to look at the underbelly of science. Nein, damit meinte er nicht manche Praktiken von Pharmaunternehmen. [Ethik & Monetik]
Chef der KV Schleswig-Holstein unter Betrugsverdacht Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), Ralf Büchner, steht unter Betrugsverdacht. Der Allgemeinmediziner soll als Hausarzt in Klanxbüll (Kreis Nordfriesland) den Krankenkassen medizinische Leistungen in Rechnung gestellt haben, obwohl er an den angegebenen Tagen in seiner Eigenschaft als KVSH-Vorsitzender in Bad Segeberg gewesen sein soll. Bei den Vorwürfen geht es wohl auch im interne Konflikte im KV-Vorstand. Wie man überhaupt neben dem in diesem Fall mit 200.000 Euro dotierten Posten eine Praxis führen kann, bleibt das Geheimnis vieler Vorstände in den ärztlichen Selbstverwaltungen. Büchners Vorgänger Klaus Bittmann war nach einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Abrechnungsbetruges 2006 von seinem Amt zurückgetreten und kurzerhand von der Vertreterversammlung zum Ehrenvorsitzenden gewählt worden. [Selbstverwaltung]
Michael Moore hat recht Thrombose-Strümpfe für $791? oder zwischen $2.225 und $6.675 für eine Nacht mit CPAP-Beatmung? Im California Pacific Medical Center summieren sich diese und andere überhöht abgerechnete Leistungen für einen mehrmonatigen Krankenhausaufenthalt auf $1,2 Millionen. Nennt man wohl Angebot und Nachfrage. [Ausland]
Athen 2004 und Public Health Drei Jahre nach den Olympischen Spielen in Athen haben die WHO und das griechische Gesundheitsministerium eine Analyse der Anstrengungen beim Gesundheitsschutz für Athleten, Offizielle und Zuschauer vorgelegt. Ob sich Beijing im nächsten Jahr daran messen kann? Speziell beim "Addressing the environmental health challenges" werden die "Challenges" nicht zu übersehen sein. [Public Health]
Übertriebene Gewinnmaximierungsstrategien ![]() Das Rheinische Ärzteblatt - die Zeitschrift der Ärztekammer Nordrhein - kommentiert die Preispolitik von Novartis. Überhöhte Preise von Ranibizumab und eine wenig praxisgerechte Packungsgrösse (eine empfohlene einmalige monatliche Dosis von 0,5 mg steht einer Durchstechflasche mit 3 mg Wirkstoff gegenüber) lassen die gern vorgetragene Mär der gesundheitspolitischen Verantwortung großer Pharmakonzerne etwas zwielichtig erscheinen, ebenso wie die Mär der oft beschworenen Partnerschaft Arzt – Pharmaindustrie. Ganzseitige Anzeigen über ein Angebot, ab jährlichen Kosten von 315 Millionen Euro alle weiteren Kosten zu übernehmen, deuten jedoch darauf hin, dass den beiden miteinander kooperierenden internationalen Pharmaherstellern (Novartis und Roche) doch nicht ganz wohl in ihrer Haut zu sein scheint. Es wäre möglich, dass Ärzte angesichts vieler Parallelpräparate übertriebene Gewinnmaximierungsstrategien einzelner Konzerne nicht weiter hinnehmen. -- Update Werner Bartens hat den Fall vor 10 Tagen auch für die Süddeutsche Zeitung entdeckt. Er stellt es aussichtsloser dar, wie es ist. Nichts über die vielen Studien, die international laufen, keine Hinweis auf die Stellungnahme der Bundesregierung, und dass sich der Gesundheitsausschuss damit beschäftigt hat, wenig über die Entschlossenheit der Krankenkassen, sich nicht von Novartis erpressen zu lassen. [Avastin - Lucentis]
Strassenzahnarzt in Indien ![]() Beeindruckende Fotos von einem indischen Strassenzahnarzt in Bengaluru (bis 2006 Bangalore). when all was said and done, the patient walked away with a brand new tooth and it cost him only 50 rupees (that's $1.13 US) and i had one of the strangest experiences of my life. Hat Tip: BrandweekNRX. [Zahnaerzte]
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